Tagebuchbloggen am 5. Oktober

Es ist der fĂŒnfte Oktober und wie jeden Monat am 5. lĂ€dt die freundliche Nachbarin Frau BrĂŒllen zum gemeinsamen Tagebuchbloggen ein, so dass jeder sehen kann, womit der oder die andere so den Tag verbringt.

Ich werde wach, obwohl es draußen noch dunkel ist. Das stört mich nicht, ich drehe mich noch einmal um, schlafe jedoch nicht mehr ein. Anscheinend habe ich mein Schlafsoll erfĂŒllt, ich stehe auf und mache mir einen Kaffee. Die Lieblingshausziege lasse ich noch schlafen, sie muss erst zur dritten Stunde in die Schule. Da sich der Mitbewohner auf einer Fortbildung vergnĂŒgt, schĂŒre ich das Feuer im Ofen. Ich will es schließlich warm haben und draußen ist es kalt.

Das Feuer brennt.

Zwei KnĂ€ckebrote spĂ€ter fange ich mit Schreiben an, unterbreche fĂŒr einen Apfel, mache mir spĂ€ter noch einen Tee, lege gelegentlich ein Holzscheit nach, was man eben so macht, wenn man im Text nicht wirklich vorankommt.

Kurz vor Mittag schickt die Lieblingshausziege eine Nachricht, dass sie gleich nach Hause kommt, weil sie keine Lust hat, fĂŒnf Freistunden in der Schule abzusitzen. Ich kĂŒmmere mich ums Essen, schließlich habe ich keine Lust, dass die Lieblingshausziege zum hungrigen Hausdrachen mutiert. Jetzt, wo das letzte Schuljahr fĂŒr sie angebrochen ist und im FrĂŒhjahr die Abiklausuren und -prĂŒfungen absolviert werden mĂŒssen, fĂ€llt stĂ€ndig Unterricht aus.

Wir essen, sie wartet danach auf ihren Schatz und ĂŒbt derweil am Klavier, ich nĂ€he endlich die Bluse fertig. Das ging schnell, schließlich fehlten ja nur noch die Knopflöcher und Knöpfe am Ärmel. Den Stoff hatte ich mir schon vor einer ganzen Weile gekauft, als ich ihn zugeschnitten und genĂ€ht habe, fĂ€rbte er meine Finger blau. Hoffentlich gibt sich das noch … img_5054

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img_5051Der Schnitt fĂŒr die Bluse stammt aus einer Ottobre, falls jemand wissen will, welche, muss ich erst stöbern. Ich finde die dreiviertellangen Ärmel ganz praktisch, falls ich die Bluse noch einmal aus einem anderen Stoff nĂ€hen sollte, werde ich allerdings den Ausschnitt Ă€ndern. Ansonsten: Passt, sitzt und gefĂ€llt mir. Ich sollte öfter was fĂŒr mich nĂ€hen… Mit der Bluse nehme ich heute zum ersten Mal am Me made Mittwoch teil, bisher hab ich immer nur gestaunt, was dort alles fabriziert wurde.

Die Lieblingshausziege hat sich heute aus dem StÀdtchen pinken Faden mitgebracht und nÀht noch schnell ihre Shorts, sie ist fertig, bevor ihr Freund da ist, mit dem sie aber nur kurz schwÀtzen kann, dann fahren sie los. Immerhin hat sie jetzt noch Sport und muss laufen. In neuen Shorts, versteht sich.

Ich hĂ€nge WĂ€sche auf, rĂ€ume die SpĂŒlmaschine aus und ein, und muss noch einen Text ĂŒber die gestrige Gemeinderatssitzung schreiben. Da wunderte sich einer der GemeinderĂ€te, warum eine Firma so lange braucht, bis eine Straße endlich fertiggestellt wird. Wenn es niemanden mehr gibt, der die richtige Arbeit macht, ich meine, die Arbeit, bei der sich jemand anstrengen muss, jemand dreckig wird oder mit einer Maschine etwas herstellt, dauert es eben lange, bis irgendetwas fertig wird. DafĂŒr kostet es hinterher mehr als geplant, meistens jedenfalls. Dass die Baukosten stĂ€ndig steigen, hat allerdings nichts damit zu tun, dass die Bauarbeiter allzu viel Lohn fĂŒr ihre Arbeit bekĂ€men.

Jetzt trödele ich noch ein bisschen vor mich hin, spĂ€ter fahre ich ins StĂ€dtchen. In der BĂŒcherei lese ich – mit anderen – heute Texte vor. Mal sehen, wie es wird. Bis dahin bleibt noch ein bisschen Zeit fĂŒrs BĂŒgeln und anderen Unsinn.

4 Gedanken zu „Tagebuchbloggen am 5. Oktober

  1. Schön geworden, deine „Leo Bohemian“. Der blaue kleingemusterte Stoff gefĂ€llt mir ausgesprochen gut dazu. Das Modell habe ich auch schon genĂ€ht und ziehe beide Exemplare ausgesprochen gerne an. Es stammt ĂŒbrigens aus der ottobre 5/13.

    Herzliche GrĂŒĂŸe Irene

  2. Die Bluse habe ich auch schon genÀht und finde sie sehr schön (wenn einem das mit den KrÀuselungen erst mal gelungen ist). Deine blaue Variante mag ich gern leiden, hoffentlich hört das mit dem AbfÀrben noch auf!
    LG
    Sandra

    • Wenn ich die Bluse trage, kriege ich keine blaue Haut ;-), also hĂ€lt es sich in Grenzen. Ich wasche sie dafĂŒr einzeln im Waschbecken, dann beschwert sich auch die Lieblingshausziege nicht, dass ihre WĂ€sche plötzlich so blĂ€ulich wirkt…

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