Die alte Kegelbahn

Es ist noch gar nicht so lange her, erzählte der Begleiter, als wir auf dem Parkplatz vor dem Einstieg zur Hausbachklamm an einem Holzbau vorbeigingen. Der Gasthof auf der Straßenseite gegenüber hatte für immer geschlossen und neben dem Holzbau rann emsig Wasser in einen hohlen Baustamm, der zu einem hölzernen Trog geworden war.

Es ist noch gar nicht so lange her, und ältere Menschen aus umliegenden Dörfern erinnern sich wohl noch daran, dass die Kegel auf der Kegelbahn von Buben aufgestellt wurden, wenn sie von der Kugel getroffen gefallen waren. Jetzt tanzen nur noch Staubkörnchen im Licht, an den Seiten lehnen alte Fenster, weil es hier keine Sicht auf bessere Zeiten mehr gibt. Spinnen weben in den Ritzen ihre Netze, halten alles Vergangene fest, auch das Kollern der Kugeln, die, von der Hand gelassen, über die Bahn rumpeln, bis am Ende ein, zwei oder neun Kegel fallen.

Es riecht nach Staub, nach harzigem Holz in der Sonnenwärme, vielleicht auch nach einer letzten Zigarette. Warum ist die Sehnsucht nach Vergangenem so stark?

Es entspricht nicht mehr den modernen Bedürfnissen, heißt es, wenn ein Haus abgerissen wird, damit Platz für Neues kommt. Doch wer bestimmt, was genau die Bedürfnisse, unsere und damit auch meine Bedürfnisse sind? Ich würde gerne einen Besen nehmen, den Boden fegen, die Scheiben von den Spinnweben befreien und die Sonnenstrahlen einladen. Dann ist es warm genug für alle, für mich, die Mäuse, das trockene Laub und die Zeit. Hier ist sie zu Hause, scheint mir, hier wohnt alle Zeit, die in der Welt ist. Das Lachen perlt als Echo von den Wänden, Bierflaschen werden zischend geöffnet und stoßen mit den Böden aneinander, bevor die Menschen ihren ersten Schluck trinken.

Hier spielt es keine Rolle, wer jemand ist, was er macht, wie viel er hat, es gibt Brotzeit, Bier und Limo, das reicht völlig aus. Und alle sitzen gemeinsam auf Bänken, ist der Witz gelungen, schlagen sie zustimmend mit der Hand auf den Tisch, klopfen dem Nachbarn die Schulter und genießen einfach den Abend als echten Feierabend, nach getaner Arbeit, ob auf dem Feld oder im Wald. Sie können sehen, was sie geschafft haben, das ist mehr, als mancher von uns heutzutage sagen kann, vor allem dann, wenn Buchstaben virtuell bleiben und Zahlen über das Leben der Menschen verfügen.

Erinnern wir uns daran, was wirklich wichtig ist, die Nähe zu den anderen, eine Nähe, bei der ich die Wärme spüren kann, weil die Bank sonst nicht für alle reicht.

Verbunden mit Cubus Regio und „Das wars“.

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