11 Bilder vom 12. Mai

Rund um den Hofsee

Fröschchen am Hofsee

Die Eltern sind zu Besuch. Da tickt die Uhr ein wenig anders: Ich stand früh auf, damit ich noch vor dem Frühstück meine Texte schreiben konnte. Anschließend fuhren wir zum Hofsee und wanderten eine gemütliche und langsame Runde. Das Fröschchen hüpfte schnell vom Weg an die Seite, deswegen hatten wir es überhaupt bemerkt und ich konnte ein Bild machen. Nur seinen Namen hat es mir nicht verraten.

Rund um den Hofsee

ein kaputter Steg und dunkelbrauner Seegrund

Ein Teich reihte sich an den anderen. Noch waren nur wenige Mücken unterwegs, glücklicherweise.Eine Blindschleiche kreuzte den Weg, lag zunächst reglos wie ein überdimensionierter Regenwurm, bevor sie lieber schnell im Gras verschwand.

Rund um den Hofsee

Gras auf dem Wasser

Auf einem der Teiche lagen Grashalme.

Rund um den Hofsee

Noch ein Fröschchen im Wasser.

Frösche quakten ihr Konzert, manchmal hupfte einer fix ins Wasser, als er unsere Schritte hörte. Dieser zum Beispiel. Aber er hat trotzdem neugierig geguckt.

Rund um den Hofsee

Iris am Teich

 

Die ersten gelben Irisblüten gucken heraus.

 

Rund um den Hofsee

Spaziergang mit Eltern

Rund um den Hofsee

Blick von der Bank auf den See.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir gucken, was die Biber machen, sehen Frösche hüpfen. Es ist warm, und ein wunderbar trödeliger Tag. Sehr schön.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sitzen eine ganze Weile auf einer Bank und gucken Löcher in die Luft, den Wellen auf dem Hofsee zu, hören die Gänse weiter hinten zetern. Ab und an hupft ein Fisch aus dem Wasser und platscht laut wieder hinein.

Blümchen vom Hofsee

Blümchen vom Hofsee

Kuckuckslichtnelken, Margeriten, Gundermann: Ein Sträußchen vom Hofsee.

Das nächste Bild kann ich nicht zeigen: Die Katze hat die Streuseln vom Rhabarberkuchen abgefressen, den es eigentlich zum Kaffee geben sollte. Blöde Katz.

Ein Asphaltmischwerk

Ein Asphaltmischwerk

Ich hab noch einen Termin, auch wenn die Eltern da sind. Hier soll an Stelle dieses alten Asphaltmischwerkes ein neues gebaut werden.

Ein Asphaltmischwerk

Ein Asphaltmischwerk

Das Asphaltmischwerk noch einmal von der anderen Seite.

ein altes Haus

Ein altes Haus

Um dieses leere Haus mitten im Ort ging es auch noch: Schon wieder war ein potentieller Käufer abgesprungen. Schade.

Ich meine, ich kann es verstehen. Ich hab mal kurz reingeguckt: Die Elektroleitungen liegen noch auf den Wänden, hier wurde seit langem nichts gemacht. Zudem ist hinter dem Haus eine Station mit Rettungswagen, der Weg rechts daneben muss immer frei sein. Und die Treppenstufe fehlt auch. Aber: Es gibt hier in den Orten nur noch wenige alte Häuser. Die meisten wurden längst abgerissen und durch immer gleich aussehende Neubauten ersetzt. Das finde ich schade.

Das waren jetzt nur 11 von 12 Bildern, da die Katze die Streusel, na, ihr wisst schon. Das muss ich echt nicht zeigen. Wer mehr sehen will, klickt einfach hier: Klick. 

Jagdflugzeug im Ruhestand: ABC der Technik

polnisches Flugzeug im Ruhestand

 

Frau Tonari ist mal wieder schuld. Dabei blättere ich doch morgens einfach nur ganz unschuldig durch die Bloglandschaft, in der einen Hand den Kaffee, in der anderen Hand die Maus. Und stolperte über: Eben. Frau Tonaris Beitrag zum ABC der Technik, Buchstabe J.

Da es schade ist, wenn die Bilder einfach so auf der Festplatte verstauben, statt in den Weiten des weltweiten Netzes gezeigt zu werden, habe ich eines von diesen aus den Tiefen herausgekramt. Als wir seinerzeit in Zabrze warteten, bis die alte Dampfmaschine endlich lief, mit deren Hilfe einst die Bergleute in die Tiefe gelassen wurden, war genügend Zeit, um mich umzuschauen: Auf einem verwilderten Grundstück direkt nebenan stand ein ganzes Sammelsurium an großem Militärkram. Unter anderem eben auch dieses Jagdflugzeug im Ruhestand. Zwar saßen auch zwei ältere Herren mit Hund zwischen dem ganzen Metall, aber ich spreche leider kein Polnisch. Deswegen konnte ich nicht fragen, was das für ein Flugzeug das war.

Wer es also wissen sollte, darf das ruhig und gerne im Kommentar vermerken. 🙂

Da das ABC der Technik eigentlich bei Jutta zu Hause ist, verlinke ich ihren Blog ganz selbstverständlich auch: Klick mich. Dort gibt es noch viel mehr Technikgedöns zu sehen.

verbunden mit: Daily prompt. 

Keine Lunge für die Katz

Da gab es gestern also Innereien vom Reh. Bis auf die Lunge hatten wir alles selbst verbraten, nur an diese hatte ich mich kulinarisch nicht so recht getraut. Also blieb sie für die Katz. Hoffte ich. Schließlich kann ich mich noch daran erinnern, dass wir – als ich noch Kind war und bei meinen Eltern wohnte – Lunge extra für die Katz beim Fleischer holten. Damals gab es noch kein dekadentes Dosenfutter für die Katz, nur Reste, Leberwurstbrot und eben: Lunge. Der Fleischer tütete dann einen ganzen Lungenflügel ein, irgendwer – manchmal ich – musste ihn in der heimischen Küche in viele kleine Stücke schneiden. Schnitt das Messer durch die Lunge, fühlte sich das ein wenig an, wie das Schneiden von Styropor, es war nur wesentlich wabbeliger.

Heute morgen also: In kleine, appetitliche Stückchen geschnittene Lunge für die Katz. Sie setzte sich ordentlich an den Napf, schnüffelte kurz und nahm die Pfote zu Hilfe. Krallen raus, schließlich brauchte die Katz beim Futtern Besteck. Mit den Krallen wurde fein säuberlich ein Stückchen Lunge nach der anderen aus dem Napf gefischt… Nein, Katze. Wenn du dich nicht benehmen kannst, isst du eben auf dem Balkon. So gesagt, so Katzennapf auf den Balkon gestellt, Katze ging freiwillig und schnurrend mit. Katze angelte wieder ein Stückchen Lunge nach dem nächsten aus dem Napf, kaute kurz, ließ es fallen, suchte sich das nächste. Als alle Stückchen hübsch dekorativ auf dem Balkon verteilt waren, rümpfte sie das Näschen, stiefelte wieder rein, legte sich auf ihr Kissen und schlief.

Nun denn. Also keine Lunge für die Katz, sondern Lunge für die Tonne.

Münchsteinach

Auf dem Weg der Sinne zurück nach Münchsteinach.

Da wunderbares Sonntagsausflugswetter war, mieden wir die Fränkische Schweiz weiträumig. Schließlich wollten wir nicht ganzen Heerscharen an Ausflüglern begegnen, sondern in Ruhe ein wenig wandern. Da es im Aischgrund und im Steigerwald bedeutend ruhiger ist, wählten wir Münchsteinach: Hier liegen nicht nur Günther Strack und seine Frau begraben (Link zur Postkarte aus Münchsteinach), sondern hier steht auch das Münster eines ehemaligen Benediktinerklosters. Rund um den Ort ging es auf dem Pfad der Sinne entlang, in ein Cafe (Kuchen hervorragend, Kaffee naja) und zurück. Der anschließende Anruf beim Kind ergab, dass es noch aushäusig war, und nicht mit zum Keller wollte. Dann eben nicht, das konnten wir schließlich auch gut alleine.

Ein Samstag, einfach so

Garten

Verregnete Erdbeerpflanzen

Gerade waren die Erdbeerpflanzen ganz frisch vom Unkraut befreit, schon regnete es und der Islandmohn rollte seine Blüten einfach ein und bastelte spitze Tüten daraus.

Ein paar Minuten später schien die Sonne und ich konnte noch den letzten leeren Blumenkasten auf dem Balkon mit Petersilie und Schnittlauch bepflanzen. So brauche ich nicht weit zu gehen, wenn auf dem Butterbrot einfach Grünzeug liegen soll.

Das Kind näht sich eine neue Lieblingshose für zu Hause, eine ganz bequeme. Leider haben sich die Ösen irgendwohin verkrochen, so dass sie heute noch nicht damit fertig werden kann.

Da der untere Bewohner des Hauses gestern ein Reh mitgebracht hat, gab es heute Mittag dessen Innereien: Die Leber in Cassis, Herz und Nierchen in Rotwein geschmort und die Lunge lieber für die Katz. Dazu Reis und Salat.

Kind kuckte Film, ich besuchte noch ein Chorkonzert und Blasmusik und der Tag klang völlig unspektakulär aus, so wie er schon den ganzen Tag war: Ein ganz normaler Samstag, ruhig, friedlich und ganz gelassen. Neuerdings tummelt sich übrigens nicht nur das uns schon wohlbekannte Blaumeisenpärchen am Meisenknödel, sondern sogar ein Spatz.

Webmasterfriday: Das Leben ist ernst. Bloggst du etwa oberflächlich?

Romania

Nur schöner Schein: Das Casino in Constanta.

Heute unterstellt der Webmasterfriday einen Hang zur Oberflächlichkeit, zu dem das Bloggen verleiten solle, mit anderen Worten, es geht wieder einmal um den in Deutschland so beliebte Unterschied zwischen Hoch- und Trashkultur, zwischen Ernst und Unterhaltung und den eisernen Vorhang, der zwischen ihnen bombenfest aufgehängt ist. Wer amüsant ist, der kann nicht ernsthaft sein.

Diese These vertrat Neil Postman in seinem Buch „Wir amüsieren uns zu Tode“ bereits 1985. Damals gab es noch längst kein Internet, statt dessen durften in dieser Zeit in Deutschland die ersten privaten Fernsehsender dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen Konkurrenz machen. Postmans These dabei war, dass der Diskurs, also eine Verständigung über Themen, zum Entertainment, zur reinen Unterhaltung, wird. Das kann funktionieren, wie beispielsweise die Sendung mit der Maus beweist: Hier werden komplizierte Sachverhalte einfach und durchaus amüsant erklärt. In unserem Land ist es aber schick, wenn jemand seine Sätze knifflig, verschachtelt und mit vielen Fremdwörtern gespickt formulieren kann. Dann gilt er als gebildet.

Postman sagt, dass das Streben nach Erkenntnis werde durch: „bloße Zerstreuung ersetzt und zwar in jedem denkbaren Lebensbereich. Politik, Religion, Nachrichten, Sport, Erziehungswesen und Wirtschaft hätten sich in ein Anhängsel des Showbusiness verwandelt“ (ebd., S. 12, S. 17), er warnt vor Trivialisierung, Boulevardisierung und Infantilisierung der Gesellschaft.

Aha. Wenn ich blogge, dann bin ich also trivial. Das Wort bedeutet aber nicht nur gewöhnlich, sondern auch leicht erfassbar. Logisch. Wer einen Blog liest, will schließlich nicht schwere Kost, sondern ein wenig Unterhaltung für zwischendrin. Nehme ich mal an.

Aber mal ganz abgesehen von Facebook, Twitter & Co, es gibt einen Bereich, in der tatsächlich das Streben nach Erkenntnis so nach und nach durch Zerstreuung ersetzt zu werden scheint: Die Schule. Eine Lehramtsstudentin macht ihre Lehramtsprüfung vor der Klasse: Diese bereitet sie nicht nur seit Wochen vor, sondern sie hat sich die Unterstützung sämtlicher Kollegen gesichert, damit sie vor der Prüfungskommission eine Stunde über das Mittelalter halten kann, selbstverständlich in Ritterrüstung gekleidet. So wird Schule wie ein Kindergeburtstag inszeniert. „Die Schule muss Spaß machen“, insistiert denn auch die zuständige Konrektorin und weist die Kollegen zurecht, die ihren Unterricht daran messen, ob die Kinder auch was gelernt haben (was eben manchmal auch keinen Spaß macht).

Zurück zur Frage: Verleitet Bloggen zur Oberflächlichkeit? Nun, ich würde sagen, nicht mehr und nicht weniger, als die Medien anderswo auch. Ich will ja selbst nicht immer in einem tiefen Strudel versinken, ackern, bis ich wieder an die Oberfläche komme, sondern auch manchmal ganz relaxt im Pool auf der Luftmatratze schwimmen. Was mich an dieser Frage eher stört, ist die Attitüde, die dabei mitschwingt: Wer oberflächlich ist, also nur smalltalkt und Katzenfotos postet. den braucht man ja nicht ernst zu nehmen. Doch. Wir brauchen das. Wir – damit meine ich jetzt: Wir Menschen – wir brauchen diesen Smalltalk, diese scheinbar unnütze Kommunikation. Dazu krame ich mal einen ganz alten Klassiker über Kommunikation heraus: „Menschliche Kommunikation“ von Watzlawick, Beavin und Jackson. Im zweiten Axiom heißt es: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.“ (Quelle)

Die andere Frage, die sich aus der Frage des Webmasterfridays ergibt, ist: Warum wird eigentlich die Oberflächlichkeit so negativ und als Synonym für dumm wahrgenommen? Dabei behaupten selbst die Psychologen, dass wir uns über das Gegenüber schon nach Sekunden ein Urteil gebildet haben. Das kann ja dann wohl auch nur oberflächlich sein, oder?

Also: Ich mag es, wenn Oberflächen schön sind. Ich mag es auch, wenn sich unter einer schönen Oberfläche auch noch etwas mehr befindet, als nur heiße Luft. Was ich jedoch gar nicht mag, das ist, wenn sich jemand etwas besseres dünkt.

Erinnerung an Constanta

Romania

Die St. Mina Kirche im Tabacarie Park von Constanta in Rumänien

Zehn Jahre ist es inzwischen schon her, dass ich in Rumänien war. Ich habe eine ruhige Stunde genutzt und ging alleine vom Hotel aus in Richtung Stadtmitte. Da mir die Hauptstraße nicht so schön schien, bog ich ab, in einen Park. Durch das Laub schimmerte Wasser. Der Park war groß und wirkte verwildert, mit Teichen zwischendrin. Am Rand stand Schilf, dazwischen lagen Unmengen an leeren Plastikflaschen. Frösche quakten. Viele Angler saßen rund um die Teiche, alle paar Meter saß wieder einer.

Zunächst war das Land schon schockierend: dreckig, verkommen, ruinös, vermüllt, grau, betoniert, ungepflegt – dann sah ich langsam Details und nahm die Schönheit wahr, die hier manchmal sehr verborgen ist: Eine Blume, die aus den Pflasterritzen wuchs, ein lächelndes Kind, junge Frauen, die sich hübsch machen, aber auch Bettler, dunkel vor Dreck und trotzdem mit Hoffnung in den Augen.

Hier im Park waren viele Menschen unterwegs, junge Pärchen, Menschen mit Kindern, es war eine Stimmung wie ein sonniger und fröhlicher Sommertag, ein perfekter Tag für ein Picknick im Gras.

Die Kirche, die ich von der Bank am See fotografierte, wurde übrigens erst 1995 gebaut. Es ist eine orthodoxe Kirche, St. Mina, ganz aus Holz, so wie die Holzkirchen im Norden von Rumänien, in Maramures.

Das Bild ist für das Black & White Fotoprojekt von Marius. Da er sich einen Bezug zur „Sieben“ gewünscht hat, empfehle ich: Spitzen zählen ;-). Wer noch mehr Bilder in Schwarz-Weiß gucken möchte, klickt einfach auf das Label unten. Das ist der Link.

BW2015L-550

Tagebuchbloggen: 5. Mai

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Als ich aufstehe, juckt mir das ganze Fell: Ein schlimmer Anfall von Urticaria (Nesselsucht) lässt mich aussehen, als hätte ich meine Nacht in einem Bett voller Brennnesseln verbracht. Das juckt! Ich gehe duschen, so kalt es nur geht, rubbele nicht zu viel an mir herum und ziehe einfach ein leichtes Kleid über. Schließlich soll es heiß werden und diese Juckerei ertrage ich besser, wenn es kühl ist. Woran das liegt? Keine Ahnung. Es kommt immer mal, glücklicherweise im Abstand von mehreren Jahren, und ist etwa nach drei Tagen wieder vorbei.

Zeitung lesen, Mails lesen, Blogposts lesen, Kaffee trinken: Dann muss ich schon los. Ich habe einen Termin beim Amtsgericht, über den ich berichten soll. Ein knapp zwanzigjähriger, der mit seinem Fusselbart, dem Sweatshirt mit Kapuze und den Turnschuhen mit pinkfarbenen Sohlen ein bisschen aussieht, wie ein zu groß geratener Teddybär, hat Menschen beleidigt und bedroht, sagt die Anklage. Er erzählt seine Version des späten Abends, die Zeugen ihre. In einer Verhandlungspause, in der sein Anwalt mit der Richterin darüber verhandelt, wie weiter verfahren werden soll, umarmt er seine Mutter, legt die Arme um sie und schmust mit ihr. Immerhin finanziert sie ihm sein Leben, da er weder Arbeit hat, noch irgendwelches Geld, dafür aber heute schon die achte Gerichtsverhandlung. Er bekommt eine Bewährungsstrafe, mit etlichen Auflagen. Die Richterin versucht ihm zu erklären, dass sie ihn beim nächsten Mal einsperren lässt, auch wenn sie nicht glaubt, dass das etwas nützt.

Kurz ein paar Dinge einkaufen, wieder nach Hause, wieder das leichte Kleid anziehen, schreiben. Wenn ich mich auf andere Dinge konzentrieren kann, ist das juckende Fell leichter zu ertragen. Das Kind kommt aus der Schule, und macht uns schnell was zu essen, weil ich bis jetzt keine Zeit dazu hatte: Reis mit Fischstäbchen gibt es. Auf die Fischstäbchen bekam ich einfach Lust, als ich einkaufen war. Das kommt vor. Weiterschreiben, gelegentlich das juckende Fell mit kaltem Wasser kühlen – das hilft – und dem Meisenpärchen dabei zusehen, wie sie den Meisenknödel im Futterhäuschen langsam vertilgen. Ich glaube, die füttern ihre Jungen im Nest damit. Nur sehr gelegentlich lässt sich mal ein Spatz am Futterhaus blicken.

Weiter schreiben. Das lenkt einigermaßen ab. Zwischendrin kommt die Katze und drängt sich zwischen Tastatur und Monitor, weil sie Beachtung und Streicheleinheiten braucht. Nach einer Weile hat sie genug, setzt sich auf das Nähkästchen, das immer noch auf meinem Schreibtisch steht und versucht, den Deckel mit der Pfote zu öffnen, auf dem sie gerade sitzt. Eigentlich wollte ich ja ein Lesekissen nähen, das Innenleben liegt auch fertig genäht vor mir. Ich bin nur mit der Füllung noch nicht zufrieden. Mal sehen, was mir da einfällt. Die Katze liegt jedenfalls ganz gerne auf den zwei Kilo Getreide, die ich ins Innenleben gekippt habe. Leider bräuchte ich mehr davon, dann wird mir das Kissen aber zu schwer. Wenn also irgendjemand eine Idee hat, bitte her damit.

Schnell noch ein Brot essen und noch einmal ausgehfertig umziehen. Schließlich muss ich noch zur Gemeinderatssitzung. Vor zwei Wochen wurden die Gemeinderatsvertreter mit ihrer Sitzung nicht fertig, also gibt es heute den zweiten Teil der noch offenen Tagesordnungspunkte. Hoffentlich brauchen sie nicht wieder so lange. Drei Stunden sind konzentrationstechnisch schon ziemlich lang. Immerhin muss ich ja wenigstens die Bemerkungen notieren, mit denen sich die einzelnen Fraktionen ihre Argumente um die Ohren werfen. Als ich nach dem öffentlichen Teil der Sitzung schnell nach Hause fahre, ist es schon dunkel.

Das Kind kniet bäuchlings auf dem Sofa und schreibt einen Brief mit Feder und Tinte an die beste Freundin, der Lieblingsmann guckt am Laptop den „Faust“ in der Inszenierung mit Gustaf Gründgens. Dazu hat er die Kopfhörer vom Kind auf, so kommen sie sich geräuschtechnisch weniger ins Gehege. Zwar hat das Kind auch ein eigenes Zimmer, in dem sogar ein Schreibtisch steht, doch da sie nach ihren eigenen Angaben ein Gesellschaftstierchen ist, ist sie eigentlich immer da, wo wir auch sind. Sehr nett.

Ich dagegen trinke schnell noch ein Glas Wasser, ziehe mein Nachthemd an, lege mich ins Bett und hoffe, dass das Buch, das neben dem Kopfkissen liegt, spannend genug ist, so dass ich irgendwann trotz des juckenden Fells einfach einschlafen kann.

Wer wissen will, was andere Blogger den ganzen Tag lang machen, guckt einfach bei Frau Brüllen vorbei. Da beschreiben noch viele ihren Tag unter dem Motto: Was machst du eigentlich den ganzen Tag, oder WmdedgT?

Das Elend mit den Hebammen

Am 5. Mai ist internationaler Hebammentag.

Ein Kind zu gebären ist heutzutage ein Risiko, vor allem für die Hebammen, die bei jeder Geburt dabei sein müssen, wie es das Gesetz vorschreibt. Dabei übernimmt die Hebamme eine Aufgabe, die von den Ärzten im Alltag nur schwer erfüllt werden kann: Sie unterstützt die Frau, die ihr Kind bekommt, so dass sie weniger Angst vor der Geburt hat. So müssten weniger Kinder per Kaiserschnitt entbunden werden. Eigentlich. Inzwischen wird jedoch jedes dritte Kind in Deutschland per Kaiserschnitt geboren, obwohl von diesen – so sagt die Weltgesundheitsorganisation – nur die Hälfte notwendig sei. Mal ab von allen privaten Diskussionen, ob nun eine natürliche Geburt oder eine Sectio besser sei: Das Gesundheitssystem jedenfalls bevorzugt den medizinischen Eingriff. Wird ein Kaiserschnitt durchgeführt, bekommt das Krankenhaus dreimal so viel Geld, wie für eine natürliche Geburt.

Wenn es nur das wäre: Inzwischen nimmt die Tendenz zu, zu klagen, sollte das Kind während der Geburt einen Schaden erleiden. Da scheint ein Kaiserschnitt die sicherere Alternative. Inzwischen sind einige Versicherungsunternehmen nicht mehr bereit, den Hebammen dieses Risiko zu versichern, andere Unternehmen bieten Policen nur noch gegen horrende Beiträge von 5000 Euro im Jahr an. Das kann eine freiberufliche Hebamme, die neben ihrer Arbeit auch noch eine Familie hat, kaum mehr bezahlen, wenn sie noch etwas von ihrem Lohn übrig behalten möchte. Sie kann nämlich nicht einfach so viel für die Geburt eines Kindes verlangen, wie sie zum Leben und für die Versicherung braucht: Für die Geburt des Kindes und die Betreuung der Frau gibt es einen festen Satz von der Krankenkasse. Arbeitet eine Hebamme freiberuflich, auch als Beleghebamme in einem Krankenhaus, wirkt sich die Höhe der Versicherungsbeiträge quasi wie ein Berufsverbot aus.

Dabei erleiden keinesfalls mehr Kinder während der Geburt einen Schaden, als früher. Nur: Früher wurden die Leistungen für dieses Kind ganz selbstverständlich von den zuständigen Sozialversicherungsträgern, also der entsprechenden Kranken- oder Rentenkasse gezahlt, ohne die Hebammen derart in Regress zu nehmen. Dass die Versicherung für die Hebammen so immens gestiegen ist, liegt einfach daran, dass die Sozialversicherungsträger, wie beispielsweise die Kranken- oder Rentenkassen, welche für die Leistungen aufkommen, die ein bei der Geburt geschädigtes Kind braucht, sich diese bei der Versicherung der Hebammen in einem Regressverfahren zurückholt: Wenn jemand eine lebenslange Behinderung behält, weil er beispielsweise während der Geburt an Sauerstoffmangel litt – und dies an einem Fehler der Hebamme lag – , müssten sich drei Personen rund um die Uhr um die Pflege kümmern. Auch der eventuelle Umbau des Hauses müsste bezahlt werden. Das seien im Monat gut 20.000 Euro an Kosten, die so lange gezahlt werden müssten, wie lange dieser Mensch lebt – und das können dank der modernen medizinischen Versorgung auch 70 Jahre sein.

Sicherlich ist es schlimm für die Eltern und das betroffene Kind, wenn während der Geburt etwas passiert. Doch erst seit die Krankenkassen und Rentenkassen penibel auf ihre Kosten schauen, halten sie Eltern dazu an, im Falle eines Falles zu klagen: Nur so können sie ihre Kosten von der Hebammenversicherung ersetzt kriegen. Die Eltern und das Kind dagegen dürften nicht allzu viel davon profitieren. Warum kann nicht einfach die Solidargemeinschaft – so wie vor der Krankenkassenreform – dieses Risiko gemeinsam tragen?

Sollten 2016 die Verträge mit den Versicherungsunternehmen nicht verlängert werden, bricht das System zusammen und allein zwei Drittel der bayerischen Hebammen können dann  nicht mehr arbeiten: „Dann können die Frauen ihre Kinder im Auto gebären“, im Rettungshubschrauber, wo auch immer. Denn ohne Beleghebammen können auch viele Kliniken ihre Geburtsstationen schließen und der Weg in das entsprechende Krankenhaus wird gerade im ländlich strukturierten Raum immer weiter. Wie auf Sylt. Dort gibt es weder eine Hebamme, noch eine Geburtsstation: Zwei Wochen vor dem errechneten Termin müssen die Schwangeren statt dessen aufs Festland.

Aber es werden ja gerüchtehalber zu wenig Kinder in diesem Land geboren. Mit dieser Politik werden es allerdings auch nicht mehr.

Alles für die Katz #9

alles_fuer_die_katz_logo_160x160Himmel, rast die Zeit dahin: Kaum war es Januar, ist es schon wieder Mai. Erster Mai. Und weil ich heute morgen vom Katzentier früh geweckt wurde, obwohl ich hätte liegen bleiben und ausschlafen können – ihr wisst ja, Dosenöffner haben zu funktionieren 😉 – habe ich mich daran erinnert, dass ich früher ja auch zum ersten Mai geweckt wurde: Da plärrten nämlich früh am Morgen die Lautsprecher, die an den Laternen hingen, ihre Kampfmusik, damit ja keiner weiterschlafen und somit die Demonstration versäumen konnte. Aber die Zeiten sind ja glücklich vorbei, an denen derartige Pflichtveranstaltungen absolviert werden mussten. Ob da überhaupt jemals irgendjemand freiwillig war?

Dabei gab es auch Erfreuliches zu dieser Zeit: Wir feierten als Jugendliche „Maisprung“, mit selbst gebastelter Strohhexe, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Logisch, dass am nächsten Morgen keiner ausgeschlafen hatte.

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Die Katze gähnt.

Da ich heute schon einmal bei Erinnerungen bin, bleibe ich kurzerhand beim Thema und zeige ein Bild von der Katz, die nicht mehr bei uns ist: Die macht genau das, was ich heute morgen gerne noch gemacht hätte. Dafür gibt es nachher aber frischen Rhabarberkuchen, der Hefeteig muss nur noch etwas gehen.

Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist.