Es geht ums Anteilnehmen

Es geht ums Anteilnehmen und um Anerkennung, es geht darum, dass Menschen einfach so sein d√ľrfen, wie sie sind. Mit ihren St√§rken, mit ihren Schw√§chen, mit ihren Eigenheiten, mit ihren Fehlern und Unvollkommenheiten, mit all dem, was sich einfach nicht in Zahlen fassen und optimieren l√§sst. Wir wollen gesehen werden, wahrgenommen werden, anerkannt werden. Wir m√∂chten, dass uns jemand sagt: So, wie du bist, so bist du genau richtig.

Wir sind in diesem Jahr wieder in der Abtei Maria Frieden, um dort das Weihnachtsfest zu feiern. Die √Ąbtissin hat sich gefreut, dass wir nach drei Jahren wieder hier sind, hat sich erkundigt, wo wir in der Zwischenzeit waren – immer bei Benediktinern – und uns begr√ľ√üt. Au√üer uns sind noch weitere Menschen G√§ste in der Abtei: Ein Paar, von denen der Mann Musiker ist und nur persisch spricht, die Frau ein ganz kleines bisschen deutsch. Die Oberin spricht sie an, l√§dt sie zu einem Weihnachtskonzert ein und ist sich nicht ganz sicher, ob er jetzt verstanden hat, dass er zuh√∂ren darf und nicht selbst zu spielen braucht. Ein Paar aus Pellworm ist hier, schw√§rmt von der Insel und betont, dass sie keine Touris m√∂gen. Eine √§ltere Apothekerin, die aus Bamberg stammt und jetzt in Frankfurt wohnt, eine Frau aus der K√∂lner Gegend, eine Japanerin, die am Frankfurter Flughafen arbeitet. Wir sitzen beim Essen an einem Tisch, unterhalten uns ein wenig und genie√üen die Ruhe.

Dazu kommt: Mir steckt meine Erk√§ltung immer noch ein wenig in den Knochen und der Mitbewohner hat sich angesteckt, liegt hier im Kloster und schl√§ft sich gesund. Praktischerweise regnet es drau√üen, da komme ich gar nicht in Versuchung, spazieren zu gehen, sondern stricke lieber einen Socken nach dem anderen f√ľr die Lieblingshausziege. Heute nach dem Mittagessen wollen wir nach Vierzehnheiligen und in die Klosterkirche Banz, mal sehen, wie das wird.

Ich w√ľnsche allen, die das lesen, eine wunderbare Weihnachtszeit, ganz egal, wie sie diese verbringen.

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