Haus an Haus

WĂ€hrend in den Dörfern und anderen kleinen Ortschaften der Bebauungsplan vorschreibt, dass zwischen Hausmauer und GrundstĂŒcksgrenze ein Abstand eingehalten werden muss, stehen die HĂ€user in den StĂ€dten schon seit vielen Jahrhunderten dicht an dicht. Innerhalb der Stadtmauern war der Platz eben begrenzt, auch wenn es in frĂŒheren Zeiten brandgefĂ€hrlich war, wenn sich die HĂ€user zu dicht auf die Pelle rĂŒckten.

Haus an Haus: In der Medina von Fez stehen auf einer FlĂ€che von rund 280 Hektar unzĂ€hlige HĂ€user, dazwischen 3.000 Gassen, ein wahres Labyrinth. Sie gilt als die grĂ¶ĂŸte Medina in Nordafrika, steht seit ĂŒber 20 Jahren unter dem Schutz der Unesco.

In der Medina von Fez.

Auf Lasteseln oder Karren werden die Felle und FrĂŒchte in den Gassen transportiert, Autos haben hier keinen Platz. Die noch lebenden HĂŒhner warten stoisch, bis sie von jemandem gekauft und mitgenommen werden.

Die HĂŒhner warten ab, was das Schicksal mit ihnen vorhat.

Aber es gibt auch Metzger, in deren Auslagen Kuh- oder Schafköpfe liegen. Nur die Mopeds, auf denen sich zumeist junge Marrokkaner durch das GedrĂ€ngel schlĂ€ngeln und die ĂŒberall vorhandenen Smartphones, erinnern daran, dass auch hier Moderne angesagt ist. Ansonsten ist hier vieles wahrscheinlich wie seit tausend Jahren schon,

Enge Gassen in der Medina von Fez.

Doch die Wohlhabenden haben sich hier lĂ€ngst zurĂŒckgezogen, sind an den Rand der Stadt gezogen, schließlich will ja das Auto auch irgendwo stehen. Und was nutzt das GefĂ€hrt, das sich in der Medina einfach nicht nutzen lĂ€sst?

Enge Gassen in der Medina von Fez.

Es ist eng, manchmal mehr, manchmal weniger. Es gibt Gassen, die gerade einmal einen halben Meter breit sind und andere, in denen sogar Gegenverkehr möglich ist. Wer einen Blick nach oben wagt, sieht: Die meisten GebĂ€ude wirken vernachlĂ€ssigt, eher Ă€rmlich. Jedenfalls von außen. Ob es hier jemals ruhig wird? Immerhin kommen zum ĂŒblichen MarktgetĂŒmmel noch die Touristen.

Aber auch bei uns gibt es dicht an dicht gebaute HÀuser, wie hier in Bamberg. Wunderschön sind die HÀuschen in Klein Venedig, aber darin wohnen wollte ich nicht. Sie sind stÀndig umlagert und werden immerzu fotografiert.

Klein Venedig in Bamberg

Verlinkt mit: Always Sunny.

14 Gedanken zu „Haus an Haus

  1. Hallo Jaelle,

    toller Gedanke und Bilder zu Haus an Haus. Ich habe so Àhnliche aus Marrakesh auf der Festplatte, wÀre aber gar nicht darauf gekommen, sie zu diesem Thema zu zeigen.
    Klein Venedig wĂŒrde mitzuteilen viel Angst vor nassen FĂŒĂŸen machen .

    Liebe GrĂŒĂŸe
    Sandra

  2. Hallo Jaelle,
    das war mein Job BebauungsplÀne. Deshalb habe ich hier mal ganz genau geschaut.

    Ja, das kommt aber auch daher, dass es in den orientalischen StĂ€dten auch heute gebaut werden durfte/darf wie man wollte. In der TĂŒrkei sieht man das heute noch.

    Auf dem Lande war das frĂŒher auch so, dass eben keine Grundlage da war oder man sich einfach nach der Umgebungsbebauung gerichtet hat usw.

    BebauungsplÀne sind ein ganz interessantes Thema und auch alles, was damit zusammenhÀngt.
    FrĂŒher hat man das nicht so groß darauf geachtet, teilweise hatten die HĂ€user zueinander auch nur eine Wand, das heißt, falls ein Haus mal abgerissen wurde, hatte das andere Haus keine Wand.

    Das hatten wir neulich bei dem Haus einer verstorbenen Seniorin, das abgerissen wurde. Das war gar nicht so einfach.

    Lieben Gruß Eva
    bin morgen mit der Katz wieder dabei

    Ich schreib gelegentlich mal was zu dem Thema.

    • Ja, manchmal wĂŒrde ich mir hier auch etwas weniger BĂŒrokratie wĂŒnschen. Wenn ich allerdings sehe, was bei einem nicht vorliegenden B-Plan gebaut wird, da gruselt es mich doch manchmal.

  3. Oh, ich wußte gar nicht, dass du in Bamberg wohnst.
    Ich bin dort hin und wieder, wenn ich Frau Waldspecht besuche. Und ja, diese HĂ€user kenne ich zu genĂŒge. Schön sind sie wirklich, aber mir wĂŒrde der Touristenrummel auch auf den Geist gehen.

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Anne

  4. Ich könnte mir gut vorstellen, dass im Moment Bamberg mehr fĂŒr StĂ€dtereisen gehypt wird, als Marrakesch – nicht zuletzt, weil dort das Bier wahrscheinlich besser ist.
    Die engen Gassen einer marokkanischen Stadt sind wirklich total malerisch. Wohnen möchte ich da nicht.
    In Bamberg aber auch nicht 😉
    LG Sabienes

  5. Ich habe teilweise die gleichen Bilder von Marokko. Das ist wirklich ein tolles Land, mir hat es super gut gefallen. Und deine Fotos wecken in mir wieder das Fernweh……

  6. Guten Morgen, Jaelle,

    herzlichen DANK fĂŒr deine tollen Bilder zum Thema. Dein Bild Nummer 3 ist absolute Spitze.
    Auch die HÀuserreihe von Bamberg gefÀllt mir gut. Weisst du, dass ich schon in Bamberg war?
    PS: Ich war schon fast ĂŒberall auf der ganzen Welt. 🙂
    Ja, ja, das ist absolut toll und bereichernd, wenn man mit BĂŒchern StĂ€dte, LĂ€nder und Kontinente kennen lernen kann.
    PS: Es ist auch billig und umweltschonend.

    Mit lieben GrĂŒssen aus der Schweiz!
    Barbara

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