Tag des Baumes

Wortwerk Erlangen wurde von der Stadt gefragt, ob denn einige von uns am Tag des Baumes Texte von und ĂŒber BĂ€ume lesen könnten, Wortwerk Erlangen sagte zu und so war ich gestern – mit zwei anderen Wortwerkern – auf dem großen Platz vor dem Rathaus.

Presslufthammer, Kirchenglocken, Sirenengeheul, SpringbrunnenplĂ€tschern, Lieferverkehr, dröhnende Busse: Die Vögel auf dem Rathausplatz hatten ordentlich MĂŒhe, sich durchzusetzen. Es gelang ihnen nicht immer.

Die anwesenden Wortwerker beschlossen, immerhin mikrofonverstÀrkt: Ab drei Zuhörern wird vorgelesen.

Der Wind pustete BlĂŒtenblĂ€tter und Manuskriptseiten ĂŒber den Platz.

Eine Mutter setzte sich auf eine Bank und rief laut nach ihrem Kind. Es kam. Sie legte den Zeigefinger ĂŒber den Mund und forderte es damit auf, doch jetzt bitte leise zu sein.

Wir saßen am Rand des KlettergerĂŒstes und warteten auf Zuhörer.

Wer will einen kurzen Text hören?

Wer will lieber einem lÀngeren Text lauschen?

Die Stadtwerke beeindruckten mit großer Technik und einer raffinierten Gießtechnik am Tankwagen. Die BĂ€ume vor dem Rathaus und in der Stadt mĂŒssen gelegentlich epflegt, gedĂŒngt und gegossen werden. Die dafĂŒr nötigen Maschinen hĂŒllten die BĂ€ume in Abgase und lĂ€rmten so laut, dass das leise Wispern der BlĂ€tter unhörbar wurde.

Doch, wir haben auch gelesen. Und die Zuhörer haben gelauscht und geklatscht und hÀtten gerne gewusst, wie so manche Geschichte wohl weitergehen mag.

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