Fotos aus Ghana in Hamburg: Von einer der grĂ¶ĂŸten MĂŒlldeponien fĂŒr Elektroschrott

Die Versuchung, mir einen neuen Laptop zu kaufen, grinst mich immer mal an, aber ich bleibe standhaft. Seit gut anderthalb Jahren steht der Desktop im Schrank, dafĂŒr lĂ€uft nur noch der Laptop. Das reicht. Ich brauche ihn ja im Prinzip nur als elektronische Schreibmaschine.

Zwar ist er manchmal doch ein bisschen langsam, trödelt, bis er alles auf dem Bildschirm ordentlich sortiert hat, aber hej, das bisschen Zeit habe ich. WÀhrenddessen fange ich mir noch einen Kaffee ein, setze einen Tee auf, popele in der Nase, was auch immer.

Wenn ich daran denke – das hört sich jetzt zwar fast an, als erzĂ€hle Oppa vom letzten Krieg – aber wenn ich die heutige Geschwindigkeit des Laptops mit der von frĂŒher vergleiche, so aus der Steinzeit der Rechenknechte, wie wir sie damals genannt haben, dann funktioniert selbst dieser langsame Laptop wie ein geölter Blitz. Damals wurde das entsprechende Programm erst per Floppy Disk eingelesen, das dauerte. Das dauerte so lange, dass genĂŒgend Zeit war, dass ich aus dem Rechnerraum raus in den Flur ging, um dort eine zu rauchen. Ab davon, dass ich jetzt die Rauchpause schon allein deswegen nicht mehr brauche, weil ich seit ĂŒber 14 Jahren nicht mehr rauche, aber so lange braucht der Laptop nun wirklich nicht.

Sinn der langen Vorrede, die nur symptomatisch fĂŒr die gefĂŒhlt lange Trödelei des Laptops stehen soll, sind die Fotos des Fotografen Kevin McElvaney, die fĂŒr zwei Tage, nĂ€mlich am 6. und 7. Juni in Hamburg gezeigt werden. In Ghana, in Agbogbloshie, ist eine der grĂ¶ĂŸten MĂŒlldeponie fĂŒr Elektroschrott auf dieser Welt. Wenn ich mir die Bilder anschaue, dann weiß ich, dass ich meinen Laptop noch so lange benutzen will, wie er funktioniert.