12 Bilder vom 12. September

Hui, geht die Zeit schnell vorbei. Da war doch gerade erst der 12. August, da isses schon wieder September. Der Tag als solcher war eher unspektakulĂ€r, nach dem Kaffee habe ich die Katz gefĂŒttert und mit dem Arbeiten angefangen: SpĂŒlmaschine ausrĂ€umen, Waschmaschine einrĂ€umen und anschalten, kurz mit dem Staubsauger durch die RĂ€ume flitzen und so ein oder zwei kleine Ecken kurz abwischen. Fertig.

Ja, Fische halten es fĂŒr einen kleinen Moment an der Luft aus. Wir können ja auch eine kurze Weile unter Wasser bleiben.

Dan noch ein bisschen BĂŒrokram, Fotos in die Dropbox rĂ€umen, Rechnung schreiben, wegschicken. Die Kirchturmuhr schlug schon zwölf, aber der Blogbeitrag fĂŒr die FrĂ€nkischen Tapas ĂŒber den AischgrĂŒnder Spiegelkarpfen war noch nicht ganz fertig geschrieben.

Die Bowl von gestern, kurz bevor sie auf Reisen ging

Aber lange hat es nicht mehr gedauert, dann gab es zum Mittag einfach Brot mit Hummus. Zwei Drittel der gestern zubereiteten Bowl waren ja auf Reisen gegangen, das dritte Drittel hatte ich verspeist. Nur fĂŒr mich alleine lohnt es sich der Aufwand dann doch nicht.

Jetzt ist die Holzplatte sauber. Und feucht.

Weil eine Holzplatte in der KĂŒche vor Jahren unbehandelt blieb, hatte der Staub  mit dem, was eben so in der KĂŒche beim Kochen an Wasserdampf und Bratendunst herumwirbelt, eine ziemlich feste Allianz gebildet. Doch der schwarzen Olivenöl-Seife in heißem Wasser und einer WurzelbĂŒrste wich der Schmierfilm schneller als gedacht. Jetzt muss die Platte noch richtig trocknen, dann wird sie lackiert.

FĂŒr dieses Wochenende muss ich noch einen weiteren Text schreiben. Den plane ich allerdings lieber auf der Terrasse vor. Gemalt habe ich auch, das gibt es hier aber nicht zu sehen.

Eine der Rosen im Garten gibt noch einmal alles.

Die Trauben sind schon ziemlich dick. Ich weiß allerdings nicht, ob sie nun sĂŒĂŸ oder sauer sind. Vielleicht sollte ich mal probieren.

Da habe ich jemanden im Beet vergessen.


Die Lieblingshausziege arbeitet gerade eine Vitrine auf: Das wird die – mit Tapete beklebte – RĂŒckwand.


Und das ist ein kleines Detail, das dann oberhalb der RĂŒckwand zu sehen ist. Noch sind es eine Menge Einzelteile, die auf ihren Zusammenbau warten.

Das sind jetzt zwar keine 12, sondern nur 10 Bilder, aber es zeigt trotzdem ganz gut, was ich so den Tag ĂŒber gemacht habe. Wer mag, guckt sich bei Draußen nur KĂ€nnchen die Bilder auf den anderen Blogs an.

12 Bilder vom 12. August

Heute ist wieder der 12. und wie jeden Monat will die freundliche Blognachbarin, bei der es draußen nur KĂ€nnchen gibt, sehen, welche 12 Bilder wir den Tag ĂŒber so gemacht haben. Daher: Bitte sehr.


Heute war ich am Vormittag mit meiner Arbeit fertig. Da war Gelegenheit genug, die Nase mal in eine neue Richtung zu stecken. Ich fuhr also – bin ja gerade in Kassel – nach Korbach Die Wolken hingen tief und auf Höhe Edersee fing es zu regnen an.
In Korbach selbst war es zunĂ€chst noch trocken. Es gibt hĂŒbsche FachwerkhĂ€user:

An der Kirche wird gerade renoviert. Wer findet den Bauarbeiter bei seiner Siesta?

Noch mehr FachwerkhÀuser. Sie sind so, wie FachwerkhÀuser eben sind, krumm und schief:

Und ein Haus mit hĂŒbschem Eingang

Neben dem Rathaus wird gerade mit großem GerĂ€t gebastelt.

Korbach ist ja Hansestadt. Außerdem gibt es hier Gold. Im Edersee und in den ZuflĂŒssen könnte immer noch Gold gewaschen werden, aber es ist verschwindend wenig: Ein altes Bild zeigt, wie frĂŒher Gold aus dem Wasser gewaschen wurde.

Starben frĂŒher unverheiratete junge Menschen, wurde fĂŒr diese ein solcher Kranz, manchmal sogar mit Briefen, in der Kirche aufgehĂ€ngt. ZunĂ€chst hingen die KrĂ€nze einfach so da, spĂ€ter wurden sie in diese KĂ€sten eingesperrt, in denen sie jetzt auch im Museum zu sehen sind.

Museumskleinkram

noch mehr Museumskleinkram. Ich mag so Zeug ja sehr.

Ein SchĂ€ferkarren. Viel Platz war da nicht drin…

Abschließend habe ich mir noch die Korbacher Spalte angeguckt. Spannend.

12 Bilder vom 12. Juli

Heute war ich auf einem Teil der Goldenen Straße unterwegs, dem Teil, der zwischen BĂ€rnau und Tachov die Grenze zwischen Bayern und Böhmen quert. Sicher, ich habe noch mehr Bilder davon, aber die Frau, bei der es draußen nur KĂ€nnchen gibt, möchte 12 davon, schließlich ist heute der 12.

12 Bilder vom 12. April

Ostersonntag. Ohne Kirche, ohne Kinder, ohne Eiersuchen. Und ohne Schokolade. Ostern erinnert ja immer daran, dass jeder irgendwie auf der Suche ist: Die Katze guckt nach dem gefĂŒllten Napf, oder schaut, welches Mauseloch im Gras nun bewohnt ist. DafĂŒr suche ich mit der Kaffeetasse in der Hand danach, was aus dem Tag eigentlich werden soll und der Mitbewohner sucht noch eine MĂŒtze voll Schlaf.

Wie lange suchen wir? Wann haben wir uns – oder was immer wir dafĂŒr halten – gefunden? Wenn ich mir sicher bin, wer oder was ich im Moment bin, ist dieser vorbei und mein Ich Gesch- ich- te.

Es ist genĂŒgend Zeit, einen Hefeteig anzusetzen, er lĂ€sst sich den Pelz von der Sonne bescheinen, geht auf und wird zu einem Osterzopf. Auch wenn der erste Kaffee lĂ€ngst getrunken ist, schmeckt der Kuchen. Wir können essen, wann und was wir wollen, was schert uns die Zeit, wenn ohnehin niemand kommen kann.

Der Mitbewohner ist in der KĂŒche beschĂ€ftigt, bĂ€ckt Chatschapuri, ein mit Ei gefĂŒlltes Hefeteilchen. Wer mag, kann dem Link folgen und findet dort die hier fehlenden Bilder. Aber Vorsicht, das Ganze macht Appetit und ich kann sagen, es schmeckt wirklich gut.

Die Tage scheinen endlos, die Stunden dehnen sich und lassen sich mit Tee fĂŒllen. Jedem Tag folgt der nĂ€chste, geht in den Abend ĂŒber und die Nacht, bis in den Traum, auf Wegen, die ich nicht kenne und weil ich nur einmal auf ihnen unterwegs bin, werden sie auf keiner Karte eingezeichnet. Sie sind flĂŒchtig, tauchen kurz vor mir auf, haben jedoch ebenso wenig ein Ziel, wie viele der GĂ€nge jetzt. Einfach gehen, durch den Ort, wer macht das sonst noch? Wer hat das ĂŒberhaupt vorher mal probiert? Selbst fĂŒr den kurzen Weg zum Briefkasten war das Auto grad gut genug.


Wir gehen los, zunĂ€chst ĂŒber den Friedhof, die Blumen begießen und mit dem gebĂŒhrenden Abstand plaudern. Echte Neuigkeiten stehen schließlich nicht als Meldung in der Zeitung, sie werden immer noch von Mund zu Ohr weitergegeben und – wie die Ostereier – zuvor entsprechend eingefĂ€rbt, je nach Stimmung.

Wir gehen weiter, der Tag ist noch hell und lang, zum Ortsrand und darĂŒber hinaus, in den Wald, zu einem Ort, an dem einst Maria den Kindern erschienen sein soll, im weißen Gewand, sagten sie, vielleicht eilte nur jemand im Nachthemd ĂŒber den Hof, wer weiß. Im vergangenen Jahr stĂŒrzte eine Fichte, riss die Überdachung ein, jetzt ist stehen die BĂ€nke unter freiem Himmel und niemand sitzt oder kniet, nur zwei Fahrradfahrer eilen lĂ€ngs.


Weit oben ein Flieger und hinter uns das HĂŒttchen, jetzt mit blankgeputzten Scheiben, statt verschlossenen LĂ€den. Hier lebte viele Jahre eine Frau, wachte ĂŒber den Ort.

Die vorjÀhrigen BuchenblÀtter rieseln leise im Wind, Hummelgebrumm, Vogelzwitschern, der Specht gibt den Takt vor. NÀhert sich jemand, knirscht der Kies, anschleichen ist nicht.

Die Kastanie hebt ihr Pfötchen, vieles wirkt verschoben, langsamer, ver-rĂŒckter, wie nach einer langen Rekonvaleszenz, wir können nicht mehr aus der Flut der Unmöglichkeiten schöpfen, wĂ€hlen Wege, die – weil sie immer erreichbar – so banal schienen bisher. Ich muss mich nur zwischen links oder rechts entscheiden, gehe ich geradeaus oder biege ich auf den engen Waldpfad ab.

Ich muss mich entscheiden, sage ich zum einen Ja, heißt das fĂŒr den anderen Nein, beides auf einmal geht nur in der scheinbar aufgehobenen metaphysischen Distanz der Computer und Smartphones, die Illusion, ich sei immer und ĂŒberall dabei. Der helle Buchenwald lĂ€sst das Licht bis zum Waldboden, nebenan unter den Tannen ist es dunkel genug fĂŒr den Eingang zur Nacht.

Nicht verreisen, nicht weit fahren und wandern, wir haben genĂŒgend Raum um uns, der sonst ungenutzt, was will ich schließlich im Anderswo wenn ich das Hiersein noch nicht kenne.

Die Eiche hÀlt das Bild, bekrönt es, wird es bald wieder beschatten, verschatten.

Wegducken, zu Hause bleiben, keine Treffen, kein Kaffee unterwegs, kein was-weiß-ich. Je lĂ€nger diese Zeit dauert, um so weniger fehlen mir viele Dinge.

Daher lasse ich es jetzt gut sein, mir reichen die Bilder fĂŒr heute. Wer mehr angucken möchte, bitte sehr: Bei der freundlichen Frau mit den KĂ€nnchen gibt es viele, nicht unzĂ€hlige, aber ungezĂ€hlte.

 

 

12 Bilder vom 12. MĂ€rz



Es ist jeden Morgen das Gleiche: Ich esse mein MĂŒsli mit Joghurt, die Katze wartet auf das typische GerĂ€usch des Löffels, wenn er die letzten MĂŒsliflocken vom Glas schabt. Kaum habe ich alles ausgelöffelt, springt sie auf den Tisch und putzt das SchĂ€lchen sauber. Richtig sauber. Der SpĂŒlmaschine bleibt nicht mehr viel.

 

 

 

Auf der Autobahn sind signifikant weniger Lastkraftwagen unterwegs, das fĂ€llt schon auf. Am Dienstag stand ich noch im Stau, heute habe ich ĂŒberall freie Fahrt, selbst in den Baustellen.

Huch, was macht ein Auto mit radioaktivem Transport vor mir? Ach, der saniert nur Brand- und WasserschĂ€den…

 

 

Ob das Muster auf meinen Beinen gemalt ist, wollte ein alter Mann wissen, der mir auf der Straße entgegenkam. Ich habe nicht gleich verstanden, was er meinte, er versuchte es noch einmal zu erklĂ€ren, schließlich haben wir beide gelacht. Was soll man auch sonst machen, wenn die Sonne scheint?

 

 

 

 

 

Angekommen. Jetzt habe ich eine Weile zu tun. Gegen Nachmittag bin ich fertig und fahre nach Erlangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier bin ich bei einem Projekt, es geht um Duft und Geschmack, Erinnerungen und Schreiben. Noch sind alle Dosen und GlĂ€ser der Duftbar fest verschlossen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warten. Der OberbĂŒrgermeister möchte zur Eröffnung auch noch reden und alle begrĂŒĂŸen, obwohl die Stadtverwaltung mit der Corona-Krise ordentlich beschĂ€ftigt ist, wie er sagt.

 

 

Erinnerungen werden wach – und ĂŒberall notiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Geschmacksbar wird erst geöffnet, als bereits alle ĂŒber den Duft und die damit verbundenen Erinnerungen geschrieben haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch, ja, ich habe auch was geschrieben. Kommt Ende des Jahres in die Ausstellung ;-), die ĂŒber das gesamte Projekt gemacht wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Draußen ist es schon ziemlich dunkel. Ich fahre jetzt nach Hause und hoffe, dass es dort was zu essen gibt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Futter im Bauch lÀsst es sich gut schlafen.

Noch mehr Bilder gibt es bei der Frau, die draußen nur KĂ€nnchen anbietet.

12 Bilder vom 12. Februar

Leider sind es heute nur zehn Bilder statt zwölf, aber vielleicht reiche ich die fehlenden noch nach. Wer noch viel mehr Bilder bestaunen möchte, bitte sehr, hier entlang, bei der Frau mit den KÀnnchen sind sie alle.

So ein hartnÀckiger Schnupfen ist einfach bÀh. Da schmeckt selbst der Kaffee komisch und ich koche mir nach der obligatorischen ersten Tasse Kaffee lieber einen Tee mit Ingwer, Zimt und Honig.

Der Tag fĂ€ngt ruhig an, ich schreibe ĂŒber die Sitzung des Gemeinderates. Anschließend ist Zeit fĂŒr alles oder nichts oder ĂŒberhaupt.

Ich krame ein bisschen, suche das eine und finde das andere, wie hier den eingetrockneten FĂŒller. Der war noch in die Serviette vom Flugzeug gepackt, ich hatte den Druckunterschied etwas unterschĂ€tzt und plötzlich blaue Finger, als ich hoch oben in der Luft etwas notieren wollte. FĂŒr die Stifte ist es ohnehin gut, wenn sie gelegentlich gebadet werden, als ich noch Bauzeichnungen mit Tusche angefertigt habe, mussten die Stifte dafĂŒr regelmĂ€ĂŸig gereinigt werden.

Auf dem Esstisch steht immer noch der Rest der Adventskerze, die Lieblingshausziege lag mit ihrer Vermutung, dass ich es nicht schaffen wĂŒrde, sie rechtzeitig abzubrennen, völlig richtig. Nun denn.

In der KĂŒche duftet es: Der Mitbewohner kĂŒmmert sich ums Mittagessen. Das ist bestimmt gleich fertig, da lohnt es sich nicht, irgendwas anzufangen. Also blĂ€ttere ich ein bisschen in der Zeitschrift, in der sich ein Artikel mit der Zukunft unserer ErnĂ€hrung beschĂ€ftigt

Anschließend setze ich mich wieder an den alten Schreibtisch der Lieblingshausziege. Da hier kein Computer steht, fallen mir manchmal EntwĂŒrfe leichter. Dieser wird vielleicht ein Text fĂŒr die abc.etĂŒden bei Christiane, mal sehen, ob ich ihn dieses Mal fertigschreibe.

In der Post sind heute unsere beiden EntdeckerpĂ€sse fĂŒr die Metropolregion NĂŒrnberg.

Gestern kam auf Arte ein langer Beitrag ĂŒber die Stalinzeit in der ehemaligen UdSSR. Solschenizyn schreibt darĂŒber.

Meine Mutter gab mir alte weiße Tischdecken, die packe ich jetzt zusammen und bringe sie morgen zur Lieblingshausziege nach N.

Tja, das wĂŒrde ich jetzt gerne, geht aber nicht, noch nicht. Erst muss ich zu einer weiteren Gemeinderatssitzung, in einer anderen Gemeinde. Hoffentlich wird es nicht so spĂ€t wie gestern.

12 Bilder vom 12. Januar

Noch bin ich in Hochfilzen, im Pillerseetal, in den KitzbĂŒheler Alpen auf einer Pressereise. Der Blick aus dem Fenster zeigt: Draußen trainieren schon wieder Menschen fĂŒr den Langlauf.

Hier in Hochfilzen werden Weltmeisterschaften und Weltcups im Biathlon ausgetragen – daher erinnert vieles im Hotel daran.

Hier steht jedenfalls noch der Weihnachtsbaum, draußen, neben dem röhrenden Hirsch. In der Mitte ist die Kirchturmspitze von Hochfilzen zu sehen.

Achja. Bald ist Abfahrt. Wir warten am Bahnhof Hochfilzen. Das Wetter ist eigentlich viel zu schön…

Der ICE kommt.

Damit ich möglichst viel von der Reise habe, hÀlt der ICE tatsÀchlich an jedem kleinen Bahnhof. Unterwegs eine dicke Rauchwolke bei klarem Sonnenschein. Was da wohl sonntags gearbeitet wird?

Haltestelle KitzbĂŒhel-Hahnenkamm.

Hinten ist noch die Festung Kufstein zu sehen. Der Schnee allerdings hat sich fast verkrĂŒmelt.

Der smaragdgrĂŒne Inn.

Noch ein letzter Blick auf die Berge, hier sind die Wiesen schon fast grĂŒn, naja, gelbgrĂŒn.

Ab dann wurde es immer diesiger und wolkiger. In MĂŒnchen stieg ich in den ICE nach NĂŒrnberg und dort in die S-Bahn nach Forchheim.

Zu Hause hatte ich Hunger – und der Mitbewohner war fleißig gewesen. Diese Leckerbissen gibt es aber erst spĂ€ter, zunĂ€chst mussten mir Brot und KĂ€se reichen.

Wer noch mehr Bilder vom 12. Januar sehen möchte, bitte sehr, hier entlang: Bei der Frau mit den KÀnnchen gibt es viele von ihnen.

Und wer noch mehr Bilder von mir sehen mag, bitte sehr, der kann mir auf Instagram folgen. Dort bin ich ebenfalls unter Jaellekatz zu finden.

12 Bilder vom 12. Dezember

Heute morgen fuhr ich etwas frĂŒher los, schließlich lag ein leichter Hauch von Schnee auf den Straßen. Und in NĂŒrnberg blĂŒhte die Forsythie. Ob die schon mehr weiß als wir Menschen? Es wird doch noch Winter…

Ja, NĂŒrnberger Zeitung, was macht man mit Mietnomaden? So viele können es ja gar nicht sein, schließlich gibt es nur eine Wohnung, wenn der kĂŒnftige Mieter nachweist, dass er mehr als ein Hemd besitzt. Was hĂ€ttest du denn fĂŒr VorschlĂ€ge? Wegsperren? Ausweisen? Unter der BrĂŒcke ansiedeln?

Julia aus der Knirpsewelt in NĂŒrnberg, einem Second-Hand-Laden fĂŒr Baby- und Kinderkleidung, hat von mir ein paar Liköre und Duftkissen bekommen. Wer noch ein kleines Mitbringsel braucht, bitte sehr, da steht es.

An der Ampel stehe ich hinter einem kleinen LKW, das rot-weiße Teil hinten erinnert mich an die KĂ€stchen im Matheheft, die ich so gerne farbig ausgemalt habe – ups, da schaltet sie auf grĂŒn und ich muss los…

 

Auf der RĂŒckfahrt ist es immer noch nicht heller, dafĂŒr darf ich jetzt ganz erlaubt rechts auf dem Standstreifen fahren.

 

 

Eigentlich stĂŒnde heute ein Geburtstagskuchen auf dem Tisch, doch das Geburtstagskind ist im August in die erste eigene Wohnung gezogen. Ich finde aber noch genĂŒgend Spuren, so wie dieses Portrait.

Ja, ne, schon klar. Ich zeige euch nicht, wie ein Zimmer aussieht, in dem immer noch genĂŒgend Reste herumstehen. Ich denke, im kommenden Jahr werde ich hier alles neu machen…

Unten wird noch Nachschub fĂŒr den Verkauf mit Etiketten versehen.

Die GemĂŒsekiste möchte noch aus- und weggerĂ€umt werden. Die GemĂŒsekiste…

Oh, nee, nicht heute und nicht jetzt. BĂŒgelwĂ€sche mault nicht, kann also warten.

Ich lese jetzt lieber das Buch, das ich gestern von Susanne noch nachtrÀglich zum Geburtstag bekam.

Mit Bierchen dazu. Prost. Der Tag war lang, er darf jetzt enden.

 

Noch viel mehr Bilder vom 12. gibt es bei Caro, bei der es draußen nur KĂ€nnchen gibt.

12 Bilder vom 12. November

Auf der Gegenfahrbahn war der Stau – und ich kam daher ganz gut von MĂŒnchen nach NĂŒrnberg.

 

Beim Herunterladen der Fotos von der Kamera geriet ich geradewegs wieder in den gestrigen Abend: In der Monacensia, dem literarischen GedĂ€chtnis der Stadt MĂŒnchen ist gerade eine Ausstellung ĂŒber Erika Mann. Dieser Raum ist das ehemalige Atelier des Hauses.

 

Einst in jĂŒdischem Besitz wurde die Villa zwangsenteignet und der Besitzerin blieben gerade einmal vier Stunden, um das Haus zu verlassen.

 

Erinnerungen an einstig hier lebende Menschen…

Ein Bloggerwalk fĂŒhrte durch die relativ kleine und kompakte Ausstellung, das Leben und Wirken von Erika Mann wurde lebendig.

 

Werden Texte von ihr vorgelesen, schweben die Worte frei im Raum.

Zitate als Post-Its auf einer analogen Twitterwall.

 

In Amerika reiste Erika Mann durchs Land, hielt Reden und warnte vor dem Faschismus in Deutschland.

Es wird fotografiert und getwittert.

Alte Dokumente werden aber nur mit Handschuhen berĂŒhrt.

Das Faksimile einer Tagebuchseite darf ich jedoch in die Finger nehmen.

Das sind zwar keine Bilder von heute, aber großartige Erinnerungen an den gestrigen Abend, und daher schicke ich sie zur freundlichen Frau mit den KĂ€nnchen, die alle Bilder sammelt.

12 Bilder vom 12. August

Sieben Jahre, sagt der Mitbewohner, der eher ein Faible fĂŒr Zahlen hat und bei entgegenkommenden Autos das Nummernschild und nicht den Fahrer registriert. Vor sieben Jahren haben wir uns in echt kennengelernt. Wie die Geschichte vorher so ablief, nun, wer es noch nicht weiß, kann das hier (link) nachlesen.

Auf dem Weg von Hessen nach Franken geht es ein kleines StĂŒck durch ThĂŒringen

Vor sechs Jahren bin ich dann nach Franken gezogen, schließlich hatte der Mitbewohner versprochen, dass er mir seine Heimat ausfĂŒhrlich zeigt. Dass er davon dann vieles selbst noch nicht kannte, nun, da ging es ihm wie vielen anderen gebĂŒrtigen Franken. Inzwischen haben wir schon ziemlich viel erlebt und besichtigt, es bleibt jedoch immer noch vieles, was wir hier gerne sehen wollen.

Damals, also vor sechs Jahren, da hĂ€tte ich den FettnĂ€pfchenfĂŒhrer Bayern von Nadine Luck gut brauchen können. Das fing schon bei der Uhrzeit an: WĂ€hrend ich zu denjenigen gehöre, fĂŒr die Viertel vor sechs oder Viertel nach sieben eine eindeutige Angabe ist, bevorzugte der Mitbewohner das hier gerne genutzte dreiviertel fĂŒnf, das dann selbstverstĂ€ndlich nicht 17 Uhr 45 ist, sondern viertel vor fĂŒnf. Zum GlĂŒck haben wir uns nicht oft verpasst, sondern waren eher gemeinsam unterwegs. Dass sĂŒdlich der Mainlinie die Franken nicht als Bayern bezeichnet werden wollen, nun, das war mir bisher völlig entgangen.

Nadine Luck: „Der FettnĂ€pfchenfĂŒhrer Bayern: Die Mass aller Dinge“

Vielleicht lag es auch daran, dass ich bisher hier nur Urlaub gemacht habe, ich meine, da geht es um Erholung und nicht um Integration. Dass die Menschen hier lustige Namen fĂŒreinander haben, war mir schnell klar: Möchte ich, dass der Mitbewohner etwas macht, nenne ich ihn einfach: „Machma“, und wenn er mich auf etwas hinweist, sagt er. „Desdo“ zu mir. SelbstverstĂ€ndlich sind die FettnĂ€pfchen im Land der Franken und Bayern durchaus dicht gesĂ€t, passe ich nicht auf, tappe ich prompt hinein. Aber das macht nichts, dafĂŒr gibt es eine große Dose „Fett-Weg“, dem Zaubermittel fĂŒr Fettfleckenentfernung. Im „FettnĂ€pfchenfĂŒhrer Bayern – Die Mass aller Dinge“ lĂ€sst der westdeutsche Jochen aus Wuppertal kaum eines der bereitwillig parat stehenden FettnĂ€pfchen aus. Anhand der Geschichte von Jochen und seiner Magdalena aus Niederbayern erklĂ€rt Nadine Luck sĂ€mtliche Fallen, die einem potentiellen Neubayern so begegnen können. Das Buch liest sich sĂŒffig, ganz wie ein Prosecco am lauen Nachmittag. VergnĂŒgtes Kichern inbegriffen.

Mitten in Bamberg soll es GĂ€rten geben. Wir suchen noch.

Weil die Lieblingshausziege demnÀchst in ihre eigenen vier WÀnde zieht, kramt sie alles zusammen, was sie so brauchen kann. Daher beeile ich mich, schreibe einen Text fertig und wir fahren nach Bamberg. Die in der Innenstadt befindlichen GÀrtnereien und GÀrten sind ebenfalls Teil des Weltkulturerbes, allerdings weitaus weniger bekannt als die Altstadt mit dem Dom. Das ist auch kein Wunder.

Hinter den großen Toren liegen die GĂ€rten. Sagt der Mitbewohner.

Noch so ein hĂŒbsches Haus, auch mit großem Tor.

Obwohl der Mitbewohner einst in Bamberg studiert hat und prinzipiell weiß, wo die GĂ€rtnerstadt liegt, laufen wir nur durch Straßen und suchen einen nicht vorhandenen Eingang. Sicher, es wird ihn geben, nur vor uns hat er sich gut versteckt. Da Montag ist, hat das zugehörige Museum ohnehin geschlossen. Ob in den Reihen Knoblauch oder Zwiebeln stehen, können wir aus der Entfernung ohnehin nicht sehen.

Das Rad ist ordentlich eingewachsen.

Sieht zwar grĂŒn aus, endet jedoch wieder am Zaun.

Auf der Fassade ist ein GewÀchs aufgemalt. Das kann es ebenfalls nicht sein.

Einen Blick können wir erhaschen, ĂŒber den Zaun hinweg. Dabei soll sogar ein Rundweg durch die GĂ€rten fĂŒhren, bis zu einem Aussichtsturm.

Heute ist jedoch die weitere Suche aussichtslos, wir können uns noch nicht einmal entscheiden, ob hier Zwiebel oder Knoblauch wÀchst.

Gucke da, in Bamberg hats Gondoliere. DAS wĂ€re ja auch noch was…

DafĂŒr war in der GemĂŒsekiste eine große GemĂŒsezwiebel, gerade richtig fĂŒr eine leichte Zwiebelsuppe. Die gibt es gleich – und das waren damit meine zwölf Bilder vom 12. August. Wer mehr davon sehen möchte, bitte sehr, hier entlang: Bei Draußen nur KĂ€nnchen gibt noch viele weitere Sammlungen.

GemĂŒsezwiebel mit mehr als zehn Zentimeter Durchmesser.