Zwiegespräch #Frapalymo

Ich weiß nicht mehr,
was ich dir sagen wollte
Du hörst nicht zu und ich mag nicht
erzählen.
Ich? Anrufen? Warum?
Es ist nichts passiert.
Ich mache immer noch
das Gleiche und mir geht es gut.
Ja, es ist alles in Ordnung.

Ich soll vorbeikommen?
Da hab ich keine Zeit. Ein andermal?
Ach, du bist nicht da.
Das ist aber jetzt schade.
Echt.

Verbunden mit: Frau Paulchen und dem #Frapalymo, Frau Paulchens Lyrikmonat.

Ein Autobahnparkplatz #Frapalymo

Fuchsrain
Es gibt einen Ort
Jenseits dessen sagen sich
Fuchs und Hase gute Nacht.
Gleichgültig wie bedeutungslos
Wachsen Bäume immer dichter
Rücken den Lichtungen auf den Pelz
bis sie diese gänzlich
erobern und mit ihren Wurzeln die Steine zerbröseln.

Langsam.

Odins Raben warten geduldig.

Verbunden mit: Frau Paulchen und dem #Frapalymo, dem Frau Paulchens Lyrikmonat.

Der Impuls lautete: „sucht euch einen namen eines Autobahnparkplatzes aus und dichtet dazu“, mein gewählter Parkplatz liegt an der A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld und heißt: Fuchsrain.

Ein Foto #Frapalymo

Komm, geh mit mir ins Haus
Klapp die Läden dicht zu
Schließ die Tür fest hinter uns ab,
Leg den Riegel vor: Draußen

Tobt sich der Sturm heulend aus
Er gibt noch lang keine ruh‹,
Hält den Wetterhahn auf Trab
Und lässt ihn kreiseln: Brausend

Jagt er ums Haus,
Wir hängen die Decken im Nu
Tiefer, baun uns im Bett ein Grab
Bevor die Steine stürzen, mindestens tausend.

Innendrin, vorm Sturm geschützt

Verbunden mit: Frau Paulchen und ihrem #Frapalymo, dem Frau Paulchens Lyrikmonat.

Der heutige Impuls war ein stürmisches Bild, hier zu finden.

Tagebuchbloggen am 5. November

Heute habe ich nichts gemacht. Immerhin waren wir gestern fleißig, vielmehr: Der Mitbewohner war fleißig, sein Zwillingsbruder ebenso und dessen Musikerfreund. Ich habe ja auch da nichts weiter gemacht. Weil aber das gestrige Nichtstun so lange gedauert hat, mussten die Katzen heute auch etwas länger auf ihr Fressen warten. Das fanden sie nicht ganz so schön, sie maulten, miezten, hüpften über Tische und Bänke und benahmen sich überhaupt fast so, als wären sie kurz vor dem Verhungern. Also völlig normal.

Bis zum Mittag habe ich ganze vier Zeilen geschrieben, ansonsten fast nichts gemacht, nur meinen Kaffee getrunken und darauf gewartet, dass der Mitbewohner mit den Flammkuchen fertig wird. Doch, gegessen habe ich selbst. Auf das gefüttert-werden habe ich lieber verzichtet.

Die Baumpilze sitzen doch auch ganz ruhig da, warum werde ich also durch die Gegend gescheucht?

Einen ganzen Tag sollte ich jedoch nicht im Haus verbringen, fand der Mitbewohner. Er lockte mich zum Auto, ließ mich einsteigen und kutschierte mit mir in die Fränkische Schweiz, nach Gößweinstein. Von dort aus wanderten wir auf einem alten Pilgerpfad bis kurz vor Pottenstein, guckten von oben auf den Ort, liefen einmal um die kleine Kapelle herum – immerhin wurde sie bereits 1725 hier gemauert und hat damit eine ältere Holzkapelle ersetzt.

Wallfahrerkapelle oberhalb von Pottenstein.

Auf dem Rückweg von Pottenstein nach Gößweinstein.

Jetzt ist es draußen dunkel, ich sitze hier vor dem Computer und tippe diese Zeilen. Weiter mache ich aber heute nichts mehr.

Wer jedoch noch gucken möchte, wie viele andere ihren heutigen Tag verbracht haben, bitte sehr: Bei Frau Brüllen sind alle Tagebuchblogger versammelt.

Hyperknall, Wanderdüne, pudelwohl #abc.etüden

„Wuff“, machte der Bernhardiner, steckte seinen Kopf in den Buggy und stupste das kleine Mädchen mit der Nase an.

„Wau-wau“, juchzte das Mädchen und patschte mit den Händen auf die Hundenase. Beide fühlten sich pudelwohl, wie es schien. Die Mutter griff jedoch entschlossen zum Halsband, zerrte den Hund vom Buggy und sah sich nach Herr- oder Frauchen um.

Siggi näherte sich mit der Geschwindigkeit einer Wanderdüne und blaffte die Frau an: „Lassen Sie den Hund los“!

„Nehmen Sie Ihren verdammten Köter gefälligst an die Leine!“, fauchte die Mutter zurück. Das Kind dagegen begann zu plärren, wollte es doch den gerade gewonnenen Freund nicht verlieren: „Wau-wau!“

Siggi hakte die Leine ein und sich selbst bei ihrem Mann: „Dass sich Menschen wegen nichts so aufregen!“

„Du hast ja wohl ’nen Hyperknall“, befreite er sich aus der Umklammerung: „Du kannst froh sein, dass der Köter nur gebellt hat!“

Verbunden mit: abc.etüden von Christiane, die drei Worte waren: Hyperknall, Wanderdüne und pudelwohl.

Gespinste #Frapalymo

Gespinste

Faden für Faden,
Masche für Masche
Wächst das Gespinst das mich einhüllt,
wie ein dichter Kokon umschließt
Gegen Kälte und Zumutungen schützt.

Die gepolsterte Sicherheit wärmt
Begegnungen prallen ab,
Nichts dringt durch.

Wann merke ich,
das wieder Frühling wird?

Verbunden mit: Frau Paulchen und dem Frapalymo, dem Frau Paulchens Lyrikmonat. Der heutige Impuls lautete: „Gespinst“.

Die erste Zeile ist für alle gleich #frapalymo

„Ich zähle die Regentropfen an den Zweigen“

bevor sie der Wind davonträgt,
sie als leichter Nebel über das Land ziehen
mich allein zurücklassen.

Sie singen von ihrer Wolkenreise
in der alles luftig und leicht fällt,
bevor sie
Erde tränken,
Pflanzen nähren,
Quellen speisen.

Mein Durst bleibt
ungestillt.

ausgedörrte Erde

Verbunden mit: Frau Paulchens Lyrik Monat (frapalymo)