Lieblingsblogger in Leipzig

Ich bin ein Lieblingsblogger. Sagt Susanne und fragt im Hotel nach, ob ich – da alles ausgebucht ist – das Bett neben ihr belegen kann. Also packe ich nicht nur meinen Koffer für ein Wochenende, sondern auch zwölf kleine Tüten mit Minzcrossies. Wer sie nachmachen will, bittegerne, am Sonntag wird das Rezept auf den fränkischen Tapas nachgeliefert.

In Leipzig waren wir recht schnell, das Navi hat uns zielsicher zum Hotel gelotst und zum ersten Programmpunkt ging es mit dem Leipziger Nahverkehr. Dass mit S-Bahn nicht die Straßenbahn gemeint war, haben wir erst nach einer Weile gemerkt, vielleicht lag es auch daran, dass alle miteinander geredet haben.

Warum Ossis immer sofort wüssten, wann ein Wessi vor ihnen steht, wunderte sich eine der Bloggerinnen, als wir schließlich auf dem richtigen Bahnsteig standen und auf die S-Bahn nach Möckern warteten. Nun, dafür gibt es deutliche Anzeichen, Wessis senden feine Signale aus, unbemerkt von ihnen selbst und dafür von Ossis deutlich wahrnehmbar. Es ist ein kaum wahrnehmbarer Hauch von Kolonialisierung, Bevormundung, Besserwisserei, die in der Regel aus Unkenntnis entspringt und sich nicht wirklich für den anderen interessiert. Warum auch, haben wir doch als Ossis selbst gerne dazu beigetragen, haben uns bemüht, so sehr, dass wir fast bessere Wessis geworden wären. Fast.

Vielleicht lässt sich das mit dem Besuch der Schwiegermutter vergleichen, die, kaum ins Haus gelassen, sofort ihre Vorstellungen von Ordnung und Sauberkeit durchsetzen möchte, ungeachtet dessen, dass hier eine andere Familie das eigentliche Sagen hat.

In einem Interview mit der ZEIT hat Birgit Breuel, frühere Chefin der Treuhand, eingeräumt:  „In Westdeutschland wäre es nicht möglich gewesen, den Leuten eine Veränderung dieses Ausmaßes zuzumuten. Sie hätten das nicht durchgehalten.“

Im Atelier von Franziska Klee

Die Lieblingsblogger im Atelier von Franziska Klee

Den Freitagabend verbrachten wir im Atelier von Franziska Klee, sie erzählte viel von sich und ihren Taschen, Rucksäcken, Schlüsselbändern und dem Leder, das sie für ihre Produkte verwendet. Anschließend ging es nach nebenan, ins le caphe, das extra für uns geöffnet hatte. Es gab vietnamesisches Essen, alles war familiär und einfach wunderbar. Auch hier blieb genügend Gelegenheit für Austausch über all das, was uns interessierte, es war einfach Zeit.

Gleich gibt es Abendessen im Le Caphe

Das Frühstück am nächsten Morgen gab es im Cafe Cantona, es war gut und die Toilette im Keller. Ich nahm auf dem Weg dorthin eine Nase voll Luft, so wie immer, ich stelle ja das Atmen nicht ein, nur weil ich eine Treppe nach unten gehe – und landete in der Vergangenheit, alles nur, weil ein leichter Hauch an Kohlenstaub in der Luft lag, kaum wahrnehmbar und unverkennbar für mich. Später stand eine der anderen Bloggerinnen vor dem Cafe und sinnierte, ob abends in den Räumen geraucht würde. Für sie war der Geruch ein anderer, sie roch Zigarettenrauch, keinen Braunkohlenstaub.

Feinkost Leipzig

Nach den Stadtrundgang, unter anderem bei Feinkost Leipzig, der Mädler-Passage mit Auerbachs Keller und einem kurzen Imbiss ging ich noch kurz in die Nikolaikirche und durch die Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum, dann war Zeit für unser Barcamp und den Austausch der Goodie-Bags, jede hatte schließlich für jede eine Kleinigkeit mitgebracht. Wer eine Frage hatte, konnte sie stellen, es wurde nicht nur gefachsimpelt, sondern auch über den Tellerrand hinaus geschaut.

Immer wieder wurden Fotos gemacht

Den Sonntag beschlossen wir im Kunstkraftwerk Leipzig, inzwischen hatte sich Regen eingestellt und spielte uns gewissermaßen den feuchten Kehraus.

Vielen Dank für das wunderbare Wochenende.

Das obligatorische Bild aller Füße rund um einen Kanaldeckel.

Mit dabei waren:

Susanne von Ichlebejetzt! Inka von blickgewinkelt, Cora von Raumideen.plus, Annette von Blick7Yna von Ynasdesign, Sibylle von Billas Welt, Steffi von Stefilicious, und Anja von Lebenistansteckend.

Für diesen Beitrag wurde ich selbstverständlich nicht bezahlt. Ich setze die Links einfach für bessere Vernetzung, vielleicht mag ja jemand stöbern gehen.

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