Lechweg: Die siebte Etappe

Die ganze Nacht hindurch hat es so sehr geregnet, dass der Mitbewohner ganz verzagt auf der frühmorgendliche Tröpfeln guckte und am liebsten den Bus genommen hätte. Nix da. Wir wollten den Lechweg laufen, nicht fahren. Das heißt, gefahren sind wir ihn ja schon: Unser Auto haben wir vor etwa einer Woche in Füssen geparkt und sind anschließend mit dem Bus bis nach Lech gefahren.

Auf gehts. Die letzte Etappe beginnt.

Die Wolken hingen immer noch tief, als wir stetig und langsam bergauf stiefelten. Auch wenn die Glocken der Kapelle so nah klangen, als wäre sie nur einen Schritt von uns entfernt, mussten wir noch gut zwanzig Minuten lang steil über die unregelmäßigen Stufen von Wurzeln und Steinen steigen. Erst nach der letzten Kurve war das Kapellchen zu sehen.

Die Costaries-Kapelle.

Anschließend ging es wieder hinunter, auf einer Brücke über den Lech – und wir sahen zum ersten Mal unser Ziel – allerdings als Ortsangabe auf der neben uns dröhnenden Autobahn.

Der Lech. Wir werden ihm wieder begegnen. Später.

Auf dem Autobahnschild steht bereits „Füssen“ als Ziel.

Wieder ging es bergauf, hoch zur Sternschanze. Von der steht aber nur noch ein kleiner Rest an alten Steinen.

Die Sternschanze

Abenteuerlich ging es weiter, so als wollte der Weg auf seiner letzten Etappe noch einmal alles geben. Wir stiegen über umgefallene Bäume, kraxelten an Felsen entlang, krallten uns an der Seilsicherung fest, stolperten manchmal über Stock und Stein und irgendwann waren wir dann am Alpsee, von dessen gegenüberliegenden Seite die beiden Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau grüßten.

Der Alpsee.

Den Weg über den Kalvarienberg kürzten wir einfach ab, schließlich hatte der Schrittzähler bereits mehr als 42.000 Schritte auf seiner Anzeige. Kurz darauf erreichten wir Füssen, den Lechfall und damit unser Wanderziel.

Der Lechfall

Wir fanden unsere Koffer, packten sie in das Auto, das die ganze Zeit geduldig auf uns gewartet hatte und fuhren nach Hause. Noch vor Mitternacht kamen wir an, genehmigten uns noch ein Glas Rotling und fielen glücklich und geschafft in unser gewohntes Bett.

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