Israel, 8., 9. und 10. Tag

Da die letzten drei Tage recht lang und vollgepackt waren, gibt es heute nur eine kurze Zusammenfassung. Am 8. Tag waren wir ein Stück auf dem Jesus-Trail unterwegs, der von Nazareth zum See Genezareth führt. Die Karte und die Realität waren gelegentlich nicht immer derselben Meinung, so dass wir uns einfach einen Weg gesucht haben. Da wir kein spezielles Ziel hatten, lediglich am Ende des Tages zum Auto zurückfinden mussten, war das nicht weiter tragisch.

Hier hat noch jemand seiner Karte nicht mehr vertraut.

Der Weg war an den meisten Stellen sehr malerisch.

Am nächsten Morgen fuhren wir recht früh los, zur Festung Masada und zum Toten Meer.

Der Blick von der Festung Masada auf das Tote Meer.

Reste der Römerlager sind bis heute noch zu sehen.

Baden im Toten Meer.

 

Heute waren wir dann im Norden, an der Grenze zum Libanon. Dort sind Höhlen, in denen das Meer tost und Berge, auf denen Denkmäler stehen.

Höhle, in vielen, vielen Jahren vom Wasser ausgenagt.

 

Israel – 6. Tag

Heute ist Sonntag – und hier begann ganz normal eine neue Woche, für die Kinder mit Schule und die Erwachsenen mit Arbeit. Nach dem Frühstück fuhren wir heute zum Arbel, einem auffälligen Berg mit markanter Klippe und ebensolcher Geschichte. Dort angekommen, brauchten wir deshalb keinen Eintritt zu zahlen, weil es in der Nacht geregnet hatte und deswegen ein Teil der Wege gesperrt waren. Aber zu den Aussichtspunkten können wir gehen, sagte die nette Frau im Kassenhäuschen. Eine größere Gruppe geht uns voraus und lässt sich unter drei Olivenbäumen nieder. Dort erzählt einer vielen etwas für uns unverständliches, und das ziemlich lange. Wir warteten eine Weile, aßen unsere Brote, warteten noch ein Weilchen, doch an der Lage änderte sich nichts: Der Mensch redete immer noch. Wir schnappten unseren Kram, gingen an ihnen vorbei und folgten der weiß-blauen Markierung. Bei jedem Schritt raschelte es im Gebüsch und viele kleine Hüpfer sprangen in Sicherheit.

kleine Drachen sonnen sich auf warmen Steinen.

Wir gingen eine Weile und kehrten um, als wir sahen, dass der Weg nur nach unten führten. Inzwischen war die Gruppe aufgestanden und kam uns klassenweise entgegen.

Von unten dröhnte Musik herauf, wir sahen Klippschliefer und kleine Drachen, teilten uns die letzte Orange und waren dem Himmel näher als in mancher Kirche.

Aussicht von oben auf den See Genezareth

Später gingen wir unten im Tal, im Wadi entlang und bestaunten die Höhlen, in denen früher Menschen lebten.

Israel – 5. Tag

„Fahrt mal langsam und an der nächsten Einmündung einfach nach links“, wir folgen, halten, steigen aus und überqueren die Straße. Hinter der Leitplanke sind Löcher im Fels, eines ließe sich mit dem davor liegenden runden Stein verschließen. „Das sind alte Gräber“, erklärt Beni, die Straße sei extra um diese herum geplant.

Weiter geht es ins Carmel-Gebirge, es wird zunehmend diesiger und so trüb, dass wir von oben nur ahnen können, wo unten das Mittelmeer beginnt. Mitten im Grün steht ein mit Stacheldraht umzäunter Bau, ein Gefängnis, umrundet von grünen Büschen und vereinzelten Bäumen. Hier gab es einen so verheerenden Waldbrand, dass dieser mit Hilfe vieler Länder gelöscht werden musste, erzählt Beni. Die Insassen eines Busses kamen ums Leben, ein Denkmal erinnert an sie.


Mittags erlebten wir den Gottesdienst in einer christlichen Gemeinde, es war bewegend und ganz anders, als wir das aus Deutschland kannten.

Den restlichen Tag verbrachten wir dann heute eher ruhig.

Israel – 4. Tag

Langsam trödeln wir in den Tag hinein. Heute geht es nach Bet She’an, einem Ort, an dem Menschen schon seit mehr als 5.000 Jahren siedeln. Da 749 hier die Erde gebebt hat, purzelten die Säulen und Häuser, Tempel und was auch immer in sich zusammen. Noch immer liegen einige der großen Säulen zerbrochen herum, andere wurden bereits wieder aufgebaut.

Wir laufen zwischen den Steinen, auf alten Marmorbildern herum. Doch was wissen wir von dieser vergangenen Zeit? Wir wissen, wie eine Hypokaustenheizung damals funktioniert hat und wir wissen, dass die Akustik im dortigen Theater einfach großartig ist.

Was jedoch für Stücke dort gespielt wurden, wie sich die Menschen dort amüsiert haben, worüber sie lachten, worüber sie weinten – alles ist unbekannt.

Waren die Menschen damals auch so klug wie wir heute? Immerhin laufen hier heute einige Besserwisser und Nörgler herum: „Das hat die auch gesagt, aber die haben ja alle keine Ahnung!“

Unterwegs wollen wir was zu essen kaufen, doch der Wächter des Supermarktes verwehrt den Eintritt. Es ist schon nach 14 Uhr – heute Abend beginnt der Schabbat und die Läden schließen rechtzeitig. Glücklicherweise finden wir noch eine Tankstelle, an der wir Hummus zum bereits gekauften Pitabrot und essen alles in einem kleinen Park mit Blick auf den ruhigen See Genezareth, während hinter uns der Verkehr vorbeitost.

Anschließend fahren wir nach Tiberias, einer Hafenstadt. Hier stehen noch ein paar Ruinen aus der Zeit herum, in der das Land von den Osmanen beherrscht wurde.

Israel – 3. Tag

Heute war der Tag lang, die Eindrücke viel und deswegen gibt es nur drei Bilder von drei ganz unterschiedlichen Orten: Diese Kirche steht auf dem Berg Tabor.

Anschließend haben wir auf den Golan-Höhen gesehen, dass Damaskus gerade einmal 60 Kilometer entfernt ist.

Und die Sonne ging für uns am See Genezareth unter.

Israel – zweiter Tag

Nazareth: Das war vor mehr als 2.000 Jahren ein Kaff mit vielleicht 200 Einwohnern. Jetzt ist hier entschieden mehr los.

Eine Besuchergruppe nach der anderen steigt aus dem jeweiligen Bus, folgt ihrem Reiseführer und besucht die Kirche, die über den Fundamenten und der Treppe von Marias ehemaligem Wohnhaus erbaut wurde. Hier gibt es Messen im Halbstundentakt, gewissermaßen.

Draußen erkundigt sich der Mitbewohner nach dem Preis für Falafel. Fünfzehn Schekel, sagt der Verkäufer. Wir bestellen einen. Kurz nach uns kommt eine deutschsprachige Reisegruppe. Der Reiseführer schwätzt in hiesiger Sprache mit dem Falafelverkäufer, wendet sich danach an die Gruppe: Falafel kostet 20 Schekel, das ist ein wunderbarer Preis und ihr könnt auch eine Soße nach Belieben darauf machen.

Ja, die Kirchenfenster sind schön. Scheint die Sonne durch die bunten Fenster, fangen sie an zu leuchten.

Israel – erster Tag

Mit anderen Bergen verglichen, sind die Berge hier vielleicht nicht sehr hoch, haben dafür aber viel gesehen. Hier wurde schon seit biblischen Zeiten gekämpft und gestorben. Für nix und wieder nix.

Hier zählt die Sicherheit. Deswegen fliegt nichts und niemand über das Land und der Himmel ist frei von Kondensstreifen.

Es ist ein Tag, der unscheinbar wirkt, mit mittelgroßen Hügeln, einer grünen Ebene, Fischteichen, Kiefern, zwei Tulpen und einer Gilboah-Iris.

Wieder auf Reisen…

Der Eingang zum Keltendorf Gabreta. Welche Geister wohl damit abgewehrt wurden?

Ab April sind sowohl das Keltendorf Gabreta als auch das Freilandmuseum Tittling wieder geöffnet. Es lohnt sich wirklich, und nein, für diese Werbung werde ich nicht bezahlt, da war ich ganz freiwillig:

Ein Wochenende im Bayerischen Wald (klick auf den Link führt zum Bericht)

Die Wolfssteiner Ohe zwängt sich durch die Buchberger Leite

Jetzt wird für drei Wochen gepackt: Es geht nach Israel. Wenn ich es schaffe und mit dem nötigen Netz versorgt bin, gibt es hier jeden Tag einen kleinen Einblick.

Die Synagoge in Uehlfeld

Man muss schon zweimal gucken, wenn man erkennen will, dass das schlichte Lagergebäude mit der Rampe an der Traufseite einmal eine Synagoge war: Der Erker, in dem die Thorarollen im Schrein aufbewahrt wurden, ist an der Ostseite noch zu sehen, ebenso wie die fünf großen Fenster an der südlichen Längsseite. Auch die zwei Eingänge an der Westseite lassen sich noch erahnen. Durch den nördlichen betraten die Frauen das Gebäude, der südliche war den Männern vorbehalten.

Nach dreijähriger Bauzeit war die Uehlfelder Synagoge Anfang 1818 fertiggestellt und wurde im März feierlich eingeweiht. Von diesem Tag existiert noch ein Bericht, erzählte Christiane Kolbet, Gästeführerin im Aischgrund. Sie hatte zu einer Führung rund um die ehemalige Synagoge eingeladen, der immerhin mehr als 50 Menschen gefolgt waren.

Da den Juden erst seit der Zeit Napoleons überhaupt das Erlernen eines Handwerks erlaubt war, wurden die meisten Arbeiten am Gebäude von christlichen Handwerkern der Umgebung ausgeführt. Die neue Synagoge ersetzte damit das alte, 1696 errichtete Gebäude und wurde vom christlichen Maurer als „Zierde von Uehlfeld“ bezeichnet. Das nach Osten ausgerichtete Bauwerk war ein modernes Sakralgebäude einer liberalen jüdischen Gemeinde. In seiner ersten Predigt beschwor der Rabbiner die Gemeinsamkeiten der christlichen und jüdischen Religion, berichtet Kolbet. Samson Wolf Rosenfeld predigte jedoch nicht nur Integration, sondern setzte sich aktiv dafür ein, dass Juden die gleichen Rechte wie Christen erhalten sollten. Wie fortschrittlich die vermeintliche Provinz war, lässt sich bereits daran ablesen, dass die Uehlfelder Synagoge die erste Synagoge war, in der in deutscher Sprache gepredigt wurde und eine Orgel den Gesang begleitete.

Gästeführerin Christiane Kolbet vor dem Fenster, an dem einmal der Eingang der Männer in die Synagoge war.

Auch wenn die hiesigen Rabbiner Freundschaften zu den ortsansässigen Pfarrern pflegten und die Gemeindemitglieder mehr als 100 Jahre friedlich mit den Christen Haus an Haus wohnten, half es nicht gegen die Schrecken der Nationalsozialisten. Seit den 20er Jahren war die NSDAP in Uehlfeld ansässig und bereits 1933 so stark, dass sie vor ihrem Vereinslokal einen Galgen mit Judenpuppe aufstellten, an dem ein Schild verkündete, dass hier Platz für alle Juden sei. Obwohl bereits Verkaufsverhandlungen für die Synagoge liefen, schüttete der Ortsgruppenleiter der NSDAP am 10. November 1938 gemeinsam mit zwei anderen Männern Petroleum und Benzin auf das Mobiliar und zündete alles an. Bis auf die Außenmauern brannte die Synagoge nieder. Nach Ende des Krieges erwarb die Raiffeisengenossenschaft die Ruine und baute das Gebäude als Lager um. Heute befindet es sich in Privatbesitz und eine Tafel erinnert an die wechselvolle Geschichte des Gemäuers und an die Menschen, die einst hier lebten und von denen viele nicht überlebten.

Alles für die Katz #91

War das schon wieder der Februar? Und die ersten beiden Tage des März sind auch dahin?

Im Februar hatte mich eine dicke Erkältung gut im Griff und beorderte mich gelegentlich auf das Sofa, öfter, als mir eigentlich lieb war, schließlich gab es genug zu erledigen. Vielleicht hat das die Katz gemeint, als sie sich immer wieder – und das ziemlich hartnäckig – genau dort niederließ, wo ich einen Teil meiner Arbeit erledige.

Deswegen war es hier so ruhig – und deswegen ist es heute auch der 3. März und nicht der Monatserste.

Laß mich hier liegen – und leg dich aufs Sofa. Dort gehörst du gerade hin.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. des Monats machen. (Momentan habe ich mich dazu entschlossen, dass es „Alles für die Katz“ nur noch einmal im Monat gibt, jeweils am 1.)

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.