Tagebuchbloggen am 5. Februar

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, abgek├╝rzt WMDEDGT, das will Frau Br├╝llen jeden f├╝nften Tag im Monat von uns wissen.

Heute kann ich das schon sehr fr├╝h beschreiben, da der Tagesablauf bereits feststeht – und nicht ge├Ąndert wird.

Mitten in einen irren Traum, in dem ich gerade die Einzelteile meiner Kamera in der Hand hielt, platzte die Lieblingshausziege mit der Frage, was sie denn heute zum Karneval in der Schule anziehen k├Ânnte. Sie hat ein s├╝├čes Kleidchen mit Totenk├Âpfen drauf, das aber leider schulterfrei ist. Und drau├čen liegt Schnee. Aber egal. Soll sie anziehen, was sie will, schlie├člich f├Ąhrt sie heute noch in die Ferien. (Mit sechzehn h├Ątte ich mich auch nicht mit noch so guten Worten von unvern├╝nftiger Kleidung abbringen lassen, also.) Ich hab nur darauf hingewiesen, dass sie vorsichtshalber einen Pullover zum Dr├╝berziehen in die Tasche stopfen sollte. An den Kuchen, den sie gestern gebacken hat, musste sie auch noch erinnert werden, sonst w├Ąre der im Backofen geblieben und das Kind ohne ihn zur Schule abgedampft. Himmel hilf. Sind die alle immer so vergesslich? Gibt sich das mit der Zeit? (Ja, es gibt sich. Es ist immer nur eine Phase…)

Da ich gestern meinen alten Reisepass wie bl├Âd gesucht, aber nicht gefunden habe, bin ich schlie├člich ohne diesen zur Gemeindeverwaltung, habe eine gute Stunde gewartet und dann ganz anstandslos meinen neuen Reisepass bekommen. Die Sachbearbeiterin hat sich ├╝berhaupt nicht nach meinem alten Pass erkundigt – da h├Ątte ich mir die ganze Sucherei glatt sparen k├Ânnen. Daf├╝r muss ich heute alles wieder einr├Ąumen, was ich gestern aus Regal und Schrank ausger├Ąumt habe.

Ein Text ├╝ber eine Gemeinderatssitzung muss noch fertig geschrieben werden. Da ging es um die Eckdaten des Haushaltsjahres und den Haushaltsplanentwurf f├╝r das kommende Jahr: Viele trockene Seiten, die ich irgendwie leserlich in einem Absatz zusammenfassen muss.

Mittagessen kochen. Was es gibt, wei├č ich noch nicht, ich werde in der Tiefk├╝hltruhe tauchen gehen und vorher ├╝berall herumst├Âbern, was in einer Woche schlecht werden k├Ânnte. Das gibt es dann zu essen. Vielleicht ist auch der Mitbewohner schon da, bevor ich mit meinem Text fertig bin. Dann k├╝mmert er sich netterweise um das Essen, nehme ich mal an.

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Nein, auf so einem Boot bin ich nicht unterwegs, ich wollte nur eben ein Beispiel zeigen.

Dann wird gepackt: Daf├╝r habe ich mir gestern sogar eine Packliste erstellt, die ausgiebig von der Lieblingshausziege und vom Mitbewohner kommentiert wurde. Ich bin mal gespannt, was ich vergesse: Es geht f├╝r eine Woche auf ein Schiff, mit dem wir zwischen Inseln umherfahren. Da werde ich kaum online sein, aber hinterher eine Menge zu erz├Ąhlen haben.

Heute Abend fahre ich die Lieblingshausziege noch zum Bahnhof, damit sie vollgepackt mit Zeugs in den Zug steigen kann und dort hoffentlich keine Tasche liegen l├Ąsst. Hatten wir auch schon. Gl├╝cklicherweise war damals nichts Wichtiges drin, die Bahn wollte so viel Geld f├╝r das Zur├╝cksenden haben, dass wir dankend darauf verzichtet haben. So wichtig waren die Sachen denn doch nicht.

Zum Abschluss des Tages werde ich vermutlich noch ein Bier von der Brauerei Roppelt aus Stiebarlimbach trinken. Das muss sein, hier ist Franken. Noch sch├Âner ist es, von einem Franken das Wort „Stiebarlimbach“ zu h├Âren. Das hat mit dem geschriebenen Wort nichts mehr zu tun. Deswegen mag f├╝r Schulanf├Ąnger „Schreiben nach Geh├Âr“ noch recht einfach sein, wenn es dann sp├Ąter in leserliches Hochdeutsch ├╝bersetzt werden soll, wird es um so schwieriger. Manchmal erinnert sich der Mitbewohner an die Zeiten, in denen er selbst mit der Rechtschreibung k├Ąmpfte. F├╝r die ├ťbersetzung Fr├Ąnkisch-Deutsch braucht man hier fast ein Diplom. Das merke ich denn auch bei den Sitzungen in einem der hiesigen Gemeinder├Ąte, die nuscheln oft so, dass ich kaum etwas verstehe.

Hier sind die anderen Tagesabl├Ąufe alle verlinkt: Frau Br├╝llen.

Bis sp├Ąter. Bis die Tage. Oder so.

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