Fastenzeit

Mit einem Apfel waren meine Fastentage beendet: Zehn Tage lang gab es nichts zu essen, au├čer Wasser, Br├╝he und Tee. Weniger Konsum geht nicht.

Was bringt mir das, wenn ich jedes Jahr zur Fastenzeit faste?

Klar, ich werde ein paar Kilo leichter. Ich friere w├Ąhrend dieser Zeit meistens, habe manchmal Kopfschmerzen, bin manchmal m├╝de und manchmal auch viel wacher, als sonst. Auf einmal habe ich viel Zeit, die sonst f├╝r das Zubereiten des Essens und das Essen als solches gebraucht wird. Nach einiger Zeit f├╝hlen sich die Z├Ąhne ein wenig pelzig an, egal wie oft ich die Z├Ąhne putze. Und ich habe st├Ąndig einen trockenen Mund, egal wie viel ich trinke. Am unangenehmsten ist jedes Mal der Beginn des Fastens: Das Abf├╝hren. Das gro├če Glas mit Glaubersalz-L├Âsung schmeckt nicht, deswegen stelle ich mir einen gro├čen Becher Tee dazu. Ist das Salzwasser geschluckt, gibt es den f├╝r einen besseren Geschmack im Mund.

Jedesmal, wenn ich faste, wird meine Nase sensibler. Ich k├Ânnte mit geschlossenen Augen sagen, vor welchem Regal im Supermarkt ich stehe. Besonders vor dem Regal mit den Waschmitteln f├Ąllt mir auf, wie stark diese parf├╝miert sind.

Viele Gedanken drehen sich w├Ąhrend dieser Zeit – logisch – um Essen, aber weniger um die F├╝lle des Tellers, sondern was es alles an Leckereien gibt, die ich hinterher wieder bewusst genie├čen kann. Ein paar Tage lang nichts zu essen, das klingt zwar erst einmal wie harter Verzicht, kann aber pures Gl├╝ck bedeuten, wenn man sich darauf einlassen mag. Das Kind freut sich ebenfalls: Es ist ganz allein f├╝r sein Essen verantwortlich, darf sich machen, was es will. Was sich zun├Ąchst nach Pfannekuchen und Grie├čbreiorgie anh├Ârt, doch in diesem Jahr war Couscous-Salat mit Tomaten und anderem Gem├╝se angesagt.

Viele Menschen fasten zum ersten Mal, wenn f├╝r sie eine Zeit des Auf- und Umbruches ansteht, in der Mitte des Lebens oder wenn die Kinder aus dem Haus sind: Jetzt ist es Zeit, ├╝ber sich selbst, die eigenen Ziele und den Weg dorthin nachzudenken. Ein Fastentagebuch h├Ąlt die Gedanken fest und ordnet sie: So kann ich auch hinterher, wenn mich der Alltag wieder hat, einige Ideen retten und verwirklichen.

2 Gedanken zu „Fastenzeit

  1. Soweit ich mal gelesen habe, braucht man ein Gespr├Ąch mit dem Arzt nur dann, wenn man entweder nicht gesund ist, oder l├Ąnger als 14 Tage fasten m├Âchte. Mit anderen Worten, ich habe bisher mit keinem Arzt ├╝ber das Fasten gesprochen, bin trotzdem Wiederholungst├Ąter. ­čÖé Und: Es ist jedesmal ein wenig anders.

    liebe Gr├╝├če
    Jaelle Katz

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