Friedliches Miteinander

Wir saßen im kleinen Innenhof unserer Unterkunft und sortierten die Erlebnisse des Tages, als sich zwischen die Flamenco-KlĂ€nge aus der Bar nebenan ein leiser Ruf mischte. Hatte ich mich verhört? Nein. Hier ruft tatsĂ€chlich ein Muezzin vom Minarett und fordert zum Gebet auf. Nebenan sammeln Menschen dafĂŒr, dass eine alte Kirche, die neben dieser neuen Moschee steht, wieder renoviert werden kann und unten in der Stadt kassiert die Kirche gleich zweimal von den Besuchern der Kathedrale: Einmal fĂŒr die Kathedrale selbst, und einmal extra fĂŒr die Königskapelle.

Überhaupt: HĂ€tten die Mauren nicht mehr als 700 Jahre lang in Andalusien gelebt, regiert und gebaut, dann gĂ€be es deutlich weniger zu bestaunen. Viele der Bauwerke, die hier auf der Liste des Weltkulturerbes stehen und dafĂŒr sorgen, dass Besucher aus der ganzen Welt kommen, entstanden gerade in dieser Zeit und verzaubern mit ihrem ganz besonderen Reiz. Auch wenn diese Zeit nicht immer friedlich war – welche Zeit ist das schon – unter der arabischen Herrschaft gab es eine Kultur, in der Muslime, Juden und Christen gleichermaßen zueinander fanden. Der Niedergang begann ĂŒbrigens, als Ferdinand und Isabella 1492 Granada endgĂŒltig eroberten. Ab dann war Schluss mit Samt und Seide, mit mĂ€rchenhaftem Reichtum und dem fruchtbaren Paradies, das in den Dörfern der Alpujarras herrschte. Der Reichtum Spaniens beruhte dann auf dem, was die Eroberer aus der neuen Welt brachten. Besonders die Kathedrale in der Mezquita von Cordoba zeigt als Sinnbild, wie alles aufeinander aufbaut: Unten der römische Tempel, darĂŒber die Moschee, welche in eine christliche Kathedrale umgewandelt wurde.

Granada.

Kathedrale von Granada.

Granada.

Die Kirche San Nicolas in Granada.

Granada.

Granada: Das Minarett der neuen Moschee.

Granada.

Vom Garten der neuen Moschee ist ein schöner Blick auf die Alhambra.

 

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