Rostige Angeln zur #Rostparade

Heute hatte die Lieblingshausziege ihren letzten Ferientag, da sie morgen, zum 1. September, in N├╝rnberg ihre Ausbildung beginnt. Wir haben den Tag genutzt und eine Freundin von ihr besucht, die gerade in der Falknerei von Schloss Schillingsf├╝rst ein Praktikum macht. Zwar fiel die Flugshow leider aus, die V├Âgel waren schon ganz nass, trotzdem war es interessant. Wir haben zugeguckt, wie die V├Âgel gef├╝ttert wurden, ich war bei einer kurzen Schlossf├╝hrung dabei, anschlie├čend haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen und sind wieder nach Hause gefahren. Selbstverst├Ąndlich sa├č die Lieblingshausziege am Steuer – und ich wies als aufmerksame Beifahrerin den Weg.

Auf dem R├╝ckweg grinste uns in Ipsheim ein Schild an, auf dem „Federwei├čer“ stand, klar, dass wir dort hielten, probierten und einen kleinen Kanister kauften. Jetzt ist immerhin fast Wochenende.

Selbstverst├Ąndlich habe ich auch etwas Rost gefunden. Schlie├člich ist das zwar ein Schloss, doch es steht ja schon einige Jahre.

 

 

 

 

Verbunden mit: Frau Tonaris Rostparade. 

 

Das aktuelle Podium: Hass

Poetenfest in Erlangen

Im vergn├╝gt-verspielt-barocken Schlosstheater warteten f├╝nf schwarze St├╝hle auf einem f├╝nff├╝├čigen Metallgestell auf der B├╝hne, neben jedem von ihnen ein grauer Quader mit wei├čem, gefaltetem, aufgestellten Namensschild.

Florian Felix Weyh moderierte die Diskussion, an der sich Seyran Ate┼č, Florian Goldberg, Susanne Koelbl und Falk Richter beteiligten. Wir sitzen hoch oben im zweiten Rang und haben einen guten ├ťberblick auf das ├╝berwiegend grau- und wei├čhaarige Publikum, das gut gekleidet auf den Beginn der Veranstaltung wartet und erwartungsvoll murmelt.

Eine Diskussion ├╝ber Hass. Wo wir doch alle immer so friedlich sind, so friedfertig, immer gut, zu uns, zu den Nachbarn, zu den N├Ąchsten, jedenfalls dann, wenn sie nicht st├Âren, wenn sie nichts fordern, wenn sie nichts wollen, was wir nicht freiwillig geben w├╝rden.

Auf der B├╝hne sitzen Menschen, die in unterschiedlicher Weise selbst Hass erlebt haben, Hass gegen sich. Es sitzt keiner dort, der seine Aggression und seinen Hass auslebt, vermutlich, weil sich solche Menschen vermutlich nicht auf eine B├╝hne setzen und dar├╝ber reflektiert reden w├╝rden. In den kleinen Separees rechts und links von der B├╝hne mustern zwei sehr aufmerksame Herren das Publikum, schauen ├╝ber graubeschopfte K├Âpfe, weisen Fotografen auch mal zwei Meter zur├╝ck, wenn sie der B├╝hne zu nahe kommen. Hinten in den Kulissen sitzen ebenfalls Menschen: Ja, Seyran Ate┼č steht unter Personenschutz. So stark ist der ├ärger der M├Ąnner ├╝ber die t├╝rkische Anw├Ąltin und Gr├╝nderin einer Moschee, die einfach nur als Frau gleichberechtigt leben m├Âchte, dass sie von ihnen bedroht wird.

Die vier berichten ├╝ber den Hass, den sie aus unterschiedlichsten Gr├╝nden erlebt hatten: Seyran┬áAte┼č, weil sie sich f├╝r die Gleichberechtigung von Frauen einsetzt, Falk Richter, weil er ein Theaterst├╝ck inszeniert hat, Florian Goldberg, weil er eine Kolumne geschrieben und darin nachgedacht hatte, was die m├Ąnnliche eruptive Gewalt eigentlich mit den M├Ąnnern an sich zu tun hat, Susanne Koelbl, weil sie immer wieder in L├Ąndern unterwegs war, in denen Attent├Ąter heranwachsen, ja, gez├╝chtet werden und dar├╝ber schreibt. Keiner ist selbst gewaltt├Ątig, aber immer wieder Zielscheibe von Hass.

Die Anlage zum Hass ist in uns allen, er ist ein Teil von uns als Menschen. Werden Menschen nicht gesehen, nicht geh├Ârt und nicht wahrgenommen, kann der Zorn aufbrechen. Wer allerdings die n├Âtige Zuwendung leisten kann, damit Menschen nicht gewisserma├čen aus dem Orbit fallen, das ist nicht so klar. Sozialarbeiter mit ihrer funktionalen Hinwendung k├Ânnen das nicht leisten. Das geht uns irgendwie alle an. Auch f├╝r die Integration der Fl├╝chtlinge reicht es nicht aus, sie lediglich mit Essen und Kleidung zu versorgen.

Erinnert sich jemand noch an die Experimente, die einst im 13. Jahrhundert auf Gehei├č Kaiser Friedrich II. durchgef├╝hrt wurden? Er wollte herausfinden, welche Sprache Kinder urspr├╝nglich sprechen, wenn nicht mit ihnen gesprochen wird. Doch die S├Ąuglinge starben, obwohl sie satt und sauber waren. Ohne L├Ącheln und Worte konnten sie nicht leben.

Und wir? Kommunizieren miteinander. Mit Hilfe elektronischer Medien. Ja, sicher, sie sind unglaublich gut und praktisch. Trotzdem sollten wir gelegentlich miteinander reden. So ganz altmodisch gegen├╝ber sitzend und schauen, wohin die Gedanken m├Ąandern.

Alles f├╝r die Katz #63

Kleine Katz auf gro├čer Katz

Es hat nicht lange gedauert: In den ersten Tagen schlichen die beiden Katzen noch umeinander und fauchten sich an, wenn sie sich versehentlich zu nahe kamen. Da die gro├če Katze lieber drau├čen unterwegs war und die kleine Katze sich erst einmal an uns gew├Âhnen sollte, kam das nicht zu oft vor.

Dann begann die Zeit der Nasenk├╝sschen: Kam die gro├če Katze zur T├╝r herein, stupsten die Katzen ihre Nasen aneinander, hielten jedoch immer noch respektvollen Abstand. Gefaucht wurde immer noch, besonders dann, wenn die gef├╝llten Katzenn├Ąpfe zu nahe nebeneinander standen.

Sie hatten ein Spiel entdeckt: Sa├č die kleine Katzmatz auf dem K├╝chenstuhl, platzierte sich die gro├če Katz auf dem K├╝chentisch obendr├╝ber und tatzte nach der Kleinen. Der Mitbewohner sah es mit Skepsis, aber es schien beiden zu gefallen. Die kleine Katze h├Ątte sich ja auch woanders platzieren k├Ânnen, aber nein, es musste genau dieser Stuhl unter der gro├čen Katze sein.

Irgendwann war es so weit: Katzmatzens legten sich gemeinsam zum Schlafen ab.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt ÔÇťAlles f├╝r die KatzÔÇŁ beteiligen m├Âchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans ├╝ber sch├Âne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei ÔÇťAlles f├╝r die KatzÔÇŁ dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen ├╝ber den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen ÔÇô und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie sch├Ân ihre Katzen sind.

12 Bilder vom 12. August

Dicke Wolken am Himmel

Ja, sicher. Die dicken Wolken hinter den Sonnenblumen k├Ânnten weg. W├Ąre es aber so hei├č und sonnig, wie es den ganzen Sommer schon war, k├Ąme ich ja zu nichts. Also schaue ich mal, was alles noch heute weg kann, wenn schon die Wolken bleiben.

Ortsbegehung: Ja, der Erdhaufen muss weg.

Die Gemeinder├Ąte in einem kleinen Dorf schauen sich einen ziemlich gro├čen Erdhaufen an. Dieser muss entweder auf dem Grundst├╝ck verteilt werden – und w├╝rde daf├╝r sorgen, dass der Boden dann durchschnittlich einen halben Meter h├Âher l├Ąge, oder er muss abtransportiert werden. Dar├╝ber entscheiden die Gemeinder├Ąte aber erst in der Gemeinderatssitzung, heute haben sie sich nur vom Anblick des Haufens ├╝berzeugt und beeindrucken lassen.

Der Salat bl├╝ht schon.

Der im Fr├╝hbeet vergessene Salat f├Ąngt langsam an zu bl├╝hen. Der kann auch weg, den will keiner mehr essen.

Heute hat der Mitbewohner Rasen gem├Ąht.

Der Rasen ist weg. Da ist nur noch strubbelkurzes Gras.

Pfefferminze mit Schachtelhalm

Das Unkraut zwischen der Pfefferminze muss auch weg.

Die Tomaten werden reif.

Die Tomaten m├╝ssen nicht weg, sie m├╝ssen nur gelegentlich gepfl├╝ckt werden. Eine nach der anderen wird reif, rot, saftig und s├╝├č.

Ein ├╝brig gebliebener Baumstamm

Im Fr├╝hjahr hat der Mitbewohner einen Nadelbaum abges├Ągt. Der Stumpf sieht jetzt zwar lustig gef├Ąrbt aus, muss aber auch noch weg.

Wei├če Trauben.

Ob es den wei├čen Trauben zu trocken war? Einige sind gro├č geworden, doch die meisten sind immer noch so klein wie Rosinen.

Rote Trauben

Am roten Weinstock h├Ąngen ebenfalls Trauben, die sind aber nicht so unterschiedlich gro├č.

Kamelie.

Beim Blumengie├čen sehe ich, dass sich schon wieder kleine L├Ąuse auf der Kamelie niedergelassen haben. Die m├╝ssen auch weg. Unbedingt. Wei├č jemand, wie?

Das wird ein Shirt.

Da noch genug Stoff im Schrank liegt, muss davon auch was weg: Ich n├Ąhe mir jetzt ein Shirt daraus.

An diesem Tag kamen noch eine ganze Menge mehr Dinge weg: Die toten Fliegen auf den Fensterbrettern, die Spinnweben unter der Zimmerdecke, die Staubflusen unter den Schr├Ąnken – aber davon habe ich kein Bild gemacht. Wenn ich heute noch das Shirt fertign├Ąhe, kann ja morgen wieder die Sonne scheinen und ich kann wandern gehen.

Bei Caro von „Drau├čen nur K├Ąnnchen“ gibt es noch viel mehr Bilder vom 12. August zu sehen.

Wind weht #Frapalywo

Wind weht.

Mach das Fenster fest zu,

damit der Wind nicht das Licht ausbl├Ąst,

den Staub in den Ecken ruhen l├Ąsst.

Alles bleibt, wie es war. Wie es immer schon war.

Doch ich will aufbrechen,

zu unbekannten Ufern. Auch wenn

Weiter Himmel ├╝ber Franken

ich das Ziel noch nicht kenne.

Verbunden mit: Frau Paulchen. Der dritte Impuls der Lyrikwoche war „Wehen“.

 

Die Welt dirigieren #Frapalywo

Ein leichter Hauch von Sommerwind

durchweht die warmen Tage.

Dr├╝ckt Lichtnelken ein K├╝sschen auf,

l├Ąsst Schmetterlinge tanzen

pustet duftendes Gl├╝ck

wenn ich es nur dirigieren

und fangen k├Ânnte,

w├╝rde ich es f├╝r kalte Zeiten sammeln

Sommerweg.

 

Verbunden mit: Frau Paulchen und der Frapalywo, heute mit dem Wort „dirigieren“