Rites de passage – jeden Tag, jede Stunde

Ich wache nachts auf, schlafe wieder ein, wache auf, wenn der Morgen graut und irgendwann warte ich nicht mehr, bis der Wecker klingelt oder ich noch einmal einschlafe, irgendwann stehe ich einfach auf, setze das Wasser auf, koche Kaffee und bin eben wach, oder das, was ich dann wach nenne. In dieser Nacht habe ich davon getr√§umt, dass sich die Lieblingshausziege ziemlich gut mit Gras auskennt, und im Wachen dann dar√ľber sinniert, ob es stimmen k√∂nnte. Ich muss sie mal fragen.

Schon das erste Telefonat heute morgen war erfolgreich, der Ingenieur war noch im B√ľro und ich konnte mich zweieinhalb Stunden sp√§ter mit ihm auf der Baustelle verabreden. In vierzehn Tagen k√∂nnen hier wieder Autos fahren, sagt er, das Landratsamt verl√§ngert die verkehrsrechtliche Sperrung nicht mehr und √ľberhaupt, so ein 1200er Drachenprofil liegt nicht einfach so rum, das dauert eben seine Zeit, bis es in dieser Coronazeit geliefert wird. Damit es auf dem Bild auch richtig nach Baustelle aussieht, lie√ü der Chef vom ausf√ľhrenden Baubetrieb auf meinen Wunsch den gro√üen Bagger mitten auf die Stra√üe fahren, so standen die Verantwortlichen mit dem n√∂tigen Abstand nicht ganz so verloren herum.

Zwischendrin habe ich die Texte √ľber die gestrige Gemeinderatssitzung geschrieben, noch einen weiteren Text und damit mein Kopf wieder frei wird, durfte der Staubsauger brummen. Am Nachmittag hatte ich noch im St√§dtchen eine Verabredung, auch wenn ich ein wenig zu fr√ľh war, brauchte ich nicht zu warten.

Und weil ich schon mal im St√§dtchen war, war ich hier und dort, Kleinigkeiten besorgen, kleine Haken f√ľr die Gardine, damit ich die beiden fehlenden endlich ersetzen kann. Bis ich nach Kassel unterwegs bin, will ich hier noch einiges erledigen, was in den letzten Wochen und Monaten irgendwie liegenblieb. Ich habe mir kleine Lackierrollen angeguckt, da kam gleich ein Mitarbeiter, fragte, was ich damit wolle, zeigte mir andere, mit denen das besser ginge und meinte, wenn es nicht klappt, soll ich mich bitte √ľber den Kollegen beschweren. Lob w√ľrde er jedoch gerne entgegennehmen.

Ein Grabmal als Vogeltr√§nke, in der K√ľnstlernekropole im Habichtswald.

Jetzt werde ich noch den Staub aus einer weiteren Ecke jagen und mit einer Freundin gemeinsam schreiben, später, das geht selbst dann gut, wenn jede von uns an ihrem eigenen Schreibtisch sitzt.

 

 

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