AugenBlicke #2

Im Traum jage ich einer Idee hinterher, doch es reicht nicht, sie ins Wachsein zu ziehen. Der Kaffee ist schneller, im Wachen verziehen sich halbdunkle Gedanken lieber, bleiben einzeln f├╝r sich, wollen nicht ans Licht. Dabei wei├č ich noch nicht einmal, ob nur die Zeit f├╝r den Traum zu knapp oder die Gedanken ohnehin von der Sorte, die nur schwer zu fassen sind. Ich gehe raus, in das, was heute Natur genannt, doch von Menschen bearbeitet, kultiviert wurde. Dort bin ich Teil von allem, bin auch Leben, keine Kunst.

Im Wald ist Werden und Vergehen gleicherma├čen vereint, die B├Ąume werden gr├╝ner, das alte Laub zu ihren F├╝├čen gleicht mit jedem Tag dem Erdboden ein wenig mehr, sinkt in diesen ein, verw├Ąchst, wandelt sich.

Erinnert sich noch jemand an den Sonntagsspaziergang? In Werktags geschonter Sonntagskleidung waren Eltern und Kinder unterwegs, die einen an der Hand der anderen, zugeh├Ârig, festgehalten, Gelegenheit, bei Sonnenschein den guten Rock, die geb├╝gelte Hose herauszuziehen, mit Sitte und Anstand zu gehen, durchs Dorf, am Dorfrand entlang: nicht rennen, schon gar nicht hinfallen, nicht im Dreck spielen, nicht schmutzig werden. Der ganze Weg ein einziges Passauf und wer sich nicht f├╝gen wollte, wurde an die gro├če Hand genommen, aus der es kein Entrinnen gab, der Zugriff fest, die kleine Hand umschlossen.

 

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