Eine Bettgeschichte im Lyrimo

Lass mich doch in Ruhe schlafen, was gehen mich schließlich die MĂ€use an???

Mit Sack und Pack zieht Familie Maus
im letzten Winter ins warme Haus,
draußen klimpert leise der Wind
auf den Eiszapfen ein Lied. Geschwind
graben sich die MĂ€use zwischen Lehm
und Balken ein Loch, wo sie bequem.
Ließen gesammelte SchĂ€tze unten im Garten
Die wĂŒrden – tiefgekĂŒhlt – bis zum FrĂŒhjahr warten.
Plötzlich war der KÀse verschwunden,
auch die Pralinen wenige Stunden
spÀter fort. Trotz zweier Kater
Die schliefen, sie ging das Theater
ĂŒberhaupt nichts an. Meinten sie, bis
in kalter Nacht die Maus vergisst
ihre Angst vor Katzen und mir.
Sucht WĂ€rme und das kleine Tier
kriecht unter die Decke, kuschelt, strampelt
mit ihren FĂŒĂŸen, sucht mit Gehampel
ein sicheres PlĂ€tzchen, nur mir ist’s
zu eng mit Maus. Sie merkt es
und huscht wieder weg. Am Morgen
danach such ich ihr Loch. Voll Sorgen
doch hinter dem Bett
sind WollmÀuse nur. Ich saug sie weg,
leg die KĂŒndigung hin: Drei Tage
bleibt Zeit, auszuziehen. Sonst klage
ich nicht, sondern hole die Fallen
aus dem Speicher. Und stell sie vor allem
gefĂŒllt mit Nutella und KĂ€se
und hoffe, dass keine Askese
die MĂ€use betreiben.
(Sonst wĂŒrden sie bleiben).

 

12 Bilder vom 12. November

Auf der Gegenfahrbahn war der Stau – und ich kam daher ganz gut von MĂŒnchen nach NĂŒrnberg.

 

Beim Herunterladen der Fotos von der Kamera geriet ich geradewegs wieder in den gestrigen Abend: In der Monacensia, dem literarischen GedĂ€chtnis der Stadt MĂŒnchen ist gerade eine Ausstellung ĂŒber Erika Mann. Dieser Raum ist das ehemalige Atelier des Hauses.

 

Einst in jĂŒdischem Besitz wurde die Villa zwangsenteignet und der Besitzerin blieben gerade einmal vier Stunden, um das Haus zu verlassen.

 

Erinnerungen an einstig hier lebende Menschen…

Ein Bloggerwalk fĂŒhrte durch die relativ kleine und kompakte Ausstellung, das Leben und Wirken von Erika Mann wurde lebendig.

 

Werden Texte von ihr vorgelesen, schweben die Worte frei im Raum.

Zitate als Post-Its auf einer analogen Twitterwall.

 

In Amerika reiste Erika Mann durchs Land, hielt Reden und warnte vor dem Faschismus in Deutschland.

Es wird fotografiert und getwittert.

Alte Dokumente werden aber nur mit Handschuhen berĂŒhrt.

Das Faksimile einer Tagebuchseite darf ich jedoch in die Finger nehmen.

Das sind zwar keine Bilder von heute, aber großartige Erinnerungen an den gestrigen Abend, und daher schicke ich sie zur freundlichen Frau mit den KĂ€nnchen, die alle Bilder sammelt.

einsilbig

ein – sil – big
will der Tag
sein. Wert ist
die Ruh, nur kein Geld
der Welt
reicht, ihn zu sehn.
Wer will, kann ihm
Zeit sein –
die Uhr zeigt den Grad
der NĂ€h an
und der Zahn nagt
am Tuch.

 

 

 

 

 

 

WĂ€hrend der Tag als solcher heute aus den drei T: texten, telefonieren und Teetrinken bestand, klang der Abend mit einer Lesung aus. Moni hatte sich zu selbstfahrenden Autos Gedanken gemacht, und mir gefielen besonders die lyrischen Texte.

abendgrĂŒn


abendgrĂŒn
glimmt das Katzenauge
in der Dunkelheit
gib acht
sie sitzt regungslos
und wartet nur
dass du kommst

 

Gestern wurde die Lieblingshausziege als Jahrgangsbeste von der IHK Mittelfranken geehrt – gemeinsam mit rund 50 anderen Azubis. Jeder marschierte im Festsaal einzeln nach vorne, es gab eine Urkunde und einen Acrylblock mit einer Lasergravur vom „Haus der Wirtschaft“ am NĂŒrnberger Hauptmarkt, der Adresse, in dem seit 1560 die Verwaltung der NĂŒrnberger Kaufleute zu Hause ist. Da sich jeder fĂŒr den Weg vom Platz zur BĂŒhne ein Lied wĂŒnschen durfte, wĂ€hlte die Lieblingshausziege mit dem Imperial March aus StarWars ein sehr markantes Theme.

Zur Belohnung durfte sie sich in Evas Teeplantage Tee aussuchen, wir haben noch eine Tasse miteinander getrunken, dann fuhr ich wieder nach Hause.

Immerhin war ich vormittags beim Friseur, habe Azubischreck gespielt: Mich mit meinen nun schon recht langen Haaren hingesetzt, die Spange gelöst und gesagt, joa, machen Sie mal. Spoiler: Es wurde sehr gut, hat allerdings gut anderthalb Stunden gedauert.

 

Tagebuchbloggen am 5. November

Sonderfahrt
zum Abstellgleis –
doch vorher: Gas geben und
mit Volldampf
gegen den Rammbock fahren.

 

Schon wieder November. Ich hĂ€tte es ja lĂ€ngst merken mĂŒssen, schließlich ist es jeden Abend zwei Minuten frĂŒher dunkel und jeden Morgen zwei Minuten spĂ€ter hell. Doch wie an jedem fĂŒnften des Monats möchte die freundliche Blognachbarin Frau BrĂŒllen wissen, was ich den ganzen Tag so gemacht habe. Nun denn:

Nach der RaubtierfĂŒtterung fuhr ich in die große Stadt, die Metropole, wie sie auch genannt wird, war auf zwei Terminen und habe mir anschließend so lange NĂŒsse knabbernd und schwĂ€tzend die Zeit vertrieben, bis es spĂ€t genug war, die Lieblingshausziege von der Arbeit abzuholen. Ich hatte noch allerhand Kleinkram fĂŒr sie im Auto, wir fuhren gemeinsam zu ihr, rĂ€umten alles in ihre Wohnung und aßen die gestern ĂŒbrig gebliebenen gefĂŒllten Nudeln mit einer Sauce aus KĂŒrbis und Tomaten. Es blieb noch Zeit fĂŒr einen Tee, dann fuhr ich zurĂŒck.

Der Frankenschnellweg war dank Unfall zum Frankenstehweg mutiert, es dauerte also eine Weile, bis ich wieder zu Hause war. FĂŒrs Abendessen war es inzwischen zu spĂ€t, ich habe mir also nur einen Block geschnappt und fuhr wieder los. Gemeinderatssitzung in einer Gemeinde, in der ich noch nie war. Der BĂŒrgermeister war so nett und hat mir auf einem Zettel notiert, wer auf welchem Platz rund um den Tisch saß. Andernfalls hĂ€tte ich nĂ€mlich nicht gewusst, wer da zu welchem Thema was zu sagen hatte. Zwar hat mich der GeschĂ€ftsleitende Beamte vor der Sitzung noch gewarnt, dass die Sitzung gewöhnlich sehr friedlich und kooperativ ablĂ€uft, aber irgendwie wollten die Herren nicht so. Bevor sie ĂŒber ihre BeschlĂŒsse abstimmten, haben sie hin und her und gar nicht einmĂŒtig, sondern recht kontrovers diskutiert und ich schrieb fleißig mit.

Jetzt ist ein langer Tag vorbei, es ist spĂ€t und ich bin mĂŒde. Gute Nacht.

Ganz im Vertrauen

Ganz im Vertrauen
trau ich dir ĂŒber den Weg,
den wir ein StĂŒck gemeinsam
gehen, von dem wir
abweichen und ins GrĂŒne
laufen, immer wenn es uns gefÀllt.

Wer unterwegs ist, braucht ebenfalls jemanden, dem er vertrauen kann, jemand, der ihm den rechten Weg weist, ein WanderfĂŒhrer, so wie dieser:

„Sagenhafter Aischgrund“

Mehr als ein WanderfĂŒhrer von Christiane Kolbet und Werner Rosenzweig

Vor vielen hundert Jahren wurden im Aischgrund die ersten Fischweiher angelegt. Bis heute existieren noch 7.000 von ihnen, eine fast unvorstellbar große Zahl. Dabei ist die Aisch an sich ein recht kleiner Fluss, der von der Quelle bis zur MĂŒndung gerade etwas mehr als 80 Kilometer braucht. Er ist eine kleine Lebensader, die von Marktbergel ĂŒber Bad Windsheim, Neustadt an der Aisch, Uehlfeld, Adelsdorf bis Hallerndorf fĂŒhrt, selbst weiter entfernte Orte zĂ€hlen sich zu ihrem Einflussbereich.

Über dieses Land der Karpfenteiche, Bierkeller, WeinhĂ€nge und Heilquellen hat Christiane Kolbet gemeinsam mit Werner Rosenzweig einen WanderfĂŒhrer verfasst, der nicht nur Lust auf vernetzte Wege zum Wandern und Radfahren einlĂ€dt, sondern gleichzeitig viel Wissenswertes und Sagenhaftes rund um den Aischgrund verrĂ€t. Insgesamt 21 kleine StĂ€dte und Gemeinden werden ausfĂŒhrlich beschrieben. Was diesen WanderfĂŒhrer so ungewöhnlich und liebenswert macht, sind die Sagen und Geschichten, die er rund um die Orte erzĂ€hlt, wie beispielsweise die Sage um das Steinkreuz am Karlsweg bei Weisendorf, die von einem bösen Vogt erzĂ€hlt und von zwei jungen Burschen, die ihm auflauerten und töteten.

Wander- und Radwege, ganz gleich, ob sie rund um das Dorf oder von einem Ort zum anderen fĂŒhren, werden in dem Buch beschrieben, ebenso die Daten, an denen Veranstaltungen im jeweiligen Ort diesen zu einem besonderen Magneten werden lassen. SelbstverstĂ€ndlich gibt es Tipps, wo ein hungrige und durstige Wanderer einkehren und frĂ€nkische KĂŒche genießen können, zu denen in dem Monaten mit „r“ auch der berĂŒhmte AischgrĂŒnder Spiegelkarpfen gehört. Auf ĂŒber 225 Seiten stehen viele gut aufbereitete und vor allem gut geschriebene Informationen und Anekdoten, so dass der WanderfĂŒhrer ein echter Schmöker ist, PflichtlektĂŒre fĂŒr alle, die den Aischgrund lieben.

Buchinformation
„Sagenhafter Aischgrund“
Christiane Kolbet und Werner Rosenzweig
Engelsdorfer Verlag Leipzig
ISBN 978-3-96145-787-8
Preis: 12 Euro
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und als sich der Nebel lichtete…

Und als sich der Nebel lichtete,
wurden die Kanten scharf, die Lichter grell.
Die Kubaturen der weißen Bunker
inmitten steingepflasterter Rabatten
kĂŒnden von der HĂ€rte des Lebens.
Hier fÀllt keiner weich.
Ohne den sanften Weichzeichner Nebel
zerspringen Illusionen wie große Seifenblasen,
die einen Moment nur
im Licht funkeln.

 

Alles fĂŒr die Katz #97

Ein Gedicht zu Ehren…
Melodien gereimter Verse fĂŒr Kinder
schlichen sich einst leicht ins Ohr:
„Tili Bom! Denkt euch ein Haus,
wie ein Prunkschloss sieht es aus.
Tor und Fenstersims und Giebel
fein geschnitzt, bemalt nicht ĂŒbel“,
erzĂ€hlte Marschaks „Katzenhaus“
von FĂŒrstin Koschka und der Feier
die endete in einem Feuer-
inferno. Die abgebrannte Edelmieze
wanderte im Regen durch die PfĂŒtzen.
Fand Obdach nur bei elternlosen
Katzenkindern, deren Hosen
ungeflickt…

Die kleine Katze fand ich im Glasmacherdorf Schmidsfelden, einem Ortsteil von Leutkirch im AllgĂ€u, direkt vor dem Glasperlenstudio „SchmuckstĂŒck“.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles fĂŒr die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. des Monats machen. (Momentan habe ich mich dazu entschlossen, dass es „Alles fĂŒr die Katz“ nur noch einmal im Monat gibt, jeweils am 1.)

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans ĂŒber schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles fĂŒr die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen ĂŒber den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

P.S. Der Text bezieht sich auf das Kinderbuch „Das Katzenhaus“ von Samuel Marschak in der Nachdichtung von Martin RemanĂ©.