Leben unter der Haut

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Da ist Leben unter der Haut der Fichte.

Dass sich im Herbst die Blätter der Laubbäume rot färben, bevor sie zu Boden fallen, das ist normal. Nicht normal ist jedoch, wenn sich die Nadeln der Fichten rot färben, so dass sie im Wald rostrot leuchten. Dann ist ein Käfer aus der Familie der Borkenkäfer am Werk. Diese tragen geradezu handfeste handwerkliche Namen wie Buchdrucker, Kupferstecher und Waldgärtner, doch sie pflegen den Wald nicht, sondern befallen selbst gesunde Bäume und knabbern an ihnen so lange herum, bis sie absterben.

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Eine Fichte mit roten Nadeln.

Im Sommer sind die Waldbesitzer dazu verpflichtet, ihre Fichten alle zwei bis vier Wochen zu kontrollieren. Nur so kann verhindert werden, dass sich die Borkenkäfer ausbreiten. Der Förster schält mit der Axt einen kleinen Teil der Fichtenborke ab und zeigt, wie wohnlich sich Buchdrucker und Kupferstecher dort eingerichtet haben. Die Rammelkammer im Zentrum ist gewissermaßen das Schlafzimmer der Käfer, hier zweigen dann die Gänge im jeweils käfertypischen Fraßbild ab. Bei den Kupferstechern sind diese sternförmig, und bei den Buchdruckern eher buchzeilenförmig angeordnet.

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Wo wohnen die Käfer? Unter der Rinde!

Unter optimalen Bedingungen, das hei√üt: warm und trocken, braucht ein Borkenk√§fer sechs Wochen f√ľr seine Entwicklung, erz√§hlt der Fachmann. Ein einziges Weibchen legt 150 Eier, aus der H√§lfte der Eier schl√ľpfen wieder Weibchen, die anschlie√üend ausschw√§rmen und sich in der N√§he einen neuen Baum suchen. ‚ÄěHeuer ist schon die dritte Generation am Ausfliegen‚Äú, weist der F√∂rster darauf hin, dass der hei√üe und trockene Sommer den K√§fern einen guten Start und den Fichten ordentlich Stress beschert hat, da die Fichte ein Baum ist, der eigentlich in den Hochlagen der Alpen zu Hause ist, nicht hier unten in der Fr√§nkischen.

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Fraßspuren in der Rinde.

In dem kleinen Waldst√ľck haben sich die Fichten m√∂glicherweise √ľber eine Fichte infiziert, die der Wind vor einiger Zeit umgeworfen hat. W√§hrend normalerweise das Totholz wertvoller Lebensraum f√ľr viele kleine Tiere ist, gilt das f√ľr das Holz der Fichte nicht. Zu schnell ist der erste Borkenk√§fer da und lockt mit seinen Pheromonen, seinen nat√ľrlichen Duftstoffen, andere Borkenk√§fer an. Das Forstamt nutzt √ľbrigens die Pheromone selbst, und betreibt √ľber Borkenk√§ferfallen ein Monitoring, dessen Ergebnisse im Internet¬†eingesehen werden k√∂nnen: Borkenk√§ferinfo

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Die Messerspitze zeigt auf ein dunkles Käferlein.

Jetzt gilt es, die befallenen B√§ume so schnell wie m√∂glich zu schlagen und sofort aus dem Wald zu transportieren. Anschlie√üend muss der Wald neu gepflanzt werden, drei Jahre hat ein Waldbesitzer dazu Zeit. Wenn statt der schnell wachsenden Fichten lieber Buchen gepflanzt werden, k√∂nnte es sogar Zusch√ľsse vom Amt geben.

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Fichte mit roten Nadeln.

Wie kann man sehen, ob ein Baum von Borkenkäfern befallen wurde?

Bohren die Käfer ihre Gänge, entsteht Bohrmehl. Dieses verfängt sich in den Rindenschuppen und ist nicht immer zu sehen, weil es manchmal vom Regen abgewaschen wird.

Rund um die betroffene Fichten liegt ein dichter Teppich aus gr√ľnen Nadeln. Aus der Fichtenkrone rieseln immer neue Nadeln. Fallen sie fallen auf Holunderbl√§tter, h√∂rt es sich an, als w√ľrde ein leichter Regen fallen – obwohl die Sonne scheint.

Die Fichtenkrone tr√§gt rote Nadeln: Jetzt muss schnell gehandelt werden, bevor die Brut fl√ľgge wird und die n√§chsten B√§ume besiedelt.

Das ist mein Beitrag zum „kleinen Monat“ von Cubus Regio, den ich fast vergessen h√§tte ;-). Aber gl√ľcklicherweise regnet es heute, hier passiert also nicht viel und so ist Zeit, um einfach auf dem Sofa zu lungern, Zeitungen zu lesen und eben einen kleinen Blogbeitrag zu schreiben.

6 Gedanken zu „Leben unter der Haut

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