Runter vom Sofa und ab zum Sport #2

Die pers├Ânliche Trainerin Kerstin ist krank. Das finde ich schade, und w├╝nsche ihr gute Besserung. Trotzdem findet meine w├Âchentliche Sportstunde statt, denn Harry ├╝bernimmt Kerstins Part. Harry l├Ąuft gerne. Harry l├Ąuft auch gerne lange. Nur ich laufe gar nicht gerne, und bin bestimmt das letzte Mal gelaufen, als ich noch in der Schule war. Das ist lange her. Zwar war ich damals recht leichtf├╝├čig unterwegs, was an der Jugend und an meinem damals deutlich geringeren Gewicht gelegen haben mag, doch jeder sp├Ątere Versuch zu laufen scheitert daran, dass ich nach kurzer Zeit v├Âllig aus der Puste bin.

Aus diesem Grund gehe ich ja auch lieber wandern. Da komme ich zwar hin und wieder auch ins Schwitzen, besonders wenn es bergauf geht, doch insgesamt finde ich Wandern recht geruhsam. Aber andererseits wollte ich ja meinem inneren Schweinehund Max Beine machen. W├Ąhrend wir uns in forschem Schritt warm gehen, schw├Ąrmt Harry von den Vorteilen, die das Laufen so bietet. Immerhin w├╝rden dabei viele Kalorien verbrannt, mehr jedenfalls als beim Wandern oder Radfahren. Hmm. Ich h├Âre mir das an. Schlie├člich m├Âchte ich ja etwas weniger werden, da hat Harry schon Recht. Aber der Reflex ist immer noch vorhanden, so wie fr├╝her in der Schule zu maulen, wenn der Lehrer etwas anordnet. Nur: Wenn ich es nicht probiere, kann ich nicht wissen, ob nun Laufen etwas f├╝r mich ist, oder nicht.

Nach zehn Minuten Aufw├Ąrmen traben wir langsam los, Harry erkl├Ąrt noch das Prozedere: Nur eine Minute langsam joggen und dann wieder ein Minute lang gehen. Praktischerweise hat Harry eine Uhr, die er einstellen kann und die sich jeweils nach Ablauf der Zeit piepsend meldet. Selbstredend laufe ich zu schnell los und werde von Harry gebremst. Ich soll ja eine Minute lang durchhalten und nicht nach zwanzig Schritten japsend zusammenbrechen. Im Zockeltempo joggen geht erstaunlich gut, vielleicht auch deswegen, weil Harry nebenher davon erz├Ąhlt, wie er vom Radfahren zum Laufen kam und was er bereits unterwegs so erlebt hat.

Schw├Ątzend joggen und gehen wir also eine ganze Weile am Rhein-Main-Donau-Kanal entlang, bis zur Br├╝cke, ├╝ber die ich normalerweise mit dem Auto fahre, wenn ich nach Forchheim will. Dort drehen wir um und joggen und gehen zur├╝ck. Harry erz├Ąhlt, dass er gemeinsam mit seiner Frau Lauftouren organisiert, ich habe nur noch so viel Puste, dass ich ab und an ein: „aha“ einwerfen kann. Als wir zur├╝ck zur Sportinsel kommen, halten wir an einer steinernen Bankgrupp mit rundem Tisch in der Mitte an. Hier ist eine g├╝nstige Gelegenheit f├╝r ein bisschen Krafttraining, findet Harry. Also mache ich Liegest├╝tze, bei denen ich mich mit den H├Ąnden auf diesem Steintisch abst├╝tze und einige andere ├ťbungen, von denen manche schon ziemlich anstrengend sind.

Anschlie├čend zeigt Harry, wie ich mich nach dem Laufen dehnen soll und empfiehlt mir Yoga, damit ich wieder etwas beweglicher werde. Nun, sonderlich beweglich war ich noch nie. Und beim Yoga war ich tats├Ąchlich schon. Das war, als ich mit der Lieblingshausziege schwanger war. Irgendwie war das immer eine sch├Âne, kuschelige Veranstaltung, bei der es warmen Gew├╝rztee gab. Harry lacht. Er hat schon erlebt, dass Frauen zu ihm in den Yogakurs kamen, die eben solche Vorstellungen hatten – und dann entt├Ąuscht waren, weil Yoga durchaus anstrengend sei, erz├Ąhlt er. Ich k├Ânne es ja mal probieren, l├Ądt er mich ein. Mal sehen.

Erst einmal ist die Stunde rum, und ich staune, wie schnell die Zeit vor├╝ber ging.

4 Gedanken zu „Runter vom Sofa und ab zum Sport #2

  1. Liebe Sylvia,

    erstmal freue ich mich mit Dir, dass Du Deine Sporteinheit durchgezogen hast und hinterher auch noch der Meinung bist, dass die Stunde schnell rum war. Man f├╝hlt sich schon gut nach dem Sport – das muss ich auch immer wieder feststellen, wenn ich in der Mittagspause mein R├╝ckentraining absolviert habe. Und glaube mir – auch ich muss mich da immer wieder hin treten. Ich geh├Âre einfach nicht zu den Sportskanonen (mein Bruder ist so einer), die Sport als lebensnotwendig empfinden. Auf der anderen Seite merke ich aber, dass es mir wirklich gut tut. Yoga habe ich auch eine Weile gemacht und Laufen auch schon ausprobiert. ├ähnlich wie Du mit Laufen und Gehen im Wechsel. Und ich kann dem leider so gar nichts abgewinnen…

    Jetzt w├╝nsche ich Dir ein supersch├Ânes, fr├╝hlingshaftes Wochenende und schicke Dir viele liebe Gr├╝├če,
    Kerstin

    • Liebe Kerstin,
      das ist ja der Vorteil von so einem Trainer. ­čÖé W├Ąhrend ich allein f├╝r mich wahrscheinlich schnell eine Ausrede finden w├╝rde, muss ich in diesem Fall dann doch hin. Das Wochenende wird zauberhaft, wie es aussieht. Es ist sonnig, wir werden heute einen Ausflug nach K├Ânigsberg machen. ­čÖé
      Ich w├╝nsche Dir ebenfalls ein wunderbares Wochenende,
      viele liebe Gr├╝├če
      Sylvia

  2. Servus Sylvia,

    Sport ist nicht wichtig. Bewegung ist wichtig! Hast du vor der Laufeinheit einen Leistungstest gemacht? Damit du wei├čt welche Trainingsbereiche f├╝r dich pers├Ânlich wichtig und vorallem zielf├╝hrend sind. Also willst du fit bleiben, willst deine Leistung steigern oder willst du abnehmen? … weil je nach Ziel unterscheiden sich die Trainingseinheiten. Aus der Puste zu sein ist eigentlich nicht so optimal Stichwort „├ťbertraining“. Bewegung ist gut und tut gut! Daher macht wandern durchaus Sinn und man sieht meist mehr von der Natur als beim joggen ­čÖé

    Gr├╝├če und sch├Ânes Wochenend
    Christoph

    • Einen richtigen Leistungstest habe ich mir verkniffen ­čśë Ich wollte schlie├člich nicht soooo deutlich wissen, was ich alles nicht kann. Wandern gehe ich durchaus selbst, aber ich wollte schon mal wieder etwas mehr machen und fitter werden, bevor es zu sp├Ąt ist…

      viele Gr├╝├če
      Sylvia

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