Tagebuchbloggen am 5. August

Jeden Monatsf├╝nften versammelt sich die Gemeinschaft der Tagebuchblogger bei Frau Br├╝llen und erz├Ąhlt, was sie den ganzen Tag ├╝ber so getrieben hat. Das ganze hat auch eine Abk├╝rzung: WMDEDGT, was nichts anderes hei├čt als: Was machst du eigentlich den ganzen Tag. Nun denn:

Heute ging der Tag schneller vorbei, als ich irgendwie hinterhergucken konnte. Nach dem obligatorischen Kaffee, M├╝sli, Katzenkraulen habe ich einen Einstieg in einen Text ├╝ber die Passionsspiele in Erl gewagt. Bis jetzt finde ich ihn ja halbwegs gelungen, mal sehen, was ich morgen dar├╝ber denke. Das ist n├Ąmlich gar nicht so einfach, ich meine, das St├╝ck ist bekannt, ebenso wie der Ausgang desselben. Damals als magischen Schutz vor der Pest verstanden, f├╝hren die Erler ihre Passionsspiele bis heute auf, nicht jedes Jahr, aber immerhin regelm├Ą├čig, bis heute.

Die Passion endet immer gleich. Trotzdem besuchen erstaunlich viele Menschen die Passionsspiele in Erl.

Gegen Mittag hatten wir dann eine Verabredung, fuhren gemeinsam zu viert nach Bamberg, speisten beim Italiener, tranken noch einen Kaffee in Sichtweite des Rathauses, unterhielten uns, genossen den Tag, bis sich der Mitbewohner daran erinnerte, dass er noch einen Termin in F├╝rth hatte und jetzt endlich losfahren m├╝sse. Gut.

Wieder zuhause, sah ich den Katzen beim Schlafen zu, kraulte hinter ihren Ohren und kramte mein Malzeug zusammen. Morgen hat jemand Geburtstag, und da brauchte ich noch eine Geburtstagskarte. Was ich verschenke? Das, was es heutzutage so selten gibt: Zeit. Mal sehen, ob das Geschenk jemals eingel├Âst wird. Nein, ich spekuliere nicht darauf, ich w├╝rde mich wirklich sehr freuen, wenn ich meine Zeit verschenke und diese auch angenommen wird, aber in diesem Fall wei├č ich es nicht. Sicher, ich k├Ânnte auch etwas kaufen, Schmuck, Parf├╝m, irgendwelches Schnickeldi. Aber all das w├Ąren Dinge, Zeug, das ich kaufen w├╝rde und bei dem ich das Gef├╝hl h├Ątte, dass ich mich einfach freikaufen w├╝rde.

Sonst? Ja, sonst ist heute eigentlich nichts passiert. Wir haben zu viert eine sch├Âne Zeit verbracht, gut gegessen, gut miteinander geredet, das ist doch schon was. Das machen wir manchmal viel zu selten. Die schnellen Antworten auf WhatsApp oder anderswo suggerieren eine N├Ąhe, die oft nur eine scheinbare N├Ąhe ist. F├╝r eine echte N├Ąhe brauche ich Zeit. Manchmal auch eine ganze Menge Zeit.

Verbunden mit: Frau Br├╝llen und dem WMDEDGT.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.