12 Bilder vom 12. Mai

Ist der Duft des Flieders morgens intensiver als am Abend? Mir kommt es fast so vor, als ich am K├╝chentisch sitze und meinen Kaffee trinke.

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Flieder auf dem Kaffeetisch.

Ich schreibe den Artikel ├╝ber das N├Ąhen der Fr├Ąnkischen Tracht fertig und suche die passenden Bilder aus. Das dauert eine Weile, weil ich meine Bilderordner mal wieder sortieren m├╝sste.

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Die Lieblingshausziege freut sich ├╝ber ihre selbstgen├Ąhte Tracht. Wer sagt denn, dass diese altmodisch sein muss?

Weil anschlie├čend Zeit und nichts dringendes zu tun ist, ├╝berrede ich den Mitbewohner – der ja heute ohnehin einen Termin in F├╝rth hat – mit mir eben nach F├╝rth zu fahren. Das machen wir prompt und essen bei einem Vietnamesen: Er w├Ąhlt eine traditionelle Rindfleischsuppe mit Nudeln, ich bevorzuge die Sommerrollen mit Spargel. Als ich sp├Ąter noch einmal dort vorbeikomme, sieht es ganz leer aus.

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Vietnamesisches Essen in F├╝rth

In den achtziger Jahren hatte F├╝rth mit 70 Prozent die h├Âchste Ausl├Ąnderquote in Deutschland, erz├Ąhlt der Mitbewohner, w├Ąhrend wir essen. Mancherorts wurden verrufene Ortsteile einfach „Klein-F├╝rth“ im Volksmund genannt. Selbst die F├╝rther redeten schlecht ├╝ber ihre Stadt, sie f├╝hlten sich hier nicht mehr wohl.

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Leerstand in F├╝rth.

Ich habe etwa anderthalb Stunden Zeit und strolche durch die F├╝rther Fu├čg├Ąngerzone. Einige Monumentalbauten stehen leer. Sowas sieht nat├╝rlich nicht sch├Ân aus, das s├Ąhe es auch nicht, wenn die Sonne vom Himmel lachen w├╝rde.

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Kaufhaus. Geschlossen.

Es gibt viele Telefonl├Ąden, 1-Euro-Shops, Back-Werk und andere Ketten, alles wirkt billig, ist billig. Hier macht es den Menschen nichts aus, wie sie auf der Stra├če herumlaufen, es guckt sowieso keiner. Eine Filiale von Western Union, Gold-Ankauf. Erstaunlich viele Menschen rauchen auf der Stra├če, im Gehen oder vor einem Laden. Viele Frauen tragen Kopftuch, telefonieren unterwegs.

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Das j├╝dische Museum in Franken.

Von den Schildern lasse ich mich zum j├╝dischen Museum Franken locken. Weil ein Bauzaun einen gro├čen Teil des Geb├Ąudes absperrt, habe ich es fast ├╝bersehen.

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Museumseingang.

Die T├╝r wirkt wie der Eingang zu einem Tresor, ich bin verwundert, dass sie sich tats├Ąchlich einfach ├Âffnen l├Ąsst.

Innendrin gibt es eine Menge ├╝ber die lange j├╝dische Geschichte in Franken zu sehen, alle Einzelheiten w├Ąren jetzt zu viel.

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Ein Plan vom Haus: Unten geht eine Treppe bis zur Mikwe.

Da das Haus einem j├╝dischen Handwerker geh├Ârte, f├╝hrt eine Treppe nach unten zur Mikwe (die gerade nicht besichtigt werden konnte, des Anbaues wegen).

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F├╝nf Dachfelder lie├čen sich zwischen den Sparren ├Âffnen.

Oben im Dach gab es eine Stelle, an der sich das Dach richtig ├Âffnen lie├č, so dass die j├╝dischen Bewohner des Hauses w├Ąhrend des Laubh├╝ttenfestes in der kleinen Kammer darunter wohnen konnten: Unter freiem Himmel und nur von Laubzweigen bedeckt.

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Die Kammer unter dem Dach, das sich ├Âffnen lie├č.

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Modell der F├╝rther Synagoge.

Ein Modell der ehemaligen F├╝rther Synagoge stand auch im Museum.

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Der Kohlenmarkt am Rathaus.

Ich gehe zur├╝ck zum Treffpunkt: Kurz vor dem Rathaus steht ein schiefer Turm, ein Denkmal. Laut Beschreibung soll es eine Quintessenz sein: Hier treffen sich f├╝nf Stra├čen und „f├╝nf“ hei├čt „quintus“ auf Lateinisch. Nunja. Das muss ich mir sp├Ąter vielleicht noch einmal genauer angucken. Erstmal fahren wir wieder nach Hause.

Das sind meine 12 Bilder vom 12. Mai, die anderen gibt es bei: Drau├čen nur K├Ąnnchen.

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