Mit dem VGN nachhaltig unterwegs

Heute ist der Tag, an dem wir die jährlichen Erträge der Erde bereits vernascht haben. Morgen ist auch noch ein Tag? Ja, und?

Wollten die Menschen in früheren Zeiten im Frühjahr Saatgut in die Erde bringen, mussten sie genügend davon aufheben: So entstand der Ursprung von Kultur. Es wurde nicht nur gesammelt, was gerade am Wegrand verfügbar war, sondern so viel gesät und geerntet, dass es über den Winter hinweg bis zur nächsten Aussaat reichte. Fiel die Ernte mager aus, gab es nicht genügend zum Essen und manchmal auch nicht genügend Saatgetreide. Seit jedoch die Erträge der ganzen Welt auf unserem Teller landen, fällt es uns nicht mehr auf, dass die Erde überhaupt nicht so viel produzieren kann, wie wir verbrauchen. Die Regale im Supermarkt sind ja voll. Allerdings lässt unser Überfluss anderswo Menschen hungern: Damit genügend Kartoffelchips in den Regalen stehen, kaufen die Produzenten die Ernte dort auf, wo es Kartoffeln gibt. Ohne Rücksicht darauf, dass Kartoffeln dort dann teurer und womöglich für die dort lebenden Menschen unbezahlbar werden.

Was hat das nun mit dem VGN zu tun, dem Verkehrsverbund im Großraum Nürnberg?

Auf den ersten Blick nichts. Auf den zweiten Blick allerdings eine Menge. Ich kann nämlich den Zug oder Bus benutzen, damit mein Auto stehen lassen und trotzdem mit dem Rad oder zu Fuß die Region rund um Nürnberg entdecken.

Ist der Bahnhof barrierefrei mit Aufzug ausgestattet, brauche ich das Rad nicht via Treppe auf den Bahnsteig zu bugsieren. Das ist praktisch, allerdings noch nicht überall verfügbar. In Forchheim steige ich also in den Regionalzug nach Nürnberg, weil ich mich dort mit anderen Radfahrern, Tour-Guide Nora Beyer und Uli Büscher vom VGN treffen will. Da wir jedoch von Fürth aus unsere Tour auf dem Hohenzollernradweg starten, geht es mit der S-Bahn drei Stationen zurück.

In Fürth wartet Joanna Bacik vom Regionalmanagement des Landkreises Fürth und stellt den Erlebnisradweg Hohenzollern vor. Dieser verbindet einzelne Stationen des Fürstengeschlechtes und reicht von Nürnberg bis nach Ansbach. Als die Hohenzollern im 12. Jahrhundert als Burggrafen und damit Burgverwalter auf die Kaiserburg kamen, nutzten sie eifrig die Nähe zu ihren jeweiligen Chefs, stärkten ihre Macht durch familiäre Beziehungen und waren damit erfolgreich, jedenfalls so lange, bis Wilhelm II. am 28. November 1918 als deutscher Kaiser abdanken musste.

Mit der speziell für den Erlebnisradweg entwickelten App lassen sich insgesamt elf Stationen virtuell zum Leben erwecken. Der Silber und Schwarz geviertelte Schild der Hohenzollern zeigt somit nicht nur Richtung und Weg, sondern auch die Stationen, an denen per App und Handy Geschichte lebendig werden kann.

Mit App, Tablet oder Smartphone wird am Erlebnisradweg Hohenzollern Geschichte virtuell lebendig.

Da am Dreiherrschaftsbrunnen in Fürth für den QR-Code der App kein Platz war, ist sie am zehn Meter entfernten Brezenhäuschen angebracht.

Irgendwann ist jedoch genug erklärt, und wir fahren mit dem Rad nur ein kurzes Stück noch durch die Stadt via Veitsbronn bis Langenzenn. Vor dem ehemaligen Kloster ist ebenfalls ein QR-Code zu finden.

vor dem Kloster in Langenzenn gibt es wieder einen QR-Code

Die Strecke ist relativ eben und lässt sich – bis auf den letzten Anstieg kurz vor der Cadolzburg – ganz leicht mit dem Rad fahren. Dass es an diesem Tag heiß ist – geschenkt. In Cadolzburg ist jedenfalls Endstation. Allerdings nicht ohne Burgbesichtigung mit Führung durch den Museumspädagogen Max Keck.

Virtuelle Realität in der Cadolzburg

Da ich zur Neueröffnung der Cadolzburg schon einmal an einer wirklich sehr informativen Führung teilgenommen habe, verlinke ich diese hier einfach. Bitte sehr, hier entlang: Herrschaftszeiten in Cadolzburg.

Die Burg brannte kurz vor Kriegsende aus. Ein Teil bleibt deswegen zur Erinnerung so stehen.

Die Tour zur Cadolzburg ist übrigens eine der acht Touren, die der VGN-Bahnsommer in diesem Jahr bietet und die alle zu attraktiven und nicht ganz so bekannten Zielen in Franken und der Oberpfalz führen.

Ich nahm an der Tour auf Einladung des VGN und Regionalmanagement des Landkreises Fürth teil, fand jedoch dieses Teilstück des Radweges interessant genug, um mir demnächst die gesamten 95 Kilometer vorzunehmen.

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