Schleusentechnik, die hÀlt #Rostparade

Schleuse von Uglitsch

1940 wurde der Uglitscher Stausee gebaut und mit ihm die Uglitscher Schleuse, mit deren Hilfe die Schiffe die elf Meter Höhenunterschied zwischen Stausee und Wolga ĂŒberwinden können. In diesem See versank so einiges, nur der Glockenturm einer Kirche ragt beispielsweise mitten aus dem Wasser.

Glockenturm der Nikolaikirche von Kimri.

 

Schleusentechnik an der Schleuse in Uglitsch.

Die Schleuse selbst ist 30 Meter breit, fast 300 Meter lang und fĂŒnfeinhalb Meter tief. So archaisch und robust die Technik auch aussieht, Rost nagt an fast allen Teilen.

Schleusentechnik an der Schleuse in Uglitsch.

Schleusenwand mit Stahlbewehrung.

Schleusentechnik an der Schleuse in Uglitsch.

Hier geht es jetzt raus aus der Schleusenkammer.

Verbunden mit: Frau Tonaris Rostparade. Wer dem Link folgt, kann viele wunderschöne rostige Dinge entdecken.

 

Vogelnest, sinnlos, Auftritt #abc.etĂŒden

Wagt sich ein Vogeljunges noch ohne Schwanzfedern vorwitzig aus dem Vogelnest, ist der Auftritt oft nur kurz – und die ganze MĂŒhe der Aufzucht war fĂŒr die Vogeleltern sinnlos. Stattdessen freut sich die Katz, der Marder oder wer auch immer den Weg des Vogeljungen kreuzt, leckt sich den Bart nach verputztem Piep und wartet, ob noch weitere dieser Leckerbissen quasi vom Himmel fallen wĂŒrden.

„Der Natur ist das gleich-gĂŒltig“, murmelte Karl-Heinz hinter seiner Kaffeetasse: „Steckst du mal noch ein Brot in den Toaster?“

„Die tun mir aber so leid“, jammerte Liese.

Eine Goldammer auf dem Balkon.

„Du kannst sie ja im nĂ€chsten Jahr katzensicher im VogelkĂ€fig einsperren“, ließ sich Karl-Heinz nicht beeindrucken: „Aber dann musst du sie auch selbst mit den Fliegen und MĂŒcken fĂŒttern. Ich mache das jedenfalls nicht“, stellte er klipp und klar fest, wĂ€hrend seine Liese die fedrigen Überreste der kleinen Opfer von der Terrasse sammelte.

Verbunden mit: Christiane lĂ€dt einmal in der Woche zu den abc.etĂŒden ein. Dort sind noch viel mehr Geschichten versammelt, die alle die von Karin gespendeten Worte Vogelnest, sinnlos und Auftritt verbasteln.

Die schönsten Sommerurlaubsziele

Urlaub. Endlich. Wer als Jugendlicher endlich froh ist, dass er der Schule entfliehen kann, stellt schnell fest: Zumindestens die Ferien waren schön. Sie waren vor allen Dingen lang, manchmal auch langweilig, aber ganz bestimmt lĂ€nger, als jeder Urlaub spĂ€ter so ist. Zu kurz: Das scheint ĂŒberhaupt ein Merkmal des Urlaubs zu sein, und so mĂŒssen diese wenigen Tage im Jahr fĂŒr all das reichen, wofĂŒr sonst keine oder kaum Zeit bleibt: Ausschlafen, Chillen, nichts tun… Oder? Doch. Eines ist im Urlaub ganz wichtig: die Urlaubsreise. Die HĂ€lfte der Deutschen verreist, wohin auch immer. Im Urlaub soll alles so sein, wie es im Alltag nicht ist: Eltern, die jeden Tag den Tisch fĂŒr die Kinder decken, Essen kochen, abrĂ€umen, alles in die SpĂŒlmaschine rĂ€umen, wollen sich einfach an einen schön gedeckten Tisch setzen und aufstehen dĂŒrfen, wenn sie fertig sind. Nix abrĂ€umen.

Nach Lloret de Mar

Da mein Urlaub schon immer etwas anders war, als bei anderen, hab ich mal den Lieblingsmann gefragt. Der kann sich tatsĂ€chlich noch gut an seinen ersten Urlaub erinnern, nach Abschluss seiner Lehrzeit, als es mit den Kumpels nach Lloret de Mar ging. Da wurde weder in Prospekten geblĂ€ttert, noch auf der Karte geguckt, da hat es gereicht, dass einer gesagt hat: „Dort gibts Gaudi“ – und alle fuhren mit.
Wichtig war fĂŒr die Jungs: Weil sie noch nicht viel Geld hatten, musste es billig sein, dafĂŒr sollte viel los sein und sie wollten Spaß haben, was fĂŒr sie hieß: BIs in die Puppen unterwegs sein, morgens ewig schlafen und MĂ€dels kennen lernen. Das Hotel war weit vom Strand entfernt und im Hinterhof lag der MĂŒll – egal. Nach den 17 Stunden Busfahrt dĂŒrften die Ă€lteren Leute, die ebenfalls mitfuhren, mehr als aufgeatmet haben: Die Jugendlichen waren in ihrem Gaudi so versunken, in ihre Aufregung ĂŒber den ersten eigenen Urlaub, sie plapperten, lĂ€rmten, sangen, schĂ€kerten, machten Blödsinn, und merkten nicht, dass sie allen anderen Mitfahrern dabei grĂŒndlich auf den Keks gingen.

Im Meer gemerkt: Kann gar nicht schwimmen

Die Taschen wurden nach der Ankunft einfach ins Zimmer geworfen und alle stĂŒrmten ans Meer und ins Meer, bewaffnet mit Luftmatratzen und dicken Schwimmreifen oder nur mit Badehose, wie der Lieblingsmann, dem plötzlich einfiel – als er bereits im Wasser war – dass er gar nicht schwimmen kann. GlĂŒcklicherweise trug ihn das salzige Wasser, sonst hĂ€tte ich ihn spĂ€ter nicht kennengelernt. Der Tagesablauf blieb wĂ€hrend seiner Urlaubswoche ziemlich gleich – so wie ja auch ein Arbeitstag immer gleich ablĂ€uft: Bis zum Mittag wurde gepennt, dann ging es an den Strand. Dort wurde am Imbiss gegessen, was billig war, frittierte Sprotten, Spareribs mit Pommes, Blödsinn gemacht, so lange, bis es abends zur Party ging. Das dauerte bis morgens, so gegen sechs, zum Abschluss gabs FrĂŒhstĂŒck und noch ein kurzes Bad im Pool – und ab ins Bett. Bis zum Mittag…

Urlaub – einfach so fĂŒr zwischendrin

Heute packen wir einen Korb fĂŒrs Picknick, ĂŒberlegen, in welche Richtung es gehen soll und fahren los. Es ist heiß, also suchen wir ein SchattenplĂ€tzchen, am liebsten am Weiher und an einer Stelle, zu der wir nicht so weit laufen mĂŒssen. Am Waldweg steht kein Verbotsschild, nur an dem Weg, der durch die Felder fĂŒhrt. Wer jetzt meckert, der soll selbst mit einem schweren Korb voll mit Leckereien an der Hand bei 30 Grad im Schatten kilometerweit laufen. Durch den Wald ging es bergab, bis zum Waldrand. Die Weiher, zu denen wir eigentlich wollten, waren hier nicht, aber auf einem Waldweg ist eine Wende mit dem Auto nicht so einfach, auch dann nicht, wenn das Auto klein ist. Eine Bank steht und wartet, ein Weiher glitzert ein kleines StĂŒck hinter dem Feld. In der Ferne blitzen rote DĂ€cher ĂŒber Hecken, ein Kirchturm wacht.

Dösen am Weiher

Der Waldweg fĂŒhrt um den Weiher herum, das letzte StĂŒck geht es einfach durch die BĂ€ume, ohne Weg, bis zu einem kleinen schattigen Grasfleck. Die Vögel zwitschern, Frösche knarzen, Libellen jagen ĂŒber dem Wasser, das klar im Weiher schimmert. Es ist nicht tief, wir können bis auf den Grund sehen, trotzdem traue ich mich nicht mit den FĂŒĂŸen hinein, durch den graubraunen Schlick, auf dem einzelne BuchenblĂ€tter liegen. Am Ufer ein dĂŒrrer Ast, wie eine magere Echse mit Hörnern, die auf Beute lauert. Irgendwo knattert entfernt ein Helikopter, auf dem Weg kommen gelegentlich schwĂ€tzende Menschen vorbei, die uns hier aber nicht sehen.

Ring aus Gras

Grasflecken? Na und. WĂ€hrend ich auf dem RĂŒcken dem Flirren der BlĂ€tter zuschaue, flicht der Lieblingsmann einen Ring aus Gras fĂŒr mich.

Die schönsten Sommerurlaubsziele

Die schönsten Sommerurlaubsziele, die es fĂŒr mich gibt, sind die, die ich nicht planen kann, weil sie, wie dieser Weiher, dann vorbeikommen, wenn ich eigentlich woanders hinwill. Dann lasse ich mich treiben, nehme das, was mir geboten wird, ohne krampfhaft nach dem zu suchen, was mir in meiner Vorstellung vorschwebte. Und siehe da: dann ist fĂŒr einen Nachmittag ein ganzer Urlaub.

Das Fröschlein kommt vorbei.

Wer mag, kann einfach bis zum 15. Juli seine eigenen schönsten Sommerziele vorstellen und den Link dazu in den Kommentaren anhÀngen.

Verbunden mit: Daily prompt. 

Nikosia: die geteilte Stadt

Die Friedenstaube in Nikosia, der letzten geteilten Hauptstadt.

Wer aus einem Land kommt, das Mitglied der EuropĂ€ischen Union ist, kann die Grenze zwischen dem tĂŒrkischen und dem griechischen Nikosia einfach ĂŒberschreiten. Der Unterschied zwischen den beiden StadthĂ€lften ist allerdings enorm.

Nicht parken. Schon klar. Ich nehme mal an, es ist der Besitzer des PlÀtzchens. Oder?

Jihad an then she hadn’t. Auch hier: alles klar 🙂

Blick von der griechischen auf die tĂŒrkische Seite Nikosias. Das Land dazwischen: WĂŒstes Niemandsland.

Es gibt so Dinge, die lassen sich nur mit dem richtigen Kraut ertragen.

 

Nicht jeder Schirm ist ein Rettungsschirm: Über einer Gasse im tĂŒrkischen Teil der Stadt.

Zwischenstation. Ob es jemals weiter geht?

Verbunden mit: Weekly Photo Challenge , „Transient“

Sommer, Sonne – Sommerbluse #spgrandearchebluse

Es gibt so Momente, an denen fĂŒgt sich einfach alles zusammen: Vor, na, inzwischen bestimmt schon fast zwei Jahren hat mir die Lieblingshausziege einen Meter Stoff geschenkt, neulich bekam ich einen Schnitt zum ProbenĂ€hen geschenkt und dann wurde es richtig warm. Alles passte: Der Stoff zum Schnitt zur Temperatur.

Es war ein bisschen windig auf dem Balkon…

Der Schnitt heißt Grande Arche, ist von Sewionista, lĂ€sst sich als Bluse mit kurzen, langen und TrompetenĂ€rmeln nĂ€hen, macht aber auch als Kleid eine gute Figur. Da kein Reiß- oder sonstiger Verschluss vorgesehen war, habe ich lieber eine GrĂ¶ĂŸe grĂ¶ĂŸer gewĂ€hlt, schließlich will ich eine Bluse auch ohne Hilfe an- und ausziehen können. Der bunte Baumwollstoff hat gerade so gereicht, viel ist nicht mehr ĂŒbrig. Da die Stoffreste nicht reichten, um die Belegteile im Ganzen zuzuschneiden, mit denen der Ausschnitt vorne und hinten verstĂ€rkt wurde, habe ich sie einfach in jeweils zwei StĂŒcken zugeschnitten und zusammengenĂ€ht. Sie sind ja innen, da sieht es keiner. 

Beim NĂ€hen selbst habe ich erst die Ärmel eingepasst, dann die SeitennĂ€hte geschlossen. Das hat einwandfrei funktioniert. Und die Lieblingshausziege war erfreut, dass ich jetzt das geschenkte Stöffchen zu so etwas Nettem verarbeitet habe.

 

 

 

 

Verbunden mit: MeMadeMittwoch. 

 

Badesalz, flundernplatt, Lehrmeister #abc.etĂŒden

„Hey! Nicht das Wasser streicheln!“ Micha war zwar nur Rettungsschwimmer, spielte aber gerne Lehrmeister, wenn er sah, dass ein junges MĂ€dchen beim Schwimmen die Arme nicht korrekt nach unten, sondern weit zur Seite hin bewegte. WĂ€hrend die von ihm respektlos als Haubentaucher titulierten alten Damen ohne Unterbrechung lange und ausdauernd ihre Bahnen zogen, dauerte es bei dem jungen MĂ€dchen nicht lange, bis sie flunderplatt aus dem Wasser stieg und zu ihrem Handtuch gehen wollte.

„Ist dir kalt?“ fragte er dann, immer bereit, sie in seine warme Jacke zu packen. Er trug sie ĂŒberhaupt nur deswegen, damit er die MĂ€dchen in seine WĂ€rme hĂŒllen konnte. Sie sahen dann so dankbar aus: „Wenn du das nĂ€chste Mal schwimmen gehst, sag Bescheid, dann schĂŒtte ich Badesalz ins Wasser. Das trĂ€gt dich so sicher, dass du dich einfach auf den RĂŒcken legen kannst, wie im Toten Meer“.

Im Freibad.

Das MĂ€dchen ließ mit einer leichten SeitwĂ€rtsbewegung einfach die Jacke von sich gleiten, so dass sie ins Wasser fiel. Micha war baff. Er schaute zu, wie seine Jacke taumelnd auf dem Boden des Schwimmbeckens landete, bevor er selbst mit einem Kopfsprung abtauchte, sein Handy zu retten.

Verlinkt mit: abc.etĂŒden. 

Dort gibt es noch viel mehr Geschichten rund um die drei Worte: Badesalz, flundernplatt und Lehrmeister.

Alles fĂŒr die Katz #59

Klosterkatze.

Da das Hauptkloster der Insel Walaam ein ganzes StĂŒck vom Liegeplatz unseres Schiffes entfernt und dieses zu groß war, um uns dorthin zu bringen, stiegen wir auf eine kleineres Schiff um und tuckerten ĂŒber den Ladogasee. Dieses Tierchen nahm majestĂ€tischerweise zwar alle Huldigungen entgegen, wĂŒrdigte die profanen Besucher jedoch keines Blickes. Ganz anders der fix dahereilende Mönch:

Russisch-Orthodoxer Mönch

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles fĂŒr die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans ĂŒber schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles fĂŒr die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen ĂŒber den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

12 Bilder vom 12. Juni

Zwei Libellen ĂŒber dem Wasser.

Vormittags war Schreibzeit, ich kann ja schließlich nicht den ganzen Tag faulenzen. DafĂŒr war ich aber bald nach dem Mittag draußen: Das Wetter war schön, die WĂ€sche ist geduldig und wer weiß, wie lange es sonnig und warm ist. Ich wollte die Fröschlein besuchen, ein paar HolunderblĂŒten pflĂŒcken und auf der Bank am Weiher einen kleinen Text mit der Hand schreiben.

Hupf – da war das Fröschlein weg.

Doch am ersten Weiher waren die Fröschchen schneller als ich, hupften ins Wasser, nur die Kreise im Wasser kĂŒndeten davon, dass sie grad hier noch waren.

Einer der unzÀhligen Weiher, die es hier zu hunderten und tausenden zwischen den WÀldern und Feldern gibt.

Die Kiefernnadeln bildeten einen weich-federnden Teppich, von oben wehte der Wind die Zapfen herab.

Ein leerer Weiher. Jetzt ist hier Wiese.

Harziger Holzduft.

Der harzige Duft des frisch geschlagenen Holzes kriecht in meine Nase. Ich inhaliere den Duft, habe fĂŒr einen Moment das GefĂŒhl, als sĂ€ĂŸe ich in einer Wanne mit Latschenkiefernschaumbad, doch der Wind treibt mich weiter.

Verwunschener Pfad?

Ein wie verwunschen wirkender Pfad fĂŒhrt in den Wald, da ich keine Eile habe, folge ich einfach –

HĂŒtte im Wald

und finde eine kleine HĂŒtte im Wald. Wohnt da jemand?

Der Holunder blĂŒht.

Ich hole die Schere aus der Tasche, schneide die Dolden und verstaue sie sorgfĂ€ltig. Nachher gibt es RĂŒhrkuchen mit HolunderblĂŒten.

Ein Fröschchen.

Im nÀchsten Weiher höre ich die Fröschchen schon von weitem. Und als ich mich nÀherschleiche, sehe ich sie.

Großartiger Himmel

Auf einer Bank am Weiher schaue ich den ziehenden Wolken hinterher. Und schreibe.

Kreuzende Flugzeuge.

Gleich bin ich zurĂŒck.

Keine bunten SommerblĂŒten, nirgends, nur einheitlich sattes GrĂŒn: GrasgrĂŒn, TannennadelgrĂŒn, MoosgrĂŒn, BirkengrĂŒn, HafergrĂŒn. Lediglich die Dolden des Holunders leuchteten weiß und verströmten ihren bittersĂŒĂŸen Duft, der Basti an den Sirup erinnerte, den die Oma manchmal vor ihn stellte und an den Fliedertee, den er trinken musste, wenn er fieberkrank im Bett lag.

Sie kamen bis zu einem Hof, von dem nichts mehr existierte, außer dem leeren Platz, den sich das Unkraut langsam zurĂŒckeroberte. Kaum etwas erinnerte mehr daran, dass es hier einmal ein Wohnhaus, StĂ€lle und Scheunen gegeben hatte. „Zu nah an der Grenze“, lautete das Urteil, das die Sprengung befahl. Die Bewohner durften ihre Sachen packen und mussten gehen. Selbst der Schutt wurde abtransportiert. Zwei Stufen schienen nach unten zu fĂŒhren, versandeten im Kies „Hier war sicher ein Bunker“, vermutete Norbert.

Weit hatten sie es jetzt nicht mehr.

Verbunden mit: Draußen nur KĂ€nnchen, hier gibt es noch viele andere Bilder schöner Tage.

Verbunden mit: Irgendwas ist immer und den drei gespendeten Worten Bunker, SommerblĂŒten und bittersĂŒĂŸ.

Verbunden mit: Daily prompt „Taper“. 

Sonntags mit dem Radl unterwegs

Aus unserem Ort fĂŒhrt seit kurzem ein weiterer Radweg direkt neben der Straße in den nĂ€chsten Ort. Damit mĂŒssen wir nicht mehr auf der engen und recht kurvenreichen mit den Autos um den Platz konkurrieren. In den vergangenen Jahren entstanden recht viele Radwege entlang von Bundes- und Kreisstraßen, wahrscheinlich gibt es eine Vorschrift, die diese zur Pflicht macht. Ich finde das erfreulich, da ich mich zwischen Autos nur ungern mit dem Fahrrad bewegen mag. Diese Radwege sind sogar mit einem blauen Schild gekennzeichnet, das heißt, ihre Benutzung ist Pflicht, sogar dann, wenn sie auf der linken Seite der Fahrbahn entlangfĂŒhren. Warum es allerdings immer noch Radfahrer gibt, die auf diesen so stark frequentierten Straßen Verkehrshindernis spielen und sich dabei in Lebensgefahr begeben mĂŒssen, das erschließt sich mir nicht. Aber da sitze ich meistens selbst im Auto und muss gut darauf achten, einen solchen Radler nicht aus Versehen als Galionsfigur mitzunehmen, wie gesagt, nebenan sind hĂŒbsche, neue, frisch geteerte Radwege.

Die Bachstelze fĂŒnf Meter vor uns wippte noch dreimal mit dem Schwanz, der LĂ€rm nebenan störte sie nicht, doch wir kamen ihr zu nahe, da flog sie lieber auf, die Kirchglocken bimmelten und lĂ€uteten die Zeit. So schön, so geteert, so gerade, so gut. Was allerdings schon nach kurzer Zeit gewaltig nervt: Kaum geht es in einen Ort hinein, endet der Radweg zuverlĂ€ssig am Ortsschild.

Peng. Anhalten, absteigen, warten bis eine LĂŒcke im Verkehr ist, Fahrbahn queren und auf der Straße weiter durch den Ort radeln, biestige Motorradfahrer und mit quietschenden Reifen bremsende Autofahrer hinter uns gibt es gratis. Zwar gelten im Ort die ĂŒblichen 50, manchmal sogar nur 30 km/h, doch kaum einer scheint sich daran zu halten, der Weg ist ja gerade und keine Ampel in Sicht. Nur der Radler stört. Ist der Fußweg breit genug, nutze ich diesen, wohl wissend, es ist nicht erlaubt. DafĂŒr ist er fast ungenutzt, jedenfalls Sonntags. Auch Werktags sind auf dem Fußweg nur die wenigen Kinder unterwegs, die nicht mit dem Elterntaxi zur Schule gebracht werden, die noch den Bus nehmen mĂŒssen.

Trotz allem war der Weg vergnĂŒglich – wir kamen am Dorffest an, gingen zum kleinen Schloss. Dort wollte sich der Mitbewohner die drei Fotos von mir angucken, die zwischen den anderen Bildern der Ausstellung hingen, da er am Freitag nicht zur Vernissage kam.

Durch den Torbogen in den Schlosshof

Noch am Mittwoch hatte ich Flyer verteilt, ganz in der NĂ€he, und es gab Alteingesessene, die verwundert fragten: Dort gibt es ein Schloss?

Die kleine Schlosskapelle

Ja, gibt es. Auch wenn es nur klein ist.

Auf dem RĂŒckweg Rast am Weiher.

Gleich wieder zuhause.

Verbunden mit: Daily prompt. 

Die schönsten Fotos in diesem Halbjahr

„Erkunde die Welt“ heißt der Blog von Michael – und er möchte wissen, welches meine schönsten Fotos in diesem Jahr bisher sind und gibt in seiner Blogparade die gewĂŒnschten Themen vor:

  • „ungewöhnlich“
  • „entspannt“
  • „fern“
  • „beleuchtet“
  • „alt“
  • „schönstes Foto“

Ungewöhnlich:

Diese zwei Fotos habe ich in Zypern gemacht: In einem kleinen Museum waren nicht nur die prÀparierten Tiere zu sehen, die in dieser Gegend wild leben, sondern auch diese beiden kleinen Ziegen. Eine mit zwei Körpern, die andere mit zwei Köpfen.


Entspannt:

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich nicht auf Ski stellen wĂŒrde, ganz egal, was passiert. Meine letzten Erfahrungen damit habe ich zwar als Kind gemacht, doch die waren nachhaltig genug, so dass ich sage: Nee. Nicht mein Ding. Dieser Skifahrer steht jedenfalls entspannt auf einem völlig verschneiten und vereisten Stein, ich hatte MĂŒhe, einfach zu Fuß dort hochzukraxeln, er hatte genĂŒgend Muße, ein entspanntes Handyfoto von der Lage zu machen.

Skifahrer auf dem Ochsenkopf

Fern:

Anfang Mai waren wir in Moskau und St. Petersburg unterwegs. WĂ€hrend es in Moskau bereits frĂŒhlingshaft freundlich und warm war, herrschte im Norden noch der April: Regen, Schnee und Sonnenschein wechselten, oft in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Das Foto entstand, wĂ€hrend wir mit dem Bus durch St.Petersburg unterwegs waren. Die Kirche wird hell von der Sonne beleuchtet, wĂ€hrend dahinter schon wieder das nĂ€chste Unwetter droht.

Kirche in St. Petersburg.

Beleuchtet:

Im Januar war es eisig kalt. Trotzdem waren wir gerne unterwegs. Als die Sonne unterging, zauberte sie ein wunderschönes Farbenspiel im Schilf, das rund um den Weiher stand.

Abendsonne am Weiher.

Alt:

Auf der Reise von Moskau nach St. Petersburg machten wir in einem Museumsdorf Halt: Manche der HolzhĂ€user waren wie frĂŒher eingerichtet, in einigen handwerkten Menschen und boten Dinge zum Verkauf.

Das Museumsdorf Mandrogi.

Schönstes Foto:

Manche Schleusen, die das Schiff passierte, wirkten ein wenig wie WohnhĂ€user, andere waren mit Figuren geschmĂŒckt. Auch wenn der Platz manchmal recht knapp bemessen schien, auch wenn das Schiff recht breit war, blieben immer noch zwei oder drei Handbreit Platz zwischen Bordwand und Schleusenkammer.

Kurz vor der Schleuse.

Verbunden mit: Michaels Blog „Erkunde die Welt“. 

Bis zum 18.7. sammelt er in seiner Blogparade allerschönste Bilder, wer mag, kann teilnehmen oder sich durch die vielen traumhaften Bilder der anderen Teilnehmer klicken.