Webmasterfriday: Hilfe, eine Blogkrise

Krise.

Krise im Blog.

Krise. Was fĂŒr ein Wort. Das klingt wie: Von nun an geht’s bergab. Oder: NĂ€chste Woche geht die Welt unter. Dabei war Krise ursprĂŒnglich nur die Bezeichnung fĂŒr einen Höhepunkt. Ging es hinterher positiv weiter, mit anderen Worten: Hat der Kranke ĂŒberlebt, dann war es ein Wendepunkt. Ansonsten ein Niedergang, eine Katastrophe, der Tod.

Ein Höhepunkt also: Ich stehe oben auf dem Berg. Erst einmal ist der Aufstieg geschafft. Da sollte genug Zeit und Muße fĂŒr eine Rast bleiben, schließlich will ich die Aussicht ja genießen.

FĂŒr den Blog gilt das bei mir auch: Ich habe einen Beitrag verfasst, ihn noch einmal gelesen, damit möglichst wenig Fehler ĂŒbrig bleiben, und stelle ihn online fĂŒr alle zum Lesen bereit. Puh. Geschafft. Schön. Dann kann ich jetzt getrost eine Pause machen. Manchmal bis zum nĂ€chsten Tag, manchmal drei Tage oder aber einen Monat lang. Immerhin ist das hier mein privater Blog, da schreibt mir niemand vor, wie oft ich etwas veröffentlichen muss. Ich kriege nichts dafĂŒr bezahlt, ich mache das, weil es mir Spaß macht.

Innehalten. (Immer mal ein bisschen gucken, ob sich jemand fĂŒr den Blogartikel interessiert.)

Ruhe bewahren. (Besonders dann, wenn ein Kommentar kommt, der mich erst einmal aufregt oder Àrgert.)

Es nutzt nichts, wenn ich vor dem Monitor wie ein HB-MĂ€nnchen auf und ab hĂŒpfe, wĂ€hrend ich auf die Seitenstatistik schaue. Davon lĂ€sst sie sich nicht beeindrucken.

Es sind Menschen, die meinen Beitrag angucken und lesen. Und wie das mit echten Menschen so ist, wenn es sie nicht interessiert, lesen sie das eben nicht. Das muss nicht am Thema liegen: Das, was mich interessiert, muss ja nicht alle interessieren. Ich langweile mich ja auch bei Themen, die anderen Menschen brennend am Herzen liegen und denke dann nur: Ist ja nun mal gut damit und nicht meine Baustelle.

Klar freue ich mich, wenn ich Kommentare kriege. Das fĂŒhlt sich an wie frĂŒher, als noch Bienchen unter die Hausaufgaben gestempelt wurden. Noch schöner ist es, wenn es – und sei es auf einem anderen Weg – zu einem Austausch kommt. Wie beispielsweise ĂŒber die Briefe meines Großvaters, die ich hier angefangen habe, einzustellen. Damit können beispielsweise die restlichen Cousinen und Cousins mitlesen, die weit entfernt von mir wohnen. Außerdem gibt es Menschen, die sich mit der Geschichte ebenjener Infanteriedivision weitaus besser auskennen, als ich. Das ist logisch, ich habe ja gerade erst damit angefangen. Aber ich bekomme Hinweise, wie ich an alte Luftkarten der AufklĂ€rung komme, die auf amerikanischen Webseiten lagern und die Stellungen relativ genau zeigen. Ein anderer gab mir den Hinweis zu einem Link, der zu einem Film mit privaten Filmaufnahmen aus der Division fĂŒhrt, die in Kampf- und Ruhepausen gedreht wurden. Die Briefe selbst verraten nicht viel vom Krieg. (Und ehrlich gesagt: Das finde ich auch ganz gut so).

Der Webmasterfriday hat nach der Krise gefragt, die eintritt, wenn der Blog mal nicht lĂ€uft, ich habe geguckt und festgestellt: Steht keine vor der TĂŒr. Das ist auch gut so.

Immerhin schreibe ich beispielsweise Texte fĂŒr andere Webseiten, da nennt sich das Arbeit, ich krieg es bezahlt und da gibt es auch keine Krise. (Dieser kleine Werbeblock musste jetzt einfach mal sein.)

 

2 Gedanken zu „Webmasterfriday: Hilfe, eine Blogkrise

  1. Ich habe mir auch schon ĂŒberlegt, fĂŒr andere Blogs zu texten. Was ich gehört habe, ist das ein hartes Brot, aber man den Vorteil, dass man sich nicht darum kĂŒmmern muss, wie der eigene Blog mit dem eigenen Text lĂ€uft.
    Deine Gedanken, quasi den Moment nach dem Höhepunkt, der Amplitude zu erleben und als solches wahrzunehmen, ist korrekt und hilft einem, die ganze Bloggerei (und andere Dinge im Leben nicht so wichtig zu nehmen)
    LG
    Sabienes

  2. Hallo Sabienes,
    ich schreibe ja nicht in der Hauptsache fĂŒr Blogs, sondern fĂŒr Zeitung. Deswegen funktioniert das ganz gut. (Und in den meisten FĂ€llen kann ich mir im Rahmen des Webseitenthemas auch das Thema frei wĂ€hlen).
    Sich selbst nicht so wichtig zu nehmen: Das ist immer eine gute Übung, die allerdings nicht immer gleich gut funktioniert. Je nachdem. Aber wer ĂŒbt, der wird möglicherweise irgendwann einmal etwas besser.
    liebe GrĂŒĂŸe
    Sylvia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.