Tagebuchbloggen am 5. Juli

Manche Tage fangen quer an – und enden schlussendlich als Traumtage. Da die liebe Blognachbarin immer am f├╝nften jeden Monats fragt, was wir alle so machen, WMDEDGT, will ich das heute nachtragen. Gestern wurde es so sp├Ąt, da hab ich es einfach nicht mehr geschafft.

Der Wecker rief mich schon halb sechs unter der Decke hervor, schlie├člich war praktischer Pr├╝fungstag f├╝r die Lieblingshausziege. Nachdem wir am Morgen zuvor etwas verschliefen, hatte ich ihr versprochen, f├╝rs Wecken und Kaffeekochen zu sorgen. Sie brauchte nicht lange, ich w├╝nschte ihr Gl├╝ck und sie fuhr los.

Anschlie├čend las ich das Briefing f├╝r einen Text, stellte fest, dass Bild und Auftrag nicht ├╝bereinstimmten und gab alles zur├╝ck, mit der Bitte um Verbesserung.

Dann wollte noch der nicht ganz einfache Text ├╝ber eine Schulsanierung geschrieben werden, bei der im Abbruch viele Schadstoffe aufgetaucht waren. Ich hoffe, ich habs richtig aufgedr├Âselt: Schulsanierung

Noch ein paar Klamotten packen, das gefrorene Schaf hatte der Mitbewohner l├Ąngst im Auto verstaut, ebenso die von den Eltern gew├╝nschten Kiste Bier und Wein. Dann ging es los, Richtung Norden, immer auf der A 73 entlang, ├╝ber O. und G. nach M. Dort warteten die Eltern schon mit Kaffee und Kuchen.

Heute Abend sei Konzert im Kloster, sagte der Vater. Kostet nix. Ich kann nicht, muss zum Sport, sagte die Mutter. Hab was zu tun, schickte uns der Vater alleine hin. Das Navi zeigte uns, wo es lang ging.

 

Im von der Sonne hell erleuchteten Kubus des Christus-Pavillons huschten die Schatten der V├Âgel ├╝ber die transparenten W├Ąnde, Gitarre und Akkordeon begleiteten die Er├Âffnung einer Ausstellung. Das hatte uns der Vater einfach vorenthalten, er hatte nur was von Konzert gemurmelt.

├ťber Nichtvergessen und Leichtigkeit: Eine Ausstellung von Gerd Kanz im Christus-Pavillon Kloster Volkenroda.

„Maler sind gewisserma├čen G├Ąrtner im philosophischen Raum. Maler und G├Ąrtner graben den Boden um und erkunden dessen Beschaffenheit, ehe sie etwas ganz Bestimmtes hineinpflanzen, immer in der Hoffnung, es m├Âge gerade dort gut gedeihen. Manchmal pflanze ich Fragen und manchmal w├Ąchst daraus eine Antwort. Ich male und pflanze und staune ├╝ber das Wachsen der Dinge“, wird Kanz im Begleitheftchen der Ausstellung zitiert.

Verletzungen, Entt├Ąuschungen, Angst, Verluste und Schmerzen geh├Âren unausl├Âschlich zur menschlichen Existenz und es geh├Ârt zum Leben, diese zu bew├Ąltigen. Die Bilder wurden mit ├ľlfarben auf Holz gemalt, die Strukturen ergeben eine Tiefe als dritte Dimension, die mit dem Mei├čel in das glatte Holz hineingegraben wurden, so dass Linien als Narben und Risse entstanden.

Auf dem Feuerl├Âschteich installierte der K├╝nstler Fl├╝gelwesen.

Wir blieben noch eine Weile im Innenhof des Pavillons sitzen und folgten dann der Einladung von Petra Arndt, sie in ihrem Atelier zu besuchen, das sich zwei H├Ąuser weiter im alten Konsum von Volkenroda befand.

Die Bilder von Gerd Kanz bleiben bis zum 1. September in Volkenroda, wer dort in der N├Ąhe ist, es lohnt sich. Wirklich.

 

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