Spanisches Eisen: Für die Rostparade

Nicht kleckern, klotzen: Deswegen habe ich extra für Frau Tonaris Rostparade in Spanien nach viel Rost geguckt, Kleinkram kann schließlich jeder.

In Cordoba war gleich ein ganzes Hotel rostig verpackt:

Cordoba.

Cordoba: Hotel.

In Malaga eine Wand: Oben in Grün, unten in Rost:

Malaga.

Malaga: Wand.

In Granada fand ich den Eingang zu einer seltsamen Grotte. Innendrin rauschte Wasser, also hat es irgendetwas mit Wasserversorgung zu tun, nehme ich mal an.

Granada.

Granada: Eingang zu rostiger Grotte.

Granada.

Granada: Wasserversorgung.

Und in Sevilla standen drei rostige Musiker über den Fenstern einer Bar. Dabei regnet es dort fast nie:

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ABC der Technik: #R wie retrete

Spanien.

Retrete: Die Toilette.

 

Über die Toiletten in Spanien kann ich nicht meckern. Manchmal war zwar das „Verschlussriegelchen“ so angebracht, dass ich eine Weile gebraucht habe, bis ich es fand, manchmal war die Toilette so neu, dass dieses noch fehlte, aber sauber und in Ordnung waren sie alle.

Was für eine Errungenschaft der Technik. Ob diese Wasserverschwendung sinnvoll ist, oder nicht, darüber denke ich hier mal nicht nach. Aber ich kann mich auch noch an das Plumpsklo auf dem Hof erinnern, den Nachttopf unterm Bett, das Gemeinschaftsklo auf halber Treppe (Berlin!), bis hin zu separatem Bad und Klo auf jeder Etage des Einfamilienhauses – damit keiner eine Treppe laufen muss – und extra Gäste-Klo.

Als Kind fand ich die Spinnen im Plumpsklo super eklig, oder die Toiletten in der Deutschen Reichsbahn, auch wenn ich es faszinierend fand, wie die Bahnschwellen unter dem Loch durchsausten, wenn ich mit dem Fuß auf den Hebel trat, damit sich die Klappe öffnete. Erinnert sich noch jemand daran?

Heute dagegen führen Dixie-Klos meine Hitliste der „Unbenutzbaren“ an.

Überhaupt, heute: Ein letztes Mal. Ein letztes Mal in Granada aufstehen, Kaffee trinken, Koffer packen, die Koffer und Taschen nehmen, gucken, ob nichts zurückbleibt, den Schlüssel in der Zimmertür stecken lassen und die Haustür von außen zuziehen, zum Bus gehen, ein letztes Mal auf den kleinen Bus warten, der Bus, der immer so eng um die Kurven fuhr, dass gerade noch eine Handbreit Platz war, einsteigen, vom Albaicin nach unten fahren, aussteigen, vom Busfahrer noch ein „hasta luego“ hinterhergerufen bekommen, auf die andere Straßenseite gehen, auf den nächsten Bus warten, ein Pärchen will einsteigen, der Mann fragt etwas, wird vom Busfahrer unwirsch abgewiesen, beide steigen wieder aus, fahren, eine Haltestelle vorm nächsten Umsteigen flitzt der Busfahrer aus seinem Kabäuschen vorne raus, auf’s Klo, flachst mit seinem Kollegen, der vor dem Klo wartet, als er wieder rauskommt, eine alte Frau ist ausgestiegen, der alte Mann, der neben ihr saß, hat sich nach vorne gesetzt, auf einen der extra-breiten Plätze, auf dem er jetzt wie ein Kind wirkt, klein und schmal, der Bus fährt weiter, biegt um die Ecke, hält, wir steigen aus – und auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite fährt der Bus in die Haltestelle ein, den wir eigentlich bräuchten, doch die Ampel ist rot, schnell rüberflitzen geht nicht, da kommen Autos, selbst am Sonntag, und der andere Bus fährt los, und ist weg und wir müssen warten bis der nächste kommt.

Hätte der Hund nicht gesch…en, hätte er den Hasen gehabt.

Ich setze mich, eine ältere Frau kommt, stellt ihre fahrbare Einkaufstasche dorthin, wo der Bus halten wird, so dass sie gleich einsteigen kann, setzt sich neben mich, grüßt, sagt etwas, ich lächele, nach einer Weile fährt der Bus, den wir brauchen, auf der anderen Straßenseite, die Frau sagt wieder etwas, der Mitreisende sagt, dass sie gesagt hat, dass der Bus nur noch ein kleines Stück fährt, dann wendet und zurückkommt.

Wir fahren zum Busbahnhof, frühstücken, setzen uns in den Bus und fahren in zweieinhalb Stunden von Granada nach Sevilla. Zurück auf Los, gewissermaßen. Da wir für die letzten zwei Nächte in Spanien das gleiche Quartier wie zu Beginn der Reise haben, fühlt sich das schon wie ein „Wieder-zu-Hause-sein“ an, wir wissen, wo der Supermercado ist, der auch Sonntags offen ist, wir wissen, wo die nächste Tapas-Bar ist.

Es ist heiß. Und ich dachte, ich hätte mich an die Hitze längst gewöhnt.

Der obere Teil ist mein Beitrag zu Juttas ABC der Technik, Klick auf den Link führt zu den anderen Teilnehmern.

Tagebuchbloggen am 5. August: Sevilla

Sevilla

Frühstück in Sevilla.

Für meine Verhältnisse stand ich heute relativ spät auf. Allerdings war die Nacht – so viel Jammern auf hohem Niveau darf sein – einfach heiß. Der Miefquirl lief, damit die Luft wenigstens etwas bewegt wurde, das Fenster stand weit offen, die Tür ebenfalls. Das machte auch nichts, wir hatten hier in Sevilla ein Haus für uns ganz alleine, obwohl wir eigentlich nur ein Zimmer brauchten. Außer uns war schließlich niemand so blöd, und guckt sich im August Sevilla an. Doch, ein paar Touristen waren trotzdem da und drängelten sich überall mit aufs Bild, wenn ich nicht aufgepasst habe.

Sevilla.

Sevilla. Innenstadt.

Da ich die Pflicht in Sevilla: Alcazar, Kathedrale und so weiter schon absolviert hatte, blieb mir die Kür: Heute war Bummeln in kleinen Gässchen angesagt. Die gab es im ehemaligen Judenviertel, das allerdings schon lange keines mehr ist. Eng war es. Da die Häuser so dicht standen, dass die Sonne nicht bis nach unten schien, blieb es relativ schattig und kühl. Früher musste hier nur ein Esel mit zwei Wasserfässern durchpassen – mit Autos hat damals noch niemand gerechnet.

Sevilla.

Sevilla. Enge Straßen.

Unterwegs waren die meisten zu Fuß. Davon dürfte der größte Teil Touristen sein, so wie ich. Die Spanier fuhren mit Rollern, Motorrädern oder Fahrrädern. Unterwegs gab es immer was zu gucken, auch wenn ich weder ein Kleid, noch einen Fächer oder eine Tasse gekauft habe.

Sevilla.

Sevilla. Andenkenladen.

Sevilla.

Sevilla. Zwei Säulen aus römischen Zeiten.

An einem Platz standen diese beiden Säulen. Die haben die Römer einmal hier aufgestellt – und vergessen, sie beim Abzug wieder einzusammeln.

Sevilla.

Sevilla. Gazpacho und Kaffee.

Es war mittags: Zeit für einen heißen Kaffee und eine kalte Gazpacho. Gleich neben den Säulen gab es die kleine Leckerei, die bei dieser Temperatur durchaus als Essen durchging.

Sevilla.

Sevilla.

Ein Stückchen weiter waren kaum Menschen in den Straßen unterwegs, dafür aber die Jalousien hübsch verziert. Mittags haben die Läden übrigens fast alle zu – und machen erst abends wieder auf.

Sevilla.

Sevilla.

Dort, wo die Straßen wieder breiter waren, spendete Stoff den nötigen Schatten und ich schlich zurück zur Unterkunft. Vielleicht gehe ich noch einmal los, wenn es später etwas kühler wird. Lasst euch überraschen.

Irgendwann war einfach Appetit auf Tapas da. Eben mal so. Aber das ist in Sevilla überhaupt kein Problem.

Sevilla.

Sevilla. Tapas Bar.

Und der Rückweg zeigte, dass immer noch einiges los war. Noch nicht mal die Pferdchen vor den Kutschen hinter der Kathedrale hatten Feierabend.

Sevilla

Sevilla. Hinter der Kathedrale.

Und auf dem Platz war auch noch eine Menge los.

Sevilla

Sevilla. Hinter der Kathedrale.

Aber mir reichte es für heute. Morgen ist auch noch ein Tag, da geht es weiter, mit dem Zug nach Cordoba. Die rechte Tür von den beiden, das ist die Richtige für diese Nacht.

Sevilla

Sevilla.

 

Das ist mein Beitrag zum „WMDEDGT“ aka: Was machst du eigentlich den ganzen Tag. Frau Brüllen fragt das einmal im Monat, immer am 5., und ich mach da einfach mit.

I see faces: Radfahren in Sevilla

Sevilla

Radfahren in Sevilla

Ganz unauffällig sind diese kleinen Knöpfchen in der Straße, fast nicht zu sehen. Und doch markieren sie die Radwege in der Fußgängerzone. Es gibt viele Passanten, die nicht darauf achten, vermutlich, weil sie so unauffällig sind. Das macht aber hier nichts. Hier kurvt der Radfahrer dann eben ganz entspannt um die Fußgänger auf dem Radweg herum. Vielleicht ist es aber auch einfach nur zu heiß, um hitziger zu reagieren. Es wird noch nicht einmal laut geklingelt…

Das ist mein Gesicht in diesem Monat für Rosenruthie. Zwar kommt es ein bisschen verspätet, doch das ist von unterwegs alles gar nicht so einfach zu finden.

ABC der Technik: #P wie Puente

Sevilla

Puente de Isabel II

Ich bin in Spanien, also suchte ich unterwegs nach spanischer Technik. Das schien mir zunächst gar nicht so einfach, schließlich kann ich kein Spanisch.

Als jedoch endlich das Schild groß genug war, dass selbst ich es nicht mehr übersehen konnte, fiel es mir auch auf: Puente. Das muss Brücke heißen, schließlich war ich ja gerade an das andere Ufer des Guadalquivir gelaufen. Von hier aus segelte einst Kolumbus los und dachte, er kommt nach Indien. Aber da hat er sich geirrt, wie wir heute alle wissen. Hätte er mal sein Navi mitgenommen, dann wäre das nicht passiert. Oder?

Siehe da: So sieht die Brücke also von unten aus. Erbaut wurde sie etwa um 1850, von französischen Architekten. Eisenringe sind untendrunter und tragen einen Teil zur Versteifung bei. Laut Wikipedia ruht die Brücke auf der linken Seite auf den Überresten einer Festung, die einst der Inquisition als Hauptquartier diente. Unschöne Zeiten waren das damals, nehme ich an.

Sevilla

Puente de Isabel II

Das ist heute mein Beitrag zu Juttas ABC der Technik, mit dem Buchstaben P.

Tierisches in Sevilla

Sevilla

Sevilla.

Hinter der Stierkampfarena gibt es eine Tapas-Bar. Die Tapas sind wirklich sehr lecker, sowohl die gegrillten Paprikas mit Thunfisch, als auch die kleinen Kartoffelpuffer mit Krabben. Spinat mit Kichererbsen waren schon alle, aber noch bin ich eine Weile hier. Vielleicht probiere ich die noch. Ob die Stierköpfe an den Wänden wirklich von den Kampfstieren aus der Arena stammen, kann ich nicht sagen. Ich kann kein Spanisch – und somit auch nicht lesen, was auf den Plaketten unter den Köpfen steht.

Sevilla

Sevilla: Polizei zu Pferde.

Die Polizei ritt gemächlich auf Pferden durch die Stadt. Und wartete sogar an der Fußgängerampel ganz vorbildlich, bis grün war.

Sevilla

Sevilla: Tauben füttern im Park.

Im Parque de Maria Luisa lässt es sich selbst in der Mittagshitze gut aushalten: Überall sind schattige Plätzchen, Brunnen, Teiche, Fontänen… Ich saß gerade im Schatten, an einem viereckigen Teich mit Enteninsel in der Mitte, als es gurrte. Der alte Mann kam an, mit etlichen Plastiktüten in der Hand. Die Tauben kannten ihn schon, sie scharten sich sofort um ihn, flogen auf seinen Hut, auf die Hände, Schultern, Arme. Manchmal setzte er eine Taube vorsichtig von der Hand auf die Schulter, griff wieder in die Tasche und streute seine Krumen.

Impressionen: Sevilla am Sonntag

Sevilla

Sevilla Metropol Parasol.

Noch kurz vom Samstag abend: Ein gewaltiger Sonnenschirm ist der Metropol Parasol, ganz aus Holz und Stahl gebaut. Dort trafen sich Jungs, nutzten die Schrägen vor den Stützen mit ihren Rädern.

Sevilla

Restaurants in der Innenstadt

Einige Restaurants und Bars sprühten Nebel, ich nehme mal an, zur Abkühlung. Warm war es immer noch.

Sevilla

Sevilla .

Illuminierte Häuser in der einbrechenden Dunkelheit.

Sevilla

Sevilla. Flamenco.

Neben der Kathedrale: Flamenco. Ein paar Touristen blieben stehen und guckten.

Sevilla Alcazar

Sevilla Alcazar.

Schlange vor dem Eingang zum Alcazar, im Hintergrund links ist die große Kathedrale von Sevilla.

Sevilla.

Sevilla. Touristen.

Wären am Sonntag mittag keine Touristen unterwegs, wäre die Stadt wohl ziemlich leer. Das liegt sicherlich auch daran, dass es jetzt August ist – und heiß.

 

Impressionen von unterwegs: Sevilla, 1. Tag

Flughafen Frankfurt: Startbahn West

Flughafen Frankfurt: Startbahn West

 

Von Nürnberg nach Frankfurt, und dann: Abflug über die Startbahn West.

Sevilla

Sevilla

 

Bis zur Unterkunft ist es nicht weit, aber heiß. Außerdem ist Zeit genug, hin und wieder ein Päuschen zu machen und zu gucken. An dieser Kreuzung warten Pferde, vor eine Kutsche gespannt. Einer der Kutscher spritzt die Straße nass, vielleicht wird den Tieren dann kühler?

Sevilla

Sevilla

Auf jeden Fall wird das Pferdchen gut geputzt, damit es auch gut aussieht, wenn es gebraucht wird.

Sevilla

Sevilla

Und noch jemand hat etwas davon, dass das Wasser über die Straße läuft.