Tagebuchbloggen am 5. August

Die Sonne scheint auf die Bettdecke, die große Katze hat es sich an meinen Beinen gemĂŒtlich gemacht: Zeit, aufzustehen und Kaffee zu trinken. Der Mitbewohner ist wie jeden Samstag so nett und holt frische Brötchen vom BĂ€cker, ich fĂŒlle derweil den Katzen die NĂ€pfe. Inzwischen sitzen sie etwa dreißig Zentimeter voneinander entfernt, futtern, gelegentlich knurrt die große Katz, doch die kleine Katz beeindruckt das nicht.

Ganz im Gegenteil: Kaum ist der Kaffeetisch abgerĂ€umt, dekoriert sich die große Katze lĂ€ngelang obenauf, die kleine Katze nimmt auf dem Stuhl Platz. Jetzt sind sie in Tatzweite, und so langt die große Katz immer mal nach unten zur kleinen Katz, sie probieren aus, ob und wie sie miteinander spielen können. Die AnnĂ€herung geschieht vorsichtig, ein leises Grollen bleibt, aber sie stupsen ihre Nasen aneinander und geben NasenkĂŒsschen.

Der Mitbewohner belegt zwei Brötchen und sucht seine Wanderkarten, findet sie jedoch nicht. Also fahren wir so los, ohne Karte, einfach der Nase nach, fahren durch einen Ort, biegen ab, fahren zum nÀchsten kleinen Ort, dort wieder links hoch, parken an einer Wiese und laufen los.

Der Weg ist mit ObstbÀumen gesÀumt

Alte ObstbĂ€ume sĂ€umen den Weg, an einigen sind die Äpfel schon reif. Sie leuchten so schön rot-gelb-gestreift, dass wir zwei von ihnen pflĂŒcken und essen. Sie sind so saftig, dass ich den Saft von der Frucht regelrecht saugen muss, damit er mir nicht aufs T-Shirt tropft. Allerdings hat noch jemand entdeckt, dass der Apfel lecker ist und sich ein Loch hindurch genagt. Vor dem Maisfeld biegen wir links ab, hier geht es am schattigen Waldrand weiter. In der Ferne staubt ein MĂ€hdrescher durchs Feld und das erste gelbe Blatt liegt auf dem Weg.

Die Buche lÀsst bereits das erste Blatt fallen.

Kaisermantel auf BlĂŒte

Hochsommerzeit. Wir gehen langsam: Über den BlĂŒten torkelt erst ein BlĂ€uling, ein StĂŒckchen weiter tanzen zwei KaisermĂ€ntel umeinander, naschen nur gelegentlich an BlĂŒtenkelchen. Wildbienen, KĂ€fer, es summt und bei jedem Schritt stieben die GrashĂŒpfer in die Höhe.

Wildbienchen an wildem Majoran

Wir wollen nirgendwo hin, haben kein Ziel, laufen einfach vor uns hin und freuen uns an dem, was neben uns lÀuft, fliegt und krabbelt. Da wir langsam genug unterwegs sind, haben wir Zeit, das alles zu entdecken.

Der Weg ist ein Traum. Hier gibt es nichts, niemand außer uns ist unterwegs, hier gibt es einfach kein Ziel, nichts zu erreichen und so trödelt der Tag vor sich hin und verliert seine Zeit.

KĂ€fer auf BlĂŒte.

Irgendwann kehren wir zum Auto zurĂŒck und fahren ein StĂŒck, kehren ein und genießen eine ortstypische Kleinigkeit: Kloß mit Soß. Der junge Wirt erzĂ€hlt stolz von seinem Spezialkrug, der so schwer sei, dass die manchmal so angeberisch starken Kletterer diesen nicht lange in einer Hand halten könnten und den er sich extra anfertigen ließ.

Ein Motorrad mit SW-Kennzeichen knattert auf der Straße vorbei. Ich wĂ€re ja dafĂŒr, dass ein Mikrofon direkt am Auspuff den LĂ€rm abfĂ€ngt und ihn direktemang unter den Helm zu den Ohren lenkt. Dann hat wenigstens der was davon, der den LĂ€rm bereitet – und nicht immer diejenigen, die gar nichts dafĂŒr können.

Dass die Urlaubszeit jetzt ihre Hochsaison hat, lĂ€sst sich an der Wirtschaft nicht ĂŒbersehen: Die Kennzeichen aus ganz Deutschland sind hier versammelt: M, DON, HDH, R, OHV, HA, MD, HH, OF, D, BZ, dazu HollĂ€nder und Franzosen. Anschließend fahren wir zurĂŒck und der Mitbewohner fĂ€ngt bei dieser Gelegenheit fĂŒnf große Forellen ein.

Zu Hause angekommen, stecken wir den Fischen KrÀuter, Salz und Pfeffer in den Bauch und packen sie gut ein. Die kommen erst morgen auf den Grill.

Die Katzen spielen immer noch seeehr vorsichtig miteinander.

Heute gibt es fĂŒr die beiden recht frĂŒh schon das Futter, wir wollen noch einmal los, nach Kronach. Dort wird „Das Wirtshaus im Spessart aufgefĂŒhrt“, der Mitbewohner hat die Karten besorgt.

Damit habe ich die Frage der freundlichen Blognachbarin beantwortet, die an jedem MonatsfĂŒnften wissen möchte, was ich eigentlich so mache. Bei ihr gibt es noch viele andere TagebucheintrĂ€ge zu lesen: Frau BrĂŒllen. 

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