Unverhoffter Fund im Aischgrund

Abendstimmung im Aischgrund

Nachdem ich gestern den ganzen Tag am Schreibtisch sa√ü und schrieb, musste ich abends wenigstens kurz an die frische Luft. Das geht in der menschenleeren Pampa, wie sie rund um viele Weiher im Aischgrund zu finden ist, ausgezeichnet. Nichts und niemand ist dort, ich kann mehr oder weniger wandern oder mich an einem Weiher einfach hinsetzen und den Wolken beim Ziehen zusehen. Eine Blesshuhnfamilie war auf einem der Weiher unterwegs: Das gro√üe Huhn vorneweg, wuselten sieben kleine H√ľhnchen hinterher. Als ich kam, verschwanden sie fix hinter dem gro√üen Gras, das vom Ufer bis in den Weiher hinein w√§chst. Auf dem anderen Weiher war alles grasegr√ľn mit Entengr√ľtze bedeckt, zwischen dem kein Fitzelchen Wasser blitzte. Dort zogen ebenfalls Blessh√ľhner ihre Runden. Ein bisschen sah es aus, als wanderten die Blessh√ľhner auf einer gr√ľnen Wiese mit sehr kurzem Gras.

Ich hätte gerne noch eine Weile einfach irgendwo gesessen, und mit dem Fernglas nach dem Reiher gespäht, der inzwischen auf einem Baum gelandet war, doch dagegen hatten die Bremsen etwas. Oder vielmehr: Dann hätten sie mich vernascht.

blanker Schädel vom Nutria

Im Gras zwischen zwei Weihern fand ich ein totes Nutria: Die Knochen waren zum gr√∂√üten Teil bereits blank, nur einige Fellreste hingen noch am Tier. Den Kopf nahm ich zur Freude der Lieblingshausziege mit, sie kochte ihn noch am gleichen Abend aus und pulte mit einer feinen H√§kelnadel, wie sie normalerweise f√ľr Spitzendeckchen verwendet wird, alles ab, was nicht Knochen war. Anschlie√üend haben wir nachgeguckt, ob es wirklich ein Nutria ist. Im Internet wird beschrieben, dass die Tiere sogar essbar w√§ren.

So ist das manchmal, wenn ich in der Pampa unterwegs bin: Ich finde Dinge, mit denen ich nicht rechne.

Kurzer Nachtrag: Als ich mit meinem Vater telefoniere und von dem Fund erzählte, erinnerte sich dieser, dass er ebenfalls mal einen Schädel fand. Der stank allerdings noch so sehr, dass meinem kleinen Bruder schlecht wurde. Zu Hause angekommen, wurde dieser Schädel Рes war einer vom Reh Рerst einmal im Bach neben dem Haus sicher deponiert. Einige Zeit später stank nichts mehr und mein Vater fischte den Knochen blank aus dem Wasser. Er hängt bis heute an der Wand, mitsamt Gehörn.

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