Regentag ist Museumstag #Perlenfischen

FĂŒr einen kalten und regnerischen Samstag ist ein Besuch im Museum genau das Richtige. Schon der Gang durchs StĂ€dtchen zeigt: Hier ist Provinz. Alle GeschĂ€fte sind lĂ€ngst geschlossen, die StĂŒhle der Wirtschaften stehen zwar draußen auf dem BĂŒrgersteig, sind aber leer und unbesetzt.

Das Museum ist in der Forchheimer Kaiserpfalz.

Im Erdgeschoss sind große RĂ€ume, die nicht nur die Sonderausstellung rund um das Osterei beherbergen, hier finden gelegentlich auch andere Veranstaltungen statt. Da der Ostereiermarkt in diesem Jahr bereits Geschichte ist, sitzen leider keine Ostereiermalerinnen mehr im GemĂ€uer. DafĂŒr gibt es eine ganze Menge Ostereier in großen Vitrinen zu sehen: Vorne sind die Ostereier der diesjĂ€hrigen KĂŒnstler, im hinteren Raum sind weitere Vitrinen mit Ostereiern. Es sieht so aus, als ob jeder Aussteller fĂŒr jedes Jahr ein Ei fĂŒr die Dauerausstellung liefern musste. Die Eier sind nummeriert, damit jeder nachgucken kann, wer welches Ei bemalt hat.

In weiteren Vitrinen sind Ostereier aus einer Sammlung. Die Sammlerin hat sie dem Museum geschenkt, das Museum stellt sie aus.

Links ein solcher Block mit Vitrine drin, der Blick auf die wunderschöne Fensterbemalung wird leider etwas versperrt.

Ich gehe eine Treppe nach oben und komme in die archĂ€ologische Sammlung. Große massive Blöcke stehen in den RĂ€umen, wie Aquarien sind ebenfalls Vitrinen darin eingefasst. Dort liegen einige wenige Reste, das, was aus der Steinzeit, der Bronzezeit und den Kelten so ĂŒbrig blieb. Viel ist es leider nicht. Ein Berg RucksĂ€cke liegt im Weg, die gehören allerdings nicht zur Ausstellung, sondern den Kindern, die einen Raum weiter lauschen.

Ein Skelett im Glaskasten

Am Boden steht ein Glaskasten mit einem Skelett darin, um diesen drĂ€ngen sich die Kinder. Eine Frau erzĂ€hlt, dass die Frau erschlagen wurde.  Alle Kinder waren sichtlich beeindruckt und hörten mucksmĂ€uschenstill zu, eines wollte wissen, ob die Frau etwas davon gemerkt hat. Vielleicht hat sie Wein oder etwas anderes zur BetĂ€ubung gekriegt, mutmaßt die ErzĂ€hlerin. Dann hat sie wohl nicht so viel davon gemerkt, sagt sie zur Beruhigung der Kinder. Doch diese lĂ€sst das Thema nicht so schnell los, sie stellen immer wieder neue Fragen.

Modell der keltischen Besiedlung

Ich vertiefe mich in der Zwischenzeit in ein Modell: Die kleinen HĂ€uschen zeigen, wie einst die Kelten auf dem Walberla gewohnt haben könnten. Im Nebenraum lĂ€uft in Endlosschleife ein Film ĂŒber den Staffelberg und dessen keltische Besiedlung. Doch irgendwann packten die Kelten ihre Siebensachen zusammen und verschwanden irgendwohin.

Gut 1300 Jahre spĂ€ter befahl Karl der Große die Errichtung von 14 Slawenkirchen an Main und Regnitz, erfahre ich weiterhin. Aber auch hier weiß niemand genau, wo diese Kirchen gestanden haben könnten.

Auf einer alten NĂ€hmaschine wurden frĂŒher frĂ€nkische Trachten genĂ€ht.

In kleinen und dunklen NebenrĂ€umen sind alte frĂ€nkische Trachten ausgestellt. Auf Schildern steht jeweils Name und Herkunft der ursprĂŒnglichen TrĂ€gerin, ebenso der Name des Spenders. An den WĂ€nden erklĂ€ren Bilder die einzelnen Bestandteile der Tracht, aber alles ist so eng und dunkel, dass ich nicht lange bleiben mag.

FĂŒr heute reicht es mir, auch wenn das Museum noch ĂŒber die Zeit Forchheims als Kaiserpfalz und ĂŒber die Wahl des ersten deutschen Königs bis in die Zeit der fĂŒnfziger Jahre berichten kann. Im gegenĂŒberliegenden Kapellchen ist noch eine Ausstellung ĂŒber Osterkrippen, doch als ich die TĂŒr öffnen will, ist leider schon abgeschlossen. Schade.

Bis auf die Kindergruppe, die dort offensichtlich einen vergnĂŒglichen Geburtstag verbracht hat, waren kaum Besucher im Museum. Leider gibt es auch kein Cafe, in das ich mich setzen konnte.

Wer also einen ruhigen und ziemlich ungestörten Nachmittag zwischen Lanzenspitzen aus der Keltenzeit, frÀnkischen Trachten und anderen Exponaten verbringen möchte, ist hier genau richtig.

Verbunden mit: Museumsperlen. Eine Blogparade zum #Perlenfischen

4 Gedanken zu „Regentag ist Museumstag #Perlenfischen

  1. Ich mag Museen auch sehr gerne. Gerade am Land gibt es oft ganz liebevoll betriebene kleine Museen zu den verschiedenartigsten Themen. Ich habe schon viele von der Sorte gesehen und es nie bereut hineingegangen zu sein. Manchmal ist es nur ein AusstellungsstĂŒck, das den Besuch lohnt, aber das genĂŒgt ja auch.

    • Ganz genau 🙂 Ich mag diese kleinen Museen auch sehr gerne. Oft sind nur wenige Besucher dort, da kann ich mich auf die ausgestellten Dinge besser konzentrieren.

  2. Liebe Jaelle,

    vielen lieben Dank dafĂŒr, dass du uns an deinem Museumsbesuch hast teilhaben lassen – fast ist es als wĂ€ren wir dabei gewesen! Auch dein Eintreten fĂŒr kleinere Museen, die ebenso eine Chance verdient haben wie große HĂ€user von internationalem Ruf hat das #perlenfischen wirklich bereichert und hoffentlich den ein oder anderen Leser die Scheu vor dem Museumsbesuch etwas nehmen können!

    Herzliche GrĂŒĂŸe,

    Jana, Sabine und Anna
    Redaktionsteam Museumsperlen

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