12 Bilder vom 12. August

Sieben Jahre, sagt der Mitbewohner, der eher ein Faible fĂŒr Zahlen hat und bei entgegenkommenden Autos das Nummernschild und nicht den Fahrer registriert. Vor sieben Jahren haben wir uns in echt kennengelernt. Wie die Geschichte vorher so ablief, nun, wer es noch nicht weiß, kann das hier (link) nachlesen.

Auf dem Weg von Hessen nach Franken geht es ein kleines StĂŒck durch ThĂŒringen

Vor sechs Jahren bin ich dann nach Franken gezogen, schließlich hatte der Mitbewohner versprochen, dass er mir seine Heimat ausfĂŒhrlich zeigt. Dass er davon dann vieles selbst noch nicht kannte, nun, da ging es ihm wie vielen anderen gebĂŒrtigen Franken. Inzwischen haben wir schon ziemlich viel erlebt und besichtigt, es bleibt jedoch immer noch vieles, was wir hier gerne sehen wollen.

Damals, also vor sechs Jahren, da hĂ€tte ich den FettnĂ€pfchenfĂŒhrer Bayern von Nadine Luck gut brauchen können. Das fing schon bei der Uhrzeit an: WĂ€hrend ich zu denjenigen gehöre, fĂŒr die Viertel vor sechs oder Viertel nach sieben eine eindeutige Angabe ist, bevorzugte der Mitbewohner das hier gerne genutzte dreiviertel fĂŒnf, das dann selbstverstĂ€ndlich nicht 17 Uhr 45 ist, sondern viertel vor fĂŒnf. Zum GlĂŒck haben wir uns nicht oft verpasst, sondern waren eher gemeinsam unterwegs. Dass sĂŒdlich der Mainlinie die Franken nicht als Bayern bezeichnet werden wollen, nun, das war mir bisher völlig entgangen.

Nadine Luck: „Der FettnĂ€pfchenfĂŒhrer Bayern: Die Mass aller Dinge“

Vielleicht lag es auch daran, dass ich bisher hier nur Urlaub gemacht habe, ich meine, da geht es um Erholung und nicht um Integration. Dass die Menschen hier lustige Namen fĂŒreinander haben, war mir schnell klar: Möchte ich, dass der Mitbewohner etwas macht, nenne ich ihn einfach: „Machma“, und wenn er mich auf etwas hinweist, sagt er. „Desdo“ zu mir. SelbstverstĂ€ndlich sind die FettnĂ€pfchen im Land der Franken und Bayern durchaus dicht gesĂ€t, passe ich nicht auf, tappe ich prompt hinein. Aber das macht nichts, dafĂŒr gibt es eine große Dose „Fett-Weg“, dem Zaubermittel fĂŒr Fettfleckenentfernung. Im „FettnĂ€pfchenfĂŒhrer Bayern – Die Mass aller Dinge“ lĂ€sst der westdeutsche Jochen aus Wuppertal kaum eines der bereitwillig parat stehenden FettnĂ€pfchen aus. Anhand der Geschichte von Jochen und seiner Magdalena aus Niederbayern erklĂ€rt Nadine Luck sĂ€mtliche Fallen, die einem potentiellen Neubayern so begegnen können. Das Buch liest sich sĂŒffig, ganz wie ein Prosecco am lauen Nachmittag. VergnĂŒgtes Kichern inbegriffen.

Mitten in Bamberg soll es GĂ€rten geben. Wir suchen noch.

Weil die Lieblingshausziege demnÀchst in ihre eigenen vier WÀnde zieht, kramt sie alles zusammen, was sie so brauchen kann. Daher beeile ich mich, schreibe einen Text fertig und wir fahren nach Bamberg. Die in der Innenstadt befindlichen GÀrtnereien und GÀrten sind ebenfalls Teil des Weltkulturerbes, allerdings weitaus weniger bekannt als die Altstadt mit dem Dom. Das ist auch kein Wunder.

Hinter den großen Toren liegen die GĂ€rten. Sagt der Mitbewohner.

Noch so ein hĂŒbsches Haus, auch mit großem Tor.

Obwohl der Mitbewohner einst in Bamberg studiert hat und prinzipiell weiß, wo die GĂ€rtnerstadt liegt, laufen wir nur durch Straßen und suchen einen nicht vorhandenen Eingang. Sicher, es wird ihn geben, nur vor uns hat er sich gut versteckt. Da Montag ist, hat das zugehörige Museum ohnehin geschlossen. Ob in den Reihen Knoblauch oder Zwiebeln stehen, können wir aus der Entfernung ohnehin nicht sehen.

Das Rad ist ordentlich eingewachsen.

Sieht zwar grĂŒn aus, endet jedoch wieder am Zaun.

Auf der Fassade ist ein GewÀchs aufgemalt. Das kann es ebenfalls nicht sein.

Einen Blick können wir erhaschen, ĂŒber den Zaun hinweg. Dabei soll sogar ein Rundweg durch die GĂ€rten fĂŒhren, bis zu einem Aussichtsturm.

Heute ist jedoch die weitere Suche aussichtslos, wir können uns noch nicht einmal entscheiden, ob hier Zwiebel oder Knoblauch wÀchst.

Gucke da, in Bamberg hats Gondoliere. DAS wĂ€re ja auch noch was…

DafĂŒr war in der GemĂŒsekiste eine große GemĂŒsezwiebel, gerade richtig fĂŒr eine leichte Zwiebelsuppe. Die gibt es gleich – und das waren damit meine zwölf Bilder vom 12. August. Wer mehr davon sehen möchte, bitte sehr, hier entlang: Bei Draußen nur KĂ€nnchen gibt noch viele weitere Sammlungen.

GemĂŒsezwiebel mit mehr als zehn Zentimeter Durchmesser.

 

 

4 Gedanken zu „12 Bilder vom 12. August

    • Ja, wir haben sie gesucht und nicht gefunden. Aber es gibt ein GĂ€rtner- und HĂ€cker-Museum, das war leider – weil Montag – geschlossen. Ich bleibe da auf der Spur 😉

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