Über Jaelle Katz

Ich? Über mich?

#abc.etüden: Fledermaus, schwül, verraten

Dämmerung senkt ihre leisen Flügel über Bäume und Stein, hüllt alles ein, verwischt die Grenze zwischen heute und morgen. Einer großen Fledermaus gleich kriecht die Angst aus der Höhle, in der sie tagsüber schlief und beginnt ihren Flug durch die schwüle Nacht. Der Atem verrät die unruhigen Schläfer: Sie nutzt die Lücke, nistet sich ein, füllt sie allmählich auf, bis sie innerlich vergiftet nicht mehr zwischen dunklem Lug und heller Wirklichkeit unterscheiden. Grauen fesselt die Gedanken der Seelen, hält sie und hindert grenzenlosen Flug. Meist dauert es nicht lange, bis sie ihr eigenes Ich im Spiegelbild verkennen und nur noch mit dem Blick der Anderen urteilen.
Im gleichen Takt, in dem sich die Dunkelheit senkt, brechen in der vertraut scheinenden Welt Risse auf, zunächst fadendünn, bis im Lauf der Zeit das Licht mit Macht durch die Ritzen zwängt und zeigt: Es gibt einen Ort, an dem alles geborgen und unerreichbar bleibt für die Gespenster der Angst.
Ist Geburt Anagramm für Betrug, trägt die Liebe. Sie hält ihre sicheren Hände und fängt Fallende auf. Wird am nächsten Morgen der Schatten vom Licht vertrieben, zieht Angst machtlos von dannen.

Drei Worte in maximal zehn Sätzen: Das ist die Vorgabe für die abc.etüden bei Christiane.

 

Seid gut zu Vögeln

Seit Wochen regnet es nur selten. Da freuen sich die Vögel, wenn extra für sie eine Vogeltränke im Baum hängt und diese so angebracht ist, dass garantiert keine Katze das Wasserbad stören kann.


Auch wenn sie schon ein wenig rostig ist, hat sie doch Sitzstange und Ast: So können die Vögel vom Wasser trinken. Wir sahen sie, als wir rund um Königsberg (Link) unterwegs waren und haben sie extra für die Rostparade bei Frau Tonari eingepackt.

Eigentlich

Eigentlich müsste ich Wäsche waschen und vorher die Taschen der Hosen ausräumen. Es gibt nix zu säumen. Die Schränke sind leer, ich finde nichts mehr. Nimm gewendete Socken und wenn du die Locken lang hängen lässt, verbirgst du den Rest der Flecken am Kragen aus vergangenen Tagen. Die Spuren verweisen auf unsere Reisen durchs Land. Solange sie bleiben, hält die Zeit – wir schweigen und schöpfen Atem. Riechen Schweiß und Tränen – ich muss grad mal gähnen. An Schlaf war nur wenig zu denken. (Du könntest mir auch ein neues Kleid schenken). Drum lass ich das Waschen, gehe mit raschen Schritten weiter den Weg. Wie gewohnt. Jeden Tag ein Stück.

Heute ist der Mitbewohner unterwegs, sucht ein Brett aus Pflaumenholz und will darauf mit Zinn schreiben. Die Lieblingshausziege hat Urlaub und endlich war Gelegenheit, für uns beide ein Spotify-Konto einzurichten, so dass ich schon den ganzen Tag Chris Eckman hören kann. Passt.

 

Auswärts auf der Hardenburg unterwegs

Für den Ausflug auf Burg Pappenheim (wer mag, kann dem Link folgen) gab es als Belohnung einen Picknickkorb und zwei Eintrittskarten für die Hardenburg. Also fuhren wir via Speyer und Landau bis in die Pfalz nach Bad Dürkheim und zur Hardenburg.

So schmeckt die Pfalz: Auf der Hardenburg

Wir stöberten auf der Hardenburg herum, stiegen bis auf den Turm, spitzten durch alle Fenster und genossen den Blick ins Weite.

Blick vom Turm auf die gesamte Burganlage der Hardenburg

An den Mauern hatte der Zahn der Zeit schon fleißig genagt, Gras und Kräuter wuchsen überall dort, wo sie ein bisschen Halt und Erde fanden.

Wie große Zahnstummel ragen die Mauerreste in den Himmel.

N. hätte es hier gefallen, sagte der Mitbewohner. Er liebte Burgen. Deswegen besuchte der Mitbewohner mit ihm einst sämtliche Burgen in der Fränkischen, eine nach der anderen.

Als wir uns aus einem Fenster lehnten, von dem nur noch die steinerne Laibung vorhanden war und die unten grasenden Ziegen entdeckten, erinnerte sich der Mitbewohner daran, dass sich N. als Kind immer vor der Tiefe gefürchtet hatte.

Blick über die steinerne Fensterlaibung.

Auf dem Rückweg schlendern wir erst durch das Kurstädtchen Bad Dürkheim, schlecken ein Eis, nehmen ein, zwei tiefe Atemzüge Salinenluft und ich fahre zurück auf die Autobahn. Doch ich mag den Rückweg nicht in einem Rutsch durchfahren und nehme die Ausfahrt nach Bad Wimpfen.

Hier ist der Ort, wo hoch über dem Neckar die Stauferpfalz thront, die Pfalz von Fridericus Rex, dem puer apuliae – und daran, dass sich hier sein ältester Sohn unterwerfen musste. Doch es nutzte nichts, Heinrich wurde als König abgesetzt und in immer wieder anderen Gefängnissen untergebracht.

Wir saßen mit dem Rücken zur Pfalz, sahen den jungen Turmfalken bei ihren Flügen zu, ließen den Neckar ziehen, aßen Maultaschen und fuhren wieder nach Hause.

Die Botschaft bleibt

ein mensch
der diese welt verlässt
gibt acht
dass seine botschaft auch dann
unauslöschlich bleibt
wenn alle spuren
vernichtet werden

Alles für die Katz #82

„Das ist wie eine zugelaufene Katze, die Trauer. Sie begleitet einen die ganze Zeit, sie ist immer da. Manchmal merkt man sie nicht. Dann kommt sie angelaufen auf ganz leisen Sohlen und legt sich bei einem auf den Schoß…“

(Zitat aus dem Polizeirufkrimi „Kinderparadies“ von Leander Haußmann)

Deswegen gibt es heute kein Katzenbild.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

 

Alles für die Katz #81

Entspannt im Urlaubsmodus

Da wir unterwegs sind, kümmert sich die Lieblingshausziege um die Katzen. Wir genießen statt dessen unsere freie Zeit.
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Alles für die Katz #80


Am liebsten platziert sich die Katzmatz dort, wo eigentlich kein Platz für sie vorgesehen ist. Aber das interessiert sie gar nicht: Liegen Dinge im Weg, werden sie notfalls mit der Pfote beiseite geschoben. Irgendwann reicht der Platz für sie aus, dann liegt sie dort. Wie beispielsweise hier auf dem Nachtschränkchen.

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Hochnebel #Frapalywo

Himmelhoch oben kitzelt die Sonne
Bergspitzen aus Träumen,
kreisen die Geier
den Bart vom Föhn gezaust
im Aufwind mit
bester Aussicht auf Beute.
Die Murmeltiere suchen
pfeifend ihr Loch auf,
wenn die Nebeldecke reißt.

Frau Paulchen lädt zur #frapalywo, zur Frau Paulchens Lyrik Woche. Das Thema „Wind und Wetter“ wird in sieben Varianten ausbuchstabiert. Der heutige Impuls lautete: „Hochnebel“.

Alles für die Katz #79

Ja, doch. Meistens stehen die Stühle ja so, dass sich die Sitzfläche unter dem Küchentisch befindet. Und damit bin ich schön versteckt. Ich hoffe ja immer, dass mich diese Zweibeiner einfach vergessen. Wenn sie dann aus der Küche gehen und noch etwas Leckeres irgendwo steht, kann ich unbeobachtet naschen.

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