Samstagsplausch

W├Ąhrend der Regen heute ein leises Lied auf die Fenster getr├Âpfelt hat, habe ich geb├╝gelt. Ja, geb├╝gelt. Ich finde b├╝geln nicht nur meditativ, sondern es eignet sich ausgezeichnet zum nachdenken.

Und da gab es so einiges:

Ganz egal ob der Aussto├č von Kohlendioxid nun besteuert oder qua Emissionshandel anderweitig teurer werden soll und ganz egal, ob die Regierung nun versichert, dass niemand unn├Âtig und ├╝berhaupt dadurch belastet werden soll. Ganz gleich, wie hoch in den vergangenen Jahren der Benzinpreis gestiegen ist – fahren deswegen weniger mit unseren Autos? Werden statt dessen die (nicht mit Strom betriebenen) Fahrr├Ąder oder gar die eigenen F├╝├če zur Fortbewegung genutzt? Statt dessen sollen jetzt E-Scooter kurze Entfernungen ├╝berbr├╝cken, auf dass ja niemand mehr laufen muss.

Einkaufen: Steht der Einkaufsmarkt weit vor dem Ort, brauche ich das Auto. Logisch. Daf├╝r gehe ich aber nicht mehr t├Ąglich hin, sondern w├Âchentlich. Ich kaufe mehr, schlie├člich soll es ja die Woche ├╝ber reichen, und ich brauche mehr Platz im K├╝hlschrank, also wieder mehr Strom. Es ist wie eine Spirale, die sich stets h├Âher dreht.

Kochen: Wer kochen lernt, braucht Zeit und Geduld. So ganz einfach ist es nicht, auch wenn sich manche Rezepte einfach lesen. Ich wei├č noch genau, wie lange ich ge├╝bt habe, bis ich die Pfannekuchen unfallfrei und am St├╝ck aus der Pfanne holen konnte. Bis dahin war es eher eine Art „Rupfkuchen“, oder, wie die ├Ąlteste Lieblingshausziege sagte, Mama, lass mal, ich esse die Eierkuchen lieber bei Oma. Wer schon einmal auf der Hausfrauenmesse zusehen konnte, wie virtuos dort K├╝chen- und andere Ger├Ąte gehandhabt werden, ahnt sicher, dass diese nicht immer das Leben leichter, sondern nur die Schr├Ąnke voller machen. Oft reicht es aus, Dinge lange genug zu ├╝ben: Ich wei├č noch, wie ich meine Uroma bewundert habe, wenn sie mit einem einzigen Schnitt die dann geringelte Schale vom Apfel oder der Kartoffel gesch├Ąlt hat. DAS wollte ich auch hinkriegen. Inzwischen ist es mir nicht mehr so wichtig, aber ich nehme bis heute lieber ein kleines Messer zum Kartoffelsch├Ąlen als einen f├╝r mich unbequemeren Sparsch├Ąler. Auf einer guten Reibe sind Kartoffeln und M├Âhren bereits fertig gerieben, wenn ich anderenfalls erst die K├╝chenmaschine aufgebaut h├Ątte. Und damit w├Ąren die Einzelteile der Maschine nach der Arbeit noch nicht einmal sauber.

Abgest├╝rzt. Wenn alles so weiter geht, wird das wohl irgendwann passieren.

Jedenfalls haben wir einen alten Gefrierschrank im Keller ausger├Ąumt und ausgeschaltet. Da der Mitbewohner neugierig war, hat er nachgemessen: Die Stromrechnung d├╝rfte allein damit bereits f├╝nf Euro monatlich geringer ausfallen.

Vielleicht sollte jeder ein bestimmtes Kontingent an Energie bekommen. Das kann er nach Herzenslust und -laune f├╝r Strom, Benzin und auch f├╝r Fl├╝ge oder Kreuzfahrten nutzen. Wenns nicht reicht, nun, dann kann er ja gucken, ob er jemandem, der weniger braucht, etwas abkaufen kann. Andernfalls, nun, dann ist eben noch Monat ├╝brig.

Nein, die Energiewende ist nichts, was ich im eigenen Haushalt irgendwie hinkriegen k├Ânnte, auch dann nicht, wenn noch zehn andere Menschen mitmachen. Da brauchen wir deutlich mehr Menschen, die mitmachen. Bis es die Politiker endlich begreifen.

Statt dessen ist die rechte Spur auf den Autobahnen dicht von Lastkraftwagen besetzt. Es ist ja billiger, Milch aus Berchtesgaden nach Bayreuth in die Molkerei zu fahren, als gleich in Oberbayern in Flaschen zu f├╝llen. Es ist auch billiger, Einzelteile f├╝r jeden Arbeitsschritt in ein anderes Unternehmen zu fahren, statt alles an einem Ort zu fertigen. Das kostet ja nur Sprit, verursacht Stau und zerst├Ârt die Fahrbahnen. Daran kann ich nichts ├Ąndern, die Politiker jedoch wohl.

Verbunden mit: Andrea Karminrot und ihrem Samstagsplausch. Auch wenn er heute wenig vergn├╝glich ausfiel.

 

2 Gedanken zu „Samstagsplausch

  1. einfach schon mal anfangen, so weit es eben geht. fu├čabdruck minimieren. mit dem umfeld dr├╝ber reden, wenn es denn kuckt. (und das tut es aus meiner erfahrung.) das ist mein weg.
    danke f├╝r diesen beitrag. <3

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