Alles für die Katz #104


Sie ist selbstständig, macht, was ihr gefällt und ist doch manchmal so anhänglich, dass ich manchmal meinen könnte, ich hätte einen Hund in Katzengestalt.

 

 

 

 

 

 

 

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. des Monats machen. (Momentan habe ich mich dazu entschlossen, dass es „Alles für die Katz“ nur noch einmal im Monat gibt, jeweils am 1.)

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

Geräteschuppen, kupferfarben, feiern: #abc.etüden

In kupferfarbenen Nächten
befreien sich lang gehegte Träume
von den Spinnweben,
in denen sie sich lange gehüllt darauf gewartet haben,
dass ihre Zeit kommt.
Geduldig bleiben sie als Schatten im Geräteschuppen,
dort, wo all das abgelegt wird,
was sich der Geschwindigkeit in den Weg stellt,
Stromlinien zum Strudeln bringt,
Widerstand bietet.
Sie hängen an den ungenutzten Haken,
feiern so lange für sich alleine,
bis sie aus den Fäden entwirrt
klar sichtbar werden.
Manche von ihnen sind heimliche Wünsche der Kinder
aus einer Zeit,
in der selbst Wünschen nicht geholfen hat
aus einer Zeit,
in der klare Takte den Rhythmus bestimmen,
Improvisationen und Koloraturen kein Ohr finden.

 

 

 

 

 

 

 

Es sind die Wünsche,
die von anderen verlacht,
sich verkriechen, so lange,
bis sie fast vergessen sind.
Scheint in stillen Nächten der Mond,
kreisen Fledermäuse um den Lichthof
der Straßenlampen. Insekten, die das künstliche Licht
für die Offenbarung halten, werden
Beute nächtlicher Räuber.
Hoffen wir,
dass ebenjene Träume aus der Freiheit der kupferfarbenen Nächte
fliegen können und dass ihr Weg
nicht im Netz
kühler Berechnung sein klebriges Ende findet.

Die Wörter für die Textwochen 24/25 des Schreibjahres 2020 spendierte Susanne vom Blog books2cats:

Geräteschuppen
kupferfarben
feiern.

Diese 3 Begriffe sind in maximal 300 Wörtern unterzubringen. Bitte sehr. Wer die anderen Etüden lesen möchte: Hier geht es zu Christiane und ihrem Blog.

 

Tagebuchbloggen am 5. Mai

Jetzt sitze ich hier, der Tag ist noch nicht ganz vorbei und die freundliche Blognachbarin will wissen, was ich den ganzen Tag lang so gemacht habe, oder in kurz: WMDEDGT.

Ja, was mache ich den ganzen Tag? Hätte meine Mutter diese Frage gestellt, wäre sie eher rhetorisch, die Antwort ein schlichtes „Nichts“. Irgendwie fühlt sich der Tag auch so an, es scheint, als hätte ich nichts gemacht, oder wenigstens fast nichts, habe ich mich doch fast nicht von Tastatur und Bildschirm wegbewegt.

Das Fenster ist gekippt, so kommt Luft in den Raum und ich kann das Gezeter der Elstern hören. Sie beschweren sich, weil sie nicht die einzigen sind, die im Kirschbaum hoch oben räubern, dabei sind die Früchte noch gar nicht richtig reif. Kriegen sie halt Bauchweh, was geht es mich an. Ich schreibe Protokoll, ein Skript, einen nächsten Text, antworte auf Mails, verschicke welche, in den Pausen zwischendrin inspiziere ich den Kühlschrank, schäle Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln und Kohlrabi, schneide alles in Würfel und schubse die Stücke vom Brett in die schwere Pfanne. Schmoren kann das Essen alleine, ich gehe zurück zum Computer, schreibe noch ein wenig weiter, dann gibt es etwas zu essen und mir ist nach Pause.

Katz liegt auf der Jacke. Da kannste nix machen…

Weil der Mitbewohner am Internet basteln möchte, ist Eile statt Pause angesagt, doch pünktlich zum Kaffee bin ich fertig. Puh. Will zwei Reihen stricken, doch die Katz gibt nicht nach, bleibt liegen und ich lasse es. Fahre statt dessen zur Goldschmiedin, die jetzt wieder offen hat und bringe Schmuckstücke zum Reparieren. Die Ohrringe für das Kind sind ebenfalls fertig, und, was soll ich sagen, grinst mich doch eine Kette so unverschämt an, ja, jetzt ist sie bei mir.

Schnell einkaufen, ich brauche Jogurt und Milch, flitze durch die Gänge, brauche nicht lange an der Kasse zu warten, doch als ich dort alles zurück in den Wagen packe, fehlt der Autoschlüssel. Wo, zum Kuckuck, hat er sich versteckt? Die Kassiererin rückt meinen Einkaufswagen an ihre Seite, passt auf und ich gehe zügig durch den Laden, immer mit einem Blick auf Regale und Kühltruhen, dort entlang, wo ich gerade eben gegangen, doch zu finden war nichts. Ich gehe an den Kassen vorbei, nach draußen, über den Parkplatz zum Auto und siehe da, er steckt im Zündschloss. Super. Mein erstes Mal, gewissermaßen.

Zurück nach Hause, den Einkauf verräumen und eine Brotzeit richten, die Blumen gießen, weil es nur außen regnet, nicht im Haus. Jetzt sitze ich hier, immer noch und fühle mich, als hätte ich den ganzen Tag nichts gemacht, nur hier auf dem Stuhl gesessen und Tasten auf der Tastatur gedrückt. Nichts, was bleibt, gewissermaßen, nichts war vorzeigbar, schau her, das habe ich gemacht, ganz allein mit meinen Händen.

Da schickt das Kind ein Foto, mit neuen Socken an den Füßen, es freut sich und findet, ich solle die Katz doch mit Speck von der Jacke locken, dann könne ich weiterstricken, sie braucht diese bald.

So habe ich doch noch was geschafft, was Bleibendes, etwas, das getragen wird, Socken, bei denen es sich lohnt, Löcher zu stopfen und nein, die Löcher da vorne, die müssen so. Ganz genau so.

Wer jetzt von anderen den Tag nachlesen möchte, bitte sehr, hier entlang: Frau Brüllen.

Ach und, bevor ich es vergesse: Ich schrieb einen Text, schickte ihn ab und bekam vor zwei Wochen die Nachricht: Er ist im Finale – und damit ich auch, stehe also am 20. Juni auf der Bühne im Irrhain und lese. Wer nach Kraftshof bei Nürnberg kommen mag, sei herzlich Willkommen. Es kostet auch keinerlei Eintritt.

Monatsmomente im Mai

Sich zu erinnern was war, lässt die Momente noch einmal strahlen. Ein Augenblick ist so schnell vorbei, wird abgelöst vom nächsten und immer wieder folgt ein anderer. Ich lasse den Mai noch einmal an mir vorüberziehen, diesen Frühlingsmonat, der seit zwei Jahren auch einen dunklen Tag hat.

Es ist eine schöne Idee von Große Köpfe, und wer mag, kann dort in vielen weiteren schönen Momenten stöbern gehen.


Wir sind beim Schmied, hören Geschichten und sinnieren darüber, was der Wert von Dingen ist, warum so vieles nicht repariert, sondern weggeworfen wird. Was würden Schuhe heute kosten, wären sie über dem Leisten handgefertigt und die Sohlen benagelt?

Was würde Kleidung kosten, wäre das Garn handversponnen, gewebt, genäht, wie viel davon wäre im Schrank?

Was würde Fleisch kosten, wären die Tiere noch in Herden unterwegs – und nicht in Ställen zusammengepfercht?

Ach. Aber dann könnten sich nicht mehr alle jeden Tag Fleisch leisten und jedes Jahr fünf Paar Schuhe kaufen…

Eine vor längerer Zeit geäußerte Idee der Redaktion wird Wirklichkeit. Ich habe ab jetzt eine wöchentliche Kochkolumne in der Nürnberger Zeitung. Es macht Spaß, zu kochen, darüber zu sinnieren, es ist fast wie bloggen, nur eben in der Zeitung.

Als die Nachbarn ankündigen, dass sie jetzt den Saibling nachkochen, muss ich trotzdem erstmal nachlesen, ob sich auch wirklich kein Fehler ins Rezept geschlichen hat. Was weiß ich denn, was so Buchstaben unbeaufsichtigt machen.

Die Visitenkarten zum Blog sind da. Fabienne hat den Header entsprechend angepasst, sie drucken lassen, alles überprüft und schließlich zu mir geschickt. Sie sind so wunderbar seidig, ich könnte den ganzen Tag drüberstreicheln.

Inzwischen sind vier Beiträge auf dem Blog Schreibreise zu lesen, sicher werden es noch mehr, aber es dauert halt alles so seine Zeit.

Auch der andere Blog, auf dem ich 111 Sachen in Franken machen will, bekommt ein neues Headerbild: 111-Sachen-in-Franken-machen.

 

Wir neigen uns zu den kleinen Maiglöckchen und müssen den Kopf weit in den Nacken legen, so hoch wie das Windrad über den Wipfeln steht.

 

 

 

 

 

 

 

Zum Wettbewerb des Pegnesischen Blumenordens habe ich einen Text eingeschickt, eine Freundin liest ihn, er gefällt ihr und sie hofft, dass er Gefallen findet – und, was soll ich sagen, vor zehn Tagen kam die Mail: Ich darf meinen Text am 20. Juni im Irrhain lesen. Jury und Publikum entscheiden dann, wer von den fünf Finalisten schließlich den Blumentopf bekommt.

 

Wir laufen auf dem Sibylle-Weis-Weg und Ende Mai fahren wir noch früh am Morgen zur Abtei Maria Frieden, dort wird eine Messe gelesen. Ob es hilft? Wir wissen es nicht.

Wir frühstücken dort und unterhalten uns mit der Äbtissin.

Prager Schnitzel für Nikolai.

 

Am letzten Maitag fahre ich erst nach Nürnberg, treffe mich, wir fahren weiter nach Hersbruck, gehen ins Hirtenmuseum und anschließend auf eine Tour. Schön wars. Der Juni kann kommen.

Alles für die Katz #103

Katz auf Stuhl unter Glastisch

Manchmal muss ich genau hinschauen, wenn ich sehen will, wo die Katzmatz liegt. Es gibt Tage, da imitiert sie ein Sofakissen und ist empört, wenn ich mich auf sie setzen will, es gibt aber auch Tage, da legt sie sich ganz unauffällig auf den Stuhl, der mit seiner Sitzfläche unter den Tisch geschoben sie verbirgt.

Hören ihre stets gespitzten Ohren jedoch einen Laut, der für sie untrennbar mit Futter assoziiert wird, ist sie da. Schnell da. Selbst dann, wenn sie – da ich doch nichts für sie habe – leer ausgeht. Enttäuschung auf kätzisch gewissermaßen.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. des Monats machen. (Momentan habe ich mich dazu entschlossen, dass es „Alles für die Katz“ nur noch einmal im Monat gibt, jeweils am 1.)

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

 

AugenBlicke #2

Im Traum jage ich einer Idee hinterher, doch es reicht nicht, sie ins Wachsein zu ziehen. Der Kaffee ist schneller, im Wachen verziehen sich halbdunkle Gedanken lieber, bleiben einzeln für sich, wollen nicht ans Licht. Dabei weiß ich noch nicht einmal, ob nur die Zeit für den Traum zu knapp oder die Gedanken ohnehin von der Sorte, die nur schwer zu fassen sind. Ich gehe raus, in das, was heute Natur genannt, doch von Menschen bearbeitet, kultiviert wurde. Dort bin ich Teil von allem, bin auch Leben, keine Kunst.

Im Wald ist Werden und Vergehen gleichermaßen vereint, die Bäume werden grüner, das alte Laub zu ihren Füßen gleicht mit jedem Tag dem Erdboden ein wenig mehr, sinkt in diesen ein, verwächst, wandelt sich.

Erinnert sich noch jemand an den Sonntagsspaziergang? In Werktags geschonter Sonntagskleidung waren Eltern und Kinder unterwegs, die einen an der Hand der anderen, zugehörig, festgehalten, Gelegenheit, bei Sonnenschein den guten Rock, die gebügelte Hose herauszuziehen, mit Sitte und Anstand zu gehen, durchs Dorf, am Dorfrand entlang: nicht rennen, schon gar nicht hinfallen, nicht im Dreck spielen, nicht schmutzig werden. Der ganze Weg ein einziges Passauf und wer sich nicht fügen wollte, wurde an die große Hand genommen, aus der es kein Entrinnen gab, der Zugriff fest, die kleine Hand umschlossen.

 

AugenBlicke #1

Habe gestern den Tag zu ungeduldig begonnen, mit dem Kaffee in der Hand geplant und in den Ideen und Möglichkeiten von weit weg zu lieber näher dran gewechselt. Welcher Weg wäre demnach am Vatertag, am Männertag, an Christi Himmelfahrt besser geeignet, als der, der an eine Seherin erinnert: Vor mehr als 700 Jahren sagte Sybilla Weis voraus, dass Frauen einst Hosen tragen und große Maschinen durch die Luft fliegen werden.

Ob es stimmt? Keine Ahnung. Wer hätte denn geglaubt, was heute gilt? Kein Denken im Futur II, sehe ich doch oft noch nicht einmal das, was gegenwärtig ist. Weit vor den Windrädern warnten Schilder vor „Eisschlag“, ein leises Surren hängt in der Luft. Doch es ist kein Wespenschwarm, es ist das Summen der Energie, die Produktion von Elektronen durch Drehung. In unregelmäßigen Abständen knackt es laut, wie ein Knall, von der Sonne erhitzt dehnt sich das Material in zugewiesenen Toleranzen und baut Spannungen ab.
Die Flügel rotieren in der Mailuft, Wolkenhochdrüber und die kleine Tür ist der Eingang zu einem sehr sauberen und abgezirkelten Reich. Gedreht vom Wind, rundum, immer um die Nabe, hier oben weht mindestens ein Lüftchen, wird es zum Sturm, krallen sich die Bäume rundum mit ihren Wurzeln fest, halten die Erde, halten sich in der Erde. Dem Windrad bleibt dieser Widerstand nicht, es steht statisch, muss sich auf errechnete Zahlen verlassen. Stimmen diese mit der Wirklichkeit überein, hält es stand, wenn nicht, liegen 7.000 Tonnen Schrott im Wald.

 

Tagebuchbloggen am 5. Mai

Da die Katz so gemütlich auf der Bettdecke lag, blieb ich noch ein paar Minuten liegen, ich meine, ich komme ohnehin früh genug zu spät und da ich momentan nur wenig verpassen kann, ist es völlig egal, ob ich meinen Kaffee zehn Minuten früher oder später trinke. Dafür schmeckt er aber, neuer Kaffeekanne sei Dank.

Ich habe mich lange und beharrlich geweigert, doch Corona hat mich überstimmt: Wer gelegentlich mitliest, weiß, dass ich in Nürnberg Pekip-Kurse gebe. Die Ausbildung habe ich vor gut zwanzig Jahren gemacht und es ist eine schöne Abwechslung zu meiner sonstigen Arbeit, bei der ich doch gelegentlich recht einsam vor dem Computer sitze und die Buchstaben auf der Tastatur in einer Reihenfolge tippe, dass auf dem Bildschirm sinn- (ja, jetzt wollte ich eigentlich -freie Texte, aber nunja) -volle Texte entstehen.

Als Coronaseidank diese Kurse nicht mehr stattfinden konnten, habe ich die noch ausstehenden Termine online umgestellt. Ich wollte sie ordentlich abschließen, den Müttern noch Gelegenheit zum Austausch und zu Fragen geben, ein paar Spielanregungen vorstellen, na, und so weiter. Obwohl dann die Kurse zu Ende waren, blieben manche Mütter, wir trafen uns weiter an einem Termin online, schwätzten, hielten den Kontakt, auch wenn das, was da stattfand, mit Pekip nicht viel Ähnlichkeit hat.

Während der Pekip-Stunde sind wir in einem muckelig warmem Raum, die Babys sind nackt, die Mütter in Shirts und leichten Hosen. Die Kinder haben hier Gelegenheit, sich selbst, ihre Umgebung und die anderen Babys spielerisch zu entdecken, während die Mütter zusehen, sie begleiten und sie die eine oder andere Anregung ausprobieren lassen, mit denen sie ihre Bewegung und Sinne, ja, trainieren ist irgendwie nicht ganz richtig, aber die Kinder nehmen die Anregungen in der Regel gerne an und probieren vieles aus und die Mütter lernen, genau hinzusehen.

Jetzt sehe ich alle nur auf dem Bildschirm, genau genommen, fast nur die Mütter. Sie haben immer noch den Wunsch, sich wenigstens virtuell zu treffen und auszutauschen. Die Babys sind auf dem Schoß, liegen auf dem Boden, ja, manche schlafen sogar. Weil die analogen anderthalb Stunden einfach zu lang sind, treffen wir uns eine Stunde online. Da bleibt genügend Zeit zum Schwätzen, zum Erzählen, zum Austausch darüber, welcher Trinklernbecher oder welches Lätzchenmodell beispielsweise sinnvoll ist. Die Mütter berichten, was die Kinder interessiert, mit was sie sich lange beschäftigen und was schnell wieder uninteressant ist, ganz so, wie in der richtigen Pekip-Zeit.

Ich gebe jeweils passende Anregungen, versuche sie mit der Puppe über Video zu zeigen, schreibe sie anschließend auf und verschicke alles per Mail: Dann können alle in Ruhe nachlesen und zu Hause ausprobieren. Keiner verpasst etwas, selbst dann nicht, wenn das Kind gerade mehr Aufmerksamkeit fordert. Noch eine Liederrunde, fast wie im richtigen Kurs, jedoch: Weil das mit der Technik anders nicht funktioniert, schalten sich die Mütter stumm. Ich singe und jede singt für sich mit oder auch nicht. Ich kann es ja nicht hören, ich singe eben alleine und sehe nur, wie manche mitmachen und ihre Lippen bewegen. Glücklicherweise ist der Mitbewohner dann anderswo unterwegs und hört mich nicht.

Zum Mittag haben wir Schupfnudeln, die der Mitbewohner als echter Franke schon wieder ganz anders bezeichnet. Doch das ist mir egal, Schupfnudel bleibt Schupfnudel. Basta. Oder?

Nach dem Mittag schreibe ich noch einen Beitrag: In einer Gemeinde soll eine Fläche mit drei Mehrfamilienhäusern bebaut werden, sozialer Wohnungsbau, da regt sich Widerstand und plötzlich sind drei alte Obstbäume am Ende ihres Lebens ein wertvolles Biotop. Ich telefoniere daher mit dem Bürgermeister und lese, was die Bürgerinitiative per Mail mitgeteilt hat. Leider hat der Verfasser keine Telefonnummer angegeben und da er nicht im Telefonbuch verzeichnet ist, muss ich auf ein Telefonat mit ihm verzichten und mich mit der Mitteilung begnügen. Schade eigentlich.

(Der eigentliche Grund ist jedoch ein ganz anderer, wie so oft in dieser Welt sind auch die drei alten Obstbäume nur das ökologische Feigenblatt. Aber das gehört hier nun wirklich nicht hin.)

Jedenfalls ist alles irgendwann geschafft und ich kann mich zurücklehnen. Heute abend jedenfalls. Vielleicht stricke ich am zweiten Socken weiter, da muss ich mich beeilen, schließlich soll dieser fertig werden, bevor die Wolle alle ist. Resteverwertung kann heißen, dass zwei Socken schlussendlich unterschiedliche Spitzen kriegen. Kann sein, mal sehen.

Daher wünsche ich allen einen schönen Abend. Wer wissen will, was alle anderen so den ganzen Tag lang gemacht haben, der schaut einfach bei der freundlichen Blognachbarin vorbei. Die fragt jeden Monatsfünften immer wieder: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Alles für die Katz #102

Seit die Schmusekatze nicht mehr bei uns ist, hat Peri ihren Platz eingenommen.

Sich Stück für Stück an mich herangerobbt: Sobald ich irgendwo sitze, kommt sie, legt sich dazu, meistens neben mich und noch selten auf mich. Hier sitzt sie auf mir, ich sitze Strümpfe strickend auf dem Sofa.

Sie ist deutlich entspannter geworden, und die Schwanzspitze zappelt nicht mehr so sehr.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. des Monats machen. (Momentan habe ich mich dazu entschlossen, dass es „Alles für die Katz“ nur noch einmal im Monat gibt, jeweils am 1.)

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

Monatsmomente

Dreißig gute Momente im Monat finden, schlug die Blognachbarin mit den großen Köpfen (Link) vor. Hätte ich das eher gewusst, hätte ich besser darauf geachtet, nicht wahr.

Trotzdem finde ich: Eine zunehmend verschmustere Katze, immer grüneres Gras vor dem Haus und die ersten Frösche im Weiher. Allen Sonnenstrahlen zum Trotz regnet es ausgerechnet an dem Tag, an dem die Hexen ihren Ausflug geplant, doch die Besen fliegen bei Nässe nicht. Hoffentlich tragen alle dichtes Schuhwerk, schließlich sind nicht alle Brennnesseln in der Suppe gelandet.

Eine halbe Stunde mit einem interessierten Gegenüber wandelte gewusste Banalitäten in erstaunliche Erkenntnisse. Der Versuch, längst bekannte Tipps in Wirklichkeit zu wandeln, bringt Klarheit. Muss wirklich erst jemand anders sagen, was ich doch selbst weiß? Es funktioniert besser, tatsächlich. Seltsam.

Erinnerungen sind so eine Sache, gelegentlich nicht farbecht, wirken sie bei Licht und mit Abstand betrachtet an manchen Stellen fadenscheinig. Vielleicht waren sie inhaltsschwer, vielleicht nicht und haben hinter meinem Rücken einigen Schabernack getrieben. Im Nachhinein Bedeutung einzuflechten ist leicht, diese im Verlauf bereits zu sehen, nun, leider habe ich keine Glaskugel.

Mit der Zeit wirken die Nachrichten wie abgestandener Tee, fehlen mir die Proportionen, lassen sich die täglich steigenden Zahlen nur schwer verorten. Solange niemand aus meiner direkten Nähe betroffen scheint, bleibt vieles fern, zum Glück.

Ja, Glück. Wo hat es sich versteckt? Welch ein Zufall, dass ich hier geboren, welch ein Glück, hier zu leben, selbst zu entscheiden, welchen Traum ich aus der unteren Schublade hole. Sind keine Mottenlöcher drin, kann ich ihn schütteln, aufbauschen, bis er in Form ist und sich erstaunlich handfest und präsentabel erweist. Eine beiläufige Bemerkung, bereits jahrealt, findet ab nächster Woche ihren Platz und wird einmal wöchentlich zu Text und Bild in regionaler Zeitung.

Seltsam. Noch lasse ich das Licht lieber gedimmt, sicherheitshalber, die Notbeleuchtung zeigt auch im Dunkeln den Weg. Obwohl ich fest in den Händen der Kamera bin, wage ich gelegentlich einen Schritt nach vorne, bleibe trotzdem auf dem Sprung zurück.

Das soll für den April genügen. Er war sonnig, wenig wechselhaft, mit ausreichend Lachen und einer üppigen Blüte.