Geräteschuppen, kupferfarben, feiern: #abc.etüden

In kupferfarbenen Nächten
befreien sich lang gehegte Träume
von den Spinnweben,
in denen sie sich lange gehüllt darauf gewartet haben,
dass ihre Zeit kommt.
Geduldig bleiben sie als Schatten im Geräteschuppen,
dort, wo all das abgelegt wird,
was sich der Geschwindigkeit in den Weg stellt,
Stromlinien zum Strudeln bringt,
Widerstand bietet.
Sie hängen an den ungenutzten Haken,
feiern so lange für sich alleine,
bis sie aus den Fäden entwirrt
klar sichtbar werden.
Manche von ihnen sind heimliche Wünsche der Kinder
aus einer Zeit,
in der selbst Wünschen nicht geholfen hat
aus einer Zeit,
in der klare Takte den Rhythmus bestimmen,
Improvisationen und Koloraturen kein Ohr finden.

 

 

 

 

 

 

 

Es sind die Wünsche,
die von anderen verlacht,
sich verkriechen, so lange,
bis sie fast vergessen sind.
Scheint in stillen Nächten der Mond,
kreisen Fledermäuse um den Lichthof
der Straßenlampen. Insekten, die das künstliche Licht
für die Offenbarung halten, werden
Beute nächtlicher Räuber.
Hoffen wir,
dass ebenjene Träume aus der Freiheit der kupferfarbenen Nächte
fliegen können und dass ihr Weg
nicht im Netz
kühler Berechnung sein klebriges Ende findet.

Die Wörter für die Textwochen 24/25 des Schreibjahres 2020 spendierte Susanne vom Blog books2cats:

Geräteschuppen
kupferfarben
feiern.

Diese 3 Begriffe sind in maximal 300 Wörtern unterzubringen. Bitte sehr. Wer die anderen Etüden lesen möchte: Hier geht es zu Christiane und ihrem Blog.

 

Tagebuchbloggen am 5. Mai

Jetzt sitze ich hier, der Tag ist noch nicht ganz vorbei und die freundliche Blognachbarin will wissen, was ich den ganzen Tag lang so gemacht habe, oder in kurz: WMDEDGT.

Ja, was mache ich den ganzen Tag? Hätte meine Mutter diese Frage gestellt, wäre sie eher rhetorisch, die Antwort ein schlichtes „Nichts“. Irgendwie fühlt sich der Tag auch so an, es scheint, als hätte ich nichts gemacht, oder wenigstens fast nichts, habe ich mich doch fast nicht von Tastatur und Bildschirm wegbewegt.

Das Fenster ist gekippt, so kommt Luft in den Raum und ich kann das Gezeter der Elstern hören. Sie beschweren sich, weil sie nicht die einzigen sind, die im Kirschbaum hoch oben räubern, dabei sind die Früchte noch gar nicht richtig reif. Kriegen sie halt Bauchweh, was geht es mich an. Ich schreibe Protokoll, ein Skript, einen nächsten Text, antworte auf Mails, verschicke welche, in den Pausen zwischendrin inspiziere ich den Kühlschrank, schäle Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln und Kohlrabi, schneide alles in Würfel und schubse die Stücke vom Brett in die schwere Pfanne. Schmoren kann das Essen alleine, ich gehe zurück zum Computer, schreibe noch ein wenig weiter, dann gibt es etwas zu essen und mir ist nach Pause.

Katz liegt auf der Jacke. Da kannste nix machen…

Weil der Mitbewohner am Internet basteln möchte, ist Eile statt Pause angesagt, doch pünktlich zum Kaffee bin ich fertig. Puh. Will zwei Reihen stricken, doch die Katz gibt nicht nach, bleibt liegen und ich lasse es. Fahre statt dessen zur Goldschmiedin, die jetzt wieder offen hat und bringe Schmuckstücke zum Reparieren. Die Ohrringe für das Kind sind ebenfalls fertig, und, was soll ich sagen, grinst mich doch eine Kette so unverschämt an, ja, jetzt ist sie bei mir.

Schnell einkaufen, ich brauche Jogurt und Milch, flitze durch die Gänge, brauche nicht lange an der Kasse zu warten, doch als ich dort alles zurück in den Wagen packe, fehlt der Autoschlüssel. Wo, zum Kuckuck, hat er sich versteckt? Die Kassiererin rückt meinen Einkaufswagen an ihre Seite, passt auf und ich gehe zügig durch den Laden, immer mit einem Blick auf Regale und Kühltruhen, dort entlang, wo ich gerade eben gegangen, doch zu finden war nichts. Ich gehe an den Kassen vorbei, nach draußen, über den Parkplatz zum Auto und siehe da, er steckt im Zündschloss. Super. Mein erstes Mal, gewissermaßen.

Zurück nach Hause, den Einkauf verräumen und eine Brotzeit richten, die Blumen gießen, weil es nur außen regnet, nicht im Haus. Jetzt sitze ich hier, immer noch und fühle mich, als hätte ich den ganzen Tag nichts gemacht, nur hier auf dem Stuhl gesessen und Tasten auf der Tastatur gedrückt. Nichts, was bleibt, gewissermaßen, nichts war vorzeigbar, schau her, das habe ich gemacht, ganz allein mit meinen Händen.

Da schickt das Kind ein Foto, mit neuen Socken an den Füßen, es freut sich und findet, ich solle die Katz doch mit Speck von der Jacke locken, dann könne ich weiterstricken, sie braucht diese bald.

So habe ich doch noch was geschafft, was Bleibendes, etwas, das getragen wird, Socken, bei denen es sich lohnt, Löcher zu stopfen und nein, die Löcher da vorne, die müssen so. Ganz genau so.

Wer jetzt von anderen den Tag nachlesen möchte, bitte sehr, hier entlang: Frau Brüllen.

Ach und, bevor ich es vergesse: Ich schrieb einen Text, schickte ihn ab und bekam vor zwei Wochen die Nachricht: Er ist im Finale – und damit ich auch, stehe also am 20. Juni auf der Bühne im Irrhain und lese. Wer nach Kraftshof bei Nürnberg kommen mag, sei herzlich Willkommen. Es kostet auch keinerlei Eintritt.

Monatsmomente im Mai

Sich zu erinnern was war, lässt die Momente noch einmal strahlen. Ein Augenblick ist so schnell vorbei, wird abgelöst vom nächsten und immer wieder folgt ein anderer. Ich lasse den Mai noch einmal an mir vorüberziehen, diesen Frühlingsmonat, der seit zwei Jahren auch einen dunklen Tag hat.

Es ist eine schöne Idee von Große Köpfe, und wer mag, kann dort in vielen weiteren schönen Momenten stöbern gehen.


Wir sind beim Schmied, hören Geschichten und sinnieren darüber, was der Wert von Dingen ist, warum so vieles nicht repariert, sondern weggeworfen wird. Was würden Schuhe heute kosten, wären sie über dem Leisten handgefertigt und die Sohlen benagelt?

Was würde Kleidung kosten, wäre das Garn handversponnen, gewebt, genäht, wie viel davon wäre im Schrank?

Was würde Fleisch kosten, wären die Tiere noch in Herden unterwegs – und nicht in Ställen zusammengepfercht?

Ach. Aber dann könnten sich nicht mehr alle jeden Tag Fleisch leisten und jedes Jahr fünf Paar Schuhe kaufen…

Eine vor längerer Zeit geäußerte Idee der Redaktion wird Wirklichkeit. Ich habe ab jetzt eine wöchentliche Kochkolumne in der Nürnberger Zeitung. Es macht Spaß, zu kochen, darüber zu sinnieren, es ist fast wie bloggen, nur eben in der Zeitung.

Als die Nachbarn ankündigen, dass sie jetzt den Saibling nachkochen, muss ich trotzdem erstmal nachlesen, ob sich auch wirklich kein Fehler ins Rezept geschlichen hat. Was weiß ich denn, was so Buchstaben unbeaufsichtigt machen.

Die Visitenkarten zum Blog sind da. Fabienne hat den Header entsprechend angepasst, sie drucken lassen, alles überprüft und schließlich zu mir geschickt. Sie sind so wunderbar seidig, ich könnte den ganzen Tag drüberstreicheln.

Inzwischen sind vier Beiträge auf dem Blog Schreibreise zu lesen, sicher werden es noch mehr, aber es dauert halt alles so seine Zeit.

Auch der andere Blog, auf dem ich 111 Sachen in Franken machen will, bekommt ein neues Headerbild: 111-Sachen-in-Franken-machen.

 

Wir neigen uns zu den kleinen Maiglöckchen und müssen den Kopf weit in den Nacken legen, so hoch wie das Windrad über den Wipfeln steht.

 

 

 

 

 

 

 

Zum Wettbewerb des Pegnesischen Blumenordens habe ich einen Text eingeschickt, eine Freundin liest ihn, er gefällt ihr und sie hofft, dass er Gefallen findet – und, was soll ich sagen, vor zehn Tagen kam die Mail: Ich darf meinen Text am 20. Juni im Irrhain lesen. Jury und Publikum entscheiden dann, wer von den fünf Finalisten schließlich den Blumentopf bekommt.

 

Wir laufen auf dem Sibylle-Weis-Weg und Ende Mai fahren wir noch früh am Morgen zur Abtei Maria Frieden, dort wird eine Messe gelesen. Ob es hilft? Wir wissen es nicht.

Wir frühstücken dort und unterhalten uns mit der Äbtissin.

Prager Schnitzel für Nikolai.

 

Am letzten Maitag fahre ich erst nach Nürnberg, treffe mich, wir fahren weiter nach Hersbruck, gehen ins Hirtenmuseum und anschließend auf eine Tour. Schön wars. Der Juni kann kommen.

Alles für die Katz #103

Katz auf Stuhl unter Glastisch

Manchmal muss ich genau hinschauen, wenn ich sehen will, wo die Katzmatz liegt. Es gibt Tage, da imitiert sie ein Sofakissen und ist empört, wenn ich mich auf sie setzen will, es gibt aber auch Tage, da legt sie sich ganz unauffällig auf den Stuhl, der mit seiner Sitzfläche unter den Tisch geschoben sie verbirgt.

Hören ihre stets gespitzten Ohren jedoch einen Laut, der für sie untrennbar mit Futter assoziiert wird, ist sie da. Schnell da. Selbst dann, wenn sie – da ich doch nichts für sie habe – leer ausgeht. Enttäuschung auf kätzisch gewissermaßen.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. des Monats machen. (Momentan habe ich mich dazu entschlossen, dass es „Alles für die Katz“ nur noch einmal im Monat gibt, jeweils am 1.)

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.