Ein Pudel als Therapie- und Behindertenbegleithund

Therapie- und Behindertenbegleithunde

Eigentlich. Eigentlich hatte ich bisher nur mit Katzen Kontakt. Dann lud mich Cordelia Varnholt zu Montys PrĂŒfung ein. Und eigentlich dachte ich bisher auch, dass nur Hunde wie SchĂ€ferhunde oder Golden Retriever als Therapiehunde ausgebildet werden können. Das war ein Irrtum meinerseits, denn Monty ist ein Pudel.

frÀnkischer tag 384

Monty mit Kenndecke: Jetzt ist er ein Therapie- und Behindertenbegleithund

FĂ€higkeiten

UrsprĂŒnglich wurden als Behindertenbegleithunde nur Blindenhunde ausgebildet, die ihren blinden Besitzern die Orientierung erleichtern sollten. Doch die treuen Begleiter des Menschen können noch viel mehr: Sind sie dafĂŒr ausgebildet, können sie beispielsweise alarmieren, wenn ihrem SchĂŒtzling, der an Typ-1-Diabetes leidet, nachts der Blutzuckerspiegel entgleist.

Ausbildung

Die Krankenkassen bezahlen nur die Ausbildung zum Blindenhund, auch wenn es lĂ€ngst erwiesen ist, dass Hunde in vielen Therapiebereichen außerordentlich hilfreich sind und behinderten Menschen besser helfen können, als andere Menschen. Wer seinen Hund ausbilden lassen möchte, sollte sich ĂŒber die VerbĂ€nde wie beispielsweise den Deutschen Berufsverband fĂŒr Therapie- und Behindertenbegleithunde informieren, wo sich anerkannte AusbildungsstĂ€tten befinden.

frÀnkischer tag 372

Monty muss sich mit FĂŒĂŸen streicheln lassen

Sechs MĂ€dchenhĂ€nde, die ihn alle auf einmal streichelten und kraulten: Das musste Monty, ein einjĂ€hriger PudelrĂŒde, nicht nur geduldig ĂŒber sich ergehen lassen, sondern durfte auch keinerlei Anzeichen von Ärger zeigen, weder seine ZĂ€hne fletschen, noch knurren. Das war ein Teil von Montys HundeprĂŒfung, die er erfolgreich absolvieren musste, bevor er die Kenndecke tragen darf, die ihn als Behindertenbegleithund ausweist.

frÀnkischer tag 375

Monty lĂ€sst alle Streicheleinheiten geduldig ĂŒber sich ergehen.

Die theoretische PrĂŒfung hatte sein Frauchen Cordelia Varnholt aus Hemhofen bereits einige Tage vorher absolviert. Hier ging es in der Hauptsache darum, dass die Hundehalterin ihr Wissen ĂŒber den Hund und dessen Befindlichkeiten, ĂŒber die Möglichkeiten zur Ersten Hilfe beim Hund, die korrekte FĂŒtterung und vieles mehr unter Beweis stellte. Montys praktische PrĂŒfung zeigte, dass er unbekannte Situationen mit Bravour meisterte: Ob sein Frauchen angepöbelt wurde, er von einem torkelnden Mann am Hinterbein berĂŒhrt oder von einer fremden Person durch einen Raum mit vielen unbekannten alten Menschen gefĂŒhrt wurde: Immer benahm sich Monty so, wie es von ihm erwartet wurde.

Die Ausbildung und die PrĂŒfung von Monty erfolgte nach den Richtlinien, die durch den Deutschen Berufsverband fĂŒr Therapie- und Behindertenbegleithunde erarbeitet und vorgegeben wurden. Ein Hund, der Behinderte begleiten und bei Therapien helfen soll, darf sich weder provozieren lassen, noch zu Ă€ngstlich sein. Stattdessen soll der Hund erkennen, was der behinderte Mensch braucht.

frÀnkischer tag 379

Ahiraque auf der Mauern

Hund löst Verkrampfungen

Sind dessen HĂ€nde beispielsweise verkrampft, dann leckt der Hund diese und die Verkrampfung löst sich so schneller, als es durch eine menschliche BerĂŒhrung geschehen könnte, erzĂ€hlt Cordelia Varnholt. Ahiraque auf der Mauern, die Hundetrainerin, bei der Monty seine Ausbildung bekam, bestĂ€tigt das. Dieses PhĂ€nomen wurde zwar bereits korrekt nachgewiesen, aber niemand könne bisher erklĂ€ren, warum es funktioniere.

Nach bestandener PrĂŒfung bekam Monty seine Kenndecke ĂŒberreicht. Damit darf der einjĂ€hrige RĂŒde ĂŒberall dorthin mit, wohin auch Cordelia Varnholt geht. Das ist deswegen wichtig, weil die Hemhofenerin eine sogenannte Umweltpatientin ist und stark auf Schadstoffe reagiert, die in HĂ€usern vorkommen können, wie beispielsweise Formaldehyd oder Schimmelpilz.

Was fĂŒr Außenstehende wie putzige KunststĂŒckchen wirken mag, wie beispielsweise das Bringen der Schuhe oder eines Taschentuches, ist fĂŒr Cordelia Varnholz eine wirkliche Erleichterung im Leben. Denn neben den UmweltunvertrĂ€glichkeiten macht ihr eine Fibromyalgie das Leben schwer, und Monty ist sozusagen ihr verlĂ€ngerter Arm, wenn sie sich vor Schmerzen kaum noch bewegen kann.

Monty darf jetzt ĂŒberall dorthin mit hinein, wo Hunde ĂŒblicherweise draußen bleiben mĂŒssen. Seine Ausbildung ist allerdings noch lange nicht beendet: Jetzt muss er lernen, mit seiner feinen Nase die Schadstoffe zu riechen, die sein Frauchen nicht vertrĂ€gt, einen nach dem anderen.

 

2 Gedanken zu „Ein Pudel als Therapie- und Behindertenbegleithund

  1. Ich halte Hunde fĂŒr sehr passend im therapeutischem Bereich.
    Sie bieten dem Patienten eine treue Seele und zeigen Lebensfreude.
    FĂŒr viele wird ein Hund sogar sehr wichtig sein. Wer mich fragt, wird sofort merken, das ich Sympatisant solcher Methoden bin!

    Gruß und Danke fĂŒr den Artikel,
    Markus

  2. Ja, ich war ganz erstaunt darĂŒber, was der Pudel alles so konnte. Wie gesagt, ich habe ja sonst mit Hunden bisher nicht so viel zu tun gehabt.

    viele GrĂŒĂŸe
    Sylvia

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