Es regnet. Und alles wird nass.

Das neue Sofa ist da. Anfang September entschieden wir uns spontan f├╝r den Kauf, (kann hier nachgelesen werden) jetzt zog es bei uns ein. Zwar hat das noch Folgen, die in ihrer G├Ąnze noch nicht abzusehen sind, da der gro├če Sofatisch jetzt nicht mehr in die Ecke zwischen Kommode und Sofa passt. Auch die Stereoanlage, die auf ebenjenem Tisch stand, braucht jetzt einen neuen Platz. Der kleine Sofatisch reicht au├čerdem nicht f├╝r beide Sofas, es sei denn, die darauf Sitzenden sitzen direkt am Eck nebeneinander oder sie halten ihre Gl├Ąser fest in der Hand. Wie es eben so ist: Eine Anschaffung zieht immer noch einen Rattenschwanz an weiteren Dingen hinter sich her. Aber das war zu ahnen, schlie├člich war das schon immer so.

Die Lieblingshausziege, die beim Sofakauf nicht dabei war und somit nicht an der Entscheidungsfindung beteiligt war, legte sich lang aufs neue Sofa und meinte: Passt. Mit anderen Worten: Sie passt l├Ąngs darauf, wir sollen uns gef├Ąlligst das andere Sofa teilen. Aber auch da ist das letzte W├Ârtchen noch nicht geredet. Da schaun wir mal. Sch├Ân ist ja immer, dass die Lieblingshausziege so ein Gesellschaftstierchen ist, da gucke ich schon mal ├╝ber den einen oder anderen kleinen Fauxpas hinweg. Wir sind ja schlie├člich zu Hause und unter uns.

Sa├čen wir also zu dritt auf zwei Sofas, vielmehr: Eine lag und zwei sa├čen, schw├Ątzten ├╝ber dies und ├╝ber das, genossen den Abend, das Leben und ein kleines Schl├╝ckchen Wein und h├Ârten zu, wie es drau├čen eifrig regnete. Das war auch dringend notwendig, schlie├člich fiel in den vergangenen Wochen kaum Wasser vom Himmel. So werde ich demn├Ąchst den Garten vom Unkraut befreien k├Ânnen, ohne dass ich Hammer und Mei├čel oder einen Pressluftbohrer dazu brauche. So ein Sandboden, wie wir ihn hier im Garten haben, mutiert im Verlauf einer Trockenperiode gerne mal zu festem Sandstein, den wir fast als Baumaterial verwenden k├Ânnten.

fr├Ąnkischer tag 139

Regen. Hier allerdings im trockenen Auto.

Also: Wir sa├čen gem├╝tlich beisammen, lauschten dem Regen, ab und an zuckte ein Blitz ├╝ber den Himmel. Da die Lieblingshausziege von ihrem Platz aus das Fenster im Blick hatte, sagte sie manchmal: Oh, oder Ah, wenn sich ein ganz besonders sch├Âner Blitz kurz blicken lie├č. Der Regen lie├č dabei nicht nach, sondern wurde st├Ąrker und prasselte so heftig an die Fensterscheiben, dass wir einen Augenblick innehielten, uns an die Fenster stellten und guckten, ob wir etwas s├Ąhen. Nein, wir sahen nichts, schlie├člich war es dunkel und die Stra├čenbeleuchtung schaffte es nicht, dieses Szenario angemessen auszuleuchten. Aber es h├Ârte sich gut an. Immerhin sa├čen wir ja im Trockenen.

Irgendwann fiel dem Mann ein, dass die W├Ąsche in der Waschmaschine doch jetzt fertig sei, er w├╝rde sich dann mal k├╝mmern. Ging kurz weg und kam mit der Nachricht zur├╝ck, dass der Keller voll Wasser st├╝nde. Kaum hatten wir das kuschelige Wohnzimmer verlassen, rochen wir auch schon den unfeinen Duft nach Kanalisation und F├Ąkalien. Direkt durch den Abfluss in der Waschk├╝che stieg das Wasser ins Haus und breitete sich im Keller aus. So nass, so unfein. Da es immer noch regnete, lie├čen wir das Wasser dort, wo es war, klappten alle T├╝ren sorgf├Ąltig zu und dufteten mit R├Ąucherst├Ąbchen gegen den Gestank von unten an. Das funktionierte besser als gedacht, wir gingen ins Bett und hofften darauf, dass sich das Wasser zum gr├Â├čten Teil einfach wieder dorthin verziehen w├╝rde, wo es herkam.

Das tat es auch.

Aber wie immer bei solchen Geschichten wird es noch eine Fortsetzung geben. Immerhin steht jetzt unsere Waschmaschine in einer Wanne aus Edelstahl, da der Hausbesitzer der festen ├ťberzeugung war, diese sei an allem schuld. Die Zukunft wird zeigen, ob er bei seiner Meinung bleibt oder diese noch einmal ├Ąndern wird.

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