Tagebuchbloggen am 5. September

Grau und tief hingen die Wolken schon frĂŒh am Morgen vom Himmel, gerade als hĂ€tte sich alles in dicke Plusterdecken gekuschelt. Gestern habe ich zwei alte Bilder aus der Kiste gekramt, eingescannt und einen Text zu ihnen geschrieben, inspiriert von der MĂŒtzenfalterin: Mutterbilder. Heute morgen las ich ihn noch einmal durch und merkte, dass ich ihn eigentlich noch mit vielen Szenen ergĂ€nzen könnte. Das ließ ich lieber bleiben, trank meinen Kaffee aus und fing an, meinen ersten Text zu schreiben, der heute fertig werden muss.

Da wir gestern ein halbes Reh vom Förster bekamen, haben wir alles zwar gleich portioniert und eingefroren, doch die Knochen und sonstigen Reste lagen noch in der KĂŒche. Der Mitbewohner holte Zwiebeln, Lauch und Sellerie, briet alles im BrĂ€ter scharf an und jetzt schmort der Topf, in dem der Fond gekocht wird, auf dem Balkon und der Bratenduft zieht durch die ganze Wohnung. Etwas Ragout behielten wir gestern zurĂŒck, das kam heute in die Tajjine. Passend dazu gab es Paprika, Aubergine, Zucchini, Fenchel und Tomate, alles klein in die Pfanne geschnippelt und geschmort.

Zwei sich knutschende BanktrÀger. Oder was meint ihr, was das ist?

Das Mutterthema ließ mich nicht los, also schlich ich immer wieder auf den Balkon, schaute nach dem Topf, ĂŒberlegte, ob ich mir die BĂŒgelwĂ€sche vornehmen sollte, weil sich bei dieser TĂ€tigkeit so trefflich nachdenken lĂ€sst, wuselte ein bisschen im Internet herum, schrieb einen Text fertig, machte mir noch einen Kaffee, schnippelte einen Apfel klein, was man eben so macht, wenn man sich vor etwas davonschleichen möchte.

Die Lieblingshausziege ist noch zwei Wochen lang aushĂ€usig, schließlich hat sie noch Ferien. Wenn ich mich richtig erinnere, könnte sie jetzt mit ihrem Vater in Borkum sein und ich hoffe fĂŒr sie, dass das Wetter noch einmal besser wird, als es momentan hier ist. Dabei finde ich es nicht schlecht: Es ist immer noch ziemlich warm, auch wenn die Sonne nicht scheint und es regnet nur gelegentlich, so dass wir nur in den beiden GewĂ€chshĂ€usern gießen mĂŒssen, in denen die Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen wachsen.

Jetzt warte ich darauf, dass die BĂŒgelmaschine heiß ist, so dass ich mich um die WĂ€sche kĂŒmmern kann, zwei Stunden habe ich noch Zeit dafĂŒr, bevor ich zu einer Gemeinderatssitzung muss. Mehr passiert heute nicht mehr, also reihe ich meinen Tag zu den anderen, die bei Frau BrĂŒllen verlinkt werden.

4 Gedanken zu „Tagebuchbloggen am 5. September

  1. Liebe Jaelle,
    die zwei sich gegenseitig stĂŒtzenden BanktrĂ€ger lassen hoffen, dass hier bald wieder eine richtige Bank steht, gell.
    Angenehmen Wochenstart,
    herzlichst moni

  2. Diese BanktrĂ€ger sind wirklich ein super Motiv. Irgendwie erinnern sich mich auch an SchlĂŒssel, wobei da der Handgriff fehlen wĂŒrde. Man kann wirklich lĂ€nger darĂŒber nachdenken. Wirklich interessant – vielen Dank fĂŒrs Zeigen. LG Marion

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