Tone-in-tone #Rostparade

Draußen mag eiskalter Wind um die Nasen wehen, der Mond frostig durchs Fenster gucken, ganz egal: Ich wĂ€rme mich an Sommerbildern vergangener Tage und weiß: Irgendwann kommen sie zurĂŒck. 

Auf einer Wanderung kam ich an einer eingezĂ€unten Wiese vorbei: Die Spanneinrichtung fĂŒr den Draht hatte sich geschmĂŒckt, sogar in der passenden Farbe. Im Detailfoto ist aßerdem hĂŒbsch zu erkennen, wie sich der Draht spannen lĂ€sst.

Verbunden mit: Frau Tonari und ihrer Rostparade

Alles fĂŒr die Katz #74

Katze im Arm

Diese Katz ist eine ausgesprochene Kuschelkatz. Sie fordert ihre Streicheleinheiten und legt sich so hin, dass sie von jedem wirklich im weichen Pelz gekrault wird. Liegt sie im Arm, rollt sie sich wie ein Baby ein und möchte am liebsten den ganzen Tag so gehalten werden. Eines aber mag sie gar nicht: Obwohl wir sie als wildes, ungezĂ€hmtes und draußen aufgewachsenes KĂ€tzchen bekamen, will sie dorthin auf gar keinen Fall zurĂŒck. WĂ€hrend die andere Katze nachts auf Mausejagd geht, bleibt Peri lieber im Warmen.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles fĂŒr die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans ĂŒber schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles fĂŒr die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen ĂŒber den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

Der Anfang #txt

Wann beginnt etwas mit einem eindeutigen Zeichen, wie beispielsweise eine Schulstunde mit dem Klingeln, wenn der Lehrer die Klasse betritt, alle aufstehen, gu-ten-Mor-gen brĂŒllen und wann beginnt etwas eigentlich wirklich? Es gibt jeden Tag einen Anfang, der einfach das Ende des vorhergehenden Tages ĂŒbernimmt, einfach an ihn anknĂŒpft. Das gilt auch dann, wenn in den GeschichtsbĂŒchern spĂ€ter steht: Seit fĂŒnf Uhr wird zurĂŒckgeschossen. Das war ja nicht der Anfang, sondern es setzt bereits Begonnenes fort.

Das war bei G. nicht anders: Kriegsbeginn im Juni 41 setzte fĂŒr ihn nur einen Zustand fort, unterbrochen von ein paar Wochen Langeweile. Schließlich war das bereits sein dritter Krieg, nach dem Einmarsch in Polen und spĂ€ter in Frankreich – auch wenn das Wort Einmarsch das VorrĂŒcken in geschlossener Front suggeriert, ein Fortsetzen des bisherigen, des gewohnten Lebens, aber ein Anfang war es nicht.

Wann fing es denn an? Begann es, als G. ein amtliches Schreiben erhielt, mit Stempel und Unterschrift, das ihn zu einer festgelegten Uhrzeit in die Kaserne befahl?

Oder fing es an, als er seine zivile Kleidung auszog, seine Hosen – wie gerne er auch noch kurze Hosen getragen hĂ€tte und Kind geblieben wĂ€re – doch er war nicht Oscar, er war G., hatte gerade die Lehrzeit im BĂŒro ĂŒberstanden, lebte noch zu Hause bei den Eltern und war gleichzeitig fĂŒr alt genug befunden, am Gewehr ausgebildet zu werden.

Wann fangen Dinge an? Sind an einem kalten Tag genĂŒgend Menschen in einem Raum mit großen Fenstern, beschlagen diese, bis innen das Wasser herabrinnt. Die Feuchtigkeit kondensiert auf den kalten Scheiben, bildet zunĂ€chst einen leichten Hauch, wird dichter, bald sind die Konturen der Straßen gerade noch erkennbar. Irgendwann wird alles zu einem dichten Nebel, undurchdringlich fĂŒr alles, was von außen an Licht eindringen möchte. Dann gibt es den Punkt, an dem sich das Kondensat verdichtet, es zieht sich zu einem Tropfen zusammen, sammelt sich immer weiter, so lange, bis dieser so schwer ist, dass er an der Scheibe herunterrinnt und eine Spur hinterlĂ€sst. Dann ist die Welt draußen wieder sichtbar – aber nur in dem schmalen Streifen, die der herabrinnende Tropfen in den Nebel gezogen hat.

Der Steg hat einen Anfang. Oder?

Wann fÀngt also etwas an?

FĂ€ngt ein neues Leben mit dem Zeitpunkt der Befruchtung an? Oder beginnt es nicht schon in dem Moment, in dem sich zwei Menschen begegnen, erkennen, lieben?

Jeder Anfang ist nur ein gesetzter, der, den wir sehen, weil wir aus der Gegenwart die Vergangenheit betrachten und – weil sie uns nicht mehr unmittelbar zugĂ€nglich ist – ordnen möchten. Da: Zu diesem Zeitpunkt hat es angefangen.

Doch die Setzung ist genauso willkĂŒrlich wie jede andere Ordnung auch.

Ein Buch hat einen Anfang: Es hat einen Einband, eine erste Seite. Doch vorher wurde es gedruckt, geschrieben und lebte schon lange in den Gedanken seines Autors.

Es gibt keinen Anfang.

Alles war schon immer da.

Verbunden mit: Projekt txt. Das erste Wort lautete „Anfang“.

Heimat aus MĂ€nner- und Frauensicht #Frapalywo

Einst
zogen MĂ€nner in die Ferne,
kÀmpften, eroberten, arbeiteten in der Zuckerfabrik
die Frauen gebaren, sorgten, bestellten Haus und Hof
hĂŒteten Kinder und Garten.
Jetzt
gehen Frauen los,
lernen, studieren, erobern die StÀdte
ziehen in die Welt
nur die Dummen und Alten und Immobilen bleiben
an die Scholle gebunden.
Erst wenn das MĂŒllauto
nicht mehr kommt
macht der Letzte
das Licht aus.

Verbunden mit: Frau Paulchen und der Frapalywo, der Frau Paulchen Lyrikwoche. Dieses Mal habe ich einfach zwei Impulse miteinander verknĂŒpft.

Tagebuchbloggen am 5. Februar

Da Katzmatz mitten in der Nacht die Stifte auskramen und mit ihnen spielen wollte, habe ich sie kurzerhand aus dem Schlafzimmer verbannt. Lange hat es nicht genĂŒtzt: Bei nĂ€chster Gelegenheit kam sie wieder und legte sich dann aber brav zu mir. Allerdings war damit die Nachtruhe perdu, ich habe das Leselicht angeknipst und eine Weile gelesen. Morgens wunderte sich die Lieblingshausziege, warum ich noch im Bett lag, obwohl doch die Sonne schien.

Der Sonnenschein war tatsĂ€chlich prĂ€chtig, nach so langer Zeit ohne selbigen fĂ€llt mir allerdings viel besser auf, wo sich in der Zwischenzeit Staub angesiedelt hatte. Auf dem Fensterbrett lagen noch Blumenzwiebeln, bei denen inzwischen das GrĂŒn spitzte, obwohl sie noch ganz ohne Erde waren. Jetzt sind Amaryllis, Hyazinthen und die restlichen Tulpen auf Töpfchen verteilt, die vergessenen Osterglocken habe ich erst mal gewĂ€ssert. Schaunwermal ob die noch leben. Jetzt sind SchuhschrĂ€nke und Treppe geputzt, der Mitbewohner kramte dafĂŒr im Keller herum und filterte seine Likörchen.

Zum Mittag gab es Suppe aus halben SchĂ€lerbsen, Möhrchen, WĂŒrstchen und was sonst noch so wegwollte.

Bei Instagram gibt es eine Challenge, initiiert von Anne Kubik und Gorana Guiboud-Ribaud, die habe ich im Januar bereits verfolgt. Da galt es, alles nur in Blau zu malen, jetzt im Februar ist unter dem Hashtag #einefarbereicht Gelb dran. Seit ein paar Tagen sitze ich also und male. Es geht schnell und macht Spaß.

Hach. In Trithemius‘ TeestĂŒbchen geht es dafĂŒr um die Handschrift, unsere Handschrift, die oft so unleserlich ist und nicht nur deswegen oft selten genutzt wird. Da genĂŒgend Zeit war, habe ich die Seite gleich geschrieben.

Aber irgendwie ist es seltsam: Kaum mache ich Dinge, die nicht zum gewöhnlichen Tagesprogramm gehören, scheint sich der Tag zu dehnen und es passt viel mehr in die Stunden hinein. Ich meine, heute bin ich schon spĂ€ter aufgestanden, habe lĂ€nger herumgesessen, Mittag gekocht, Zwiebeln gepflanzt, gemalt – gut, das war heute nur ein Bild mit zwei Gummistiefeln – und eine Seite mit der Hand geschrieben.

Text mit KalligrafiefĂŒller geschrieben

Verbunden mit: Frau BrĂŒllen, die wie jeden fĂŒnften des Monats sĂ€mtliche Tagebuchblogger unter ihren Fittichen versammelt. Wer wissen will, was die anderen alle so gemacht haben, klickt einfach auf obigen Link.

Heimat ist Erde #Frapalywo

Nebel nieselt nass
Sonne senkt sich sonderbar sanft
leise lispelt lindgrĂŒn Laub
es erzÀhlen Erlen
von vergangenen VerhÀltnissen
BrĂŒcken binden behutsam beide
unĂŒberwindlichen Ufer und
Wurzeln wachsen winters weiter
in irdische
Tiefen.

Verbunden mit: Frau Paulchen und der Frapalywo, der Frau Paulchen Lyrikwoche. Der Impuls lautete: Heimat ist Erde, das StĂŒck Gras vor der TĂŒr.

Heimat ist Sprache, Sprache ist Heimat #Frapalywo

Muttersprache im Vaterhaus
Kirchturmglocke schlÀgt die Stunde
und die Nachbarin fragt:
Sind das Eure?
Achte
auf das
was die Leute denken.
Was weiß ich denn
von ihnen
oder vo
mir.
Wie Gespinste hĂŒllen Worte
wÀrmen und fesseln,
sind heimatliche Fremde
und fremde Heimat zugleich.

Verbunden mit: Frau Paulchen und der Frapalywo, der Frau Paulchen Lyrikwoche mit dem Impuls: Heimat ist Sprache, Sprache ist Heimat.

Home is, where my computer is… #Frapalywo

Unsichtbar auf der ganzen Welt
mit allen verbunden
ist die ganze Welt miteinander vernetzt
jeder von jedem höchstens sieben Ecken entfernt.
Gleichzeitig
unter stÀndiger Aufsicht.

Schlafende Katze am Laptop

Verbunden mit: Frau Paulchen und der Frapalywo, der Frau Paulchen Lyrikwoche. Der Impuls fĂŒr heute war: Home is, where my computer is…