Alles für die Katz #64


Im August war ich nur relativ selten unterwegs. Das lag daran, dass es draußen einfach heiß war, das lag aber auch daran, dass ich relativ viel gearbeitet habe. Diese Katze begegnete uns, als ich mit der Lieblingshausziege rund um Ebermannstadt gewandert bin. Wir rasteten auf einer Bank am Baum, in dessen Schatten sich die Katze räkelte. Kurze Zeit später zogen wir weiter, die Katze kam, neugierig geworden, noch ein kleines Stückchen mit und kehrte um, als wir ihre für uns unsichtbare Demarkationslinie überschritten, welche ihre Heimat von der Fremde trennte.

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Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

Rostige Angeln zur #Rostparade

Heute hatte die Lieblingshausziege ihren letzten Ferientag, da sie morgen, zum 1. September, in Nürnberg ihre Ausbildung beginnt. Wir haben den Tag genutzt und eine Freundin von ihr besucht, die gerade in der Falknerei von Schloss Schillingsfürst ein Praktikum macht. Zwar fiel die Flugshow leider aus, die Vögel waren schon ganz nass, trotzdem war es interessant. Wir haben zugeguckt, wie die Vögel gefüttert wurden, ich war bei einer kurzen Schlossführung dabei, anschließend haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen und sind wieder nach Hause gefahren. Selbstverständlich saß die Lieblingshausziege am Steuer – und ich wies als aufmerksame Beifahrerin den Weg.

Auf dem Rückweg grinste uns in Ipsheim ein Schild an, auf dem „Federweißer“ stand, klar, dass wir dort hielten, probierten und einen kleinen Kanister kauften. Jetzt ist immerhin fast Wochenende.

Selbstverständlich habe ich auch etwas Rost gefunden. Schließlich ist das zwar ein Schloss, doch es steht ja schon einige Jahre.

 

 

 

 

Verbunden mit: Frau Tonaris Rostparade. 

 

Das aktuelle Podium: Hass

Poetenfest in Erlangen

Im vergnügt-verspielt-barocken Schlosstheater warteten fünf schwarze Stühle auf einem fünffüßigen Metallgestell auf der Bühne, neben jedem von ihnen ein grauer Quader mit weißem, gefaltetem, aufgestellten Namensschild.

Florian Felix Weyh moderierte die Diskussion, an der sich Seyran Ateş, Florian Goldberg, Susanne Koelbl und Falk Richter beteiligten. Wir sitzen hoch oben im zweiten Rang und haben einen guten Überblick auf das überwiegend grau- und weißhaarige Publikum, das gut gekleidet auf den Beginn der Veranstaltung wartet und erwartungsvoll murmelt.

Eine Diskussion über Hass. Wo wir doch alle immer so friedlich sind, so friedfertig, immer gut, zu uns, zu den Nachbarn, zu den Nächsten, jedenfalls dann, wenn sie nicht stören, wenn sie nichts fordern, wenn sie nichts wollen, was wir nicht freiwillig geben würden.

Auf der Bühne sitzen Menschen, die in unterschiedlicher Weise selbst Hass erlebt haben, Hass gegen sich. Es sitzt keiner dort, der seine Aggression und seinen Hass auslebt, vermutlich, weil sich solche Menschen vermutlich nicht auf eine Bühne setzen und darüber reflektiert reden würden. In den kleinen Separees rechts und links von der Bühne mustern zwei sehr aufmerksame Herren das Publikum, schauen über graubeschopfte Köpfe, weisen Fotografen auch mal zwei Meter zurück, wenn sie der Bühne zu nahe kommen. Hinten in den Kulissen sitzen ebenfalls Menschen: Ja, Seyran Ateş steht unter Personenschutz. So stark ist der Ärger der Männer über die türkische Anwältin und Gründerin einer Moschee, die einfach nur als Frau gleichberechtigt leben möchte, dass sie von ihnen bedroht wird.

Die vier berichten über den Hass, den sie aus unterschiedlichsten Gründen erlebt hatten: Seyran Ateş, weil sie sich für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzt, Falk Richter, weil er ein Theaterstück inszeniert hat, Florian Goldberg, weil er eine Kolumne geschrieben und darin nachgedacht hatte, was die männliche eruptive Gewalt eigentlich mit den Männern an sich zu tun hat, Susanne Koelbl, weil sie immer wieder in Ländern unterwegs war, in denen Attentäter heranwachsen, ja, gezüchtet werden und darüber schreibt. Keiner ist selbst gewalttätig, aber immer wieder Zielscheibe von Hass.

Die Anlage zum Hass ist in uns allen, er ist ein Teil von uns als Menschen. Werden Menschen nicht gesehen, nicht gehört und nicht wahrgenommen, kann der Zorn aufbrechen. Wer allerdings die nötige Zuwendung leisten kann, damit Menschen nicht gewissermaßen aus dem Orbit fallen, das ist nicht so klar. Sozialarbeiter mit ihrer funktionalen Hinwendung können das nicht leisten. Das geht uns irgendwie alle an. Auch für die Integration der Flüchtlinge reicht es nicht aus, sie lediglich mit Essen und Kleidung zu versorgen.

Erinnert sich jemand noch an die Experimente, die einst im 13. Jahrhundert auf Geheiß Kaiser Friedrich II. durchgeführt wurden? Er wollte herausfinden, welche Sprache Kinder ursprünglich sprechen, wenn nicht mit ihnen gesprochen wird. Doch die Säuglinge starben, obwohl sie satt und sauber waren. Ohne Lächeln und Worte konnten sie nicht leben.

Und wir? Kommunizieren miteinander. Mit Hilfe elektronischer Medien. Ja, sicher, sie sind unglaublich gut und praktisch. Trotzdem sollten wir gelegentlich miteinander reden. So ganz altmodisch gegenüber sitzend und schauen, wohin die Gedanken mäandern.

Alles für die Katz #63

Kleine Katz auf großer Katz

Es hat nicht lange gedauert: In den ersten Tagen schlichen die beiden Katzen noch umeinander und fauchten sich an, wenn sie sich versehentlich zu nahe kamen. Da die große Katze lieber draußen unterwegs war und die kleine Katze sich erst einmal an uns gewöhnen sollte, kam das nicht zu oft vor.

Dann begann die Zeit der Nasenküsschen: Kam die große Katze zur Tür herein, stupsten die Katzen ihre Nasen aneinander, hielten jedoch immer noch respektvollen Abstand. Gefaucht wurde immer noch, besonders dann, wenn die gefüllten Katzennäpfe zu nahe nebeneinander standen.

Sie hatten ein Spiel entdeckt: Saß die kleine Katzmatz auf dem Küchenstuhl, platzierte sich die große Katz auf dem Küchentisch obendrüber und tatzte nach der Kleinen. Der Mitbewohner sah es mit Skepsis, aber es schien beiden zu gefallen. Die kleine Katze hätte sich ja auch woanders platzieren können, aber nein, es musste genau dieser Stuhl unter der großen Katze sein.

Irgendwann war es so weit: Katzmatzens legten sich gemeinsam zum Schlafen ab.

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12 Bilder vom 12. August

Dicke Wolken am Himmel

Ja, sicher. Die dicken Wolken hinter den Sonnenblumen könnten weg. Wäre es aber so heiß und sonnig, wie es den ganzen Sommer schon war, käme ich ja zu nichts. Also schaue ich mal, was alles noch heute weg kann, wenn schon die Wolken bleiben.

Ortsbegehung: Ja, der Erdhaufen muss weg.

Die Gemeinderäte in einem kleinen Dorf schauen sich einen ziemlich großen Erdhaufen an. Dieser muss entweder auf dem Grundstück verteilt werden – und würde dafür sorgen, dass der Boden dann durchschnittlich einen halben Meter höher läge, oder er muss abtransportiert werden. Darüber entscheiden die Gemeinderäte aber erst in der Gemeinderatssitzung, heute haben sie sich nur vom Anblick des Haufens überzeugt und beeindrucken lassen.

Der Salat blüht schon.

Der im Frühbeet vergessene Salat fängt langsam an zu blühen. Der kann auch weg, den will keiner mehr essen.

Heute hat der Mitbewohner Rasen gemäht.

Der Rasen ist weg. Da ist nur noch strubbelkurzes Gras.

Pfefferminze mit Schachtelhalm

Das Unkraut zwischen der Pfefferminze muss auch weg.

Die Tomaten werden reif.

Die Tomaten müssen nicht weg, sie müssen nur gelegentlich gepflückt werden. Eine nach der anderen wird reif, rot, saftig und süß.

Ein übrig gebliebener Baumstamm

Im Frühjahr hat der Mitbewohner einen Nadelbaum abgesägt. Der Stumpf sieht jetzt zwar lustig gefärbt aus, muss aber auch noch weg.

Weiße Trauben.

Ob es den weißen Trauben zu trocken war? Einige sind groß geworden, doch die meisten sind immer noch so klein wie Rosinen.

Rote Trauben

Am roten Weinstock hängen ebenfalls Trauben, die sind aber nicht so unterschiedlich groß.

Kamelie.

Beim Blumengießen sehe ich, dass sich schon wieder kleine Läuse auf der Kamelie niedergelassen haben. Die müssen auch weg. Unbedingt. Weiß jemand, wie?

Das wird ein Shirt.

Da noch genug Stoff im Schrank liegt, muss davon auch was weg: Ich nähe mir jetzt ein Shirt daraus.

An diesem Tag kamen noch eine ganze Menge mehr Dinge weg: Die toten Fliegen auf den Fensterbrettern, die Spinnweben unter der Zimmerdecke, die Staubflusen unter den Schränken – aber davon habe ich kein Bild gemacht. Wenn ich heute noch das Shirt fertignähe, kann ja morgen wieder die Sonne scheinen und ich kann wandern gehen.

Bei Caro von „Draußen nur Kännchen“ gibt es noch viel mehr Bilder vom 12. August zu sehen.

Wind weht #Frapalywo

Wind weht.

Mach das Fenster fest zu,

damit der Wind nicht das Licht ausbläst,

den Staub in den Ecken ruhen lässt.

Alles bleibt, wie es war. Wie es immer schon war.

Doch ich will aufbrechen,

zu unbekannten Ufern. Auch wenn

Weiter Himmel über Franken

ich das Ziel noch nicht kenne.

Verbunden mit: Frau Paulchen. Der dritte Impuls der Lyrikwoche war „Wehen“.