Unsere dritte Haut: Die Architektur

Ob nun bereits jedes Bauwerk als Architektur gelten kann, oder erst dann, wenn es Elemente enthĂ€lt, die rein funktional nicht nötig wĂ€ren, sei mal dahingestellt. Ich glaube, selbst als die Menschen noch in Höhlen wohnten, haben sie diese geschmĂŒckt, ihre HĂ€user spĂ€ter ebenso.

Pfahlbauten am Bodensee.

Heutzutage dagegen scheint jeder Schmuck oft ĂŒberflĂŒssig. HĂ€user sehen nur wie blanke, weiße Quader aus, Fenster gibt es als hohe FensterbĂ€nder, so hoch, dass sie niemandem Einblick, aber auch keinen Ausblick gewĂ€hren. Wir bauen so dichte Fenster in unserem Land, schwĂ€rmte Frau Merkel vor Jahren, da war sie gerade frisch gewĂ€hlte Bundeskanzlerin. Nicht Schiller, Goethe, irgendwelche Kultur war wichtig, nein, dichte Fenster. Hauptsache dicht und warm eingepackt, Schönheit spielt da keine Rolle. DafĂŒr sehen sie aus wie Festungen, abgekapselt gegen die Unbill der Welt.

KeltenhÀuser. Nachbauten.

Schlösser, Burgen, HÀuser aus vergangenen Jahrhunderten: Vieles, was sich erhalten hat, steht heute unter Denkmalschutz. Was wird einst von heute modernen HÀusern bleiben?

Blick auf die Alhambra in Granada

Sehe ich mir eine Stadt an, dann wegen der HĂ€user, der Architektur, ich freue mich ĂŒber schön gestaltete PlĂ€tze, gehe flanieren, genieße den Wechsel zwischen Ausblick und gestalteten Fassaden. Nur in einem Wohngebiet mit lauter EinfamilienhĂ€usern gehe ich kaum spazieren. FĂŒr Hundertwasser war ein Haus nach der eigenen Haut und der Bekleidung die dritte Haut – und als solche ebenso persönlich und intim, wie die beiden anderen HĂ€ute. Er plĂ€dierte fĂŒr verspielte Formen, bunte Farben und unterschiedliche Materialien. Statt dessen regieren die Zahlen der Energieeinsparverordnung und des Kreditrahmens, Hauptsache, es ist effizient, ökonomisch und entspricht dem gerade geltenden Brandschutz.

Damit beteilige ich mich bei Sunny, die noch viel mehr Architektur bei sich versammelt.

2 Gedanken zu „Unsere dritte Haut: Die Architektur

  1. Hallo Jaellekatz,

    in manchen Neubaugebieten ist es wirklich mitunter ein Graus, was sie da so aneinander reiht. Eng an eng, ohne grĂŒn und eben platzsparende. So sieht es dann auch aus. Leider keine Seltenheit. DafĂŒr haben wir zum GlĂŒck aber auch viele schöne Beispiele fĂŒr gelungene Architektur. Deine gezeigten Bilder sind prima Beispiele.

    Liebe GrĂŒĂŸe
    Sandra

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