Hochnebel #Frapalywo

Himmelhoch oben kitzelt die Sonne
Bergspitzen aus Träumen,
kreisen die Geier
den Bart vom Föhn gezaust
im Aufwind mit
bester Aussicht auf Beute.
Die Murmeltiere suchen
pfeifend ihr Loch auf,
wenn die Nebeldecke reißt.

Frau Paulchen lädt zur #frapalywo, zur Frau Paulchens Lyrik Woche. Das Thema „Wind und Wetter“ wird in sieben Varianten ausbuchstabiert. Der heutige Impuls lautete: „Hochnebel“.

Da klappern keine Mühlen mehr

Vor einigen Tagen waren wir auf dem Mühlenweg unterwegs und kamen an vielen Mühlen vorbei. Doch da klapperte kein Mühlrad mehr am rauschenden Bach – und auch dem Wehr ist anzusehen, dass es seine besten Zeiten eher hinter sich hat.

Das Wehr regelt den Zufluss zum Mühlbach

Aber findig war der Müller schon: Auf der Kante liegt eine alte Schiene und sorgt für einen gleichmäßigen Überlauf.

Eisenbahnschiene, etwas zweckentfremdet

Verbunden mit: Frau Tonaris Rostparade. Wer dem Link folgt, findet noch viele rostige Dinge.

Himmelhochoben im Paradies unterwegs

Über den Wolken, singt Reinhard Mey, ist die Freiheit so grenzenlos. Lässt sich also der Himmel mit einem Flieger erreichen? Suche ich im Internet nach dem Paradies, bekomme ich verheißungsvolle Urlaubsziele angezeigt: Je weiter weg diese liegen, je exotischer, desto paradiesischer sind sie? Das glaube ich nicht.

Oft ist das Paradies ganz nahe. Und doch wird der Eingang so selten benutzt, dass eine Spinne ihr Netz davor weben kann.

 

Jetzt, wenn es im Frühjahr wieder grün und warm und überhaupt recht schön draußen ist, nehme ich mir wieder Zeit. Ich will jeden Tag etwas Neues entdecken und gehe so weit es mir möglich ist ganz wie ein Kind selbstvergessen durch den Tag. Und auf einmal habe ich das Paradies – ganz dicht bei mir, in mir.

Und so war es denn folgerichtig, dass wir – zum wiederholten Male – durchs Paradiestal gewandert sind. Wer mehr darüber lesen mag, bitte schön, dann geht es hier entlang: Im Paradiestal wandern.

Tag des Baumes

Wortwerk Erlangen wurde von der Stadt gefragt, ob denn einige von uns am Tag des Baumes Texte von und über Bäume lesen könnten, Wortwerk Erlangen sagte zu und so war ich gestern – mit zwei anderen Wortwerkern – auf dem großen Platz vor dem Rathaus.

Presslufthammer, Kirchenglocken, Sirenengeheul, Springbrunnenplätschern, Lieferverkehr, dröhnende Busse: Die Vögel auf dem Rathausplatz hatten ordentlich Mühe, sich durchzusetzen. Es gelang ihnen nicht immer.

Die anwesenden Wortwerker beschlossen, immerhin mikrofonverstärkt: Ab drei Zuhörern wird vorgelesen.

Der Wind pustete Blütenblätter und Manuskriptseiten über den Platz.

Eine Mutter setzte sich auf eine Bank und rief laut nach ihrem Kind. Es kam. Sie legte den Zeigefinger über den Mund und forderte es damit auf, doch jetzt bitte leise zu sein.

Wir saßen am Rand des Klettergerüstes und warteten auf Zuhörer.

Wer will einen kurzen Text hören?

Wer will lieber einem längeren Text lauschen?

Die Stadtwerke beeindruckten mit großer Technik und einer raffinierten Gießtechnik am Tankwagen. Die Bäume vor dem Rathaus und in der Stadt müssen gelegentlich epflegt, gedüngt und gegossen werden. Die dafür nötigen Maschinen hüllten die Bäume in Abgase und lärmten so laut, dass das leise Wispern der Blätter unhörbar wurde.

Doch, wir haben auch gelesen. Und die Zuhörer haben gelauscht und geklatscht und hätten gerne gewusst, wie so manche Geschichte wohl weitergehen mag.

Tagebuchbloggen am 5. April

Nach dem Kind hat es nun auch den Mitbewohner erwischt: Er schnieft und schnupft, aber er hält sich tapfer. Ich fuhr heute morgen bei strahlendem Sonnenschein nach Nürnberg, da brauchte ich keine Jacke, so schön, wie das Wetter ist. Leider hat sich der April alles anders überlegt: Als ich nach dem Mittag wieder fahren wollte, musste ich ohne Jacke ganz fix im Regen zum Auto sprinten. Kaum saß ich drin, hörte es auf zu regnen. War ja klar.

In der Post war heute die Einladung zur Garty Party bei Frau Mutti. Der Mitbewohner hat sich auch gleich um die Übernachtung gekümmert. 

Da der Mitbewohner eine echt fränkische Hochzeitssuppe gekocht hat – schließlich will er das Rezept und die Bilder dazu auf seinem Blog „Fränkische Tapas“ zeigen – gab es ein leckeres Essen, bevor ich mich an den zweiten Teil der Arbeit gesetzt habe. Diese war recht schnell erledigt, anschließend habe ich einen Blick in den Garten gewagt: Gestern kam eine kurze, aber heftige Böe – und ein Teil des Holzschuppendaches gab einfach nach. Auch eines der Gewächshäuser purzelte mal eben durch den Garten, glücklicherweise waren weder Scheiben noch Pflanzen drin. Links daneben stand ein Schuppen vom Nachbarn. Den hat allerdings nicht der Wind, sondern der Nachbar selbst abgerissen.

Seit beide Katzen gerne nachts durch die Gärten tigern und auf Mäusejagd gehen, liegen sie tagsüber nur faul auf dem Sofa und schlafen. Manchmal täuschen sie den Schlaf aber auch nur vor: Lasse ich sie aus den Augen, nutzen sie jede Gelegenheit zum stibitzen.

Kurz vor der Dämmerung hat sich die Sonne noch einmal gezeigt – und der April gleich mit Regen gedroht. Da gestern die Lieblingshausziege sämtliche Wäsche gebügelt hat, brauchte ich heute nur noch alles wegzuräumen. Jetzt rauscht die Spülmaschine ihr emsiges Lied und die letzten Vögel zwitschern sich draußen einen Gute-Nacht-Gruß zu.

Ich werde den Abend in Ruhe verbringen, auch wenn ich dafür die Katzen vom Sofa sammeln muss. Da kann ich in Ruhe nachlesen, was all die anderen Tagebuchblogger bei Frau Brüllen den ganzen Tag über gemacht haben.

 

Rostige Überreste

Ein alter T-34 Panzer steht auf der Wiese neben dem Parkplatz des Freilichtmuseums Mödlareuth. Glücklicherweise bewacht er nichts und niemanden mehr, sondern rostet langsam vor sich hin.

Statt dessen sammelt sich das Wasser in der Panzerkette.

Unter dem Panzerturm klemmt eine Schraube: Da dreht sich ganz sicher nichts mehr.

Wer wissen will, was es mit dem Freilichtmuseum Mödlareuth auf sich hat: Bitte hier entlang.

Verbunden mit: Frau Tonaris Rostparade. Dort gibt es noch viele andere rostige Dinge zu bestaunen.

Das Teehaus und die Kunst

Von der Kunst, ein Teehaus zu bauen

Leider ist die Ausstellung über die Kunst, ein Teehaus zu bauen, schon wieder vorbei. Die klare Ästhetik der sehr minimalistisch wirkenden Gegenstände war überzeugend schön. Als wir standen und guckten, erklärte jemand, dass japanische Lehrlinge im ersten Jahr nur zugucken dürfen, einfach damit sie erst einmal das Sehen lernen.

Prima Idee.

Verbunden mit: Weekly Photo Challenge: Story

Knopf, zeitig, hüten #abc.etüden

„Hier fehlt ein Knopf“, wies Harri auf das leere Knopfloch an seinem Hemd hin, doch Siggi zuckte mit den Schultern: „Wirf’s doch weg“.

„Ich muss morgen zeitig los“, versuchte Harri noch einmal, Siggis Aufmerksamkeit zu wecken, doch sie ging gleich in die Luft: „Ich bin doch nicht für dich und deine Hemden verantwortlich“, keifte sie: „Es reicht schon, wenn ich ständig die Kinder hüten muss“.

„Dann gib mir Nadel und Faden“, sagte er resignierend. So kompliziert konnte die Bedienung eines Nähfadens nun wirklich nicht sein.

„Hab ich nicht“, Siggi winkte ab.

„Jede Frau hat irgendwo Nadel und Faden“, widersprach Harri.

„Ich nicht“, stampfte Siggi mit dem Fuß auf den Boden, als wäre sie ein wildgewordenes Rumpelstilzchen.

„Und kaputte Sachen?“, fragte Harri.

Siggi schüttelte den Kopf: „Ich stopfe doch keine Socken“, entgegnete sie schnippisch: „ist doch alles nichts wert!“

„Doch“, entgegnete Harri: „Das kostet alles mein Geld!“

Verbunden mit: Christiane und ihren abc.etüden. Die drei Worte Knopf, zeitig, hüten waren in zehn Sätzen unterzubringen.

Tagebuchbloggen am 5. März

Die freundliche Blognachbarin Frau Brüllen möchte – wie jeden fünften des Monats – gerne wissen, was heute der Tag so bringt und fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag, oder kurz: WmdedgT? Wer auf den Link klickt, findet dort ganz viele Tagebuchblogger versammelt.

Die Lieblingshausziege stand extra früh auf, damit ihr genügend Zeit für ein ordentliches Frühstück blieb. Anschließend schnappte sie ihren Koffer und ihre Taschen und entschwand nach Schweinfurt für eine Woche Berufsschulunterricht im Block. Nun waren wir alle munter – und der Tag noch jung. Jetzt war genug Gelegenheit, die Wäsche zu waschen, das Bettzeug zu wechseln, Staub zu saugen, Texte zu schreiben, was auch immer. Irgendwie wirkte der Vormittag viel länger als sonst.

Zum Mittag habe ich einfach Putenschnitzel ganz klein geschnetzelt, mit Zwiebel und Knoblauch angebraten, Paprika und Zucchini dazu, alles mit Sojasauce gewürzt, Woknudeln in die Pfanne geschüttet – und voilà: Das Futter war fertig. Der Mitbewohner füllte einen Teller und brachte ihn nach unten in die Küche, anschließend setzten wir uns an den Tisch und ließen es uns schmecken.

Seit dem vergangenen Monat male ich, wenn mir denn ein wenig Zeit bleibt. Während im Februar unter dem Hashtag #EineFarbereicht viele gelbe Bilder auf Twitter und Instagram gepostet wurden, ist jetzt grün und heute die Avocado dran.

Avocado mit Aquarellfarben.

Sicher, das sind jetzt keine Kunstwerke im eigentlichen Sinne, es sind Fingerübungen, es macht Spaß und das ist die Hauptsache.

Das Wetter war schön und sonnig, nach den eiskalten Temperaturen wirkte alles schon recht frühlingshaft. Wir gingen in den Garten, dort fand ich unter der Vogelmiere noch so viel Feldsalat, dass eine ganze Schüssel voll wurde. Prima. Dann kann es morgen Kartoffelsalat mit Rapünzchen geben und ich brauche mir nichts auszudenken.

Dann habe ich die noch immer übrig gebliebenen Tulpen in eine Schale mit Erde gesteckt und diese auf den Balkon verfrachtet. Hoffentlich denken die Katzen jetzt nicht, dass sie in der Erde buddeln sollen.

Gestern waren wir ein wenig wandern – und anschließend in Erlangen. Dort wollten wir in ein Cafe gehen, doch das hatte seinen Namen geändert. Zwar sah noch alles so aus, wie wir es in Erinnerung hatten, aber die Bedienungen liefen in Anzug herum und die Kuchen sahen, nunja, etwas weniger lecker aus. Als wir nach dem ursprünglichen Cafe fragten, teilte uns einer der dort arbeitenden jungen Männer mit, dass wir dafür nur etwa fünfzig Meter weiter gehen müssten. Wir gingen in die angegebene Richtung – und fanden es. Dort war der Kuchen so lecker, wie wir ihn in guter Erinnerung hatten. Beim Gehen fragten wir nach, warum, seit wann und überhaupt dieser Ortswechsel, ja, da hatte der Besitzer Eigenbedarf angemeldet. Und das bereits gut eingeführte Konzept übernommen. So musste Cafe und Bäckerei weichen. Da die Einrichtung allerdings am ursprünglichen Ort bleiben musste, änderte der neue Betreiber nur den Namen und konnte einfach weitermachen. Hm.

Jetzt ist es draußen dunkel, doch mein Tag ist noch nicht zu Ende. Ich muss noch zu einer Bürgerversammlung: Das ist gelebte Demokratie. Einmal im Jahr darf der Bürgermeister in alle Ortsteile tingeln, wer mag, kommt und hört sich an, was der Gemeinderat das ganze Jahr über geleistet hat. Anschließend ist genügend Zeit, dem Bürgermeister noch eine ganze Menge Fragen zu stellen oder ihm zu sagen, was er bitte tun oder lassen soll. Auch wenn sich der Bürgermeister oder Gemeinderat nicht nach jedem Hinzundkunz richten, bekommen sie es schon zu spüren, wenn sie die Interessen der Bürger nicht angemessen vertreten und diese sich übergangen fühlen.