Die letzten Tage des alten Sofas

Manchmal bin ich f├╝r schnelle Entschl├╝sse, auch wenn ich jahrelang f├╝r deren Vorbereitungen brauche. Das alte K├╝chensofa, auf dem vor vielen Jahren die Lieblingshausziege als Baby ihr Morgenschl├Ąfchen hielt, w├Ąhrend ich in Ruhe daneben meinen Kaffee trinken konnte, das K├╝chensofa, auf dem ich so viele Zeitungen gelesen habe und manchmal dabei eingeschlafen bin, hatte vor zwei Jahren einen ernsthaften Knacks bekommen. Seit dieser Zeit wurde die untere Strebe von zwei Ziegelsteinen gest├╝tzt, so dass sich das Sofa noch besetzen und beliegen lie├č.

Sofa

Das alte Sofa.

Welcher Schalk mich allerdings neulich dazu der ├äu├čerung gebracht hat, wir k├Ânnten ja mal Ausschau nach einem Ersatz halten, wei├č ich nicht mehr, aber nu isses halt so. Heute war Zeit zum Probesitzen im M├Âbelhaus, und eines der herumstehenden Exemplare sagte uns auf Anhieb zu. Da dieses das letzte Exemplar war, das Ausstellungsst├╝ck, gab es sogar noch etwas Rabatt.

Jetzt hei├čt es nur noch, drei Wochen zu warten, bis die Handwerker des M├Âbelhauses das Sofa abgebaut und mitnahmefertig gemacht haben. Weil wir nun schon einmal im M├Âbelhaus waren, liefen wir ein wenig herum und linsten kurz in das dortige Cafe. Mensch, Menschen. Guckt euch an, wenn ihr an einem Tisch sitzt, redet miteinander. Aber sitzt euch doch nicht einfach gegen├╝ber, w├Ąhrend jeder in eine andere Richtung starrt. Mannmannmann. L├Ąchelt euch an, erz├Ąhlt euch etwas. Oder, wenn ihr euch wirklich nichts mehr zu sagen habt, dann geht eurer Wege, getrennt. Das war in Spanien so anders, da redeten die Menschen miteinander, sogar mit mir, obwohl ich nichts verstanden hab. Aber sie waren freundlich, wollten sich mitteilen. Das muss nichts hochkompliziertes sein, es reichen ein paar nette Worte ├╝bers Wetter, wann der Bus kommt, was auch immer. Das kann doch nicht so schwer sein. Oder doch?

2 Gedanken zu „Die letzten Tage des alten Sofas

  1. Nein, es ist nicht schwer. Ein L├Ącheln gen├╝gt schon, um zu signalisieren, da├č man kontaktfreudig ist. Wenn nichts zur├╝ck kommt, wei├č man Bescheid. Es gibt eben solche und solche. Bei kleinen Kindern kann man es beobachten. Sie gehen einfach ganz unbefangen auf Menschen zu. Liebe Gr├╝├če Edith

    • Ja, kleine Kinder sind noch offen und unbefangen. Wenn sie allerdings lange genug nicht beachtet werden, ├Ąndert sich das. ­čÖé
      Nur die Gro├čen tun sich manchmal so schwer…
      Liebe Gr├╝├če
      Jaelle

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