Tagebuchbloggen am 5. Oktober

Draußen war es noch recht dunkel, doch die Katzen benahmen sich wie kleine Kinder und beschlossen, dass die Nacht jetzt vorbei sei. Also goss ich mir einen Kaffee auf, setzte mich an den Küchentisch und las Zeitung. Unarten muss ich ja nicht mit Futter belohnen, oder?

Der Mitbewohner blieb jedoch noch anderthalb Stunden liegen, bevor er seine Tasse mit Kaffee füllte und sich zu mir setzte. Das Wetter war wolkenverhangen, genau richtig, um in der Wohnung herumzukruschen. Da frische Burgerbrötchen im Backofen lungerten, habe ich rote Zwiebeln in dünne Ringe geschnitten und in der Pfanne glasiert. Für das Innenleben haben wir rote Linsen gekocht. Als diese abgekühlt waren, war auch kein Wasser mehr im Kochtopf. Also haben wir sie noch gewürzt, passend zur Größe der Burgerbrötchen zu kleinen Pattis geformt und in der Pfanne gebraten. Ja, es hat funktioniert, es war kein Matsch, da ich sie jedoch etwas trocken fand, gibt es da noch Verbesserungsbedarf. Wir werden weiter probieren.

Rote Zwiebeln in der Pfanne. Damit sie gut schmecken, kommt noch ein Löffel Honig dazu.

Schräg über die Wiese hinweg entsteht etwas, das nach einem Hochbunker aussieht: Ein sehr weißes, sehr kubistisches Gebäude mit dunklen und quer liegenden Fenstern, die mich doch sehr an Schießscharten erinnern. Dort haben am Vormittag die Fliesenleger Fliesen zersägt, am Nachmittag ist der Nachbar mit dem Rüttelfrosch stundenlang über seine künftige Einfahrt spaziert. Immer wenn ich dachte, oh, prima, jetzt ist Ruhe und jetzt könnte ich mich ganz entspannt an den Computer setzen, lärmte er weiter. So konnte ich mich nicht konzentrieren, jedenfalls nicht an meinem gewohnten Arbeitsplatz. Menno.

Weil der Mitbewohner morgen Besuch zum Essen erwartet, war er heute mit Küchendienst dran. Die Katzen schlichen ihm immer wieder nach, schauten, ob was abfällt und guckten ihn ausdauernd an, immer in der Hoffnung, dass er ihnen etwas gibt. Mit der Zeit schlich ein leckerer Duft durch die Wohnung und mir tropfte langsam der Zahn.

Seit vorgestern habe ich eine neue Maus, eine ergonomische und muss mich erst daran gewöhnen, wie damals bei der ergonomischen Tastatur. Aber ich bin mir sicher, es dauert nur zwei, drei Tage und ich kann sie mindestens so gut händeln wie die vorherige.

Ich saß dagegen immer wieder auf dem Sofa – weil draußen Lärm, ihr erinnert euch? – und habe meine Buchrezension zu „gottgewollt“ (link) mit Bleistift auf Papier vorbereitet. Das Buch fasziniert mich schon sehr.

Der geplante Workshop in Nürnberg lässt sich ebenfalls mit Papier und Bleistift vorbereiten, schließlich kann ich noch mit der Hand schreiben. Überhaupt schreibe ich gerne eine erste Fassung auf Papier, nicht in den Computer, jedenfalls dann, wenn es ein Text ist, über den ich länger sinniere und den ich nicht einfach so heruntertippe, wie beispielsweise eine Gemeinderatssitzung.

Außerdem warte ich auf die Post und darauf, dass sie mir mein Belegexemplar von Echt Oberfranken (link) bringt. Für ein Interview mit einem Jäger bin ich Anfang September nach Pressig/ Grössau gefahren, dorthin, wo der Frankenwald am tiefsten ist und sich Fuchs und Hase sprichwörtlich gute Nacht wünschen.

Irgendwie ging damit der Samstag recht unspektakulär vorbei, ich gucke nachher in der Küche, ob ich was essbares finde, ohne dem Mitbewohner das Futter für morgen zu stibitzen, ich werde mich aufs Sofa setzen, einen Pulloverärmel für die Lieblingshausziege stricken, schließlich wird es bald Winter und ich werde sehen, was der Fernseher so an Programm zu bieten hat. Außerdem habe ich für morgen Appetit auf einen saftigen Schokoladenkuchen, der will noch gebacken werden.

Damit endet das heutige Tagebuchbloggen, oder, wie es bei Frau Brüllen heißt: WMDEDGT. 

 

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