Die dritte Rauhnacht

Die dritte Rauhnacht: Johannes „W√ľnsche und Ziele“

Kein Traum in dieser Nacht, jedenfalls keiner, an den ich mich erinnern kann. Stattdessen habe ich gut durchgeschlafen.

Ja und? Wenn ich oben angekommen bin, geht es nicht weiter aufwärts, sondern wieder nach unten.

Ich will nichts Neues anfangen. Ich will nur weitermachen, weiterf√ľhren, das, was ich l√§ngst begonnen habe. Eine Jacke will ich fertigstricken, noch ein, zwei Paar Socken, etwas N√§hen, etwas Schreiben, die Katzen streicheln, so wie immer.

Deswegen habe ich keine Ziele, kein höher, schneller, weiter, sondern ein: Weiter so. Ich, Meisterin der angefangenen Dinge, will lieber etwas zu Ende bringen.

 

 

Heute war ich beim Zahnarzt, F√§den ziehen lassen. Im Wartezimmer zischte eine Mutter ihren ziemlich gro√üen Sohn an, dass er sich doch nicht einen solch teuren Anzug kaufen solle, nur f√ľr dieses eine Mal. Wann er den denn sonst tragen wolle. Auf einem Ball, antwortete er. Er wusste genau, was er wollte, da guckt er nicht so aufs Geld, entgegnete er ihr. Und sie zischte zur√ľck, dass schon sein Hemd soviel gekostet h√§tte, wie andere f√ľr einen ganzen Anzug bezahlen.

Nun, immerhin hat dieser junge Mann ein Ziel, will sich einen (vielleicht seinen ersten) Anzug kaufen. Wof√ľr auch immer, es ist ihm wichtig. Mama dagegen hatte ein etwas enges Top an und jeder konnte deutlich sehen, dass der BH zu klein gew√§hlt war.

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