Tagebuchbloggen am 5. September

An jedem 5. des Monats versammeln sich alle Tagebuchblogger zum WMDEDGT, „was machst du eigentlich den ganzen Tag“ will Frau Br├╝llen wissen. Bitte, hier steht’s:

Hier habe ich nicht einen Wecker, hier habe ich f├╝nf Wecker: Wird es drau├čen langsam d├Ąmmerig, finden die Katzen, dass ich doch jetzt genug geschlafen habe und es Zeit zum Aufstehen ist. Da ich anderer Meinung bin, ziehe ich mir die Decke ├╝ber den Kopf und lasse sie n├Âlen. Bequeme ich mich aus dem Bett, gibt es erst Kaffee f├╝r mich, bin ich damit fertig, Futter f├╝r die Raubtiere.

Mein Beitrag f├╝r die n├Ąchste Ausgabe von „Echt Oberfranken“ ist fertig, die Layouterin hat mir den Entwurf gemailt, damit ich noch die Bildunterschriften schreiben kann. Mitte September geht das Heft in Druck, irgendwann wird es dann auch im Zeitschriftenregal liegen.

Radfahrer ├╝ber der Werra.

Weil es heute noch sonnig ist und sich f├╝r morgen Regen angedroht hat, telefoniere ich mit der Touristinformation in Wanfried, ob jemand ein bisschen Zeit f├╝r mich hat. Das kleine St├Ądtchen diente n├Ąmlich Wagner als Inspiration f├╝r den Namen seiner Villa, er hat eben nur noch ein „h“ zus├Ątzlich eingef├╝gt, „Wahnfried“ eben.

Der Wanfrieder Hafen.

Am Hafen legen l├Ąngst keine Lastk├Ąhne aus N├╝rnberg mehr an, nur noch Schlauchboote und Kanus, ich trinke in der Wirtschaft einen Kaffee und frage die Bedienung, ob sie was von Wagner wei├č. Sie ist nur Aushilfe, antwortet sie, gibt mir die Speisekarte und sagt, dass auf den ersten Seiten etwas ├╝ber die Hafengeschichte steht.

Die Kirche in echt war offen, hier steht sie als Deko in einem andernfalls leeren Schaufenster

Weil die Touristinformation Mittagspause hat, strolche ich durchs St├Ądtchen, lese, was auf den Schildern ├╝ber die alten H├Ąuser steht, fotografiere. Weil die Kirche gerade offen ist, gehe ich hinein und krame in den dort zum Mitnehmen ausgelegten B├╝chern, finde die „Judenbuche“ von Droste-H├╝lshoff und nehme das schmale B├Ąndchen mit. Die anderen B├╝cher waren eher erbauliche Texte, so ├á la: Gottesdienst ohne Pfarrer, erstaunlicherweise fand ich aber auch einen Koran und B├╝cher ├╝ber weitere Religionen in der Kiste.

Das Rathaus von Wanfried.

Der freundliche Mensch in der Touristinfo hatte in der Zwischenzeit, seit meinem morgendlichen Anruf also, Texte ├╝ber Richard und Cosima Wagner, Sekund├Ąrliteratur, zusammengefasste Werke ├╝ber alles, was ├╝ber die Namenswahl Wagners bez├╝glich seiner Villa bekannt ist, aus dem Archiv gesucht und schickt es mir per Mail. Wir unterhalten uns noch eine Weile, schlie├člich finde ich das St├Ądtchen schick, obwohl viele Gesch├Ąfte leer stehen, auch wenn die Schaufenster dekoriert sind.

Noch ein dekoriertes Schaufenster, in diesem wird Werbung f├╝r die samst├Ąglichen Stadtrundg├Ąnge gemacht.

Anschlie├čend habe ich noch ein bisschen eingekauft und bin zur├╝ckgefahren, dieses Mal ├╝ber die neu und immer noch nicht fertig gebaute Autobahn, das letzte Projekt der Deutschen Einheit. Ist schon irre, wie viel Erde daf├╝r bewegt wurde, damit jetzt Kies, Beton und Asphalt in der Landschaft liegen.

Autobahnwahnsinn. Das war mal Landschaft, fr├╝her.

Ich schlie├če die Haust├╝r auf und werde zum Dank von den Katzen angemault. Nein, jetzt gibt es erst einmal f├╝r mich was zu Essen, sp├Ąter seid ihr dran.

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