Wilde Reiter auf der #Rostparade

Eine Weintour wars, bestimmt. Nehme ich mal an. Das schlimme an solchen Weintouren ist ja, dass man von einem Ort zum anderen fĂ€hrt, hier probiert, dort nascht, Weinkisten hinten im Auto verrĂ€umt, irgendwann glĂŒcklich nach Hause fĂ€hrt und nicht mehr weiß, wo man eigentlich war. Auf dem Fensterbrett ritt Don Quichotte auf einer alten NĂ€hmaschine, bestimmt ratterte die NĂ€hmaschinennadel in seiner Erinnerung noch im Takt der Hufe.

Sah er das dĂŒnne Stahlseil, mit dem sein Pferdchen angebunden war?

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Reiter auf NĂ€hmaschine

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Reiter auf NĂ€hmaschine

Jetzt jedenfalls reiten beide, Don Quichotte und Sancho Pansa, zu Frau Tonaris Rostparade. Der Klick fĂŒhrt zu den anderen rostigen Teilnehmern.

Kiss me, Kate…

Im Vorbeigehen sahen wir vor einigen Wochen, dass im NĂŒrnberger Theater „Kiss me, Kate“ aufgefĂŒhrt wird und haben uns Karten besorgt. Es gab nur noch einzelne SitzplĂ€tze, wir bekamen trotzdem noch zwei nebeneinander, in der letzten Reihe. Das hat solange nicht gestört, bis der Vordermann vor mir Platz nahm. Ähem. Der Sitzriese ragte einen Kopf ĂŒber die anderen Köpfe hinaus. Prima. Ich sah mich schon die Vorstellung im Stehen verfolgen, wie gesagt, wir saßen ja in der letzten Reihe. Da kann ich auch aufstehen, ohne dass ich befĂŒrchten muss, dass hinter mir jemand sitzt, dem ich die Sicht nehme.

Kurz vor Beginn der Vorstellung fragte der Mitbewohner nach, ob denn zwei andere PlÀtze noch frei blieben, der Platzanweiser guckte nach und meinte, wir könnten gerne wechseln. Dort war die Sicht dann tatsÀchlich frei.

Kiss me, Kate. WĂ€hrend sie „Der Widerspenstigen ZĂ€hmung“ von Shakespeare auf der BĂŒhne auffĂŒhren, zoffen sich die beiden Hauptdarsteller auch hinter der BĂŒhne. In Shakespeares StĂŒck balgen sich die heiratswilligen MĂ€nner um die jĂŒngere Tochter des Kaufmanns Batista. Doch dieser will erst seine Ă€ltere Tochter Katharina verheiraten, die, widerborstig und spitzzĂŒngig, als Teufelin bei den MĂ€nnern verschrien ist. Doch sie will selbst ĂŒber sich bestimmen – und hat die MĂ€nner lĂ€ngst durchschaut. Da sie jedoch von niemandem verstanden wird, sehen die anderen sie nur als boshaftes Weibsbild, die nicht zu zĂ€hmen ist.

Staatstheater in NĂŒrnberg

Dann taucht Petruchio auf, ohne Geld, aber bereit, sie zu heiraten – und wenn sie hĂ€sslich wĂ€re. Petruchio ist ein solcher Macho, dass sich Katharina eigentlich gegen ihn wehren mĂŒsste. Er lĂ€sst sie hungern, verprĂŒgelt sie so, dass sie nicht mehr sitzen kann und zeigt ihr doch nur, wie hart sie geworden ist bei ihrem Kampf um die Selbstbestimmung.

In der Rahmenhandlung sind die beiden Hauptdarsteller eigentlich seit einem Jahr voneinander geschieden – und können doch nicht voneinander lassen. Als zwei zwielichtige Gestalten Geld von Fred haben wollen und ihn mit der Pistole bedrohen, schickt er sie zu Lilli, die gerade dabei ist, ihre Sachen zu packen. Doch ohne diese kann das StĂŒck nicht aufgefĂŒhrt werden, gibt es kein Geld. Mit vorgehaltener Pistole muss Lilli auf die BĂŒhne, wird dort als Katharina von ihrem geschiedenen Ehemann verprĂŒgelt. Schließlich gibt dieser den Petruchio.

Zum Schluss sind beide versöhnt: Katharina und Petruchio im TheaterstĂŒck, Fred und Lilli hinter der BĂŒhne. KĂŒss mich, Kati, ab ins Bett!

Katharina sagt dem Mann den Kampf an – sie hat ihn durchschaut: Dass sie sich dann trotzdem von ihm bezwingen lĂ€sst, das ist eines dieser RĂ€tsel dieser Welt. Sicher, er ist ihr in vielen Dingen ebenbĂŒrtig. Und sicher ist auch dass dieser Machismo fĂŒr viele Frauen wenigstens in der Fantasie attraktiv scheint. Oder warum wurde „Shades of Grey“ so oft verkauft?

Die AuffĂŒhrung gefiel mir jedenfalls sehr gut, rasant und raffiniert, wie sie war. Vielleicht sollte ich mir demnĂ€chst mal das Original ansehen, „Der Widerspenstigen ZĂ€hmung“, ob das Frauenbild darin nun eher fortschrittlich oder rĂŒckstĂ€ndig ist. Wobei: Wenn alles friedlich und gesittet zuginge, wĂ€re ja der ganze Spaß im Theater nicht mehr. Nur: Wer sich heute in Natura immer noch so benimmt, macht sich damit bestimmt keine Freunde.

Fröschchen, muntere Fröschchen…

Da – es bewegt sich! Auf dem Weg! Guck doch mal: Es hĂŒpft.

Fröschchen auf Kinderhand

Kaum scheint im FrĂŒhjahr die Sonne und sorgt dafĂŒr, dass das Wasser in TĂŒmpeln, Weihern und PfĂŒtzen wĂ€rmer wird, fĂ€ngt es an zu wimmeln. Aus glibbrigen Froscheiern wachsen kleine Kaulquappen. Übrigens: Ich habe wirklich nur ein einziges Mal den Sago in der Suppe als Froscheier bezeichnet. Aus Spaß. Danach hatte ich meine Sagosuppe fĂŒr mich alleine.

Es wimmelt in der PfĂŒtze.

Aus solchen PfĂŒtzen haben wir immer mal die kleinen Froscheier gerettet und in ein großes Gurkenglas umgesiedelt. Aus ihnen wurden ebenfalls muntere Kaulquappen. Zwar war der Gartenteich anschließend groß genug fĂŒr alle, doch irgendwie wurden es dort immer weniger.

Froschfrau trÀgt Froschmann.

Haben es die Kaulquappen tatsĂ€chlich an Land geschafft, sind bis in den Wald oder wohin auch immer gehĂŒpft, dann werden tatsĂ€chlich große Frösche aus ihnen.

Die Fröschchen schicke ich – so kalt und glatt sie auch sind – zu Cubus Regio. Dort werden die kleinen Sachen alle gesammelt.

Gras wÀchst nicht schneller, wenn man daran zieht

… und aus Kindern werden auch dann keine Überflieger, wenn sie waagerecht in der Luft liegend von Mama und Papa ĂŒber die Ziellinie gezerrt werden.

Vielleicht war es gut, dass dieses Wettrennen stattfand, ĂŒber dessen Bilder sich alle empört haben. Das Bild, in dem MĂŒtter und VĂ€ter ihre weinenden und sich strĂ€ubenden Kinder ins Ziel gezerrt haben. Es braucht solche Momente, die deutlich machen, dass es so nicht geht, dass diese Art von Wettbewerb ein Rattenrennen ist, in dem es nur Verlierer geben kann.

Ein solcher Moment ist weder fĂŒr die Betroffenen, noch fĂŒr die Zuschauer schön – und bietet dennoch die Gelegenheit, einfach innezuhalten. Ich kann mich erinnern, dass ich – es ist wirklich lange her – es auch einmal mehr als eilig hatte: Damals habe ich studiert, hatte ein Kind und holte es gerade aus dem Kindergarten ab. Warum alles an diesem Tag ein wenig lĂ€nger dauerte, weiß ich nicht mehr, aber als wir um die Ecke bogen, sahen wir, wie der Bus kam: Den mussten wir kriegen. Unbedingt. Also sind wir gerannt, bin ich gerannt und habe das Kind dabei mitgezogen. Wir haben den Bus noch gekriegt, gerade noch so, stiegen ein, setzten uns hin – und ich wurde ausgezankt. Eine Ă€ltere Frau hatte vom Bus aus gesehen, wie ich zur Haltestelle gerannt war und schimpfte mit mir. PĂŒh. Das fand ich in dem Moment ausnehmend doof.

SpĂ€ter jedoch habe ich – ohne Publikum und ganz fĂŒr mich alleine – durchaus darĂŒber nachgedacht. Ja, mir tat das Kind auch leid, aber – in solchen FĂ€llen gibt es eben leider auch immer ein „Aber“, welches sich durchsetzt: PrĂŒfungen, Terminstress, was es eben alles so gibt. Solange alles ruhig und friedlich lĂ€uft, muss ich meine Handlungen und Wirkungen nicht reflektieren, lĂ€uft ja. Ist anerkannt, machen alle so. Kinder mĂŒssen schließlich gefördert werden, schon von Anfang an, damit sie sich gut entwickeln können,  heißt es. Und die Rede ist von Entwicklungsfenstern, die sonst wieder geschlossen sind. Wirklich? Ich bin mir inzwischen nicht mehr sicher. Aber das ist ja jetzt nicht das Thema.

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Es ist immer eine Balance.

„Jedem Menschen ist es zu eigen, sich selbst zu erkennen und vernĂŒnftig zu denken“, das gilt immer und ĂŒberall. Aber zwischen dem, wie ich mich selbst sehe „Ich will mein Kind fördern“ – um mal bei dem Bild zu bleiben – und dem, wie mich andere wahrnehmen „Ich zerre mein Kind ĂŒber die Ziellinie, damit es den Wettbewerb gewinnt“ – liegen gerne Welten. Erst mit einem solchen Bild gelingt es, kurz innezuhalten und zu fragen, was eigentlich abgeht.

Was hat ein Kind davon, wenn die Eltern feststellen, dass es hochbegabt ist und ab jetzt keine Zeit mehr zum Spielen hat. DafĂŒr wird es von Chinesisch-Kurs ĂŒbers Geige-lernen und was weiß ich gezerrt. Vielleicht ist das ĂŒbertrieben, mag sein. Es mag auch tatsĂ€chlich Kinder geben, die von sich aus lieber komplizierte Rechenaufgaben lösen, statt mit dem Fahrrad ĂŒber eine Brache zu cruisen. Ich habe auch lieber irgendwo gesessen und BĂŒcher gelesen. Der Unterschied machts: Will das Kind – oder wollen die Eltern, dass das Kind will. Obwohl auch das manchmal schwer zu unterscheiden ist…

Was die Kinder betrifft: Solange das im Prinzip eine einmalige Angelegenheit ist, kann man hinterher – so als Mutter oder Vater – seinen Fehler zugeben: „Du, ich hab tatsĂ€chlich gedacht, Dir macht das Spaß“ oder so Ă€hnlich – und gemeinsam darĂŒber lachen, wie blöd man war. Das freut das Kind (meine Eltern machen auch mal Fehler) und alles ist gut. Schwieriger ist es, wenn dieses Leistungsprinzip ĂŒberall gilt…

Das war – nach langer Zeit mal wieder und völlig verspĂ€tet – ein Beitrag zum Webmasterfriday. Zu den anderen BeitrĂ€gen geht es per Linkklick. Wie ĂŒblich.

 

Alles fĂŒr die Katz #32

Danke, Cubus. Du hast mich daran erinnert, dass der 15. lĂ€ngst vorbei ist. 🙂

Und ich stecke so in meiner Arbeit, dass ich das Datum glatt vergessen habe. GlĂŒcklicherweise habe ich jemanden, der sich um das Essen kĂŒmmert, und auch darum, dass ich mich gelegentlich einmal von meinem Schreibtisch erhebe und ein StĂŒndchen nach draußen gehe.

Dabei habe ich eine Katz gesehen:

Suchbild: Wo ist die Katz

Die Katz ist noch nicht einmal weggelaufen, nein, sie blieb ganz ruhig sitzen, als ich kam.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles fĂŒr die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans ĂŒber schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles fĂŒr die Katz” dabei ist.

(Auch wenns nicht immer ganz pĂŒnktlich ist)

12 Bilder vom 12. April

Sonne in der Regnitz

Sonne in der Regnitz

Es ist Dienstag. Wie jeden Dienstag fahre ich frĂŒh am Morgen nach Forchheim, parke das Auto auf der Sportinsel und laufe in die Innenstadt. Die Sonne scheint und spiegelt sich in der Regnitz, auf der Autobahn lĂ€rmen die Lastwagen.

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Franken WC

Wisst Ihr eigentlich, dass ich noch nicht gefrĂŒhstĂŒckt habe? Nach diesem Spruch vergeht mir allerdings erst einmal der Appetit. Das macht nichts, das spart Kalorien.

Aquarell

Ich habe ein Bild gemalt, vielmehr: zunĂ€chst die obere HĂ€lfte. Auf die untere HĂ€lfte des Blattes – das hier nicht zu sehen ist -.kommt noch eine Schale mit Radieschen.

Rathaus in Forchheim

Der langjĂ€hrigen Forchheimer BĂŒrgermeister ist aus gesundheitlichen GrĂŒnden zurĂŒckgetreten. Preisfrage: Wie lautet sein Vorname?

Spitze fĂŒr TrachtenschĂŒrze.

Die Lieblingshausziege will sich fĂŒr die rote SchĂŒrze ihrer Tracht noch eine Spitze kaufen. Wir fahren nach Kunreuth, dort gibt es das nötige Zubehör.

Alte Knöpfe.

Sie findet alte Knöpfe, schöne Borten, allen möglichen Tand und Tinnef und schlussendlich:

Alte Jacke.

Eine alte Jacke. Mit Spitzen, tailliert, hĂŒftkurz, ein wenig abgetragen, doch richtig hĂŒbsch. Musste natĂŒrlich mit. Logisch. Jetzt ist das Taschengeld fĂŒr diesen Monat alle.

Schwan im Nest.

Zwischendrin hat es geregnet, der Schwan blieb trotzdem auf seinem Nest sitzen.

TĂ€schchen mit Ankerknopf

Einen Knopf mit Anker fand die Lieblingshausziege ebenfalls. Jetzt ist das TĂ€schchen endlich fertig.

Bach unter der Straße

Ich war noch ein bisschen mit dem Bauausschuss unterwegs. Hier lĂ€uft noch der Bach unter der Straße lang und ist von Betonelementen abgedeckt. Diese mĂŒssen raus, dafĂŒr kriegt der Bach daneben ein neues Bett, so dass er wieder (fast) frei fließen kann.

Da ist schon ein Teil des neuen Bachbettes.

Hier kann man schon sehen, wo der Bach kĂŒnftig fließen darf. Allerdings mĂŒssen einige Betonwannen bleiben, weil schließlich die Anwohner auch mit dem Auto auf ihre GrundstĂŒcke fahren wollen.

Noch ist Wiese.

Hier werden bald zwei neue HĂ€user gebaut.

Neues Haus.

So sollen die HĂ€user einmal aussehen.

Abriss.

Das kleine HĂ€uschen wird einer Garage Platz machen. Diese soll genauso groß werden…

Das waren jetzt sogar 13 Bilder vom 12. April. Die anderen gibt es bei Draußen nur KĂ€nnchen zu sehen.

Das Lavameer auf Lanzarote

Ich soll ein Paar Schuhe wĂ€hlen, dass sich leichter reinigen ließe, meint der Mann. Wir wĂŒrden schließlich auf einem Vulkan unterwegs sein. Ja, und? Die Asche liegt doch auf dem Boden? Wenn aber viele Leute umherlaufen, wĂŒrde sie hochwirbeln. Soso. Ich ziehe trotzdem meine bequemen Schuhe an.

Lanzarote: Vulkanlandschaft

Vor knapp 300 Jahren spuckte die Erde auf Lanzarote Feuer, begrub Dörfer unter sich, hustete giftige DĂ€mpfe, bis das Vieh tot auf den Weiden lag, und bebte, dass nicht nur die Tassen im Schrank klirrten. Sechs Jahre lang dauerten die AusbrĂŒche der mehr als 100 Vulkane, die es auf Lanzarote gibt, von 1730 bis 1736. Die jĂŒngste Eruption war 1824, ob es die letzte gewesen sein wird, kann niemand vorhersagen.

Jetzt ist hier der Nationalpark Timanfaya.

Vulkanlandschaft auf Lanzarote

Gleich hinter dem Visitors Centre fahren wir mit dem Auto in die ehemaligen Lavafelder hinein, fĂŒr 18 Euro. Wie beim Autoscooter steht bald eine Reihe an Fahrzeugen, in die wir uns einreihen, eines hinter dem anderen. Vor uns steigen Menschen aus, stolpern ein paar Schritte ĂŒber die Steinbrocken, nehmen kalte Lavabrocken in die Hand.

45 Fahrzeuge sind noch vor uns. Der Wind zerrt und rĂŒttelt am Fahrzeug. Ein Taxi fĂ€hrt an der Schlange vorbei, gefolgt von einem anderen Auto. Ein Mann joggt hinter den Fahrzeugen her, zĂŒckt sein Handy und fotografiert das Kennzeichen des hinteren Autos. Er geht ganz nach vorne, dorthin, wo ein WĂ€chter die Weiterfahrt erlaubt oder die Autoreihe wieder stoppt. Der WĂ€chter steht auf, winkt dem Fahrzeug zu, das sich hinter dem Taxi nach vorne gemogelt hat und bedeutet dem Fahrer, er möge umdrehen.

Er muss wenden, fĂ€hrt zurĂŒck. War einer vom Schiff, meinte der Mann, der sich besser Gesichter merken kann, als ich. Einer von denen, die denken, dass sie was Besseres seien, und nicht in der Reihe mit den gewöhnlichen Leuten warten mĂŒssten.

Jetzt sind wir an achter Stelle. Beim nÀchsten Mal geht es rein.

Vulkanlandschaft auf Lanzarote

Ich sehe Flechten auf den Steinen. Die liegen schon lÀnger hier herum, als wir warten.

Wir kommen zu einem Parkplatz, steigen um in den Bus. Denn nur diese dĂŒrfen den 14 Kilometer langen Rundweg befahren. Der Busfahrer erzĂ€hlt Geschichten in drei Sprachen, hĂ€lt gelegentlich an, nur aussteigen darf niemand. Hier soll alles bleiben, wie es ist. Die Forscher wollen wissen, welche Tiere und Pflanzen sich freiwillig in einer solch feindlichen Umgebung ansiedeln.

Als wir aus dem Bus aussteigen, gießt ein Mann Wasser in Metallröhren, die in den Boden eingelassen sind. Es dauert nicht lange, bis die Hitze unter der OberflĂ€che das Wasser als Dampf in den Himmel schießt.

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Wasser in Metallröhren

Wasser kommt als Dampf zurĂŒck. Hier hat der Druck bereits nachgelassen.

Als Vergleich das gleiche Bild in Farbe.

Das ist mein Beitrag zu Schwarz/Weiß bei Mariusz und zur Weekly Photo Challenge: „Spare“.

Wer auf den Link klickt, kann sich die Bilder der anderen Teilnehmer anschauen.

Tagebuchbloggen am 5. April

Was ich den ganzen Tag lang mache, oder abgekĂŒrzt: WMDEDGT. Das möchte Frau BrĂŒllen an jedem 5. des Monats wissen.

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Sonne in der Regnitz.

Heute morgen fuhr ich nach Forchheim. Da ich das Auto lieber auf der Sportinsel parke, lief ich ĂŒber den Rhein-Main-Donau-Kanal und die Autobahn in die Innenstadt. Ich finde es jedes Jahr wieder unglaublich, wie schnell alles auf einmal grĂŒnt, sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen im FrĂŒhling auftauchen.

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Aquarellmalereien.

Ich habe ein bisschen mit den Aquarellfarben gemalt, mit anderen Frauen einen Kaffee getrunken und bin zurĂŒck zum Auto gelaufen. Über die Regnitz ragte ein Baum, ganz in Gelb.

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Gelber Baum ĂŒber blauem Wasser.

Ich fuhr nach Kunreuth, weil ich noch Haken und Kettchen brauche, mit der die Tracht vorne geschlossen wird. Da ich bis zum Sonntag meine frĂ€nkische Tracht endlich fertig stellen muss, da sich alle TrachtennĂ€herinnen in dieselbe werfen um sie zu prĂ€sentieren, muss ich noch ein wenig fleißig sein.

Anschließend habe ich eingekauft und fuhr wieder nach Hause. Der Mitbewohner hatte gekocht, so dass es gleich etwas zu essen gab. Noch ein, zwei Texte, dann muss ich spĂ€ter noch einmal los, zu einer Gemeinderatssitzung. Das kann lĂ€nger dauern und ist selten unterhaltsam.

Wer in der Zwischenzeit bei den anderen Tagebuchbloggern stöbern möchte, kann gerne den Link als direkten Weg nutzen: Frau BrĂŒllen.

Alt? Das sind doch immer nur die anderen…

Vor meinem zwanzigsten Geburtstag waren die 25-jĂ€hrigen alte Knacker, lĂ€ngst fertig mit allem, was interessant und angesagt war. Sie hatten ihre Lehre oder das Studium abgeschlossen und waren fest in der Firma angestellt, in der sie bis zur Rente schuften wĂŒrden. Etliche hatten bereits geheiratet, bekamen Kinder, legten sich Schrankwand und Ehebett zu. Überraschungen waren im Lebenslauf nicht mehr vorgesehen.

mĂŒnsterschwarzach 117Kurz vor meinem dreißigsten Geburtstag waren die ĂŒber 40-jĂ€hrigen die alten Knacker: So gefĂŒhlt kurz vor der Rente hatten sie ihren Zenit lĂ€ngst ĂŒberschritten, auch wenn es nicht alle von ihnen wahrhaben wollten. Mich wunderte es nur, dass sie das Knirschen ihrer morschen Knochen selbst noch nicht hören konnten. Aber ich hatte weder Zeit noch Lust, mich mit ihnen und ihren festgefahrenen Ansichten und Meinungen zu beschĂ€ftigen.

 

 

 

mĂŒnsterschwarzach 118Als ich selbst auf die Vierzig zusteuerte, sah ich die ĂŒber 60-jĂ€hrigen als alte Knacker, erstaunt darĂŒber, dass sie noch am Leben waren, obwohl sie lĂ€ngst kahlköpfig oder zumindest grauhaarig herumliefen. Sie unkten herum, vermuteten ĂŒberall Verschwörungen und krĂ€chzten wie Unheil bringende KrĂ€hen. FrĂŒher war alles besser, lautete deren gĂ€ngiges Urteil. Übrigens bemerkte ich zu dieser Zeit, dass sich auch meine Sicht auf jĂŒngere Menschen verĂ€ndert hatte: Die unter 20jĂ€hrigen wirkten auf mich wie vorlaute und unreife Kinder. Sie hatten keine Ahnung, taten aber so, als wĂŒssten sie ĂŒber alles Bescheid. Sie spuckten große Töne – und ich dachte: Macht ihr nur. Ihr werdet schon noch lernen, wohin der Hase lĂ€uft.

mĂŒnsterschwarzach 143Jetzt bin ich gerade noch so unter fĂŒnfzig. Jetzt finde ich die 70jĂ€hrigen alt, manche von ihnen scheinen kaum noch zu klaren Gedanken fĂ€hig. Seltsamerweise merke ich, so im GesprĂ€ch mit manchen dieser alten Knacker, dass sie erstaunlich jung wirken können. Einige von ihnen sind offensichtlich nicht zu Kalkstreuern mutiert, sondern bewahrten sich geradezu jugendfrische Gedanken. Wenn mir allerdings ein 30jĂ€hriger, der noch nicht ganz trocken hinter den Ohren ist, völligen Ernstes erklĂ€ren möchte, wie der Hase lĂ€uft und die Welt funktioniert, winke ich nur mĂŒde ab. Komm du erst mal in mein Alter, Alder und erleb so viel, wie ich. Anschließend können wir uns gerne unterhalten. Das Leben ist schließlich kein Wunschkonzert, in dem sich alles nach der Ansicht eines GrĂŒnschnabels richtet.

Beim Wortmischer las ich ĂŒber dessen Ansichten zum Älterwerden und fand somit zur Aktion von Frau Quadratmeter ĂŒber das #Ă€lterwerden.

Alles fĂŒr die Katz #31

Auf der letzten Wanderung trafen wir sie: Eine schwarze Schönheit. Sie saß im Fenster, schaute gelangweilt nach nirgendwo und doppelte sich spiegelnd in der Fensterscheibe.

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Schwarze Katze im Fenster.

Kaum vernahm die Katz jedoch das „Klick“ der Kamera, siegte die Eitelkeit: „Von vorne sehe ich doch viel schöner aus als so im Profil“, ich hatte VerstĂ€ndnis und fotografierte noch einmal. Bitte sehr, eitle Katz.

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Schwarze Katze im Fenster

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles fĂŒr die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans ĂŒber schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles fĂŒr die Katz” dabei ist.