Regensonntag

So ist das mit den Vorsätzen: kaum wollte ich öfter schreiben, kommt mir ein Schnupfen in die Quere. Deswegen habe ich das Wochenende wunderbar ruhig verbracht, das Sofa hat mich klaglos ertragen und der Stapel ungelesener Bücher ist ohnehin viel zu hoch. Da kam die Ruhe ganz recht.

Die Lieblingshausziege ist aushäusig unterwegs, besucht erst Oma und Opa, dann wollte sie noch  ihre neue Nichte bestaunen, das Christkindchen.

Donnerstags kommt die Abokiste. Oft steckt so viel Gemüse drin, dass ich einen Teil davon zu Brotaufstrich verbastele. Ich versuche dabei, so weit es geht ohne Dickungsmittel auszukommen, meistens klappt es, manchmal wird es eher ein Dip, in den das Brot eben getunkt wird. Leider führt abwechselndes Kochen und Schreiben zu einer klebrigen Tastatur, weil jedoch die Spülmaschine keine Option ist, muss ich statt dessen Lappen und Q-Tipps bemühen. Da der Mitbewohner tagsüber in der Küche schnippelt, kocht und mit dem Tageslicht um die Wette eifert, damit es noch zum Fotografieren reicht, muss ich mit den Zeiten in der Küche vorlieb nehmen, die übrig bleiben.

Neulich gehörte Meinung: Ach, ich bin viel zu unwichtig, für mich interessiert sich kein Hacker. Dann hoffe ich mal, dass du recht hast.

Eine kleine Buchhandlung gesehen, die offen war, ich gehe rein und schaue mich um. Schön sortiert, viel Unbekanntes, das gefällt mir. An der Kasse steht die Buchhändlerin und unterhält sich mit zwei Kunden, die sich gleichzeitig auch miteinander unterhalten: Ja, die Kinder von heute, die können noch nicht einmal eine einfache Aufgabenstellung lesen und begreifen. Beide nicken sich wissend zu und erklären der Buchhändlerin, dass einer von ihnen Mathe- und die andere Deutschlehrerin ist.

Katzmatz hat sich vermutlich geprügelt, sie ist an der Flanke verwundet. Wir wollten uns die Sache genauer anschauen, das fand sie aber nicht witzig. Inzwischen ist alles trocken, ich kann mit der Hand über die Stelle streicheln und sie bleibt ruhig. Heilt.

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Angeblich liken auf Instagram ja keine Bots. Poste ich jedoch ein schlichtes Brot, bestrichen mit Gänsefett, habe ich plötzlich Likes vom Karstadt Restaurant und einer Bar aus Düsseldorf. Seltsam.

Mit den Eltern waren wir im Herbst im Höllental wandern, jetzt whatsappte der Vater, dass am Sonntag im SWR eine Sendung über ebenjenes, doch ein kurzes Nachgucken zeigte, dass die Sendung nicht über das Tal an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, sondern über das Höllental in der Eifel informiert. Gucken kann ich trotzdem, vielleicht komme ich ja mal wieder in die Gegend. (Der Mitbewohner grinst, dort war er während seiner Bundeswehrzeit stationiert. Vermutlich gibt es dann heute – parallel zur Sendung – die Kommentare aus dem Sessel)

Bevor ich gleich wieder das Sofa hüte, koche ich mir noch eine große Kanne Ingwertee. Hilft gegen Wetter, Hals und maulende Katzen gleichermaßen.

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