Unterwegs in Iphofen

Der Mitbewohner hat heute Geburtstag. Das Wetter war gut, die Zeit vorhanden, also fuhren wir bis nach Weinfranken. Im Roten Ross in Einersheim war das Essen gut, wir haben noch ein wenig Wein probiert und vier Kisten in den Kofferraum gepackt. Im Weingut Gamm gabs Federweißer, davon durften auch noch vier Flaschen mit.

Anschlie√üend sind wir noch ein wenig durch Iphofen gestiefelt, haben das Knauf-Museum besucht, in dem momentan eine kleine Ausstellung mit der Netsuke-Sammlung von Siebold zu sehen ist und haben ein kleines Eis gegessen. Dabei kamen wir an dem Schaufenster vorbei, in dem immer noch die Eisenritter auf den alten N√§hmaschinen sitzen, die ich schon einmal in der Rostparade gezeigt habe. Zus√§tzlich warten jetzt eine metallische Fliege und ein angeketteter Dackel auf dem Pflaster, vielleicht darauf, dass Passanten √ľber sie stolpern.

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Insekt aus Metall

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Hund an der Kette

Kläfft nicht, beißt nicht, muss nicht Gassi gehen und frisst nicht die Haare vom Kopf. Angekettet ist er trotzdem.

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Hundenase aus Metall.

Die Figuren aus Metall nehmen an Frau Tonaris Rostparade teil, die an jedem Monatsletzten stattfindet. Wer mag, klickt einfach auf den Link und findet noch viele weitere rostige Schönheiten.

Alles eine Frage des Geschmacks

Die Sache mit dem Lieblingsessen und mir ist eine ganz spezielle: Ich habe gar keine echte Leibspeise. Anders gesagt: Ich esse sehr viele Gerichte gerne, aber wenn es drei Tage hintereinander Pfannekuchen gibt, m√∂chte ich sie f√ľr l√§ngere Zeit nicht mehr auf dem Teller haben.

Als Kind haben mir viele Dinge nicht geschmeckt, Rosenkohl und fettes Fleisch geh√∂rten beispielsweise dazu. Trotzdem blieben sie mir selten erspart. Nur meine Oma hatte ein Einsehen und l√∂ffelte mir √ľber Kartoffeln und Gem√ľse nur die So√üe. Das Essen in Schulk√ľche und Mensa war eher ein Fall f√ľr: Schmeckt nicht besonders, macht halt ein bisschen satt. Dass immer gen√ľgend davon in der Restm√ľlltonne landete, muss ich nicht erw√§hnen, oder? √úberhaupt war Essen in Kindheit und der fr√ľhen Erwachsenenzeit kein Thema, sondern einfach Notwendigkeit. Erst als ich anfing, selbst zu kochen und den Ehrgeiz entwickelte, dass das Essen gut schmecken solle, √§nderte sich das. Mein Gewicht leider auch.

Inzwischen esse ich zwar immer noch kein fettes Fleisch, aber Rosenkohl schmeckt mir sehr gut, besonders dann, wenn er nicht in Wasser gekocht, sondern in der Pfanne angeschwitzt und dann ged√ľnstet wird. Ja, Essen kann gl√ľcklich machen. Wer jemals trostsuchend den L√∂ffel ins Nutellaglas gesteckt hat, wei√ü das.

Rote Bete.

Damit ein Essen zum Lieblingsessen wird, geh√∂ren die Geschichten und die Erinnerung dazu, wie an das Schl√ľckchen Eierlik√∂r, das mir die Oma im Schokobecherchen gab. Erst das „wei√üt du noch“ macht ein Essen zur Leibspeise und aus einem Lebensmittel ein Mittel, das wir zum Leben brauchen.

Die rote Bete auf dem Teller h√§tte ich als Kind vermutlich abgelehnt. Damals gab es allerdings rote Bete nur als s√§uerliche Beilage, meistens zu K√∂nigsberger Klopsen und Reis. Ob es gut war, dass Essen fr√ľher bedeutungsloser war als heute, einfach da war, auf dem Teller aufgetischt wurde und gegessen werden musste, das kann ich nicht beurteilen. Was ich allerdings sicher wei√ü: Heute schmeckt es deutlich besser. Das ist doch schon mal etwas.

(Jetzt bin ich zwar etwas sp√§t f√ľr Sunnys PunktPunktPunkt, doch besser das, als nie)

verbunden mit: Daily prompt „Snack“

Wochenende in Wolfenb√ľttel

An diesem Freitag wird das nichts mit dem Feierabend. Der Mitbewohner fuhr mich heute morgen mit dem Auto zum Bahnhof nach Forchheim, damit ich in den Zug steigen konnte. Das junge M√§dchen auf dem Nebenplatz hatte farblos gl√§nzend lackierte N√§gel, die oben mit einem dunklen Rand geschm√ľckt waren, sie stieg aber bereits an der n√§chsten Station, in Erlangen, aus. Mein n√§chster Mitfahrer streichelte erst den rauen Stoff seiner Tasche, dann das geriffelte Styropor des Kaffeebechers, dr√ľckte mit beiden Daumen rund um den Deckel, damit dieser auch tats√§chlich und sicher geschlossen sei, bevor er sein Smartphone griff und dieses z√§rtlich bis N√ľrnberg befingerte.¬†img_20160916_150220

Die Menschen im ICE sind s√§mtlich verst√∂pselt und verkabelt, ich komme mir fast wie auf einer Intensivstation vor, auf der allerdings nichts blinkt und piept. Kurz vor W√ľrzburg kommen drei junge Frauen ins Abteil, eine tr√§gt eine Gardine wie einen Schleier, der von einem Bl√ľtenkranz gehalten wurde. „Kaffee? Brezel? Ich heirate n√§chste Woche, ich brauche noch Geld!“, ein √§lterer Herr spendiert ihr etwas, bekommt Brezel und Kaffee und wundert sich erst laut, als die M√§dchen bereits au√üer H√∂rweite sind. Die Frau, die auf dem Sitz hinter ihm f√§hrt, kl√§rt ihn auf, dass das ein Junggesellinnenabschied war, sie h√§tte auch so etwas gehabt. Es ist nicht ganz klar, ob sie jetzt dem Herrn etwas erkl√§rt oder zu ihrer Freundin auf dem Nebensitz spricht, es ist allerdings laut genug, dass alle mitbekommen, dass sie selbst damals mit Blinklichtern verkleidet war, zu ihrem Junggesellinnenabschied. Die Hochzeit war kurz darauf, 300 Leute zum Polterabend im Zelt mit DJ, die Hochzeit im Schloss und Feier im Tivoli. Den Ehering behielt sie, lie√ü ihn √§ndern und mit einem Stein versehen, den gravierten Namen ausl√∂schen.

Als der ICE in W√ľrzburg h√§lt, sucht ein √§lteres Paar seine reservierten Pl√§tze, h√§lt alles auf, l√§sst Koffertr√§ger r√ľckw√§rts gehen, da der Mann mit seinem Kr√ľckstock fuchtelt und raumgreifend Platz braucht. Endlich – mit Hilfe der anderen Mitreisenden – wird der Platz identifiziert und – ist besetzt. Die Passagiere m√ľssen ihn r√§umen, der Alte will seinen Platz und motzt noch eine Weile vor sich hin, w√§hrend er seiner Frau Anweisungen gibt: Er will jetzt was essen und trinken, packt die belegten Brote aus dem Butterbrotpapier und redet grummelnd weiter, w√§hrend er kaut.

In G√∂ttingen steige ich um. Auf dem Bahnsteig sehe ich, dass der hintere Teil des Zuges qualmt und Rauch von unten, von den R√§dern oder irgendwo aufsteigt und alles einh√ľllt, fast so, als s√§√üe unten ein kleiner Drache oder wie fr√ľher der Dampf in der Leitung. Die beiden Zugbegleiter laufen au√üen entlang, leuchten mit einer Taschenlampe unter den Zug, verlangen am Telefon, dass der Zugf√ľhrer kommen m√∂ge, doch der meldet den Zug abfahrbereit, bleibt aber noch zehn Minuten lang stehen. Ich muss auf den n√§chsten ICE warten, der vom gleichen Gleis fahren soll und – da ja dieses noch besetzt ist – irgendwo vor dem Bahnhof warten muss.

Auf meinem reservierten Platz sitzt schon jemand, muss Kaffeebecher, Papier, Tasche und sonstiges Geraffel zusammenkramen, bevor ich mich setzen kann. Leider sehe ich keinen anderen freien Platz auf den ich mich sonst setzen k√∂nnte. „Noch jemand zugestiegen?“ fragt der Schaffner, pr√ľft den ausgedruckten Zettel, der als Fahrschein dient: „Nach Wolfenb√ľttel? Dann machense das mal!“ Kurz hinter G√∂ttingen h√§lt der Zug im Tunnel, weil ein Zug vor uns steht, wie die Durchsage erkl√§rt. Das wird hoffentlich nicht der ICE nach Hamburg sein, aus dem ich gerade stieg und der weiterfuhr, obwohl es qualmte? Im n√§chsten Tunnel wieder Halt, weil Gegenverkehr. Hier sei die Strecke eingleisig, erkl√§rt die Stimme aus dem Lautsprecher. Ein Halt mit Aussicht auf Landschaft w√§re mir ja lieber, als so ein Blick in den finsteren Tunnel. Eine Reisegruppe in der Sitzgruppe vor mir plaudert, l√§rmt und lacht, sekt-, wein- und kaffeeselig im Ruheabteil.

Von der gro√üz√ľgigen Umsteigezeit ist in Braunschweig kaum noch etwas √ľbrig, der Regionalzug nach Goslar √ľber Wolfenb√ľttel stand schon bereit und fuhr bald ab.

In Wolfenb√ľttel steige ich aus, orientiere mich kurz, wo der Bus fahren soll, halte inne: Dieser soll zwanzig Minuten f√ľr einen halben Kilometer brauchen? Da laufe ich ja zu Fu√ü schneller, selbst mit K√∂fferchen.

Jetzt sitze ich in der Sch√ľnemannschen M√ľhle, in einer halben Stunde beginnt das Wochenende, das hier arbeitsreich sein wird. Mit der Klingel, die deswegen „au√üer Betrieb“ ist, reihe ich mich bei Frau Tonaris Freitagsgeklingel ein.

Alles f√ľr die Katz #42

In diesem Sommer haben sich die lebenden Katzen vor mir gut versteckt: Kaum kam ich mit der Kamera in Sichtweite, tauchten sie ab und unter, wedelten nur noch von weitem mit dem Katzenschwanz, als wollten sie sagen: √Ątsch, ich war schneller.

Doch zwei große Katzen konnten nicht weg: Eine fuhr als Statue in einem Kirmeszug mit und war auf einem Autodach befestigt, die andere fand ich im Höllental, auf einem stillgelegten Bahnhof, in dem der letzte Zug offensichtlich seinen Anschluss verpasst hat. Oder warum steht er noch?

Der Löwe auf dem Autodach

Der Löwenhof hat die Abfahrt verpasst.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt ‚ÄúAlles f√ľr die Katz‚ÄĚ beteiligen m√∂chte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans √ľber sch√∂ne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei ‚ÄúAlles f√ľr die Katz‚ÄĚ dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen √ľber den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen ‚Äď und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie sch√∂n ihre Katzen sind.

12 Bilder vom 12. September

Es ist mal wieder der 12., und die freundliche Blognachbarin bei „Drau√üen nur K√§nnchen“ m√∂chte sehen, was ich den ganzen Tag √ľber mache. Nun, morgen beginnt die Schule wieder und die Lieblingshausziege darf wieder jeden Morgen mit dem Bus in die Stadt fahren und besucht ebendiese Bildungseinrichtung ein letztes Jahr. Es sei denn, sie dreht eine Ehrenrunde, aber das wollen wir ja nicht hoffen. Weil letzter Ferientag ist, nutzen wir das sch√∂ne Wetter und die Gelegenheit, fahren hinaus in die Fr√§nkische und laufen von Mostviel bis Hohenschw√§rz. Das geht an einem Montag sehr viel besser als am Wochenende, weil dann alle, die aus N√ľrnberg und anderen St√§dten der Metropolregion in die Fr√§nkische einfallen, wieder brav ihrer Arbeit nachgehen m√ľssen. Steppt am Wochenende hier der B√§r, ist es in der Woche sch√∂n ruhig, ganz so, wie es sich f√ľr diese sonst eher verschlafene Region geh√∂rt.

Das Walberla im Morgenlicht.

Wir halten kurz an, als wir am Walberla vorbeifahren, dem ehemals heiligen Berg der Kelten und Wahrzeichen der Franken.

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Noch liegt Tau auf dem Gras.

Auf dem Gras glitzert noch der Tau und l√§sst alles funkeln. W√§hrend es in der Sonne bereits sch√∂n warm ist, wirkt es im Schatten noch frisch und k√ľhl. Ob ich mir doch eine Jacke √ľberziehen sollte?

In der Ferne: Burg Egloffstein.

Hinten ist schon Burg Egloffstein zu sehen, wie sie hoch √ľber dem Tal thront.

M√ľhlbach auf Stelzen.

Der M√ľhlbach steht in den letzten Metern auf Stelzen und treibt ein Wasserrad von oben an. Mit diesem wird tats√§chlich noch Strom erzeugt. Ob sich damit die Taschentelefone der Wanderer aufladen lassen?

Stromerzeugung durch Wasserkraft.

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Burg Egloffstein √ľber Egloffstein.

Burg Egloffstein ist jetzt besser zu sehen. Wir bleiben trotzdem im Tal und laufen an ihr vorbei.

Alter Bewässerungsgraben.

Rechts neben dem Weg ist ein kleines Rinnsal, das fr√ľher der Bew√§sserung diente, wie ein Schild erkl√§rte. Viel Wasser war allerdings nicht darin.

Weg von Egloffstein nach Hohenschwärz.

Der Weg gibt sich richtig M√ľhe, uns zu gefallen. Wir sind denn auch ordentlich begeistert. Ein paar Schritte weiter steht ein √§lterer Herr mit S√§ge und k√ľrzt einige der √Ąste, die auf den Weg reichen. Deswegen ist also kaum Wasser im B√§chlein.

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Klares Wasser im Bächlein.

Ein paar Schritte weiter pl√§tschert es im B√§chlein. Glasklares Wasser rinnt √ľber die Steine und Pflanzen, wir probieren, es ist ganz sch√∂n kalt. Noch ein St√ľck weiter kommt der Abzweig, der einen Teil der Trubach in den Bew√§sserungsgraben leitet. Hier stehen vier Kisten mit Getr√§nken im Wasser und werden von diesem gek√ľhlt. Das ist ein Angebot der Lamastation, so steht es auf einem Schild, das gleichzeitig dar√ľber informiert, wie viel Geld in das Blechk√§stchen, das hier die Kasse des Vertrauens darstellt, f√ľr eine Flasche zu legen sei.

Von nun an geht es bergauf. Immer im Wald. Das Klopfen eines Spechts, der Schlag eines Taubenfl√ľgels – es gibt nicht viele Ger√§usche, welche die Stille st√∂ren. Die Sonnenstrahlen haben noch etwas M√ľhe, wenn sie bis auf den Waldboden reichen wollen. Die meisten von ihnen werden vom dichten Laub abgefangen, so bleibt es hier unten schattig, k√ľhl und feucht.

Pflaumenbäume.

Oben auf der H√∂he brennt die Sonne gnadenlos, so dass wir schnell verschwitzt weiterlaufen. Die Pflaumenb√§ume sind in ihrer Krone zwar ein wenig struppig, doch unten h√§ngt alles voll mit leckeren Fr√ľchten. Leider brauchen sie noch ein paar Tage, bis sie richtig reif und s√ľ√ü sind.

Hohenschwärz. Angekommen.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Brauerei. Dort haben wir uns zwei Hohenschwärzer Bier redlich verdient.

Prost!

Anschlie√üend gehen wir auf dem gleichen Weg wieder zur√ľck zum Auto und fahren nach Hause. Die Lieblingshausziege kommt Nachmittags, sie hat sich einen Kuchen mit Birnen gew√ľnscht. Den gibt es auch, jetzt schneidet sie ein Schnittmuster zurecht, weil sie sich noch eine Bluse n√§hen m√∂chte, bevor der Sommer ganz vorbei ist.

Und ich muss schreiben. Da gibt es nichts zu sehen.

 

Alter Falter

Neulich, auf der Erfurter Gartenausstellung, habe ich meine Nase in Rosen, Zinnien, Dahlien, Fuchsien und sonstiges Freugem√ľse gesteckt, √ľber die bunt gepflanzte Vielfalt gestaunt, schlie√ülich sieht immer alles so leicht aus – und macht mehr Arbeit, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Wenn ich aus dem K√ľchenfenster gucke, freue ich mich im Sommer immer dar√ľber, wie sch√∂n es im Garten der Nachbarin bl√ľht. Daf√ľr ackert sie auch ordentlich, putzt die Stauden aus, j√§tet zwischendrin das Unkraut, gie√üt, ihr Mann m√§ht den Rasen, was eben alles so anf√§llt, wenn der Garten sch√∂n aussehen soll.

Weil in Erfurt auch Gewächshäuser standen, gingen wir hinein. Waren die Temperaturen draußen schon warm, innen wurde es noch wärmer. Und feuchter. Wie das eben in Tropen und anderen warmen Gegenden so ist. Im Schmetterlingshaus flatterten Falter, saugten Obst und torkelten von Blatt zu Stamm zu Schale. Ich hätte den Flattertierchen ja ewig zugucken können, allein ich war nicht allein und eine Bank zum Setzen gab es auch nicht. Also hab ich wenigstens einige von ihnen fotografiert.

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Schmettern: Ein Wort, das kraftvoll schlagen, werfen oder das Hervorbringen lauter T√∂ne bezeichnet. Wie kommt ein solch zartes Wesen wie der Schmetterling ausgerechnet an einen solchen Namen? Die Erkl√§rung, die ich fand, h√∂rt sich bezaubernd an: Smetana ist tschechisch und hei√üt Milch und mit dem Wort „schmetten“ wurde fr√ľher Rahm bezeichnet, auch wenn das schon lange her ist. Seit dem 16. Jahrhundert wird der Falter deswegen Schmetterling genannt, weil die Menschen dachten, es sei eine verzauberte Hexe, die Milch und Sahne stiehlt. Anderswo wird der Schmetterling Buttervogel oder Butterfly genannt.

Damit beteilige ich mich heute bei der Aktion punkt.punkt.punkt. von Sunny, die ich schon eine Weile bei anderen beobachte, aber bisher nie geschafft habe. Tadaa.

Das Boot war voll #Freitagsklingeln

In Bamberg mit dem Boot die Regnitz zu befahren, an „Klein Venedig“ vorbeigleiten, bis irgendwohin, wenden und wieder zur√ľck, hoch droben wacht der Bamberger Dom, das wollte ich. Der Mitbewohner, der vor Jahren in Bamberg studiert und nieundnimmernich die Lust auf Bamberger Bootstour versp√ľrt hatte, fragte denn auch verwundert, was ich dort zu sehen gedenke. Da ich noch nicht dort gewesen, kann ich es ja nicht wissen, entgegnete ich.

Jetzt legt die Bamberg ab. Im Hintergrund die Domspitzen. Doch nicht der Dom, sondern das Kloster Michelsberg spitzt √ľber den D√§chern.

Ich hatte jedoch die Rechnung ohne die Touristen gemacht, von denen so viele mitfahren wollten, dass das Boot schnell voll war und wir doch lieber an Land blieben.

Der 1. September ist längst vorbei.

Dabei ist es bereits September Рaber vielleicht kommt bald eine Zeit, in der das Wetter immer noch schön Рaber die Stadt vielleicht ein wenig weniger voll ist. Wie sich die Massen durch die manchmal engen Gassen schieben, das ist mir zu viel.

Blick auf die Rathausuhr in Bamberg.

Wir trödelten noch hie und da, bis die Rathausuhr sagte, dass es Zeit sei, zu gehen. Feierabend.

Feierabend.

Mit dem kleinen Glöckchen in der offenen Turmhaube des Rathauses läute ich heute das Wochenende ein, zusammen mit den vielen anderen Glocken, Klingeln und Krachmachern bei Frau Tonari. 

Vorräte hamstern

Wir sollen wieder Vorr√§te vorr√§tig haben, so f√ľr den Ernstfall, der hoffentlich nie eintreten wird, empfiehlt die Bundesregierung. Die h√§tten mal hier im Keller st√∂bern sollen…

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Vorräte sammeln.

Der alte Mensch, der unten im Haus wohnt, hat in seiner Jugend gelernt, dass Essen nicht weggeworfen wird und dass die Fr√ľchte des Gartens konserviert werden m√ľssen. Tr√§gt der Kirschbaum schwer an seiner Last, werden nicht etwa die frischen Kirschen an alle diejenigen verschenkt, die sie gerne essen w√ľrden, nein, die Kirschen werden gepfl√ľckt und entsteint und die, die nicht zu Marmelade verkocht werden, landen im ewigen Frost der Tiefk√ľhlschr√§nke Damit sie weniger Platz brauchen, dreht er sie erst durch den Fleischwolf, so passt mehr Kirschmasse in die 3-Liter-Beutel, die anschlie√üend im Froster gestapelt werden. Auch die Johannisbeeren werden fein s√§uberlich gepfl√ľckt und mitsamt der Schale zu Marmelade verkocht. In gro√üe Gurkengl√§ser gef√ľllt, kann er die Masse mit dem gro√üen L√∂ffel ausl√∂ffeln und auf die Pfannekuchen streichen, nach denen alle zwei Tage das Treppenhaus duftet. In den Schalen steckt doch die ganze Kraft, murmelte er, als ich ihn einmal darauf ansprach, dass Johannisbeergelee besser schmecken w√ľrde.

Im Garten steht auch ein Pfirsichb√§umchen, das jeden zweiten Sommer so schwer an den Fr√ľchten tr√§gt, dass es fast zusammenbricht. Leider schmecken die Pfirsiche nicht, trotzdem matscht der alte Mensch sie mit dem Fleischwolf zu Mus und weckt alles ein. Die schlechten Zeiten, an die er dabei denken mag, spielen wahrscheinlich noch nicht einmal in seiner Erinnerung eine Rolle. Erz√§hlt er von seiner Jugend, dann davon, wie er auf einem gro√üen Hof aufwuchs und sich an Fleischbergen satt essen konnte.

Weggeworfen wird nichts. Das gilt f√ľr alte Schlittschuhe ebenso, wie f√ľr die Ersatzteile f√ľr Autos, die l√§ngst auf dem Schrott gelandet sind. Sollen die frisch gewaschenen Unterhosen und geb√ľgelten Hemden zur√ľck in den Schrank sortiert werden, ist dort kein Platz mehr, so viel W√§sche liegt darin gestapelt. Eine Kleiderstange im Zimmer tr√§gt all das bereitwillig, was partout nicht mehr in den gro√üen Schrank passen will. Wie das aussieht? Das ist ihm egal, ebenso wie der muffige Geruch, der sich aus dem Zimmer schleicht, wenn die T√ľr ge√∂ffnet ist. Schlie√ülich schl√§ft er nicht im Schlafzimmer, sondern in der K√ľche auf der Eckbank. Von dort ist der Weg zur Speisekammer nicht so weit. Wacht er nachts auf, schneidet er sich eine Scheibe Brot ab, l√∂ffelt Johannisbeermarmelade mit Johannisbeerschalen darauf und isst.

Bis vor wenigen Jahren lebte noch ein Sohn bei ihm im Haus. Im Fr√ľhjahr steckten sie gemeinsam Zwiebelchen in die Erde, s√§ten Buschbohnen und Radieschen. Die Radieschen wuchsen rasch in die H√∂he, sobald sie einen halben Meter hoch waren, riss sie der alte Mann aus und fuhr sie gemeinsam mit dem Unkraut zur Deponie. Der Sohn kochte die Buschbohnen gemeinsam mit den Zwiebeln, bis beiden ein kleines B√§uchlein wuchs.

Ob geschnittene Zucchini, riesige Wildschweinkeulen oder die Reste vom Geburtstagskuchen: Alles l√§sst sich in gro√üen Beuteln oder praktischen Plastikdosen einfrieren. Seit der Sohn allerdings nicht mehr beim Vater wohnt, gibt es niemanden, der etwas aus den Gefrierschr√§nken holt, um es zuzubereiten. Nein, das stimmt nicht ganz: Manchmal √∂ffnet der alte Mann einen der Schr√§nke und kramt eine gro√üe T√ľte mit Wildfleisch heraus, gibt sie seinem j√ľngsten Sohn, auf dass dieser sie so zubereite, wie es in den alten Kochb√ľchern beschrieben wird. Sonntags drauf kommt er zum Mittag, bekommt Rehbraten mit Rotkraut und Kl√∂√üen. Er w√ľrde gerne √∂fter kommen, jedesmal ein St√ľck vom Reh spendieren, doch der Sohn hat das Reh l√§ngst satt.

Sind irgendwann einmal die Gefrierschränke voll, die nächste Ernte ist reif und soll darin gelagert werden, wird ausgeräumt und sortiert. Auf jedem Beutel ist akribisch genau das Jahr vermerkt und immer wieder die Überraschung groß: Guck mal, das ist schon vier Jahre alt, das essen wir jetzt doch nicht mehr. Aber wie gesagt, weggeworfen wird nichts.

Tagebuchbloggen am 5. September

Grau und tief hingen die Wolken schon fr√ľh am Morgen¬†vom Himmel, gerade als h√§tte sich alles in dicke Plusterdecken gekuschelt.¬†Gestern habe ich zwei alte Bilder aus der Kiste gekramt, eingescannt und einen Text zu ihnen geschrieben, inspiriert von der M√ľtzenfalterin: Mutterbilder. Heute morgen las ich ihn noch einmal durch und merkte, dass ich ihn eigentlich noch mit vielen Szenen erg√§nzen k√∂nnte. Das lie√ü ich lieber bleiben, trank meinen Kaffee aus und fing an, meinen ersten Text zu schreiben, der heute fertig werden muss.

Da wir gestern ein halbes Reh vom F√∂rster bekamen, haben wir alles zwar gleich portioniert und eingefroren, doch die Knochen und sonstigen Reste lagen noch in der K√ľche. Der Mitbewohner holte Zwiebeln, Lauch und Sellerie, briet alles im Br√§ter scharf an und jetzt schmort der Topf, in dem der Fond gekocht wird, auf dem Balkon und der Bratenduft zieht durch die ganze Wohnung. Etwas Ragout behielten wir gestern zur√ľck, das kam heute in die Tajjine. Passend dazu gab es Paprika, Aubergine, Zucchini, Fenchel und Tomate, alles klein in die Pfanne geschnippelt und geschmort.

Zwei sich knutschende Bankträger. Oder was meint ihr, was das ist?

Das Mutterthema lie√ü mich nicht los, also schlich ich immer wieder auf den Balkon, schaute nach dem Topf, √ľberlegte, ob ich mir die B√ľgelw√§sche vornehmen sollte, weil sich bei dieser T√§tigkeit so trefflich nachdenken l√§sst, wuselte ein bisschen im Internet herum, schrieb einen Text fertig, machte mir noch einen Kaffee, schnippelte einen Apfel klein, was man eben so macht, wenn man sich vor etwas davonschleichen m√∂chte.

Die Lieblingshausziege ist noch zwei Wochen lang aush√§usig, schlie√ülich hat sie noch Ferien. Wenn ich mich richtig erinnere, k√∂nnte sie jetzt mit ihrem Vater in Borkum sein und ich hoffe f√ľr sie, dass das Wetter noch einmal besser wird, als es momentan hier ist. Dabei finde ich es nicht schlecht: Es ist immer noch ziemlich warm, auch wenn die Sonne nicht scheint und es regnet nur gelegentlich, so dass wir nur in den beiden Gew√§chsh√§usern gie√üen m√ľssen, in denen die Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen wachsen.

Jetzt warte ich darauf, dass die B√ľgelmaschine hei√ü ist, so dass ich mich um die W√§sche k√ľmmern kann, zwei Stunden habe ich noch Zeit daf√ľr, bevor ich zu einer Gemeinderatssitzung muss. Mehr passiert heute nicht mehr, also reihe ich meinen Tag zu den anderen, die bei Frau Br√ľllen verlinkt werden.

Mutterbilder

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Meine Mutter. Und ich.

Das Bild ist irgendwann im Fr√ľhjahr 1967 entstanden, vermute ich mal, als die letzten Schneereste noch lagen. Ich wurde im Oktober 1966 geboren, k√∂nnte auf diesem Bild ein halbes Jahr alt sein, vielleicht auch schon ein bisschen √§lter. So wichtig ist das auch nicht.

Eigentlich habe ich ein ganz anderes Mutterbild gesucht, eines, auf dem vier M√ľtter und f√ľnf T√∂chter zu sehen sind. Es h√§ngt bei meinen Eltern im Hausflur, immer, wenn ich dort bin, gehe ich daran vorbei und kann mich noch genau an den Tag erinnern, an dem es gemacht wurde.

Es zeigt eine Hollywoodschaukel, die lang genug ist, dass ein m√ľder Mensch auf ihr seinen Mittagsschlaf halten kann, sie steht in dem kleinen Garten hinter dem Haus, das von meinen Urgro√üeltern erbaut wurde. Ganz links auf der Schaukel sitzt meine Urgro√ümutter, in Kittelsch√ľrze und mit wei√üen L√∂ckchen, so, wie ich sie kennengelernt habe und sie immer noch in meiner Erinnerung ist. Sie war Jahrgang 1899, das fand ich als Kind besonders spannend, da sie damit gewisserma√üen aus einem anderen Jahrhundert, einer l√§ngst vergangenen Zeit stammte. Als ich – vor nicht allzu langer Zeit – mal ein Foto von ihr sah, auf der sie als junge Frau mit ihrem Mann und den Kindern zu sehen war, habe ich sie zun√§chst nicht erkannt. Zu anders sah die Urgro√ümutter auf diesem Bild aus und entsprach nicht dem Bild, das ich von ihr in meiner Erinnerung mit mir trage.

Zwei Kinder bekam die Urgro√ümutter, ein M√§dchen und einen Jungen und eines davon sitzt auf dem Foto neben ihr: Meine Oma. Geboren 1925, war sie 1945 schon 20 Jahre alt und verheiratet, wenn auch zu dieser Zeit noch ohne Kind. Von ihrem Bruder jedoch fehlt jede Spur, nein, das stimmt nicht ganz: Seine letzte Postkarte schrieb er noch kurz vor Berlin, erz√§hlte die Urgro√ümutter, danach kam nie wieder ein Lebenszeichen. Leider auch keine Todesmeldung. √úbrig blieb die Tochter. Die Urgro√ümutter passte auf, dass diese wartete, bis ihr Mann aus italienischer Kriegsgefangenschaft nach Hause kam. Dabei bewunderte die Tochter die amerikanischen Soldaten,¬†wie¬†√ľberhaupt alles, was aus dem Westen kam und war neidisch auf s√§mtliche Freundinnen, die sich einen GI angeln konnten, um mit diesem ins gelobte Land zu ziehen.

Statt dessen kam 1946 ihr Mann zur√ľck, sie bekamen f√ľnf Kinder, von denen meine Mutter die √Ąlteste war. W√§hrend die Urgro√üeltern in dem von ihnen gebauten Haus in der oberen Etage wohnten, lebten die Gro√üeltern in der unteren Wohnung. W√§re der Bruder meiner Gro√ümutter zur√ľckgekehrt, h√§tte dieser im Haus gewohnt, nehme ich mal an. Da er nie wieder kam, durften die Gro√üeltern dort wohnen. Ja, wie lebt man miteinander unter einem Dach, wenn die eigene Mutter immer wieder erz√§hlt, wie sehr ihr der Sohn fehlt? Wie ist es, wenn man sich damit nur als zweite Wahl f√ľhlen darf? Als Teenie lebte ich einige Jahre in einem Internat, das oberhalb von Berlin lag. Kam ich in den Ferien in das Urgro√üeltern- und Gro√üelternhaus, fragte mich die Urgro√ümutter gelegentlich, ob ich denn nicht auf den Friedh√∂fen der Umgebung gucken k√∂nne, ob ihr Sohn dort begraben sei.

Wie schon erw√§hnt, meine Mutter war die √Ąlteste von insgesamt f√ľnf Kindern. Manchmal erz√§hlt sie von dem, wie eng es fr√ľher so zuging, schlie√ülich ist das Haus nicht sehr gro√ü: Die exakt gleichen Wohnungen hatten K√ľche, Wohnzimmer, Schlafzimmer und ein Kinderzimmer. Das Klo war auf der halben Treppe, gebadet wurde im Keller in der Waschk√ľche oder in dem kleinen Anbau, den die untere Wohnung hatte.¬†Oma passte auf. dass ihr nichts entging und alles seine Richtigkeit hatte:¬†Einmal wurde meine Mutter von Klassenkameraden nach Hause begleitet, da wartete Oma schon am Gartentor und schickte alle anderen Kinder weg: Hier h√§tten sie nichts zu suchen. Meine Mutter hielt sich lieber bei ihrer Oma auf, als bei ihrer eigenen Mutter, dort hatte sie ihre Ruhe, sowohl vor den Eltern, als auch vor den drei Schwestern und dem Bruder. Als sie ihr Abitur bestanden hatte, h√§tte sie gerne in einer anderen Stadt studiert, da sie jedoch die √Ąlteste war, musste sie zu Hause wohnen bleiben und studierte das, was dort eben m√∂glich war. Als k√ľnftige Lehrerin lernte sie meinen zuk√ľnftigen Vater kennen, wurde schwanger und mit 19 Jahren ebenfalls Mutter. Oben auf dem Bild, auf dem sie den Kinderwagen mit mir schiebt, k√∂nnte sie allerdings bereits 20 Jahre alt sein.

Auf dem Foto mit der Hollywoodschaukel sitzt meine Mutter in der Mitte, neben ihrer Mutter. Sie heiratete meinen Vater, noch bevor ich zur Welt kam, damals machte man das so und wenn man etwas Gl√ľck hatte und nicht zu gro√üe Anspr√ľche stellte, reichte das f√ľr ein ganzes Leben. Allerdings war der Start in das junge Familiengl√ľck nicht einfach. Beide studierten, hatten kein Geld und keine Wohnung. Mein Urgro√üvater kaufte einen kleinen Ofen, stellte diesen in eine der beiden Dachkammern, die es im Haus gab und in der nur eine d√ľnne Wand von den Ziegeln ein wenig die K√§lte und Hitze fernhielt. Diese vielleicht 15 Quadratmeter wurden zur ersten Wohnung. Lange durfte sich allerdings meine Mutter ihrem Muttergl√ľck nicht hingeben, ich sei in die Wochenkrippe zu verfrachten, damit das Studium z√ľgig fortgesetzt werden k√∂nne, befand meine Gro√ümutter. Obwohl meine Urgro√ümutter interveniert hatte und bereit gewesen w√§re, mich zu versorgen – so erz√§hlt es meine Mutter wenigstens – musste ich montags in die Wochenkrippe und durfte freitags wieder nach Hause. An diese Zeit kann ich mich nicht erinnern, zum Gl√ľck, nehme ich mal an. Wenn meine Mutter davon erz√§hlt, sagt sie, dass ich freitags keinen Piep mehr sagen konnte, einfach weil mich die Krippenerzieherinnen so lange schreien lie√üen, bis ich v√∂llig heiser war.

√úbrigens: Bis heute ist mein Verh√§ltnis zu meiner Mutter eher, nunja, unterk√ľhlt. Auch das Verh√§ltnis meiner T√∂chtern zu ihr, immerhin ihrer Oma. Wer von diesen Frauen, die da so nebeneinander scheinbar eintr√§chtig auf der Hollywoodschaukel sitzen, damit angefangen hat, die T√∂chter emotional auf Abstand zu halten und daf√ľr die S√∂hne zu h√§tscheln und hofieren, das wei√ü ich nicht. Aber es hatte System.

Die vierte auf der Hollywoodschaukel, das bin ich und halte meine √§lteste Tochter im Arm, die damals noch ein Baby war, gerade ein halbes Jahr alt. F√ľnf Generationen, f√ľnf Frauen. Ich habe versucht, Dinge anders zu machen als meine Mutter. Ob es mir immer gegl√ľckt ist, m√ľssen sp√§ter meine drei T√∂chter beurteilen. Leicht war es nicht, schlie√ülich klebt vieles von der Mutter widerwillig ererbte hartn√§ckiger als Spinnweben an mir und bildet einen Kokon, aus dem ich mich im Lauf der Jahre nur m√ľhsam befreien konnte. Gelegentlich entdecke ich immer noch Reste davon, und wei√ü nicht: Soll ich mit diesen jetzt Frieden schlie√üen oder sie weiter eifrig abschrubben, solange, bis die Haut ger√∂tet und entz√ľndet ist?

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Tochter und Mutter.

Links sitze ich neben meiner Mutter, in dem Sommer, der vor der Aufnahme mit den f√ľnf Generationen lag. Viel zu sagen hatten wir uns nicht.

Der Text entstand dank der Inspiration von „M√ľtzenfalterin“, die tausend M√ľtterbilder sucht.

Vielleicht gibt es Рirgendwann einmal Рhierzu noch eine Fortsetzung. Das Mutterthema ist ein, ja, unendliches und auch dann längst nicht abgeschlossen, wenn die eigene Mutter nicht mehr am Leben sein sollte.