Meine Gedanken zu #Pegida

Ich brauche immer ein wenig l√§nger, um nachzudenken. Deswegen schreibe ich so wenig √ľber aktuelle Themen: Bis ich soweit bin, dass ich mich nicht nur umfassend informiert habe, sondern auch selbst eine Meinung dazu habe, vergeht eine Weile. Manchmal ist dann das Thema als solches nicht mehr aktuell – und ich lasse meine Notizen liegen.

Doch das Thema „Pegida“: Patriotische Europ√§er gegen die Islamisierung des Abendlandes, ist noch aktuell. Auch in diesem Jahr wollen die Menschen wieder auf die Stra√üe gehen. Also ist Gelegenheit, meine Gedanken dazu ein wenig zu ordnen, sie sind nicht vollst√§ndig, sie sind nicht endg√ľltig, ich erhebe auch keinesfalls den Anspruch, dass ich in allen Punkten Recht haben k√∂nnte.

Der erste Gedanke, der mir zum Thema Pegida in den Kopf kam, war das Lied von den √Ąrzten: Schrei nach Liebe.

Der zweite Gedanke war: Warum gerade in Dresden? Und mir fiel ein, dass damals vor der Wendezeit mit der Abk√ľrzung ARD nicht nur das Fernsehprogramm bezeichnet wurde, sondern auch: „Au√üer Raum Dresden“. Dresden war wohl einer der wenigen Orte, in denen die Menschen kein Westfernsehen sehen konnten, weil sie keinen Empfang hatten. Somit waren sie auf die Propaganda des Ostens angewiesen. Ob sie deswegen dort linientreuer und gehorsamer waren, wei√ü ich nicht. Ich kannte Dresden aus dieser Zeit nicht.

Dritter Gedanke: Wie war das eigentlich damals mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche? Diesmal musste ich nachgelesen, es ist einfach zu lange her. Am 13. Februar 1990, dem 45. Jahrestag der Bombardierung, ver√∂ffentlichten Menschen einer B√ľrgerinitiative einen offenen Brief: „Ruf aus Dresden“.¬†Der Ruf wurde geh√∂rt, die Frauenkirche wieder aufgebaut. Ich erinnere mich noch gut an einen Lehrer aus meiner Schulzeit: Kam dieser zu einer Vertretungsstunde in unsere Klasse, spielte er entweder auf dem Akkordeon das Lied von der Schw√§bsche Eisebahne oder erz√§hlte davon, wie er den Feuersturm in Dresden erlebt und √ľberlebt hatte. Ich las in den Tageb√ľchern von Viktor Klemperer, wie er diese Zeit in Dresden erlebt hatte, immerhin rettete ihm die Bombardierung h√∂chstwahrscheinlich das Leben, denn die Marschbefehle f√ľr die allerletzten Juden von Dresden musste er einen Tag vorher selbst noch verteilen.

Vierter Gedanke: Dresden wurde ja erst als Weltkulturerbe der Unesco nominiert und kurze Zeit sp√§ter wieder von der Liste der Weltkulturerbest√§tten gestrichen, weil eine Br√ľcke durch das Elbtal gebaut wurde, obwohl es heftige Proteste aus aller Welt dagegen gab. Bei dieser Diskussion hatte ich den Eindruck: Hier wollen Menschen bestimmen, was gut f√ľr die Dresdner sei – und prompt machen diese, was sie wollen, bauen die Br√ľcke, jetzt erst recht. Das hatte ein wenig von der Nachwendezeit, als pl√∂tzlich alle Erfahrungen, alles, was galt, pl√∂tzlich nichts mehr wert war. Pl√∂tzlich wussten Menschen, die nicht im Osten aufgewachsen waren, nicht nur alles besser, sondern sie sagten den Menschen im Osten wie unm√ľndigen kleinen Kindern, wo es langgehen sollte.

In einer Zeit, in der Effizienz und Effektivit√§t selbst in sozialen Bereichen mehr zu z√§hlen scheinen, als Ideen und Mitmenschlichkeit, in der soziale Dienste, Krankenh√§user und Altenheime ihre Kosten minimieren und jeden Handgriff akribisch notieren und abrechnen, eine Zeit, in der nach der Stoppuhr gepflegt wird, z√§hlen Kosten, nicht Menschen. Und pl√∂tzlich kommen Menschen in unser Land, Fl√ľchtlinge, werden von den zentralen Aufnahmelagern verteilt, m√ľssen von den St√§dten und Gemeinden irgendwo untergebracht werden, auf „Anordnung von Oben“.

Dann fingen einige Menschen in Dresden an, gingen auf die Stra√üe. Ihre Angst und Unsicherheit den Unbekannten gegen√ľber machten sich diejenigen zunutze, die immer noch im Ewigen Gestern leben. Was k√∂nnte helfen?

Es nutzt sicherlich nichts, diese Menschen einfach dumm zu nennen. Ein kleines Kind, das nachts Angst vor dem bekommt, was sich unter dem Bett befinden k√∂nnte, nenne ich schlie√ülich auch nicht einfach dumm, auch wenn ich wei√ü, dass dort keine Ungeheuer hausen. Es nutzt nichts, Arbeiter und Handwerker aus Dresden zu stigmatisieren. Hier w√§re es hilfreicher, wenn es Gespr√§che geben w√ľrde, welcher Art auch immer. Dann k√∂nnten die Rechten mit ihren Parolen weniger Menschen erreichen. Wenn die Menschen, die in Dresden auf die Stra√üe gehen, um ihr Abendland zu retten – wobei das Abendland ja auch eher ein Symbol f√ľr ein Paradies zu sehen w√§re, welches es so nie gegeben hat – dann machen sie das vielleicht einfach deswegen, weil √ľber ihre K√∂pfe hinweg entschieden wurde. Und sie das Gef√ľhl haben, dass sie einfach allein gelassen werden mit ihren Bef√ľrchtungen, wovor auch immer.

Menno. Redet einfach miteinander. Setzt euch zusammen. Schw√§tzt. Trinkt Kaffee, esst Pl√§tzchen oder Stollen, lernt die Fl√ľchtlinge kennen, lasst euch deren Geschichten erz√§hlen. Dann werdet ihr merken, dass das Menschen sind, die euch nichts wegnehmen wollen.

 

26 Gedanken zu „Meine Gedanken zu #Pegida

  1. Hab aber auch noch den Blog hier wo ich auch meine Gedanken zusammen gefasst habe, und den ich Dir gern zeigen will nachdem ich deinen Artikel gelesen habe.
    http://lebenteilsaniert.wordpress.com/2014/12/21/pegida-demonstriert-in-dresden/

    Und ja die Dresdner lebten vielleicht fr√ľher im Tal der Ahnungslosen – so hie√ü es, aber auch die hatten Besuch. Ich denke auch wie Du es schreibst es wird zuviel √ľber die K√∂pfe hinweg entschieden. Mit den gespr√§chen das ist aber schwierig weil eben 2 sehr unterschiedliche Gruppen da mitlaufen…
    Dresden ist schon wirklich symbolisch, grade auch durch die Sachen wie die die Du aufz√§hlst, Leipzig w√§re es auch… mal schauen wie es morgen weitergeht. Leider kommen auch sehr viele Leute aus anderen Orten extra f√ľr die Pegidademo nach Dresden.

    • Deine Gedanken sind interessant. Ich war im Sommer in Dresden und G√∂rlitz, unter anderem. Und habe mich schon gefragt: Wer wohnt eigentlich in diesen jetzt wundersch√∂n sanierten H√§usern, ordentlich ged√§mmt und mit viel Luxus? √úbernachtet haben wir beispielsweise beim CVJM, dort gab es dann Gelegenheit, mit ganz normalen Menschen zu reden: Es werden Dinge gemacht und √ľber Dinge entschieden und die, die schlussendlich damit leben m√ľssen, die werden nicht gefragt.

      • Tja, ich bin eine von denen die eher im lebendigen und an vielen Stellen etwas verlottertenund auch schicken H√§usern und Leuten, also sehr gemischten Viertel wohnt. Ziemlich unsaniert mit Ofen und Boiler…
        Es sind viele Leute aus dem „Westen“ gekommen und in den schicken H√§usern wohnen die die Geld haben. Da findet eben ne √ľbelste Gentrifizierung statt und die √§rmeren Menschen werden in die Getthos verdr√§ngt. Kann ich mitreden. Die Mietpreise steigen seit Jahren ins Himmellose und so unsanierte Wohnungen sind hei√übegehrt trotz der Zust√§nde. Die Schere geht auch hier weit auseinander. Die Stadt ist ja CDU regiert, das merkt man √ľberall….
        Danke Dir f√ľr deine Antwort
        Liebe Gr√ľ√üe

        • Ps.: genau es wird √ľber die K√∂pfe hinweg entschieden und es geht immer mehr in die Richtung wer kein geld hat hat auch keine Rechte, und das bei unserem Grundgesetz. F√ľr mich ist Deutschland kein demokratisches Land mehr…bin mir auch nicht sicher obs das wirklich mal war.

          • Das ist auch genau das gewesen, was mich mal wieder nachdenklich gemacht hat: Menschen leben lange Zeit in ihren H√§usern, die ihnen zwar nicht geh√∂ren, aber trotzdem ihr Zuhause sind, wo sie ihre Nachbarn und ihre L√§den haben. Dann kommen fremde Menschen, oder noch nicht einmal Menschen, sondern Gesellschaften, die wiederum Angestellte haben, die ihre Arbeit machen sollen und f√ľr Profit sorgen sollen, die lassen die H√§user sanieren und setzen diejenigen, die dort ihre Heimat haben, einfach an die Luft. Und manchmal ist es noch nicht einmal nur der Profit, sondern auch die Verordnungen zum W√§rmeschutz, zur Brandsicherheit, zur was-wei√ü-ich, die das Wohnen so teuer machen, dass es sich viele Menschen nicht mehr leisten k√∂nnen.

          • Ja, so ist es. Oder auch reiche Leute die alte H√§user kaufen und Sie totsanieren, sprich au√üen Fein innen Plastik und dann f√ľrs 3fache vermieten, Gewinnoptimierung. Haha…Ich denke so ne Wohnung wie ich Sie habe geh√∂rt fast unter Denkmalschutz, denn davon gibts nicht mehr so viele .. aber zum Gl√ľck gibts noch einige wenige Kohleh√§ndler die uns hier mit Brennstoff beliefern. Finde so gemischtes eigentlich total genial, aber die Stadt wird immer mehr gegl√§ttet, ist ja auch in der Altstadt zu sehen um die Frauenkirche rum wo Sie das alte wieder neu nachgebaut haben. Wo sich aufgeregt wurde das zu Ostzeiten historisches Vernichtet wurde was noch √ľbrig war (teilweise) und jetzt wird das gleiche mit den DDR Restbauten gemacht.. weicht vielleicht einwenig vom Thema ab gibt aber auch so ne Gesamtrichtung die sich da spiegelt finde ich.

  2. Hm. Jetzt soll ich nicht mehr darunter antworten, meint das Programm.
    Was braucht eigentlich eine Wohnung? Vier W√§nde, ein dichtes Dach, einen Wasserhahn und einen Ofen. Der Rest ist— Luxus. M√ľssen wir im Luxus leben?
    Ich denke oft dar√ľber nach, wie wenig meine Oma in ihrer K√ľche hatte – und es hat gereicht. Ob sie mehr gehabt h√§tte, wenn sie jetzt noch leben w√ľrde? Sicherlich. Doch der Gedanke an: Das reicht! reicht aus, dass ich viele unn√ľtze Dinge nicht kaufe. Wozu auch. Ich brauche sie nicht.
    (√úbrigens heizen wir nur mit Holz und zwei √Ėfen. Meistens k√∂nnen wir im T-Shirt in der Wohnung herumlaufen, weil die √Ėfen so warm sind. Bin ich dagegen in einer zentralbeheizten Wohnung, fange ich oft an zu frieren)
    Ich wollte noch einen Link einf√ľgen, hatte ich mal wieder vergessen: http://www.jaellekatz.de/allgemein/nur-ein-kleines-bisschen-unbehagen

    • Das sehe ich √§hnlich, ich habe seit ich in Ofenwohnungen lebe ganz selten Erk√§ltung und man beh√§lt die Demut und Achtung vor den grundlegenden Dingen wie W√§rme, weil man daf√ľr was tun mu√ü finde ich und es ist so sch√∂n feuer zu machen, ich liebe es. Meine Oma hat mit mann und 6 Kinder eine genauso gro√üe Whg gehabt wie ich, das kann man sich kaum noch vorstellen. Ich vermeide auch Apparate und sowas aber f√ľr bestimmte Sachen wie K√ľhlschrank mit Froster und das Internet bin ich sehr sehr dankbar. Aber so ein wenig mehr Back to the Roots kann nicht schaden…;-)

  3. 1. Ich finde es gut, dass du lange nachdenkst, dich informierst, bevor du √ľber etwas schreibst. Viele plappern ja einfach nur nach.

    2. Ich teile deine Ansicht in diesem Beitrag.
    3. Ich glaube, viele Menschen im ganzen Land, sind entt√§uscht. – von Versprechungen wie „die Rente ist sicher“, „mit mir wird es keine Maut geben“ und √§hnlichem. Andere haben Angst vor Altersarmut oder arbeiten jetzt schon an der Armutsgrenze. Pegida hat (scheinbar als Einziger) daf√ľr ein offenes Ohr und liefert gleich noch den Schuldigen.

    • Ja, ich denke, dass sich die Politikverdrossenheit auch darin zeigt. Immerhin sind diejenigen, die nicht zu einer Wahl gehen, bald der gr√∂√üte Teil. Es ist ja auch egal, wo das Kreuzchen gemacht wird: Letztendlich machen Politiker nicht nur das, was sie wollen, sondern das, was die Konzerne, die Wirtschaft und andere von ihnen verlangen, damit angeblich Arbeitspl√§tze erhalten bleiben und Steuern gezahlt werden k√∂nnen. Ob es aber wirklich so ist? Vieles klingt eher nach Erpressung…
      Und die Menschen, die in Dresden demonstrieren? Viele stellen sie als dumm hin und machen sich lustig. Als w√§ren es kleine Kinder, die man nicht ernst nehmen muss. Wer aber kommt und ihre Angst ernst nimmt, der hat dann pl√∂tzlich Zulauf…

  4. Hier muss mal erw√§hnt werden, dass Sie einem vorkommen, wie ein Oberlehrer, der alles wei√ü. Da muss ich dagegen halten. Vergessen Sie f√ľr einen Moment, dass man was unendlich erdulden muss, und zwar das ewige Versagen unserer Politik.
    Dieses Geschw√§tz von Dialog und Verst√§ndigung ist vorbei und √ľberfl√ľssig. Das wirkt auch nur noch wie eine Worth√ľlse. Die Zeit ist gekommen, dass das Volk spricht und die Politik zuh√∂rt – sonst sucht sich das Volk neue Politiker – umgekehrt klappt das nicht! Die Politik hat sich schon lange vom Volk entfernt und das VOLK geht jetzt auf die Stra√üe. Der Einwanderungseklat, den sich die Bundesregierung erlaubt – seit Jahrzehnten – ist jetzt mit der immer offenkundigeren mit Absicht versagenden Asylpolitik das i-T√ľpfelchen, was das „Schluss-Jetzt“ in der Bev√∂lkerung aufkommen lie√ü. √úber PEGIDA werden auch ganz andere grunds√§tzliche Probleme transportiert. Das w√ľrden Sie sehen und verstehen, wenn Sie DABEI w√§ren.
    Ich unterscheide selbst nicht zwischen links und rechts – das √ľberlasse ich den schwarz-wei√ü-Denkern. Ich unterscheide zwischen Recht und Unrecht. Wenn ich nach Berlin sehe, sehe ich das blanke Unrecht – in Form einer Regierung, die dem Wort GIER eher Rechnung tr√§gt als dem Wort „regere“ aus welchen es abgeleitet ist – n√§mlich LENKEN und RICHTEN. Seit knapp 10 Jahren beschr√§nkt man sich leider Gottes auf REagieren, zum Schaden der Regierten. Nun Schluss mit Unrecht, denn:
    Wenn Unrecht zu Recht wird- wird bekanntermaßen Widerstand zur Pflicht.
    Und dieser Widerstand formt sich auf UNSEREN Straßen und weht als Sturm der selbst ernannten Elite (eigentlich: Negativ-Auslese der letzten 70 Jahre) ins Gesicht. Schmeckt nicht! Muss aber geschluckt und gefressen werden! Viel Freude damit.
    Im √úbrigen hat Toleranz auch Grenzen. Die sind schon lange √ľberschritten. Jetzt folgt auf Toleranz Forderungen! Forderungen der autochthonen Bev√∂lkerung, welche das Land im Kern bildet.

    • Was die Wut und Entt√§uschung gegen√ľber einer Regierung angeht, die sich vieles von Industrie und Wirtschaft diktieren und vorschreiben l√§sst, statt zu schauen, was die Menschen, die hier leben, br√§uchten: Einverstanden. Da ist nicht nur in den vergangenen zehn Jahren viel an Menschlichkeit zugunsten einer Wirtschaftlichkeit entschwunden, von der noch nicht klar ist, wie das entstandene Vakuum gef√ľllt werden k√∂nnte.
      Aber ich bin nicht das Volk, niemand ist das Volk: Wir sind eine bunte Mischung von unterschiedlichen Individuen. Ich versuche nur von meiner Warte aus Dinge zu sehen, dass ich dabei weder alles sehen, noch wahrnehmen, noch wissen kann, ist mir mehr als klar.
      Und was Forderungen betrifft: Warum nicht welche, die die Macht der Banken einschr√§nken, die Macht der Fonds, die Macht derjenigen, die mit Immobilien und anderem eine Unmenge Geld verdienen, die daf√ľr sorgen, dass die Mieten so hoch steigen, bis sie fast unbezahlbar werden, nur damit die Rendite stimmt?
      Die Fl√ľchtlinge? Ach. Das sind Menschen, denen wurde schon schlimm genug mitgespielt. Selbst wenn sie zu uns kommen, weil sie hier ein gelobtes Land finden wollen, sollten wir vielleicht auf diese Wahrnehmung eher stolz sein. Im Gegensatz zu dem, was die Banken und anderes kosten, ist das nur Kleinkram.

      • !!! Jip, sehe ich auch so. Und das Ding ist die Regierung ist gew√§hlt. Warum w√§hlen die Menschen denn so, und wenn die masse 10 Jahre bruacht um zu reagieren..mei scheint auch ne m√ľde Truppe zu sein. Erstma besser machen.. und Pegida is sicher nicht „besser machen“. So eine Bewegung n√§hrt sich aus negativit√§t und Mangelempfinden und wird genau das auch erzeugen, wie sollte es anders sein.

      • W√§re die Politik ehrlich zum Volk, w√ľrde Sie zugeben, dass das System ein Fehler ist – unser Wirtschaftssystem! Es l√§sst sich nicht gerade biegen – es l√§sst sihc nur durch ein neues ersetzen. Wie erleben jetzt die letzte Runde bei Monopoly. Zum Schluss geh√∂rt alles eine, meistens dem, der zuerst die Schlossstra√üe hat. Und die hat keiner von uns- die stand n√§mlich nur zur Disposotion. Die ist zu Spielbeginn einfach einer elit√§ren Person(enkreis) reserviert worden. Das sind die, die heute Geld sch√∂pfen d√ľrfen – mit dem wir alle spielen. Nur schaffen Sie nie die Zinsen mit und geben diese in den Kreislauf- so dass wir Spieler uns das gegenseitig abluchsen m√ľssen. Wem das nicht gelingt, der muss in der n√§chsten Runde Schulden machen. So stehen wir immer im Wettberwerb, der immer mehr an Fahrt gewinnt – Lieblingswort von Merkel in Ihren Reden: Wettbewerbesf√§higkeit oder Wettbewerbsvorteil! – Schauen Sie selber nach!!!
        F√ľr Sie! Wirtschaft ist f√ľr die Menschen da! Eigentlich! Merken Sie was davon? Seit einer geraumen Zeit ist es leider umgekerht. Wachstum um des Wachstums Willen. Warum? B√§ume wachsen auch nicht in den Himmel.
        Haben Sie mal dr√ľber nach gedacht, warum wir den Wachstum so fordern? Ja selbst dann, wenn er nicht ben√∂tigt wird. Was ist da los? Beantworten Sie sich selber die Frage. Vielleicht mit Hilfe: Youtube:Franz H√∂rmann; Top Info Forum
        Wir brauchen nicht Energie verschwenden, um die Symptome zu bek√§mpfen. Wir m√ľssen gemeinsam an die Wurzel des √úbels.

    • @Georg:

      Es gehen mindestens genauso viele Leute gegen Pegida auf die Stra√üe wie daf√ľr. Wer von denen ist das Volk? Warum sind Sie das Volk und die anderen nicht?

      Im √ľbrigen argumentieren Sie wie viele Pegida-Anh√§nger sehr geschickt: Sie stellen Befindlichkeiten in den Vordergrund, sagen aber nicht, was Sie eigentlich wollen. Denn das Verst√§ndnis auf die Wut von B√ľrgern, denen (angeblich oder tats√§chlich, das sei mal dahingestellt) √ľbel mitgespielt wird, ist bei vielen vorhanden. Aber das Verst√§ndnis w√ľrde bei vielen nachhaltig schwinden, wenn man ehrlich aussprechen w√ľrde, was man vorhat.

      Da ich in den letzten Tagen mit einigen Pegida-Anh√§ngern im Internet gesprochen habe, und da das Attentat in Frankreich ihnen die gef√ľhlte moralische Legitimation gab, mal ehrlich zu sein, stelle ich mal eine Auswahl an Optionen zusammen, die als „notwendige Politik“ dargestellt wurden:

      – Aufhebung des Asylrechts f√ľr Muslime
      – Verbot des Korans
      – Ausweisung aller Muslime, die nicht ihrem Glauben abschw√∂ren wollen (oder Verlust der Staatsb√ľrgerrechte, falls sie einen deutschen Pass haben)
      – Zentrale √úberwachung aller Immigranten
      – Ausweisung aller nicht-deutscher Arbeitslosen
      РNull-Toleranz-Politik: Ausweisung oder lange Gefängnisstrafe bei der ersten Рauch kleinen РStraftat
      – Wiedereinf√ľhrung der Todesstrafe

      Denn wir sind uns sicher einig, dass das Pegida-Positionspapier lauwarmes Geschw√§tz ist, das in weiten Teilen auch problemlos in Wahlprogrammen von Union oder SPD vorkommt. Schlie√ülich bekennt sich keine Partei zu Asylmissbrauch, Schutz von Hasspredigern oder F√∂rderung von politisch oder religi√∂s motivierter Gewalt. Dieses Papier ist sicher nicht der „Sturm“, der √ľber die Elite hinwegfegen wird.

      Will man sich ehrlich unterhalten, dann muss man auch ehrlich mit den Zielen sein und nicht verdruckst hinter dem Berg halten und sich in Tiraden √ľber Generationen von unf√§higen Politikern verlieren. Okay, Sie sind unzufrieden. Was KONKRET wollen Sie √§ndern? Stimmen Sie mit den Ideen anderer (angeblicher, ich kann das nat√ľrlich nicht nachpr√ľfen) Pegida-Anh√§nger √ľberein wie oben ausgef√ľhrt? Ist das zu harmlos? Zu √ľbertrieben? Oder haben Sie ganz andere Forderungen?

      • Wo haben Sie diese Forderungen her?!
        Und was hat diese Diskussion mit der von Ihnen gebrachten unsinnigen Aufzählung zu tun? Erkenne den Zusammenhang nicht.

        Bitte Quelle und Zeitpunkt nennen zu jeder von IHNEN ZITIERTEN „Forderungen“:

        (als Gedankenst√ľtze- hier Teile Ihres Beitrags:)

        „‚Äď Aufhebung des Asylrechts f√ľr Muslime
        ‚Äď Verbot des Korans
        ‚Äď Ausweisung aller … etc.“

      • „Will man sich ehrlich unterhalten, dann muss man auch ehrlich mit den Zielen sein und nicht verdruckst hinter dem Berg halten und sich in Tiraden √ľber Generationen von unf√§higen Politikern verlieren.“

        –> Das sind Ihre Vermutungen! Wie soll man sich mit Ihnen unterhalten, wenn Sie einem Lug und Blendung unterstellen. Sie h√∂ren ja nicht einmal zu.

        Okay, Sie sind unzufrieden.
        –> Pauschal nicht. Unzufrieden mit unseren Volksverr√§tern.

        „Was KONKRET wollen Sie √§ndern? “
        –> Klingt so, als gehen Sie mit allem konform und wollen nichts √§ndern.

        „Stimmen Sie mit den Ideen anderer (angeblicher, ich kann das nat√ľrlich nicht nachpr√ľfen) Pegida-Anh√§nger √ľberein wie oben ausgef√ľhrt?“

        –> PEGIDAs Forderungen sind von konservativen Werten gepr√§gt und entsprechen meines Erachtens dem Wertekanon der breiten (europ√§ischen) Masse.

        „Ist das zu harmlos? Zu √ľbertrieben? Oder haben Sie ganz andere Forderungen?“
        –> Dann w√§ren ganz andere Forderungen formuliert, oder die jetzigen Forderungen sch√§rfer oder milder ausgedr√ľckt

        Merken Sie was? Sie k√∂nnen sich ja nicht einmal mehr vorstellen, dass das was man sagt mit dem was man meint √ľbereinstimmt. Sie sind so oft schon entt√§uscht worden, dass es sich Ihrer Vorstellung entzieht, dass das Ge√§u√üerte auch der Intention dahinter entspricht.

  5. Eine der großen Selbsttäuschungen unserer Gesellschaft ist das Versprechen der Hegelschen Dialektik (kurz gesagt: Du hörst mir zu, ich höre Dir zu, und dann finden wir einen gemeinsamen Standpunkt). Wir glauben fast alle, dass so Entscheidungen getroffen werden, und andererseits ist das fast nie der Fall.

    Unsere Meinungen werden mittels Einsch√ľchterung etabliert. Das gilt im Guten wie im Schlechten. Ein anschauliches Beispiel ist die Behandlung von Homosexuellen in der √Ėffentlichkeit. Vor 50 Jahren wurde man massiv von den Medien und der Gesellschaft angefeindet, wenn man Homosexualit√§t als normales Lebenskonzept bezeichnete. Man konnte f√ľr homosexuelle Handlungen sogar eingesperrt werden (und viele Tausende wurden es auch). Heute wird man angefeindet, wenn man Homosexualit√§t als abnorm bezeichnet – die Karriere kann dann schnell dahin sein.

    Um es klar zu stellen: Ich selbst halte Homosexualit√§t f√ľr vollkommen in Ordnung. Sie schadet niemandem, aber ein Verbot oder eine √Ąchtung schadet den Betroffenen massiv. Aber in der √Ėffentlichkeit wird diese Argumentation nicht vollzogen, den Ablehnenden nicht geduldig erkl√§rt, warum ihre Ansicht problematisch ist und warum man sie allgemein nicht teilt. Es wird stattdessen mit Einsch√ľchterung gearbeitet.

    Genau dasselbe passiert auch rund um Pegida. Hier arbeitet die √∂ffentliche Gesellschaft mit Einsch√ľchterung und Ausgrenzung, statt mit Dialog. Deswegen ist der Befund, man w√ľrde eingesch√ľchtert und ausgegrenzt, bei den Pegida-Anh√§ngern durchaus berechtigt. Allerdings besteht kaum ein Zweifel, dass diese Leute im umgekehrten Fall ganz genauso handeln w√ľrden: Jeder, der dann nicht den Islam mit Terrorismus, Frauenfeindlichkeit und antidemokratischem Verhalten gleichsetzt, ist schnell ein Volksverr√§ter (das Wort ist im Pegida-Umfeld ja sehr beliebt). Deswegen ist das Anliegen auch scheinheilig, denn Pegida setzt sich nicht f√ľr mehr konstruktiven Dialog ein. Sie wollen nur, dass IHRE Meinung nun offizielle Mehrheitsmeinung wird und der Rest zu schweigen hat.

    Deswegen: Ja, es stimmt etwas nicht im Umgang mit gesellschaftlichen Debatten in unserem Land. Und ja, sich bei einem Kaffee zusammenzusetzen und die Dinge auszudiskutieren w√§re zweifelsfrei die bessere L√∂sung, auch im Sinne der Aufkl√§rung. Aber diejenigen, die sich dar√ľber auf der Stra√üe aufregen, regen sich nicht dar√ľber auf, dass die Situation an sich so ist, sondern nur, dass sie nicht an den Hebeln sitzen, um andere mundtot zu machen. Die Idee eines aufgekl√§rten gesellschaftlichen Dialogs ist leider eine gut beh√ľtete Illusion.

      • Ich denke auch nicht, dass hier eine prinzipielle Unm√∂glichkeit vorliegt. Sondern eher, dass es eben unbequem und m√ľhsam ist und deswegen meistens vermieden wird. Und dass es unangenehm w√§re, sich das einzugestehen (denn eine Gesellschaft, die ihre √úberzeugungen auf Einsch√ľchterung statt auf logischen Argumenten aufbaut, k√∂nnte ja grob falsch liegen), und deshalb ignoriert wird.

        Vermutlich m√ľssen wir uns trotzdem auf einen Diskurs mit denen einlassen, f√ľr die der Untergang des Abendlandes genauso real ist wie dass Angela Merkel Bundeskanzlerin ist. Ob das funktioniert? Es muss wohl. Auch wenn ich angesichts der Wut und Aggressivit√§t, die einem von den Pegida-Anh√§ngern entgegenschl√§gt, keine allzugro√üen Hoffnungen auf einen vern√ľnftigen Dialog habe. Mal sehen.

    • Auf den Punkt gebracht.
      1. Homosexualität ist KEIN normales (im Sinne der Mengenverteilung nach Gauss) Lebenskonzept.
      2. Es ist f√ľr eine Gesellschaft KEIN EMPFEHLENSWERTES Konzept.
      3. Das denken und wertungsfrei sagen zu d√ľrfen sollte wieder NORMAL sein.
      4. Der Dialog beginnt erst, wenn man von der Politik auf Augenhöhe wahrgenommen wird Рund die erreichen wir mit zunehmender Teilnehmerzahl.
      Dann redet das Volks und unsere Volksverr√§ter d√ľrfen zuh√∂ren.
      Und wem es nicht passt – der darf abdanken.
      Dieses gutmenschliche politisch korrekte Geschwafle ist was f√ľr die betreut Denkenden.
      Harte Fakten bed√ľrfen harter Worte!

  6. Das Problem ist – die lassen gerade nicht so gut mit sich reden. Das isses ja eben, dass argumentativ kein Zugang zu finden ist.
    Aber noch mal prinzipiell: Man hat alle Zeit der Welt, um nachzudenken und zu einem Thema einen Text zu verfassen. Auch dann, wenn die Empörungswellen, die durchs Netz schwappen, abgeebbt sind. Die Phänomene bleiben ja bestehen und die darf man in Ruhe betrachten, reflektieren und analysieren.

    • Dass ich prinzipiell alle Zeit der Welt habe, wei√ü ich schon ūüėČ Trotzdem habe ich noch einige zu anderen Themen liegen, wie beispielsweise den Hebammen und deren k√ľnftiger Nichtversicherbarkeit, die ich bisher noch nicht ver√∂ffentlicht habe. Mal sehen, wann sich die Gelegenheit dazu ergibt.
      Ich glaube, dass irgendwann einige doch anfangen, nachzudenken. Allerdings ist es schwierig, solange sie mit „dumm“ und „gehtja√ľberhauptnicht“ nur verdammt werden.

    • Ich lade alle ein heute wieder dran teilzunehmen!
      Wir brauchen keinen Roland Kaiser, um zu kommen.
      Wir kommen auch so – bei Wind und Regen.

      Es ist ein Trauerspiel, dass die Landesregierung zur Brot-und-Spiele-Keule greifen muss, um das Volk zur Kundgebung zu locken. Das gab’s schon mal. Danach kam der Zwang. Das wurde hierbei auch schon versucht – ging aber nach hinten los.

      PEGIDA hat es nicht nötig zu motivieren Рdie Leute, die da sind, sind intrinsisch motiviert.

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